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USA 2008
Originaltitel:Hell Ride
Länge:80:01 Minuten (gekürzt)
Freigabe:SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich
Regie:Larry Bishop
Buch:Larry Bishop
Kamera:Scott Kevan
Musik:Daniele Luppi
SFX:F/X Concepts, K.N.B. Effects Group, LOOK! Effects, Voodoo EFX
Darsteller:Larry Bishop, Eric Balfour, Michael Madsen, Leonor Varela, Dennis Hopper, Vinnie Jones, David Carradine, Laura Cayouette, Michael Beach, David Grieco, Lee Alfred, Julia Jones, Dean Delray, Steve McCammon, Kanin Howell, Michael Macecsko, Theresa Alexandria
Vertrieb:Senator / Universum
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:22.04.2009 (Verleih) / 03.07.2009 (Kauf)



Inhalt
Pistolero (Larry Bishop), The Gent (Michael Madsen) und Comanche (Eric Balfour) sind die Anführer der Biker-Gang "The Victors". Die rivalisierenden "666er" haben ein Victors-Mitglied hingerichtet und die drei sind zu allem bereit, um den Feind in Gestalt von The Deuce (David Carradine), Billy Wings (Vinnie Jones) und Eddie Zero (Dennis Hopper) zur Strecke zu bringen. Comanche und Pistolero nutzen zudem die Gelegenheit, um für ein 30 Jahre zurückliegendes Verbrechen brutal Rache zu nehmen.

Bild
Format2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 Die größtenteils unter freiem Himmel entstandenen Aufnahmen besitzen eine hervorstechende Natürlichkeit, denen das natürliche, feine Rauschen Authentizität verleiht. Sowohl der Detailbereich als auch die Tiefenschärfe machen eine gute Figur, so dass es sich lohnt, sowohl die Feinheiten in Gesichtern bei Nahaufnahmen, als auch die Weite der Wüste genau zu betrachten. Allerdings mussten viele Szenen nachgeschärft werden, um diesen hohen Standard zu halten. Leider fällt das an einigen Stellen etwas übertrieben aus, indem dezente Heiligenscheine sichtbar werden, besonders gut auszumachen in einigen Momente der Barprügelei. Auch stößt die DVD in feingliedrigen Szenen an ihre Grenzen, denn die Auflösung wird durch die sonst ruhige Kompression eingeschränkt. Die farbliche Aufarbeitung ist ebenso wie der Kontrast sehr stimmig: Manche Szenen vermitteln den Eindruck eines grellen Morgens nach einer durchzechten Nacht, andere wiederum werden vom Wüstenstaub und der sengenden Hitze nahezu verschluckt. Die Stilistik ist allerdings nicht übertrieben, man wird auf keine zu sehr offensichtlichen Veränderungen stoßen. Demnach ein Bild, das nahezu sehr gut ist, dieses Prädikat aber erst auf Blu-ray erreichen kann.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Englisch
Untertitel-
 Der dialoglastige Streifen hat eine gute Synchro bekommen, die trotzdem nicht darüber hinwegtäuscht, dass die Surround-Kulisse etwas karg bleibt. Ausgeprägt aktiv wird sie, sobald die Bikes sich bewegen und kernige Motorenklänge aus allen Richtungen auf den Hörer einwirken. Die knallige, wenn auch selten eingesetzte Musik ist ebenso ein Garant für kurzzeitig füllige, dynamische Erlebnisse. Dazwischen wird es etwas mager, denn "Hell Ride" ist nun mal kein reiner Actionfilm, in dem es an jeder Ecke und jedem Ende kracht. Der Bass ist besonders beim Blubbern der Maschinen herauszuhören und die Rear Speaker werden ein wenig von dezenten Umgebungsgeplärr belegt. Der englische Ton gefällt mir etwas besser als die stellenweise gekünstelte Eindeutschung - man höre nur Michael Madsens rauchige Stimme -, besitzt aber weithin die gleichen Klangeigenschaften. Für einen B-Movie absolut in Ordnung.
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Extras
Extras
  • Trailer zu DVD-Beginn:
    • Deathproof (2:14 Min.)
    • Planet Terror (1:53 Min.)
  • Audiokommentar
  • Featurettes:
    • The Making Of "Hell Ride" (8:51 Min.)
    • The Babes Of "Hell Ride" (5:19 Min.)
    • The Guys Of "Hell Ride" (14:18 Min.)
    • The Choppers Of "Hell Ride" (9:34 Min.)
    • Michael Madsens Videotagebuch (9:03 Min.)
  • Trailer (2:26 Min.)
  • Filmtipps:
    • Outlaw (2:06 Min.)
    • The Escapist - Raus aus der Hölle (1:45 Min.)
    • Chasing Ghosts (1:39 Min.)
    • Death Toll (1:56 Min.)
    • Feast (2:06 Min.)
VerpackungKeepCase
 Im Audiokommentar neigt Larry Bishop ein wenig dazu, alles in Grund und Boden zu quatschen. Dass er für die Rolle des Bikers geeignet war, zeigt sich anhand seines überbordenden Temperaments, allerdings sind nicht alle seine hochgesteckten Vorhaben erkennbar in den Film eingeflossen. Sein Kameramann kommt nur am Rande zu Wort. Im Kommentar geht es nebenher um interessante Sachen - wie es sich für einen Independent-Movie mit begrenzter Drehzeit gehört. Leider gibt es keine deutschen Untertitel. Unter den Featurettes werden insgesamt fast eine Stunde lang diverse Aspekte des Films behandelt, z.B. die Charaktere vorgestellt. Sehr interessant ist die Kurzeinführung zu den authentischen Bikes, die extra für den Film gebaut wurden. Auch Michael Madsens Videotagebuch macht einiges her, wenn er mit tief-kratziger Stimme B-Roll-Aufnahmen kommentiert und vor allem die Darsteller in Drehpausen zeigt. Zusammen mit dem Trailer sind die Extras demnach durchweg anschaubar.
 +++/--

