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USA 1962
Originaltitel:Intruder, The
Alternativtitel:Eindringlinge, Die
aka. I Hate Your Guts!
aka. Shame
aka. Stranger, The
Länge:79:36 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Roger Corman
Buch:Charles Beaumont
Kamera:Taylor Byars
Musik:Herman Stein
Darsteller:William Shatner, Frank Maxwell, Beverly Lunsford, Robert Emhardt, Jeanne Cooper, Leo Gordon, Charles Barnes, Charles Beaumont, George Clayton Johnson, Bo Dodd, Walter Kurtz, William F. Nolan
Vertrieb:Subkultur / Al!ve
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:04.04.2014 (Kauf)



Inhalt
Unmittelbar bevor mit Beginn des neuen Schuljahrs die Rassentrennung aufgehoben werden soll, erscheint der opportunistische Adam Cramer in der Kleinstadt Caxton im Süden der USA. Cramer beginnt sofort erfolgreich damit, die weiße Bevölkerung gegen die Schwarzen aufzuhetzen. Als der Journalist McDaniel zur Besonnenheit aufruft und den Schwarzen hilft, wird er verprügelt. Dann wird ein junger Schwarzer beschuldigt, ein weißes Mädchen vergewaltigt zu haben, und der Volkszorn steht kurz davor, völlig außer Kontrolle zu geraten.

