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ESP, D 1981
Originaltitel:Linda
Alternativtitel:Captive Women
aka. Linda, de stoeipoes
aka. Naked Super Witches of the Rio Amore
aka. Orgia de ninfomanas
aka. Orgy of the Nymphomaniacs
aka. Story of Linda, The
Länge:80:42 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Jess Franco
Buch:Erich Tomek
Kamera:Juan Soler (als Hannes Fürbringer)
Musik:Gerhard Heinz
SFX:Erich Tomek
Darsteller:Katja Bienert, Ursula Buchfellner, Bea Fiedler, Raquel Evans, Antonio Mayans, Andrea Guzon, Antonio Rebollo
Vertrieb:Media Target
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:31.07.2012 (Kauf)



Inhalt
Das Rio Amore ist ein schmutziges Bordell, in dem reiche Gäste all ihren perversen Gelüsten nachgehen können. In diese Hölle aus Menschenhandel, erzwungenem Drogenkonsum und Zwangsprostitution geraten die beiden Schwestern Linda und Betsy und es scheint keinen Ausweg zu geben. Die sadistische Sheila sorgt mit ihren muskelbepackten Gehilfen für ein strenges Regiment: Auf Ausbruchsversuche steht körperliche Bestrafung, für bizarre SM-Liveshows werden die Mädchen ebenso missbraucht wie als gemeine Sklavinnen ...

Bild
Format1,78:1 (anamorph)
NormPAL
 Der Franco-Klassiker hat zwar ein paar Jahre auf den Buckel, jedoch ist das Master recht gut erhalten und zeigt nur wenige Defekte und Verschmutzungen. Die Farbgebung fällt altersbedingt gut aus und zeigt durchweg natürliche und kräftige Farben. Der Kontrast arbeitet ausgewogen und neigt weder dazu helle Flächen überstrahlen, noch Details in dunklen Szenen absaufen zu lassen. Die Schärfe ist allerdings nur durchschnittlich. Auf großen Bilddiagonalen merkt man deutlich die mangelnde Detailschärfe und sieht in Nahaufnahmen leichte Schwammigkeit. Bildrauschen hält sich angenehm zurück, wobei das Bild leicht gefiltert wirkt. Störend ist aber die mäßige Kompression. Das Bild zeigt vor allem in dunklen Flächen massive Artefakte und Klötzchenbildung. Auf der Leinwand macht das kaum Spaß und selbst auf deutlich kleineren Diagonalen fällt diese schlechte Kompression noch störend auf.
 ++/---

Ton
FormateDolby Digital 1.0 Mono
SpracheDeutsch
Untertitel-
 Der deutsche Ton liegt nur in Mono vor. Dialoge klingen gut verständlich und auch die Nebengeräusche kommen ohne größere Mängel aus den Lautsprecher. Weder Hintergrundgeräusche noch die Stimmen klingen sonderlich dumpf oder blechern, dafür ist deutliches Rauschen im Hintergrund wahrzunehmen. Kein klangliches Highlight, reicht aber absolut aus. Weitere Tonspuren gibt es leider nicht.
 ++----

Extras
Extras
  • Interview mit Katja Bienert (44:11 Min.)
  • Bildergalerie (6:48 Min.)
  • Deutscher Kinotrailer (2:48 Min.)
  • Englischer Kinotrailer (2:50 Min.)
  • Englischer Vorspann (0:53 Min.)
  • Spanischer Vorspann (0:46 Min.)
  • Trailershow:
    • Anita (2:33 Min.)
    • Verbotene Früchte der Erotik (3:38 Min.)
    • Die Nackten und Perversen (3:53 Min.)
VerpackungKleine Hartbox
 Neben einer handvoll Trailer, u.a. zum Hauptfilm, enthält die Disc den englischen und spanischen Vorspann, eine Bildergalerie und ein Interview mit Katja Bienert. Letzteres fällt mit 44 Minuten äußerst umfangreich aus. Sympathisch wie immer steht Bienert Rede und Antwort und spricht sehr offen und herzlich über ihre Filmkarriere. Sollte man gesehen haben.
 +++/--

