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JP 1978
Originaltitel:Uchû kara no messêji
Alternativtitel:Message from Space
aka. Message from Space: Galactic Wars
Länge:101:02 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Kinji Fukasaku
Buch:Hirô Matsuda
Kamera:Tôru Nakajima
Musik:Ken-Ichiro Morioka
Darsteller:Sonny Chiba, Jerry Ito, Vic Morrow, Philip Casnoff, Etsuko Shihomi, Peggy Lee Brennan, Tetsurô Tanba, Hiroyuki Sanada, Mikio Narita, Makoto Satô, Hideyo Amamoto, Noboru Mitani
Vertrieb:Subkultur / Media Target
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:30.03.2012 (Kauf)



Inhalt
Der Planet Illucia war einst ein friedlicher und prächtiger Ort, bis er von den kriegsbesessenen Gabanas fast zerstört wurde. Eine kleine Gruppe Überlebender möchte nicht, dass ihr geliebter Heimatplanet vollständig vernichtet wird, also entsendet sie acht heilige Reyabe-Samen, welche acht mutige Krieger auserwählen sollen, Illucia von den brutalen Gabanas zu befreien. Um ihren Machthunger zu stillen, haben die Gabanas ein weiteres Ziel auserkoren: Die Erde! Den acht auserwählten Kriegern bleibt keine andere Wahl. Sie müssen sich dem größten Feind des Universums entgegenstellen und die Gabanas komplett vernichten, um Illucia und die Menschheit vor einem grausamen Schicksal zu bewahren!

