UK 1971
Originaltitel:Countess Dracula
Alternativtitel:Komtesse des Grauens
Länge:89:09 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Peter Sasdy
Buch:Jeremy Paul, Alexander Paal
Kamera:Kenneth Talbot
Musik:Harry Robertson
SFX:Bert Luxford
Darsteller:Ingrid Pitt, Nigel Green, Lesley-Anne Down, Maurice Denham, Patience Collier, Sandot Elès, Peter Jeffrey, Leon Lissek, Jessie Evans, Andrea Lawrence, Susan Brodrick, Ian Trigger, Nike Arrighi, Peter May, John Moore, Joan Haythorne, Marianne Stone, Charles Farrell, Sally Adcock, Anne Stallybrass, Paddy Ryan, Michael Cadman, Hulya Babus, Lesley Anderson, Biddy Hearne, Diana Sawday, Andrew Burleigh, Gary Rich, Albert Wilkinson, Ismed Hassan
Vertrieb:e-m-s/Anolis
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
Als die alte Gräfin Elisabeth Bathory die Entdeckung macht, dass das Blut eines Dienstmädchens ihre Haut jünger werden lässt, bringt sie sie um und erscheint einige Zeit später mit jugendlicher Frische und einer strahlenden Schönheit. Gegenüber Nicht-Eingeweihten gibt sie sich als ihre eigene Tochter Ilona aus und beginnt ein Liebesverhältnis mit dem erst kürzlich angereisten Imre Toth - trotz ihres bereits bestehenden Verhältnisses mit Captain Dobi, der ihre richtige Tochter entführt hat und gefangen hält, damit der Schwindel nicht auffliegt. Aber ihre Schönheit ist nur von kurzer Dauer, denn von einer Minute auf die andere ist sie wieder älter und dabei auch hässlicher geworden. Also verlangt sie nach weiteren Mädchen, um ihre Jugend und Schönheit wiederzuerlangen, die ihr zum wiederholten Male Captain Dobi besorgen soll. Doch diesmal verlangt sie ausdrücklich nach Jungfrauen ...

Bild
Format1.66:1 (anamorph)
NormPAL
 Der Film hat jetzt knapp 35 Jahre auf dem Buckel und kann sich für das Alter sehen lassen, jedoch haben wir schon deutlich bessere Tranfers im Rahmen der Hammer Edition gesehen, so dass uns dieses anamorphe Widescreen-Bild nicht ganz umhaut. Die Farben gehen in Ordnung, wirken stellenweise etwas zu blass und auch der an sich gute Kontrast hätte einen etwas satteren Schwarzwert vertragen können und lässt das Bild teilweise etwas milchig wirken. Auch die Schärfe ist nicht optimal und wirkt überwiegend weich und selbst in Nahaufnahmen nicht sonderlich scharf. Im Hintergrund lässt sich zudem auch leichtes Bildrauschen ausmachen, dafür halten sich aber Defekte und Verschmutzungen angenehm zurück und auch die Kompressionen arbeiten recht unauffällig im Hintergrund. Insgesamt können wir also zufrieden sein und im Gegensatz zur US-DVD von MGM bietet die Anolis-DVD einen anamorphen Transfer, mehr Bildinformationen an beiden Seiten und eine etwas bessere Farbgebung, wirkt dafür etwas unschärfer.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 (Mono)
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Beide Tonspuren liegen im Original-Monoformat vor und können in anbetracht des Alters wirklich überzeugen. Die Dialoge sind gut zu verstehen, insgesamt wirkt die deutsche Spur aber recht dumpf und etwas kraftlos, kommt aber ohne größere Fehler aus. Die englische Spur wirkt frischer und "weiträumiger" als der deutsche Track und ist hier der klare Gewinner. Optional lassen sich deutsche Untertitel hinzuschalten.
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Extras
Extras
  • Original Trailer (2:56 Min.)
  • US-Double Feature Trailer (2:14 Min.)
  • Interview mit Ingrid Pitt (27:19 Min.)
  • Deutscher Titel (3:00 Min.)
  • Bildergalerie (49 Bilder)
  • US-Presseheft (5:03 Min.)
  • 4seitiges Booklet
 Zwar bekommen wir hier nicht den Audiokommentar der US-DVD geboten, dafür aber ein sehr schönes Interview mit Ingrid Pitt, welches 1994 bei dem "Festival of Fantastic Films" in Manchester aufgezeichnet wurde. Ingrid Pitt erweist sich als sehr sympathische und redefreudige Person, stets gut gelaunt, gibt sie einige Anekdoten über "Comtesse des Grauens" zum besten und gewährt uns einen kurzen Einblick in ihre Karriere als Schauspielerin und Privatperson. Zudem bekommen wir neben der "alten deutschen Titelsequenz" den "Original Trailer" und den "Kombi-Trailer" mit Interner Link"Circus der Vampire" spendiert, sowie eine umfangreiche "Bildergalerie" und eine Galerie des "US-Presseheftes". Wer dann immer noch nicht satt ist, darf sich an dem 4seitigen Booklet von Uwe Sommerlad erfreuen, welches der DVD beiliegt.
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Fazit
"Mirror mirror on the wall, who's the ugliest of them all?" - Trailer-Zitat

