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USA 1959
Originaltitel:4D Man
Alternativtitel:4D-Mann, Der
aka. Evil Force, The
aka. Master of Terror
Länge:81:36 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Irvin S. Yeaworth Jr.
Buch:Jack H. Harris, Theodore Simonson, Cy Chermak
Kamera:Theodore J. Pahle
Musik:Ralph Carmichael
SFX:Bart Sloane
Darsteller:Robert Lansing, Lee Meriwether, James Congdon, Robert Strauss, Edgar Stehli, Patty Duke, Guy Raymond, Chic James, Elbert Smith, George Karas, Jasper Deeter
Vertrieb:Subkultur / Media Target
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:11.04.2011 (Kauf)



Inhalt
Mit Hilfe eines Verstärkers gelingt es dem Wissenschaftler Tony Nelson, die Molekularstrukturen beliebiger Objekte zu verändern, um damit andere Objekte zu durchdringen. Während einem Experiment geht sein Labor in Flammen auf, woraufhin er seine Forschungen bei seinem Bruder Scott fortführt. Als sich eine Romanze zwischen Scotts Freundin Linda und Tony anbahnt, flüchtet sich Scott wütend in die Experimente seines Bruders und testet den Verstärker an seinem eigenen Körper. Mit fatalen Folgen: Scotts eigene Molekularstruktur verändert sich und um zu überleben, muss er die Lebensenergie anderer Menschen in sich aufsaugen. Ein Wettlauf gegen die Zeit und den todbringenden 4D Mann beginnt ...

Bild
Format1,78:1 (anamorph)
NormPAL
 "Der 4D Mann" gehört zu den frühen Farbfilmen, die noch ein wenig so aussehen, als ob sie nachgefärbt worden, weil die Primärfarben sehr stark herausgearbeitet sind. Rote Lippen sind beispielsweise nahezu hervorstechend, während der blaue Hintergrund fast comichaft blau aussieht. Das Material hat dagegen schon einige Schäden hinnehmen müssen. Dazu gehört die seltsame Maserung des Bildes, die aussieht, als ob entweder eine Nachschärfung falsch angewandt oder eine mittelmäßige DVD zur Vorlage genommen wurde. Ein weiteres Merkmal des Widescreen-Transfers ist die stellenweise hohe Dichte an Kratzern. Lange wird man kaum Verschmutzungen erkennen, dann sind sie für kurze Zeit mal wieder so häufig, dass man sich an ein Stilmittel für einen Grindhouse-Film erinnert fühlt. Die Schärfe ist zwar nur mäßig, der Bildaufbau macht aber ein subjekt besseres Bild. U.a. liegt das am sehr satten Schwarz, das für wenige zu dunkle Momente, aber auch für eine sehr gute Abgrenzung sorgt. Mit dem Außenseiter-Bonus kann dieser Oldie noch 3,5 Punkte erreichen.
 +++/--

Ton
FormateDolby Digital 1.0
SpracheDeutsch, Englisch
Untertitel-
 Die englische Tonspur mag lauter sein und deswegen das die meiste Zeit über sanfte Hintergrundrauschen deutlicher heraushören lassen, die klanglichen Unterschiede zur deutschen Fassung sind allerdings nicht sehr groß. Ein paar Knistereffekte sind für einen Film dieser Zeit ebenso normal wie die auf Mittenfrequenzen ausgerichteten, etwas schrammligen Dialoge. Der englische Ton hat zwar ein paar Kratzgeräusche mehr, enthält allerdings auch den kompletten Hintergrund-Track, den die ansonsten gute deutsche Synchro nahezu ausblendet. Leider fehlen deutsche Untertitel.
 ++----

Extras
Extras
  • 8-seitiges Booklet
  • Interview mit Produzent Jack H. Harris (11:09 Min.)
  • Interview mit "Linda" Lee Meriwether (10:38 Min.)
  • Dt. Trailer (2:10 Min.)
  • Original-Trailer (0:58 Min.)
  • Bildergalerie (49 Bilder)
  • US-Super-8-Fassung (6:38 Min.)
VerpackungKeepCase im Pappschuber
 Für den deutschen Markt wurden zwei deutsch untertitelbare Interviews produziert, die beide eine sehr professionelle Gestaltung besitzen. Produzent Jack H. Harris kommt als schlauer, abgebrühter Produzent rüber, der einige nette Erinnerungen zu diesem und anderer seiner Filme hervorkramt. Ausgestaltet wird das natürlich mit entsprechenden Ausschnitten aus den zitierten Werken. Darstellerin Lee Meriwether plaudert über den damaligen Dreh, betrachtet ihr Schauspielleistung kritisch und weist auf ein kleines Malheur in einer Kussszene hin. Der deutsche Trailer ist zwar stark verschmutzt, aber gestochen scharf, während der Trailer aus dem Heimatland des Films etwas verwaschen bzw. verbraucht aussieht. In der reichhaltigen Bildergalerie darf man sich über das Presseheft, Aushangmaterial und Plakatmotiven hermachen. Die Super-8-Fassung von "Der 4D Mann" ist wiederum ein kleines Kuriosum, denn wegen der kompakten Art - die Geschichte des Stummfilms wird mit Texteinblendungen zusammengehalten - verläuft der Film etwas sinnentstellt und greift natürlich sehr schnell auf die für Thriller-Fans relevanten Szenen zurück. Im Booklet befindet sich neben der Nummerierung der DVD ein interessanter Text rund um das Schaffen des Regisseurs Irvin S. Yeaworth, der seine Sci-Fi-Karriere mit Interner Link"Der Blob" begann und wenig später mit Interner Link"Dinosaurus!" beendete.
 ++++--

