Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
UK 1968
Originaltitel:Ten Little Indians
Alternativtitel:Geheimnis im blauen Schloß
aka. 10 kleine Negerlein
aka. Zehn kleine Negerlein
aka. Agatha Christie's 'Ten Little Indians'
aka. And Then There Were None
Länge:86:04 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:George Pollock
Buch:Agatha Christie (Novel) , Peter Yeldham, Peter Welbeck
Kamera:Ernest Steward
Musik:Malcolm Lockyer
Darsteller:Wilfrid Hyde-White, Dennis Price, Stanley Holloway, Hugh O'Brian, Leo Genn, Shirley Eaton, Mario Adorf, Daliah Lavi, Marianne Hoppe
Vertrieb:Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
Zehn Männer und Frauen unterschiedlicher Herkunft erhalten eine Einladung in ein entlegenes Schloss in den Bergen. Dort beschuldigt sie ein unsichtbarer Gastgeber diverser Verfehlungen und kündigt ihren Tod an. Einen Gast nach dem anderen ereilt dieses Schicksal, während die schrumpfende Schar der Überlebenden verzweifelt versucht, den Mörder zu finden ...

Bild
Format1.85:1 (anamorph)
NormPAL
 Etwas ärgerlich, wenn Sunfilm auf der Rückseite ihres Covers schreibt "erstklassige Bildqualität durch aufwändig bearbeitetes Filmmaterial", man mit der entsprechenden Vorstellung die DVD einlegt und sich schlussendlich fragt: "Was versteht man unter erstklassige Bildqualität?". Zu aller erst fällt die Unmenge an Verschmutzungen und Defekten auf, welche sich in Form von Kratzern, Rissen und Fäden den gesamten Film über in einer wechselhaften Stärke zu erkennen gibt. Zudem wirkt das Bild recht verrauscht und weder Schärfe noch Kontrast liegen auf einem guten Niveau. Letzteres kann dem s/w-Bild nur bedingt gerecht werden. Der Schwarzwert kann nicht völlig überzeugen und tendiert ins Gräuliche, zudem lassen sich in dunklen Szenen Details nie wirklich gut erkennen und helle Flächen neigen zu deutlichen Überstrahlungen. Die Schärfe befindet sich hierbei auf ein meist nur befriedigenden bis ausreichenden Niveau, zeigt aber deutliche Doppelkonturen. Insgesamt kann man mit dem Schärfenverhalten aber noch zufrieden sein, denn als richtig unscharf kann man diesen anamorphen Transfer nicht bezeichnen. Positiv fallen hier die Kompressionen auf, welche sehr unauffällig im Hintergrund arbeiten. Neben einem etwas unruhigen Bildstand und einem gelegentlichen Nachziehen, ein Transfer, der uns mit Sicherheit keine Freudensprünge machen lässt. Für einen 35 Jahren alten Film vollkommen ok, man hat aber schon deutlich älteres Filmmaterial in einer besseren Qualität erleben dürfen.
 +++---

Ton
FormateDolby Digital 2.0 (Mono)
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch (optional)
 Der deutsche Monoton bietet eine gute Sprachwiedergabe und eine solide Dynamik. Rauschen fällt fast gar nicht auf und lediglich die Stimmen neigen zu leichten Verzerrungen, welcher aber zu keinem Zeitpunkt störend wirken. Hier ist das Resultat der Restaurierung sogar besser geglückt als beim Bild und die deutsche Sprachfassung wirkt besser als der englische Originalton, welcher gerade in den Dialogen oftmals etwas unverständlich und dumpf klingt. Dafür lassen sich aber optional deutsche Untertitel hinzu schalten.
 ++----

Extras
Extras
  • Trailershow:
    • Kitchen Stories
    • Vidocq
    • Die Geschichte vom weinenden Kamel
  • Artworkgalerie (15 Bilder)
  • Cast & Crew-Biografien:
    • Agatha Christie
    • Shirley Eaton
    • Daliah Lavi
    • Marianne Hoppe
    • Mario Adorf
    • George Pollock
 Die Extras sind recht mau ausgefallen und bis auf eine Artworkgalerie mit 15 Bildern und 6 Kurzbiografien gibt es nichts zu entdecken. Die obligatorische Sunfilm-Trailershow bietet uns lediglich drei Filmausschnitte und nicht mal der Originaltrailer zu "Da waren's nur noch neun" ist hier zu finden.
 +-----

Fazit
Der deutsche Titel klingt zwar eher wie ein altes Schneider-Taschenbuch für Jugendliche und ist auch wenig nachvollziehbar (der Film ist in s/w), dahinter verbirgt sich jedoch eine weitere Filmfassung von "10 Kleine Negerlein" aus der Feder Agatha Christies. Man kennt ja meistens die erste (und beste) Fassung von 1945 und bisweilen das B-Star-Aufgebot aus "Ein Unbekannter rechnet ab" (1973), doch George Pollocks Film ist weitestgehend vergessen. Schade, denn Pollock zeichnete sich verantwortlich für die hierzulande breitestbekannte Miss-Marple-Serie mit Margaret Rutherford und rundete seinen Christie-Output nach "Die Morde des Herrn ABC" damit ab.
Sein vorliegender Film ist ein schönes, mit Gespür für Atmosphäre gedrehtes Stück Mystery-Krimi, der allerdings darunter leidet, dass man inzwischen die Lösung schon kennt, da die sich von Fassung zu Fassung eben niemals ändert. Die Kulisse, ein düsteres Schlösschen auf einem verschneiten Alpenberg, nur erreichbar über eine Seilbahn, ist sehr stimmungsvoll und der Ablauf flott und ohne größere Hindernisse. Was diesen Film jedoch hinter den anderen Fassung zurückstehen lässt, ist seine mediokre Besetzung. Hugh O’Brian, der offensichtlich zum Überleben verdammten Saubermann, hat einfach keinerlei Ausstrahlung, um den Film zu tragen und sein weibliches Pendant, Shirley Eaton, die durch ihre Goldlackierung in einem 007-Film zu Weltruhm kam, bietet auch nur Hausmannskost, wenn sie auch mal kurz in Strapsen durchs Bild hopsen darf. Wilfrid Hyde-White und Leo Genn sind zwar akzeptabel, aber wenig aufregend in ihren Rollen und Daliah Lavi, als pressegeiles Filmstarlet hat zuwenig gute Texte, um hervorzustechen. So bleiben die qualitativen Highlights den Deutschen überlassen: ein jugendlich-brachialer Mario Adorf als Hausdiener bringt etwas rohe Kraft in den Film und als seine Frau drückt Marianne Hoppe als Besen vom Dienst dermaßen auf die Schicksalstube, dass man gewünscht hätte, sie würde nicht schon als Zweite abstürzen.
Krimifans werden sich an einem soliden Krimi mit guter Photographie erfreuen können, aber dass die kleine Christie-Welle damit bis zu Albert Finneys "Poirot" totgetrampelt war, steht außer Frage.

Die DVD ist mit Sicherheit kein Glanzstück geworden, dem Alter entsprechend aber solide umgesetzt. Hätte man auf den Restaurationsspruch verzichtet, wäre die Enttäuschung auch weniger groß gewesen. So fühlt man sich etwas veräppelt und auch das magere Zusatzmaterial lässt kaum Grund zur Freude aufkommen. Dennoch für Fans eine lohenden Anschaffung, leider erscheint der Preis zur Zeit noch etwas zu hoch angesetzt.



Bilder der DVD




Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.