Bild
Format1,83:1 (anamorph)
NormPAL
 Der DVD-Fassung lag ein brauchbares Master zu Grunde, wahrscheinlich eine gut erhaltene Kinokopie. Anamorph kodiert und im korrekten Format von 1,83:1 vorliegend hinterlässt das Schwarzweiß-Bild einen ordentlichen Eindruck. Dabei fällt der Kontrastumfang stellenweise etwas zu steil aus, wodurch helle Bildbereiche nicht selten zu grell wirken. Die Grauwerte werden allgemein gut wiedergegeben, selbst in dunklen Szenen werden nicht sonderlich viele Details verschluckt. Auch die Schärfe fällt ausgesprochen gut aus, und die wenigen weicheren Einstellungen stören nicht weiter. Abnutzungserscheinungen der Vorlage halten sich in Grenzen, trüben den Sehgenuss aber nicht. Die Kompression arbeitet zudem ruhig und unauffällig im Hintergrund.
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Ton
FormateDolby Digital 1.0 Mono
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Das Hintergrundrauschen kommt in der deutschen Monofassung deutlich prägnanter zur Geltung als im englischsprachigen Original. Beide bieten allerdings eine sehr gute Sprachwiedergabe, die kaum hörbar verzerrt oder dumpf klingt. Die Musik wird ebenfalls überraschend natürlich wiedergegeben, wodurch beide Tonspuren einen aufgeräumten Eindruck hinterlassen. Untertitel sind optional.
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Extras
Extras
  • Audiokommentar von Marcus Stiglegger und Ivo Ritzer
  • "Remembering Intruder" - Roger Corman & William Shatner erinnern sich (9:44 Min.)
  • Bildergalerie (3:05 Min.)
  • Originaltrailer (2:00 Min.)
VerpackungKeepCase mit FSK-Wendecover
 Das Bonusmaterial ist absolut sehens- bzw. hörenswert. Neben einer umfangreichen Bildergalerie und dem Originaltrailer enthält die Disc einen Audiokommentar von Marcus Stiglegger und Ivo Ritzer. Während Ritzer noch etwas hektisch und nervös wirkt, was sich schnell auf den Zuhörer projiziert, gehört Stiglegger bereits zum "alten Eisen", was Audiokommentare angeht. Beide sprechen nicht nur über Roger Corman, sondern analysieren auch den Film und die inhaltlichen Motive, gehen auf die Dreharbeiten ein und stellen Vergleiche mit anderen Werken auf. Es ist ein Kommentar, den man gehört haben sollte. Im 10-minütigen "Remembering the Intruder" sprechen Regisseur Roger Corman und Hauptdarsteller William Shatner über die schwierigen und teilweise heiklen Dreharbeiten an Originalschauplätzen. Auch über den kommerziellen Misserfolg wird gesprochen, von beiden aber etwas belächelt. Dieser Beitrag wurde deutsch untertitelt. Die Dokumentation "Heritage of Hate" sowie das Hidden Feature ist in der vorliegenden Neuauflage nicht enthalten und war nur exklusiv in der "Drive-In-Classic"-Collection vorzufinden. Das unschöne FSK-Logo bleibt dank eines Wendecovers nicht mehr lange sichtbar.
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Fazit
Einige Jahre vor seinem Interner Link"Raumschiff Enterprise"-Durchbruch gelingt dem jungen William Shatner (in der deutschen Fassung als "Chatner" geführt) eine beachtliche Hauptrolle in "Weißer Terror", der unter der Regie von Roger Corman entstand. Für Corman war der Film dahingehend außergewöhnlich, dass kein klassisches Horror-Thema umgesetzt wurde, sondern sozialer Sprengstoff die Grundlage bildet. Shatner brilliert als charismatischer, aber doch schmieriger Intrigant Adam Cramer, der in einer kleinen Südstaaten-Stadt gegen die Öffnung der Schule für Schwarze vorgeht, indem er die weiße Bevölkerung mit dramatischen Reden aufstachelt. Es wird demnach nicht lange dauern, bis man Shatners Figur hasst. Zwischenzeitlich wird Cramer bloßgestellt, so dass es aussieht, er wäre der Lage nicht mehr Herr und könne die Reaktionen des Mobs nicht mehr aufhalten. Allerdings ist weder klar, welche Organisation ihn für seine Taten bezahlt - verschiedene Motive legen den Ku-Klux-Klan nahe -, noch wie er selbst mit der Situation umzugehen gedenkt.
Zeitlich wird "Weißer Terror" irgendwann um das Jahr 1954 herum angesiedelt sein, als die Rassentrennung an Schulen in den USA für gesetzeswidrig erklärt wurde. Nur wenige Charaktere des Films akzeptieren die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs. Anders der stets in der Masse auftretende, offenkundige rassistische Kleinstädter, der sich leicht für Cramers rassistische Thesen begeistern kann, welche dieser geschickt unter dem Mantel von Demokratie, Anti-Kommunismus und Freiheit versteckt. Abgesehen von einem Anschlag richtet sich die unvermeidbare Aggression allerdings vornehmlich gegen die eigene "Hautfarbe": Rassisten gehen gegen Antirassisten vor, auch wenn es lange so aussieht, dass Letztere allesamt unterzugehen drohen.
Corman, der während der Dreharbeiten vom Stadt-Sheriff als "Kommunist" beschuldigt und mitsamt Crew rausgeworfen wurde, gelingt mit geringen Budget und gutem Cast, u. a. mit dem erinnerungswürdigen Leo Gordon (Interner Link"Töchter des Bösen"), ein unterhaltsamer, ernsthafter Anti-Rassismus-Beitrag, der beim nächsten Videoabend erfolgreich vor "Mississippi Burning" oder Interner Link"In der Hitze der Nacht" gezeigt werden kann. Allerdings war die damalige Einordung in die "Drive-In Classics"-Reihe, in der der Film ursprünglich erschien, untypisch, schließlich geht es hier nicht um Monster oder Verrückte.

Subkultur bringt nach der limitierten Erstauflage in der "Drive-In Classics"-Reihe eine fast identische Neuauflage für die Kaufhäuser auf den Markt. Beim Bonusmaterial leicht abgespeckt überzeugt die technische Seite für einen Film von 1962 nahezu durchweg. Ein wichtiger Beitrag in der umfangreichen Corman-Filmografie, der in keiner Sammlung fehlen sollte.



Bilder der DVD




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