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JP 1969
Originaltitel:Ijô seai kiroku: Harenchi
Alternativtitel:Shameless: Abnormal and Abusive Love
Länge:85:14 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Teruo Ishii
Buch:Teruo Ishii
Kamera:Motoya Washyo
Musik:Masao Yagi
Darsteller:Shinrichiro Hayashi, Asao Koike, Masumi Tachibana, Kiyoko Tange, Kichijirô Ueda, Eiji Wakasuki, Teruo Yoshida
Vertrieb:Media Target / Candybox
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:05.10.2012 (Kauf)



Inhalt
Sexuelle Besessenheit und rasende Eifersucht verwandeln das Leben der wunderschönen Noriko in die Hölle auf Erden. Mehrmals täglich muss sie die brutalen Attacken ihres Freundes Fukahata über sich ergehen lassen. Ihre Gegenwehr entfacht einen immer größer werdenden Zorn in Fukahata, welchen er in grenzenloser Gewalt an ihr auslebt. Erniedrigt und von unzähligen Vergewaltigungen gebrandmarkt, flüchtet sie sich immer häufiger in die wohltuende Obhut des charmanten Yoshioka, bei dem sie zum ersten Mal echte Liebe zu spüren bekommt. Als Fukahata davon erfährt, kommt es zum unausweichlichen Ausbruch seiner gesamten Wut.

Bild
Format2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 Solider anamorph kodierter Transfer, der sein Alter nicht verbergen kann. Zwar sind kaum Defekte oder Verschmutzungen zu erkennen und auch der Bildstand ist durchweg sehr stabil, allerdings ist die Schärfe nicht sonderlich hoch und das Bild wirkt weitgehend weich, teilweise leicht unscharf. Die Farbgebung erweist sich als natürlich und der Kontrast arbeitet helle und dunkle Bildbereiche gut heraus. Die Konturen wirken nicht sonderlich knackig, wodurch es dem Bild an Plastizität und Tiefe fehlt. Für einen Film aus den späten 1960er Jahren ist das Ergebniss aber durchaus brauchbar, lediglich die teilweise mangelhaft arbeitende Kompression trüben den Sehgenuss vorallem auf großen Leinwänden erheblich und fällt auf homogenen Flächen bzw. Nachtaufnahmen durch Artefakte und Blockbildung sehr deutlich auf.
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Ton
FormateDolby Digital 1.0 Mono
SpracheDeutsch, Japanisch
UntertitelDeutsch
 Der deutsche Monoton klingt sehr kratzig, verrauscht und verzerrt im Hochtonbereich. Die Musik klirrt etwas und ist dumpf, wobei Dialoge und Nebengeräusche gut wahrgenommen werden können. Hier nagte der Zahn der Zeit am Material. Die damals geschnittenen Szenen liegen in japanisch vor und wurden deutsch untertitelt. Der japanische Track klingt noch muffiger und dumpfer, dafür nicht ganz so kratzig wie der deutsche Ton. Hintergrundrauschen ist deutlich wahrzunehmen und Nebengeräusche sowie die Musik starkt belegt.
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Extras
Extras
  • Alte Deutsche Fassung (75:24 Min.)
  • Bildergalerie (2:08 Min.)
  • Trailershow:
    • Der Wüstling (2:23 Min.)
    • Das Schwedenmädchen Anita (2:33 Min.)
    • Verbotene Früchte der Erotik (3:38 Min.)
    • Die Nackten und die Perversen (3:53 Min.)
    • Die nackten Superhexen vom Rio Amore (2:48 Min.)
VerpackungKleine Hartbox
 Als Bonus gibt neben dem Originaltrailer, Trailer weiterer Candybox-Titel sowie einer Bildergalerie noch die alte deutsche Kinofassung, welche rund 10 Minuten kürzer läuft.
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Fazit
Der 2005 verstorbene Teruo Ishii gilt als Legende des japanischen Exploitationfilms. Wer erinnert sich nicht an sein berüchtigtes Folterdrama "Frauen gequält und geschändet" ("Tokugawa onna keibatsu-shi", 1968), einer der legendärsten Sexfilme seiner Ära. Zudem leitete Ishii damit seine "Tokugawa"-Saga ein, die es insgesamt auf zehn Teile brachte, wovon "Der Wüstling" zu einem der in Deutschland eher unbekannten Titel gehört und mit dieser Veröffentlichung erstmalig in Deutschland auf DVD erhältlich ist.
Der fünfte Beitrag der losen "Tokugawa"-Reihe entstand 1969, spielt im Gegensatz vieler anderer Filme dieser Reihe in der Gegenwart und stellt ein privates Erotikdrama, genauer ein Abhängigkeitssituation, nur dass diesmal nicht nur die Frau dieses Schema vertritt, sondern auch der Mann. Das konservative Männer- und Frauenbild seiner Zeit ist in jeder Minute zu spüren und schlussendlich ist "Der Wüstling" gar nicht so sadistisch und provokant, sondern naiv und leider nur mittelmäßig originell. Die Geschichte hat Potenzial für ein Sozialdrama, eine Aufarbeitung der Abhängigkeit von Mann und Frau, doch leider verfällt "Der Wüstling" immer wieder in Belanglosigkeit und erzählt die Geschichte weder glaubwürdig noch reißerisch. Für eine sleazige Exploitationproduktion ist "Der Wüstling" fast schon zu sehr Arthouse und für eine Arthouse-Produktion ist dieses Exponat japanischer Romanpornos nicht konsequent genug, denn es zeichnet das konservative Weltbild zwischen Mann und Frau in einer etwas unglaubwürdigen Art und Weise ab.

Zwar ist das Problem einer Frau, die nicht aus eigener Kraft aus einer Beziehungshölle auszubrechen vermag, vergleichsweise nachempfindbar, doch die Charakterisierung ist alles andere als glaubhaft und teilweise etwas nervig, weil die Anfälle von Norikos Freund etwas unlogisch erscheinen. Seine Gewaltausbrüche verfehlen gänzlich ihre Wirkung, Noriko wehrt sich kaum und seine "perversen" Sexpraktiken hauen heute niemanden mehr vom Hocker. Selbst Ende der 1960er Jahre, als die sexuelle Revolution gerade in Deutschland zugange war, ist das Gezeigte fast schon belustigend, mag aber in Japan harter Tobak gewesen sein.

"Der Wüstling" ist wenig wüst und dennoch sollte man Teruo Ishiis Werk nicht ignorieren. Die Nummer 6 der "Candybox"-Reihe erscheint in einer kleinen Hartbox in Lederoptik und ist auf 1000 Stück limitiert. Technisch für einen Film der späten 1960er Jahren absolut akzeptabel, so dass Ishii-Fans hier gern zugreifen werden.



Bilder der DVD




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