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 Die ungekürzte Langfassung wurde anamorph kodiert und liegt im Originalformat von 1,85:1 auf dieser Special Edition vor. Bildtechnisch gibt es nicht wirklich etwas zu bemängeln. Trotz des Alters und der bekanntlich stiefmütterlichen Materiallagerung in Japan, ist das Master in einem sehr guten Zustand. Defekte und Verschmutzungen sind kaum vorhanden, und der Bildstand macht keine Probleme. Beim Endcoding der Disc ging man auf Nummer sicher und stellte eine hohe Datenrate zur Verfügung, die selbst auf Leinwänden keine sichtbaren Kompressionsartefakte zeigt. Die Schärfe ist für DVD-Verhältnisse sehr gut ausgefallen und kann sogar in Totalen noch einiges an Details ausarbeiten. Konturen werden sauber gezeichnet, und man ließ augenscheinlich die Finger von Filterwerkzeug. Bildrauschen ist permanent im Hintergrund wahrzunehmen, nimmt aber niemals störende Ausmaßen an und arbeitet homogen. Es gibt keine Bewegungsunschärfe oder stehende Rauschmuster. Lediglich der Kontrastumfang überzeugt nicht immer zu hundert Prozent und neigt gelegentlich zum Übertrahlen heller Flächen. Detailverluste in dunklen Szenen halten sich jedoch in Grenzen, weshalb man von einem angenehmen Kontrastverhältnis sprechen kann. Auch die Farben wirken frisch und natürlich. Für eine japanische Produktion aus den 1970er Jahren ein sehr hochwertiger DVD-Transfer. Eine HD-Version kann kommen.
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Ton
FormateDolby Digital 1.0 Mono (dt. Lichtton, dt. Magnetton, jp.)
SpracheDeutsch, Japanisch
UntertitelDeutsch
 Die deutsche Sprachfassung ist eine wahre Perle deutscher Synchronkunst und hebt den Trash-Charakter des Films enorm an. Es gibt einige bekannte Synchronsprecher, wie z. B Tommi Piper, der den meisten als vorlauter Außerirdischer "ALF" bekannt sein dürfte. Solche Synchronisationen vermisst man heute schmerzlich. Sie würden so manche Filmgurke erträglicher machen. Das Label Subkultur spielte die deutsche Mono-Spur einmal als Magnetton- und einmal als Lichtton-Version auf die DVD auf. Technisch haben beide Sprachfassungen ihre Mängel und fallen durchweg wechselhaft aus. Dabei erzielt der Magnetton noch die besten Ergebnisse. Dieser bietet eine deutlich klarere und kräftigere Front, wobei es immer wieder lange Sequenzen gibt, bei denen der Ton schlagartig dumpf und muffig klingt. Im Hochtonbereich neigen beide stark dazu, zu verzerren, dennoch bleiben die Dialoge noch gut zu verstehen. Leichtes Rauschen oder Tonfehler sind zu verschmerzen, weil sie sich in Grenzen halten. Der Lichtton fällt dumpfer aus, kann aber als nette Beigabe gewertet werden. Die damals nicht synchronisierten Sequenzen liegen in Japanisch mit deutschen Untertiteln vor.
Des Weiteren enthält die Disc die komplette japanische Version. Diese verzerrt erheblich in den Dialogen, wodurch man sehr schnell und freiwillig zur wesentlich besseren deutschen Version schalten wird. Bis auf die starken Übersteuerungen im Hochtonbereich klingt der Original-Mix durchaus natürlich, kann aber ebenfalls sein hohes Alter nicht verbergen. Eine ordentliche Klangdynamik sucht man in allen Tonspuren vergebens, was in Anbetracht des Alters und der Herkunft aber auch nicht weiter störend ist. Deutsche Untertitel lassen sich während des laufenden Films ein oder ausschalten.
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Extras
Extras
  • 8-seitiges Booklet
Disc 1 (Japanische Kinofassung):
  • Vorwort von Sonny Chiba (0:24 Min.)
  • Dokumentation: Message From Earth (28:59 Min.)
  • Japanische Trailer:
    • Trailer 1 (1:53 Min.)
    • Trailer 2 (2:01 Min.)
    • Trailer 3 (3:57 Min.)
  • Bildergalerie (47 Bilder)
Disc 2 (Deutsche Kinofassung):
  • Deutsche Kinofassung (83:24 Min.)
  • Audiokommentar von Jörg Buttgereit und Pelle Felsch
  • Deutscher Kinotrailer (2:54 Min.)
  • Bildergalerie (Deutsche Aushangfotos, 1:05 Min.)
  • Hidden Feature
VerpackungDigiPack im Schuber
 Subkultur veröffentlicht diesen Toei-Klassiker in einem schicken DigiPack im Schuber, welches auf 2000 Stück limitiert ist. Das Design der Box ist schlicht und nicht so überfrachtet, wie es viele andere Labels bevorzugen. Das 8-seitige Booklet enthält ein lesenswertes Essay zum Film, geschrieben von Alexander Iffländer. Der Text ist nicht nur gut geschrieben, sondern bietet zahlreiche Hintergrundinformationen zur wilden Entstehungsgeschichte von "Sternenkrieg im Weltall". Diese wird auch in der eigens für diese Edition produzierten, fast 30-minütigen Dokumentation "Message from Earth" thematisiert, welche sich deutsch untertitelt auf der ersten Disc befindet.
Subkultur führte dabei Interviews mit Kenta Fukasaku ("Battle Royale 2"), dem Sohn der Regielegende Kinji Fukasaku ("Monster aus dem All") sowie mit Sonny Chiba (Interner Link"Sonny Chiba - Der unerbittliche Vollstrecker"), Shinji Hiruma und Visual-Effects-Regisseur Nobua Yajima. Gepaart mit Filmausschnitten sprechen überwiegend Kenta und Sonny Chiba über ihre Erlebnisse während der Dreharbeiten zu "Sternenkrieg im Weltall", wobei Kenta zu diesem Zeitpunkt erst 5 Jahre alt war, als er seinen Vater am Set besuchen durfte. Sonny Chiba verband eine innige Freundschaft mit Kinji und drehte damals direkt vier Filme hintereinander mit dem Regisseur von Filmen wie "Im Schatten der Shogun" und Interner Link"Battle Royale", bevor dieser nur noch große Namen für seine Filme arrangierte. Der Zuschauer bekommt einen guten Einblick in die wahrlich turbulente Produktionsgeschichte des Klassikers, und man erfährt, warum der Science-Fiction-Klopper schlussendlich so aussieht, wie man ihn seit über 30 Jahren hasst oder liebt.

Neben der ungekürzten japanischen Fassung befinden sich auf der ersten Disc noch eine kurze Einleitung von Sonny Chiba, eine umfangreiche Bildergalerie sowie vier japanische Trailer zum Film. Auf der Bonus-DVD findet man die fast 20 Minuten kürzere deutsche Kinofassung in restaurierter Qualität vor, welche wahlweise mit einem tollen Audiokommentar von Jörg Buttgereit und Pelle Felsch angeschaut werden kann. Eigentlich sehr schade, dass der wie immer informative wie unterhaltsame Kommentar nicht für die ungekürzte Version des Films eingesprochen wurde. Die Disc enthält noch eine Bildergalerie der deutschen Aushangfotos sowie den alten deutschen Trailer. Wer auf Suchspiele steht, darf sich freuen: Auf der DVD wurde ein Easter Egg mit der deutschen Kinofassung in unrestaurierter Form versteckt.
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Fazit
"Nüsse im Weltall anno 1978"

