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FR 1977
Originaltitel:Helga, la louve de Spilberg
Alternativtitel:Girl Slaves
aka. Helga the Leather Mistress
aka. Helga, She Wolf of Spilberg
aka. She Wolf of Spilberg, The
Länge:93:03 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Patrice Rhomm
Kamera:Alain Hardy
Musik:Daniel White
Darsteller:Patrizia Gori, Malisa Longo, Richard Allan, Dominique Aveline, Alban Ceray, Jacques Marbeuf, Jean Cherlian, Claude Janna, Olivier Mathot, Carmelo Petix, Nicole Velna, Francoise Maillot
Vertrieb:X-Rated / AVV
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:03.02.2014 (Kauf)



Inhalt
Diktator Steiner beauftragt die sadistische Kommandantin Helga, den im Hinterland versteckten Frauenknast "Spilberg" zu übernehmen. Eine alte Burg aus dem Mittelalter wurde kurzum in ein Frauenlager umfunktioniert. Helga führt den Knast mit Sadismus, Folterung und sexueller Ausbeute. Während die Todesschreie der Frauen durch die Zuchthausmauern hallen, rotten sich im Umland die Rebellen zusammen, um den Diktator zu stürzen. Unter den Gefangenen befindet sich auch Elisabeth, die Tochter des Freiheitskämpfers Vogel. Diese plant einen Ausbruchsversuch, während sie und ein paar andere Frauen als Prostituierte vorgeführt werden sollen. Die Lage im "Bloody Camp" spitzt sich zu!

Bild
Format1,66:1 (anamorph)
NormPAL
 Für die vorliegende Veröffentlichung ließ X-Rated den Sexploitation-Kracher in der bislang längsten Fassung beim Lizenzgeber Eurocine in Frankreich neu abtasten und zeigt diesen somit erstmals in voller Länge, anamorph kodiert und in einer ansprechenden Bildqualität. Zwar hätte es einer aufwendigen Restauration bedurft, die für ein Nischenprodukt finanziell nicht tragbar gewesen ist, doch bis auf gelegentlich durch das Bild huschende Schmutzpartikel ist dieses sauber, frei von Defekten und zeigt einen ruhigen Bildstand. Die Schärfe ist auf einem angenehmen Level. Konturen werden natürlich gezeichnet, während der Detailbereich nicht sonderlich ausgeprägt ist. Vielmehr wirkt das Bild gefiltert, was man u. a. an der eher weichen Optik und dem fehlenden Filmkorn bemerkt. Eine beliebte Unart, vor allem bei Eurocine. Was bei HD-Versionen ein No-Go darstellt, ist bei der DVD aufgrund der geringeren Auflösung ohnehin nicht weiter schlimm, auch wenn das Bild stellenweise etwas zu weich wirkt und man gerne eine etwas höhere Detaildarstellung gehabt hätte.
Dafür wurde nicht nachgeschärft, und das Bild zeigt weder Zeilenflimmern noch Überstrahlungen. Kontrast und Farbdarstellung sind in Anbetracht des Alters ausgewogen und natürlich, wobei die Farbgebung einen sehr erdigen und braun-gelben Touch aufweist. Aufgrund der natürlichen Hautfarben ist dies eindeutig ein Stilmittel bei der Produktion. Beim Encoding wurde ebenfalls nicht geschlampt, denn das Bild zeigt sich frei von Kompressionsartefakten, wodurch "Blood Camp" selbst auf einer großen Leinwand noch gut aussieht.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 Mono
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelUntertitel (Zwangsuntertitel)
 Der deutsche Mono-Track klingt gut aufgeräumt und überrascht mit einer sauberen Dialogwiedergabe, nicht grob ausreißenden Höhen und einem weitgehend klaren und ordentlichen Klangbild. Hintergrundrauschen ist zwar vorhanden, aber nicht sonderlich ausgeprägt. Auch klingt der Mix nicht dumpf oder blechern, weshalb es Spaß macht, "Bloody Camp" in der guten 1970er Jahre Synchronisation zu gucken. Da kann man dann auch auf die englische Synchronisation verzichten. Diese klingt klirrend und verzerrt in den Stimmen. Zudem klingt die Synchronisation sehr künstlich und beweist einmal mehr, dass die Deutschen in puncto qualitativ ausgereifte und hochwertige Synchronisation schon immer die Nase vorn hatte. Deutsche Untertitel sind aus lizenzrechtlichen Gründen in der englischen Fassung nicht ausblendbar. Auch kann die Sprache nicht während des Films gewechselt werden. Einige ehemals gekürzte Szenen, die jeweils sehr kurz sind, werden in englischer Sprache angeboten. Der Bruch in der Klangqualität ist verschmerzbar gering.
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Extras
Extras
  • Italienischer Kinoanfang / Abspann (1:53 Min.)
  • Internationaler Vor- und Abspann (2:27 Min.)
  • Französischer Trailer (1:31 Min.)
  • Alternative Clothed-Scene (2:41 Min.)
  • Setfotos (2:09 Min.)
VerpackungGroße Hartbox / Kleine Hartbox
 Als Bonus spendiert man den Käufern neben Setfotos, die italienischen Vor- und Abspänne der Kinofassung und Videofassung sowie einen französischen Trailer. Interessant ist auch die alternative Clothed-Scene der deutschen Fassung. Diese zeigt eine Gefängnissequenz, in der die Insassinnen Kleider anhaben, während diese in der Hauptfilm-Fassung überwiegend nackt sind. Ausgeliefert wird "Bloody Camp" als kleine und große Hartbox mit zwei Cover-Motiven.

