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IT, PA 1979
Originaltitel:Sexual aberration - sesso perverso
Alternativtitel:Libidomania - Alle Abarten dieser Welt
aka. Sexual Aberration
Länge:79:22 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Bruno Mattei (als Jimmy Matheus)
Buch:Bruno Mattei (als Jimmy Matheus), Richard von Krafft-Ebing
Kamera:Luigi Ciccarese (als Luis Chickers)
Musik:Giacomo Dell'Orso (als John Servus)
Darsteller:Christa Free, Norbert Gastell, Esther Moser, Mimmo Poli, Manfred Seipold, Michel Jacot, Uschi Karnat, Peggy Markoff
Vertrieb:Camera Obscura
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:16.02.2001 (Kauf)



Inhalt
Die Liebe ist schon ein seltsames Spiel, und nirgendwo wird der Wahrheitsgehalt dieser alten Schlagerweisheit unterhaltsamer belegt als in Libido Mania. "Alle Abarten dieser Welt" verspricht uns Italiens Oberferkel Bruno Mattei in seinem expliziten Mondo-Schocker und knallt dem unvorbereiteten Zuschauer freudestrahlend eine Packung derart farbenfroher Perversitäten um die Ohren, dass schon deren Auflistung dem Film einen Ruf wie Donnerhall bescherte. Nicht ohne Grund: "Libido Mania" ist Rock'n'Roll! Auch wenn manch einer wohl seinen Sexualpartner danach mit etwas anderen Augen betrachtet ...

Die Lust der Leichenfledderei. Das Dilemma der Dildos. Die Treulosigkeit der Transsexuellen. Und das Karma der Koprophagie. Machen Sie sich bereit für eine Reise in die tiefsten Abgründe menschlicher Zuneigung! Hier trifft Sigmund Freud auf Marquis de Sade: In aller (selbstverständlich streng dem Aufklärungsgedanken der seriösen Wissenschaft verpflichteten) Detailliertheit dokumentiert dieser Film das Unaussprechliche.

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 Das anamorph kodierte Bild basiert zum größten Teil auf Archivmaterial, wodurch die Bildqualität stark wechselhaft ist. Die von Bruno Mattei neu gedrehten Sequenzen werden überwiegend sehr scharf und detailliert wiedergegeben. Kontrast und Farbdarstellung sind auf einem gelungenen Level, und das Bild leistet sich keine gröberen Ausreißer. Selbst das Archivmaterial bleibt bis auf ganz wenige Ausnahmen ansehnlich. Es gibt nur wenige Defekte oder Verschmutzungen, die als störend empfunden werden könnten. Die Aufnahmen mit den sogenannten Sexualwissenschaftlern fallen allerdings relativ unscharf aus, was ebenfalls nicht sonderlich stört. In Anbetracht des Alters und der Seltenheit des Materials ein sehr guter Transfer mit satten und kräftigen Farben und einem guten Schwarzwert. Die Kompression arbeitet tadellos im Hintergrund.
 +++/--

Ton
FormateDolby Digital 2.0 Mono
SpracheDeutsch, Italienisch
UntertitelDeutsch, Englisch, Italienisch
 Die deutsche Synchronisation ist ganz großes Kino und möchte man nicht missen. Qualitativ wird dem Zuschauer ein gut aufgeräumter Mono-Mix spendiert. Das leichte Rauschen und Knistern im Hintergrund stört nicht. Mitten und Höhen sind genauso wenig ausgeprägt wie die Dynamik. Der Mix klingt etwas dumpf und stellenweise leicht blechern, was aber ebenso wenig wie das leichte Zischen bzw. Scheppern in den Dialogen schlimm ist. Selbst der Score wird verhältnismäßig gut dargestellt. Es kann immer wieder zu einem leichten Wechsel in der Qualität des Tons kommen. Der angegebene italienische Ton ist etwas merkwürdig. Erst einmal kann dieser nur mit italienischen Untertiteln angeschaut werden und unzählige Szenen liegen in Deutsch vor. Dies scheint daran zu liegen, dass man aufgrund der Zensur in Italien keine vollständige italienische Tonspur auftreiben konnte.
 ++/---

Extras
Extras
  • 8-seitiges Booklet mit Text von Dr. Marcus Stiglegger
  • Audiokommentar mit Ingo Strecker und Christian Keßler
  • Featurette "Mondo Fragasso" mit Claudio Fragasso (25:56 Min.)
  • Alternative Szenen aus der zensierten italienischen Fassung (37:04 Min.)
  • Fotogalerie (34 Bilder)
VerpackungKeepCase mit Schuber
 Das Herzstück dieser DVD ist der Audiokommentar mit Christian Keßler und Ingo Strecker, der in Kombination mit dem Film das Gezeigte noch amüsanter macht. Beide können sich teilweise vor Lachen gar nicht mehr halten. Keßler hat sein Quietscheentchen dabei und signalisiert damit dem Zuschauer vor einer grauenhaften bzw. ekligen Szene, die Augen zu schließen. Damit zitiert er die Warnglocke bei Interner Link"Cannibal Girls". Man spricht natürlich sehr viel über Bruno Mattei, versucht dabei aber auch etwas über Sexualität und die angeblichen Perversionen zu erzählen und auf ihre Art und Weise dabei etwas Aufklärungsarbeit zu leisten. Köstlich!

