Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
CL 2008
Originaltitel:Solos
Alternativtitel:Descendents
Länge:70:56 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Jorge Olguín
Buch:Carolina García, Jorge Olguín
Kamera:Juan Carpintero
Musik:Claudio Perez
SFX:Eduardo Saavedra
Darsteller:Karina Pizarro, Cristobal Barra, Patricio Lynch, Sergio Allard, Carolina Andrade, Jenny Cavallo, Camille Lynch, Nicolás López, Patricia López, Martín Morales, Rosa Luiz Ramos, Carina Vera
Vertrieb:MIG / EuroVideo
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:03.05.2012 (Verleih) / 14.06.2012 (Kauf)



Inhalt
In einer Zukunft, in der die Menschheit den Planeten zerstört, das Wasser vergiftet und die Luft verpestet hat, macht sich ein Virus breit, das die Menschen, die mit ihm in Berührung kommen, in willenlose Zombies verwandelt. Nur wenige haben überlebt und ihre Organismen haben sich den veränderten, lebensfeindlichen Umständen angepasst.
Camille (Carolina Andrade), ein neunjähriges Mädchen, wandert ziellos über den zerstörten Planeten, immer auf der Hut vor den Zombies, aber auch vor den bewaffneten, paramilitärischen Einheiten, die ohne Rücksicht jeden ermorden, der vielleicht infiziert sein könnte. Camille findet andere Kinder, denen es so geht wie ihr. Sie alle haben die gleiche Vision: das Meer. Wenn sie es schaffen die Küste zu erreichen, können sie in Frieden leben. Aber der Weg dorthin ist voller tödlicher Gefahren.

Bild
Format2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 Der Bildtransfer steht sich wegen seiner starken Verfremdungen selbst im Weg. Zu keiner Zeit entsteht ein natürlicher Eindruck, weil dem Film fast sämtliche Farben entzogen wurden. Während die Vergangenheit mittels starker Grünfärbung kenntlich gemacht ist, wird die Gegenwart sehr blass dargestellt und lediglich Rot- bzw. Orangetönungen werden hervorgehoben. Dies gilt besonders für blutige Sequenzen, die mittels Rotfärbung besonders hervorgehoben werden. In Nahaufnahmen wird eine gute Detailzeichnung geboten, wobei diese in Totalen deutlich abnimmt. Lediglich der Nahbereich überzeugt; wird es hektisch - solche Szenen bietet der Film zuhauf - sorgen Bewegungsunschärfen für Probleme. Ein deutliches Rauschen in einigen Szenen drückt den Detailgrad zudem. Bedingt durch die farblichen Verfremdungen wurde der Kontrastwert angehoben, wobei es nur selten zu Überstrahlungen kommt und auch dunkle Szenen meist überzeugen. Dies gilt auch für den Schwarzwert, der als gelungen bezeichnet werden kann. Trotz der hektischen Aufnahmen sorgt die Kompression nur sehr selten für dezente Artefakte und Bildfehler. Auch Verschmutzungen sind nicht vorhanden. Mit weniger Bewegungsunschärfen wäre die Punktzahl höher ausgefallen.
 +++---

Ton
FormateDolby Digital 5.1 (Dt., Engl.), Dolby Digital 2.0 (Dt.)
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Besser machen es die Tonspuren, welche durchweg eine gute Verständlichkeit der Mono- und Dialoge bieten. Im englischsprachigen Original wirken die Sprecher vergleichsweise natürlicher, auch weil die Abmischung der Synchronsprecher der deutschen Fassung etwas dominanter wirkt als Musik und Effekte. Die beiden 5.1-Mixe besitzen eine ansprechende Dynamik, von der vor allem die Filmmusik profitiert, die sich kontinuierlich auf die hinteren Boxen verteilt. Vereinzelt unterstützten direktionale Effekte das Geschehen, beispielsweise wenn Kinder durch die Gegend preschen oder die Soldaten ihre Maschinenpistolen sprechen lassen. Für die deutsche Synchronfassung wurde neben dem 5.1-Mix eine 2.0-Spur auf die DVD gepresst. Klanglich überzeugt auch diese, wirkt aber etwas gedrückt und nicht so weitläufig. Deutsche Untertitel sind optional vorhanden.
 ++++--

Extras
Extras-
VerpackungKeepCase mit FSK-Wendecover
 Es gibt keine Extras, selbst auf eine Trailershow wurde verzichtet.
 ------

Fazit
Chile hat sich in den letzten Jahrzehnten nicht gerade als Exportschlager für Horrorfilme herauskristallisiert, weshalb man zweifelsohne mit gemischten Gefühlen an den Streifen herangeht. An dem vergleichsweise lachhaft geringen Budget von geschätzten 60.000 Dollar liegt es zumindest nicht, dass die Erzählung nicht die gewünschte Brisanz erreicht und bereits nach kurzer Zeit zum Langweiler mutiert.