Bloody Camp
(Screenshots der unzensierten DVD-Version von X-Rated)

Bloody Camp
(Screenshots der zensierten deutschen Videofassung)

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Fazit
- "Gutes Bouquet, sehr guter Jahrgang! Ich frage mich, was eure Kommandantin dazu sagen würde, wenn sie das hier erfährt. Mmmmhhh, ich möchte lieber nicht mit ihr zu tun kriegen.
Ihr werdet damit keine Sorgen haben - Doc kann schweigen wie ein Toter."
(Doktor)
- "Wir sitzen alle im selben Boot. Singen wäre unbekömmlich." (Soldat)
- "Ahaha, unter Kumpels ist doch alles klar. Was reden wir da für'n Stuss?!" (Doktor)

Im Prison-Genre ging es selten um hochwertige Scripts oder fürstliche Budgets und Ausstattungen. Die Qualitäten sind zwar anderweit zu suchen, aber durchaus vorhanden. Im Slasher-nah betitelten "Bloody Camp" sucht man allerdings lang und je nach Geschmack auch ergebnislos. Der ultrabillig unter der Fuchtel von Patrice Rhomm (später in Zelluloid-Gesellschaft von Brigitte Laihaie und bei "Elsa Fräulein SS" anzutreffen) entstandene Film hat seine Genre-Zugehörigkeit nur knapp erreicht, indem typische Zutaten wie Gewalt, lesbische Liebe, Missbrauch und unbarmherzige Nazi-Schergen in ein laues Drehbuch kopiert wurden, dass tatsächlich so sacht und ereignislos ist, dass selbst ein Kurzfilm damit Legitimationsprobleme haben wird.

Das fertige Kunstwerk ist leider so dünn wie der dritte Aufguss eines Teebeutels, denn Rhomm traut sich nicht, die Leitthemen mit obligatorischer Deftigkeit auszuspielen. Seine Lagerkommandantin hat wenig mit der Unbarmherzigkeit einer Dyanne Thorne gemein: Goldlöckchen Marisa Longo wedelt halbherzig mit der Knute, heult auch mal, weil die Suche nach der großen Liebe nicht so recht klappen mag, und lässt weder Härte noch Durchsetzungsvermögen durchblicken. Klar, dass da keine Ruhe in den ansonsten viel zu zahmen Hühnerstall hineinkommt. Ob nun Vergewaltigung durch den irren Doc oder halberotische Fummelei zwischen Kommandantin und einer ihrer Gespielinnen, die Erotikszenen sind verdächtig weit im FSK16-Bereich angesiedelt und dementsprechend kalt.

Auf der Habenseite verzeichnet "Bloody Camp" allerdings eine hohe trashige Note, die zu großen Teilen von der bedenklichen Synchro und der Ideenarmut des Drehbuchs stammt. Dass beispielsweise in den ersten 20 Minuten nichts weiter passiert, als die Gefangenen auf einen nahegelegenen Bauernhof zum lustgreisen Doktor zu schiffen, auf dass er mal drüber rutscht, und danach zurück zur Kaserne zu kommen, ist ebenso wie das wilde Jazz-Gedudel nahezu preisverdächtig. Und es kommt noch besser, denn danach geht es noch mal von vorn los - grüßt da täglich das Murmeltier?
Ringsum wurde eine lachhafte Geschichte eines totalitären Staates gesponnen, um den es bereits nach der Einleitung gar nicht mehr geht. Besser so, denn während die Armbinden entfernt an das Nazi-Regime erinnern, ist der Rest dermaßen hanebüchen, dass es auch um einen Tyrannen irgendeines karibischen Bananenstaats hätte gehen können. Auch die Gegenschnitte während der Nacktszenen auf harmloses Herumgetümpel sind erquicklich, verdeutlichen sie doch die Ziellosigkeit des gesamten Werkes. Leider werden viele Szenenabfolgen auf eine Art und Weise gestreckt, die man fast schon als Zeitschinderei bezeichnen kann. Zumindest hinterlassen weder Kamera noch Schnitt einen holprigen, sondern sogar einen handwerklich ausgefeilten Eindruck.

"Bloody Camp" ist trotz des deftigen Alternativtitels "Helga, She Wolf of Spilberg" leider höchst spannungsarm. Gewalt, Sex, Action oder gar Dramaturgie sind soweit zurückgeschraubt, dass es dem Genre-Fan langweilig werden wird, während der Trash-Fan auch nicht genügend überzeugt werden kann. Zum Ende hin bekommen die Faschisten dann zumindest das Fell über die Ohren gezogen. Leider sind es nur gefühlte 5 Minuten, die abermals im Weichspülgang durchlaufen, weil man als Zuschauer vorweg weder Mitleid mit den wenigen Opfern noch Hass auf Peiniger bekommen hat.

Wer sich an jungen Frauen in Stiefeln ergötzt, die hin und wieder von der Kommandantin vernascht werden, sich ansonsten aber im Gewölbe zu Tode langweilen, der kann mal einen Blick bei dieser sehr schönen Veröffentlichung von X-Rated riskieren.
Das Label präsentiert "Bloody Camp" in einer ansprechenden Bild- und Tonqualität, erstmals völlig unzensiert, in der 15 Minuten längeren Fassung. Ausgeliefert wird die DVD in einer kleinen und großen Hartbox. Eine HD-Variante ist derzeit leider nicht geplant.



Bilder der DVD




Druckbare Version
News"Bloody Camp – Die Folterkammer des Grauens" kommt in einer Langfassung
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