Des Weiteren gibt es ein 25-minütiges Interview mit Interner Link"Troll 2"-Regisseur Claudio Fragasso, der wie niemand anderes über den leider verstorbenen Bruno Mattei zu berichten weiß. Er geht auf die Karriere seines guten Freundes ein und liefert dem Zuschauer somit einen wunderbaren Einblick in die Welt des Sleaze-Regisseurs. Die Disc enthält noch 37 Minuten an alternativen Szenen aus der zensierten, italienischen Fassung sowie eine umfangeiche Bildergalerie. Das 8-seitige Booklet von Ingo Stecker gibt einen Einblick in die Welt des Mondofilms und wurde in Deutsch und Englisch abgedruckt. Wie auch der Hauptfilm liegt das Bonusmaterial mit deutschen und englischen Untertiteln vor.
 ++/---

Fazit
Mit "Libido Mania" bringt Sleaze-Regisseur Bruno Mattei (Interner Link"Die Hölle der lebenden Toten") den Mondofilm ins Bahnhofskino und bewegt sich irgendwo zwischen Nonsens und "perversen Abartigkeiten", die heute wohl niemanden mehr vom Stuhl hauen werden. Allein, dass der Zuschauer für so dumm gehalten wurde, das Gezeigte als echt einzustufen, wird im dritten Jahrtausend nur noch für ungläubiges Staunen und wildes Kopfschütteln sorgen. Mattei versteht es, die großen des Mondo-Genres zu kopieren. Ach was, er klaut sich komplett durch die Filmwelt, um die hanebüchenen Sequenzen in seinen Film passend in Szene zu setzen. Er schreckt nicht einmal davor zurück, Material aus anderen Filmen in "Libido Mania" einzufügen und ihnen ganz andere Bedeutung zu geben, beispielsweise jene Sequenz, in der ein Eingeborener sich Holzstücke in die Nase steckt, um sich daraufhin etwas ausbluten zu lassen. Dies gilt in Matteis Version der sexuellen Potenzsteigerung, während dieselbe Szene in einem anderen Mondo der inneren Reinigung galt. Dies ist nur eine von unzähligen Momenten, die er aus anderen Filmen klaut bzw. in denen er Archivmaterial einsetzt.

Der Streifen ist versucht, sexuelles Fehlverhalten aufzuzeigen und kommentiert dies als vermeintliche Heilungshilfe. Schocken wird es kaum noch, denn Jugendlichen von heute werden Themen wie Onanie, Sexspielzeug und Sadomaso bereits in der Pop-Musik für 13-jährige thematisiert wissen. Aber "Libido Mania" prangert nicht an, sondern versucht, oberflächlich seriös und einfühlsam auf diverse Fetische und Vorlieben einzugehen. Dabei kommen immer wieder Sexualwissenschaftler zu Wort, die sich leicht als Schauspieler entlarven lassen. Das Zeigen einer Transgender-Frau mit Riesenglied zu Beginn sorgt für besonders viel Erheiterung, weil der angeklebte Plastikpenis in der nächsten Szene bei einem angeblichen Eingeborenenstamm zum Einsatz kommt. Dort wird ein Vergewaltiger entmannt, der zuvor ziemlich anteilslos in die Luft schaut und in die Kamera grinst, bis ihm der Gummi-Prengel abgeschnitten wird. Das sieht anatomisch so täuschend "echt" aus, dass einem das Popcorn vor Lachen im Hals stecken bleibt. Wir sehen Priester, die ihren Braten lieber kalt genießen und sich über Verstorbene her machen. Es wird angepinkelt, angekackt, aus der Toilette diniert und wenn man nicht gerade Zeuge eines LSD-Trips wird, darf man dem Kannibalismus frönen. Selbst Claudia ist mit ihrem Schäferhund anwesend.

"Libido Mania" springt wahllos durch die Sexualpraktiken der Menschheit, haut unsäglichen Müll als Informationen raus und verkauft dies als bare Münze. Aber niemand, der einen Bruno Mattei-Film guckt, wird eine seriöse Abhandlung erwarten. Dafür hat der Streifen einen viel zu trashigen und sleazigen Charakter, der nur darauf aus ist, Tabus zu brechen. Das belustigt und ist schwer unterhaltsam. Nicht zu vergleichen mit den Klassikern des Mondo-Genres, aber aufgrund des Themas und der naiven Umsetzung eine kleine Perle. Hier werden ein und dieselben Kulissen mehrfach genutzt und als andere Orte deklariert. Sogar die Darsteller dürfen in verschiedene Rollen schlüpfen: Gerade waren sie noch Japaner, dann plötzlich aus Kamerun und später aus Zentralafrika.

"Libido Mania" ist ganz großes Sleaze-Mondo-Kino von der Obernase Bruno Mattei. Herrlich grotesk, hanebüchen und ein Raubzug durch das Mondo-Kino der 1970er Jahre. Camera Obscura veröffentlicht diesen Klassiker erstmals unzensiert in Deutschland und liefert die DVD mit interessantem Zusatzmaterial und einer guten Qualität aus. Das KeepCase enthält einen Schuber, während das Cover der DVD-Hülle eine Auflistung der "Perversionen" zeigt, die im Film zu sehen sind.



Bilder der DVD




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