Wer sich fragt, wieso 1978 George Lucas' Interner Link"Star Wars" in Japan erst relativ spät aufgeführt wurde, wird die Antwort bei den Toei Studios finden. Diese erzielten ein Aufführungsverbot bis Sommer 1978, um im Fahrwasser der Großproduktion mit ihrem "Sternenkrieg im Weltall" das Publikum ins Kino zu locken. Im Schatten von großen Hollywood-Blockbustern lässt es sich bis heute gut leben, und damals machte neben Interner Link"Battlestar Galactica" und Luigi Cozzis Interner Link"Star Crash" vor allem Kinji Fukasakus Science-Fiction-Epos auf sich aufmerksam. Ob positiv oder negativ, das muss jeder selbst für sich entscheiden.

In Rekordzeit gedreht, galt der Film mit über 7 Millionen Dollar Produktionskosten als teuerster japanische Produktion seiner Epoche. Nichts durfte dabei dem Zufall überlassen werden: Bekannte Gesichter vor und hinter der Kamera waren das A und O des japanischen Studios. Nach diversen Ideen und Drehbuchvorlagen wurde ein Skript hingerotzt, welche alle wichtigen Rezepte des US-Vorbildes beinhaltete und dreist kopierte. Der Unterschied: Alles etwas bunter, erwachsener und mit zahlreichen historischen Elementen versehen. So z. B. der "Legende der acht Samurai", eine 105-teiligen Romanreihe aus den Jahren 1814-1842. Dort ging es um acht Samurai, die durch magische Gebetsperlen auserwählt wurden, eine wunderschöne Prinzessin zu retten. In Fukasakus Version sind es keine Samurai, und anstelle von Perlen wurden Nüsse genommen. Das Trash-Herz lacht.

Während man auch in diesem Interner Link"Star Wars"-Rip-off neben einem Darth-Vader-Verschnitt eine Art Imperator (die Mutter des Gabana Anführer, gespielt von einem Mann), einen piependen und sprechenden Roboter sowie anstelle eines Lichtschwertes, eine Lichtpeitsche zeigt, sind es vor allem die Hauptdarsteller, die mehr denn je an Lucas' Großproduktion erinnern. Es gibt die kantigen, Sprüche klopfenden Helden sowie die zierliche Prinzessin, die, wenn nötig, eine Menge austeilen kann. Um das Ganze noch mehr nach einer US-Produktion aussehen zu lassen, besetzte man ein Teil des Haupt-Cast mit US-Darstellern wie Vic Morrow (Interner Link"The Riffs"). Bei den ganzen Gemeinsamkeiten verwundert es kaum noch, dass die "Rebellen" die "Todeswaffe" der Gabanas mit ihren Raumschiffen von innen zerstören wollen. Das kommt einem doch irgendwoher bekannt vor, oder?

Hirô Matsuda klaut sich quer durch die Filmhistorie. Etwas Piratenfilm, ganz viel Interner Link"Star Wars" und eine Prise japanischer Fantasy-Quatsch wird versucht mit ernsten Momenten zu erden. Wenn beispielsweise die Gabana einen ganzen Planeten in einem großen Feuerball untergehen lassen und dies mit einem überdimensionalen Atompilz und in den Flammen sterbenden Menschen visualisieren, scheint die Verarbeitung der Geschehnisse von Hiroshima zu passieren. Auch der Showdown ist alles andere als zuckersüße Hollywood-Erzählkunst, sondern wirkt, trotz aller durchaus lächerlichen Elemente im gesamten Film (durchs Weltall schwimmende Hauptdarsteller), sehr bieder und ernst. Doch wenn die Japaner einen Sternenkrieg zeigen, dann richtig. Matsudas Geschichte ist wie ein kruder Genre-Mix und stellt die Weichen für Filme wie Interner Link"Krieg der Infras", der wiederum viele Elemente aus "Sternenkrieg im Weltall" in sich aufnimmt.

Trotz aller trashiger Momente und unfreiwillig komischer Effekte, ist die technische Seite mehr als ansehnlich. Aufgrund der durchaus düsteren Geschichte und dem guten Händchen Fukasakus, lädt "Sternenkrieg im Weltall" niemals zum Fremdschämen ein. Die Special Edition von Subkultur stellt eine liebevoll umgesetzte Veröffentlichung dar, die in keiner gut sortierten Sammlung japanischer Trash-Kunst fehlen sollte.



Bilder der DVD




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NewsToei Classics # 1 - "Sternenkrieg im Weltall" ab heute von Subkultur!
Sternenkrieg im Weltall (Toei Classics #1)
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