Fazit
In "The Story of Linda" variiert Jess Franco seinen sonst so charakteristischen Inszenierungsstil und lässt den Erotikstreifen aussehen wie einen Film von D'Amato. Deutlich wird das an der eindeutigen Fotografie und den typisch tropischen Kulissen, durch die sich zum Beispiel D'Amatos Karibikfilme (Interner Link"Woodoo Baby", Interner Link"Papaya" u.a.) auszeichneten. Franco verzichtet glücklicherweise auf seine oftmals aufdringlichen, pseudopoetischen Schmalzdialoge und konzentriert seinen Film auf die wesentlichen Zutaten. Viel nackte Haut, kitschiger Soundtrack, wirre Storyentwicklung - doch was soll's, dafür ist man nicht hier ...

Die größte Kontroverse begeht der Film schon mit der Besetzung: Zur Drehzeit war Katja Bienert gerade vierzehn Jahre alt und ist in diversen erotischen Sequenzen nackt zu sehen. Dieser Umstand rückt "The Story of Linda" gefährlich nah in dieselbe Ecke, in die "Maladolescenza" oder Interner Link"Queen of Sados" gesteckt werden und das sicherlich nicht ganz zu unrecht. Allerdings geriet der Film niemals in das Kreuzfeuer der Medien und wurde nie Gegenstand einer öffentlichen Diskussion – diese mangelnde Beachtung führte zur fast vollständigen Vergessenheit.

Technisch weitaus besser als die gewohnten Machwerke Francos, muss man sich zumindest nicht über allzu verwackelte Bilder, sinnlose Kameraschwenks oder amateurhafte Schnitte aufregen. Der Score könnte direkt aus einem belanglosen Pornostreifen stammen, so unbeschwert plätschert dieser vor sich hin. Trash-Fans werden fündig und dürfen sich angesichts der bizarren Dialoge und der peinlichen Requisiten richtig schön auslassen, bietet der Film schließlich durchgängig Nudity und Sexploitation, allerdings auf einem sehr milden Level. Wäre nicht die Problematik mit Hauptdarstellerin Katja Bienert, so könnte der Streifen anstandslos im Nachtprogramm des Fernsehens laufen. Dem ernsten Aspekt der Geschichte, Menschenhandel und Zwangsprostitution, schenkt das Drehbuch natürlich keinerlei Beachtung, führt uns aber auch keinen pseudomoralisch erhobenen Zeigefinger vor. Franco suhlt sich voll und ganz im Sleaze, konzentriert sich hundertprozentig auf die Fleischbeschau. Mit einem stimmungsvolleren Erzähltempo und einigen dramaturgischen Höhepunkten wäre "The Story of Linda" möglicherweise ein guter Sexploiter geworden, verschenkt seine Chancen aber leichtfertig und gibt sich kaum Mühe den Zuschauer durchweg zu unterhalten. Das aufgesetzte Happy End sorgt dann für einen unharmonischen Ausklang und entlässt den Zuschauer unbefriedigt und gelangweilt. Wer wirklich interessante Erotikfilme mit hohem Sleaze-Gehalt sehen will, der sollte es mit der "Black Emanuelle"-Reihe von Joe D'Amato versuchen, der es wesentlich besser verstand schmutzige Themen in ein leichtes Gewand zu hüllen und innerhalb der ausgetretenen Genrepfade noch zu überraschen.

Wenig aufregender und stinklangweiliger Sexploiter, der aber mit einigen schönen Aufnahmen, sleaziger Atmosphäre, stimmungsvollem Easy Listening-Score und soliden Darstellern gewisse Punkte sammeln kann. Besser als so manch typischer Franco-Film. Die DVD von Media Target aus der "Candybox Edition" erscheint in einer pinkfarbenden, kleinen Hartbox. Bildtechnisch ist sie bis auf die mangelhafte Kompression ansehbar und mit interessanten Extras aufgestattet. Somit ein Pflichtkauf für Jess Franco-Sammler. Leider fehlt der Originalton.



Bilder der DVD




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