"Comtesse des Grauens" ist der erste Titel der neuen "British Horror Collection" von Anolis Entertainment, welcher auf der wahren Geschichte der ungarischen Blutgräfin Erzsébeth Nadasdy, geborene Báthory beruht, ohne aber auch nur ansatzweisen die Brutalität und Perversion der wahren Gräfin wieder zu geben."Comtesse des Grauens" zeigt viel mehr die innerliche Zerrissenheit und die pure Angst vor dem Altern und erspart uns die Grausamkeit und allzu detailgetreue Schilderung ihrer Greultaten. Ob das der richtige Weg war, den die Hammer Studios gegangen sind, bleibt anzuzweifeln, denn eigentlich als Horrorfilm geplant, wurde aus dem ernsten und düsteren Thema, viel mehr ein Historiendrama mit einem Minimum an Blut und einem Maximum an Liebesschnulze. Selbst das legendäre "Blutbad" lässt vielmehr ein Schmunzeln über die Lippen des Betrachters wandern, als Schrecken zu erzeugen und wurde selbst von Ingritt Pitt im Interview stark kritisiert, da sie hier nur mit ein paar Tropfen Kunstblut ihren schönen Körper einseifen durfte und nichts von einem Blutbad zu sehen war. Man merkt deutlich, dass auf Anraten der Studios Szenen nachgedreht werden mussten, damit das Ganze nicht gänzlich zu einem Drama verkommt. Peter Sasdys Versuch sich der Báthory-Geschichte anzunehmen ging also kräftig nach hinten los und er war der falsche Mann für diesen Job, da er mit Horror nichts anfangen konnte und später sogar noch Pitts osteuropäischen Akzent und ihre erotische Stimme von einer anderen Schauspielerin nachsynchronisieren ließ. Ingritt Pitt, die dies erst im Nachhinein erfuhr, klagte vergebens gegen diese Veränderung. Was übrig bleibt, ist eine solide, aber viel zu zahme Verfilmung der Báthory-Story mit einer bezaubernden und gut spielenden Ingritt Pitt und Nigel Green in den Hauptrollen.

Die DVD biete eine solide, dem Alter entsprechende Bild- und Tonqualität, hat aber mit deutlichen Unschärfen im Bild zu kämpfen. Dafür bekommen wir aber einen anamorphen Transfer geboten und ausreichend Bonusmaterial. Wie auch schon die "Hammer Edition" ist diese neue Reihe um den englischen Horrorfilm wieder einzeln nummeriert und der DVD-Rücken wird ein Motiv eines englischen Schauspielers bzw. Regisseurs enthalten. Auf den ersten 5 DVDs der Reihe wird das Gesicht Anton Diffring verewigt werden. Ob Anolis die Reihe nach den ersten 5 Titel fortsetzten wird, bleibt zur Zeit abzuwarten. Wünschenswert wäre es allerdings.






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