Die Grundidee ist innerhalb des Zombiegenres recht erfrischend, mal Kinder in den Vordergrund zu rücken und als letzte Hoffnungsträger der Menschheit auszuzeichnen. Recht goldig sind die Off-Kommentare während der Exposition im Zusammenhang mit aussagekräftigen Kinderzeichnungen und einem gefälligen Score im Hintergrund. Doch die Hoffnung, einen mitreißenden Genrebeitrag zu erleben, wird zusehends zunichte gemacht. Denn leider pendelt die Handlung stets ungeschickt zwischen der Gegenwart und fügt zu fast gleichen Teilen unzählige Flashbacks ein, welche hauptsächlich das Verhältnis zwischen Camille und ihrer soeben infizierten Mutter thematisieren. Jene statten das Geschehen jedoch kaum mit Hintergrundinformationen aus, einige Szenen wiederholen sich gar und nach einiger Zeit ärgert es bereits, dass redundante Momente stets Drive aus der eigentlichen Geschichte im Hier und Jetzt nehmen. Hinzu kommen eindimensionale Abläufe, welche nur allzu selten Suspense aufkommen lassen, was immer nur dann der Fall ist, wenn die Kinder für kurze Zeit unter Beschuss stehen und, nachdem sich die Gruppe um Camille deutlich vergrößert hat, auch mal Todesopfer zu verzeichnen sind. Jene Momente müssten dem Betrachter eigentlich das Herz bluten lassen, doch die hölzerne Inszenierung bringt es kaum fertig, Emotionen zu transportieren, da die Jungmimen aufgrund mangelnder Regieanweisungen meistens nur unbeteiligt ins Nichts starren und Figurenzeichnungen überhaupt nicht gegeben sind. Die Kinder offenbaren keinen Individualismus und stehen den gesichtslosen Soldaten unter ihren Gasmasken in kaum etwas nach.

Was noch positiv hervorzuheben wäre, ist die Ausstattung. So sehen die Trümmerlandschaften angesichts der geringen Produktionskosten recht ansehnlich aus, auch wenn der per Farbfilter ins unsägliche Orange gefilterte Himmel zuweilen etwas penetrant wirkt. Die Maske und die Effekte der raschen Zombiefizierungen gehen voll in Ordnung und auch die kontrastarme Farbgebung unterstreicht die leicht apokalyptische Atmosphäre, in der lediglich das Rot einiger weniger Wunden hervorgehoben wird. Ein Nachteil ist allerdings, dass der visuelle Gimmick, Blut direkt aufs Kameraobjektiv spritzen zu lassen, erst jetzt in Chile angekommen ist und folgerichtig abgenutzt wirkt. Am Ende schafft es der Streifen trotz seiner kurzen Laufzeit von knapp 71 Minuten Laufzeit nicht (die eigentliche Geschichte ist bereits zehn Minuten früher beendet, nach dem Abspann folgen lediglich Nachrichtenbilder über den Ursprung der Seuche), latent Interesse für die Geschichte zu erwecken. Die Erzählung verläuft ohne nennenswerte Höhepunkte, Gewalteffekte finden lediglich am Rande statt und trotz der spannenden Prämisse hält sich das Mitfiebern mit den jungen Protagonisten arg in Grenzen. Und was sich die Macher mit dem Riesentintenfisch gegen Ende dachten, erschließt sich ebenso wenig wie die Tatsache, dass sich die Kinder, obwohl man doch ein ungeheures Mitteilungsbedürfnis mit sich herumtragen müsste, noch nicht einmal miteinander unterhalten ...

Wer nun dennoch Lust auf einen nachdenklich stimmenden Zombiefilm mit merkwürdigem Ende bekommen hat, der kann einen Selbstversuch mit "Armageddon of the Living Dead" starten. Die technische Umsetzung der DVD enttäuscht im Bildbereich zwar etwas, dafür wird eine gute Tonspur geboten.



Bilder der DVD




Druckbare Version
News"Armageddon of the Living Dead" - Chilenische Zombies greifen an
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.