Fazit
Bikerfilme sind rar geworden, daran kann auch der mit guten Ansätzen gesegnete "Hell Ride" nichts ändern. Die Kernthemen wurden dabei besonders herausgearbeitet: Bikes, leichte Mädchen, Saufen und Kloppe zwischen verfeindeten Gangs - und bei allen wird mächtig übertrieben. Als Beispiel sollen die schnuckligen Weibchen gelten, deren Anblick man zwar nie müde wird, sich aber beizeiten fragt, wie es kommt, dass diese Geschosse zu Dutzenden in Wüstenkäffern rumsitzen und drauf warten, von versifften Bikern zu einer Lagerfeuerparty eingeladen zu werden. Hauptdarsteller Larry Bishop, Veteran der End-60er-Jahre-Biker-Movies und gleichzeitig Regisseur, freut's, denn der darf seine klebrigen Finger auf so manche heiße Schnecke legen - und wahrscheinlich noch mehr ...
Die etwas konfuse Story verliert man alsbald aus den Augen, denn die von kurzatmigen Dialogen und abgebrühten Biker-Gesten zerfaserte Inhaltsgestaltung lenkt davon ab, dass es doch eigentlich darum gehen sollte, eine Geschichte zu erzählen. Stattdessen üben sich sämtliche Charaktere in endcoolen Posen und sinnbefreiten Dialogen, die bereits Tarantinos Interner Link"Death Proof" den Filmspaß abspenstig machten. Die phasenweise lethargische Ruhe wird aber immer wieder von Gewaltexzessen durchzogen, die ebenso wachrüttelnd wie unerwartet sind. Denn eigentlich ist keiner der nahezu comichaft herausstilisierten Charaktere ein ernstzunehmender Bösewicht. Weder der verschenkte Vinnie Jones als psychopathischer Gegenspieler, noch der etwas gelangweilt aussehende Michael Madsen bereiten darauf vor. David Carradine ist gar viel zu unwichtig, um sein Können auszuspielen. Lediglich Szenen mit Dennis Hopper werden zum kurzweiligen Vergnügen, wenn er seinen großen Anti-Hollywood-Erfolg "Easy Rider" mit Augenzwinkern zitiert. Davor und danach gibt es wenig, was es rechtfertigen würde, den Film mehr als nur einmal zu sehen. Die Bikes sind zwar klassisch-schöne Ami-Schlitten und einschlafen wird man dank einiger Action-Einschübe auch nicht, aber so wenig Stringenz wie "Hell Ride" hat es lange nicht mehr in einem Film gegeben. Schade, für einen B-Movie ist der Film viel zu selbstverliebt, obwohl das Räudige des Grindhouse an vielen Ecken durchblitzt und die Cover-Montage erste Sahne ist. Vielleicht hätte Bishop gut daran getan, die primitive Seite dieser Filmgattung nicht ganz so aufzuzeigen. Insgesamt also nicht der von ihm und Tarantino forcierte Durchbruch eines längst vergessenen Genres - obwohl beide langjährige Erfahrungen im Umgang mit dem Thema haben.

Die deutsche DVD geht in Ordnung, ist nur etwas überschärft. Leider wurde das Ende in einer Szenenabfolge um etwa eine halbe Minute entschärft.



Bilder der DVD




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