Fazit
Science Fiction der Fünfziger ist doch immer wieder ein Grund für Trash-Freunde, sich einen besinnlichen Abend zu machen, ohne dabei über wissenschaftliche Fundiertheit nachdenken zu müssen. Hinzu kommen noch typische Gepflogenheiten aus jener Zeit, wie Frauen möglichst schlicht gestrickt darzustellen, aber auch eine gewisse Unbefangenheit, beispielsweise durch einen Patienten, der sich im Behandlungszimmer seines Arztes in Ruhe eine Kippe anzündet und danach das Gespräch fortsetzt.

Die Brüder und Wissenschaftler Scott (Robert Lansing) und Tony (James Congdon) haben sich seit Jahren nicht gesehen und arbeiten neuerdings im selben Forschungsinstitut an der Überwindung der Vierten Dimension. Als Scott der Durchbruch gelingt, will er die Errungenschaft für sich behalten, da er nur per Gedankenkraft durch Wände zu gehen vermag. Das hat aber auch einen Nachteil, denn Scott altert rasch und muss die Lebensenergie von Unbeteiligten bis zu deren Tod aussaugen ...

Leider setzt die Handlung zu lange auf eine ungünstige Gewichtung, denn fast die Hälfte der Erzählung wird mit einer Dreiecksgeschichte verbracht, welche die wesentlichen Figuren zwar mit einem ordentlichen Profil versieht, aber nicht auf den Kern der eigentlichen Geschichte kommt. Scott begehrt Linda, die will aber spontan und beim ersten Treffen mit Tony anbandeln, während sich Scott wie ein begossener Pudel zurückzieht und unterdes die Effektivität seiner Gedankenkraft entdeckt, erstmal seine Hand durch einen Metallklotz steckt und ihn zunächst nicht mehr abschütteln kann, was natürlich reichlich dämlich aussieht.
Dabei erstaunt die leicht kontraproduktive Musik immer wieder, die eine merkwürdige Mischung aus Jazz und Big Band einbringt und dabei an die klassische Phase der Edgar Wallace-Filme erinnert. Positiv sind allerdings die Effekte, denn einerseits kann das Make-up bei den Alterungsprozessen im Sekundentakt bis hin zur tödlichen Altersschwäche durchgehend überzeugen, andererseits ist das Überwinden molekularer Strukturen recht glaubhaft in Szene gesetzt, etwa als Scott einen Apfel durch die Auslage eines Schaufensters stibitzt oder einige Male durch eine verschlossene Tür geistert.
Spannung will bei alledem allerdings erst im letzten Drittel aufkommen, als ein ganzes Polizeiaufgebot hinter dem vermeintlichen Killer her ist, während Tony und Linda fieberhaft nach einer Möglichkeit suchen, dem mittlerweile skrupellos durch die Gegend ziehenden Wissenschaftler das Handwerk zu legen. Das Ende kommt dann leider ein wenig abrupt daher und versucht andeutungsweise zu untermauern, dass wissenschaftliche Errungenschaften unter gewissen Umständen auch einen positiven Nebeneffekt aufweisen können.
Schade, dass der Streifen erst ab Hälfte der Laufzeit in die Gänge kommt und mit dem altbacken und reichlich unglaubwürdig ins Geschehen geworfenen Dreiecksspiel lange um den heißen Brei herumkreist. Dann jedoch kommt der Trashfreund ordentlich auf seine Kosten, denn die Effekte können sich, gemessen an den damaligen Möglichkeiten jederzeit sehen lassen und auch die Darsteller, allen voran Robert Lansing als der titelgebende 4D-Mann liefern passable Leistungen ab. Regisseur Irvin S. Yeaworth Jr. konnte mit diesem Streifen zwar nicht an den großen Erfolg von dem kurz vorher produzierten Interner Link"Blob - Schrecken ohne Namen" anknüpfen, er liefert jedoch einen technisch sauberen, zu keiner Zeit langweiligen Streifen ab, der eben ein wenig länger benötigt, um auf den Punkt zu kommen.

Die DVD in durchnummerierter Auflage von 1500 Stück besitzt zwar nicht die beste Bildqualität, aber eine ansprechende Aufmachung mit vergleichsweise viel Bonusmaterial. Das Cover wird durch kein FSK-Logo verschandelt und im KeepCase steckt sogar das Kinoplakat.



Bilder der DVD




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