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USA 2011
Originaltitel:Cross
Länge:100:39 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Patrick Durham
Buch:Jonathan Sachar, Patrick Durham, Tanner Wiley
Kamera:Massimo Zeri
Musik:Peter Carl Ganderup, Sean Schafer Hennessy
Darsteller:Michael Clarke Duncan, Brian Austin Green, Vinnie Jones, Jake Busey, Tom Sizemore, Susie Abromeit, Robert Carradine, William Zabka, C. Thomas Howell, Lori Heuring, Samantha Mumba, Michael Masini, Gianni Capaldi, Bart Johnson, Jessica Chobot, Erica Taylor, Lew Temple, Camille Langfield, Tim Abell, David Mattey, Branden Cook, André Gordon
Vertrieb:Sony Pictures
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:27.06.2011 (Verleih) / 07.07.2011 (Kauf)



Inhalt
Als in L.A. plötzlich schöne, junge Frauen spurlos verschwinden, ist es für Gutmensch Callan (Brian Austin Green) und sein Waffenexperten-Team an der Zeit, all ihre Fähigkeiten einzusetzen, um das Rätsel zu lösen. Callan, dem ein antikes, keltisches Kreuz Urkräfte verleiht, muss einen unsterblichen Wikinger davon abhalten, die Welt mit einer Totalvernichtungswaffe zu zerstören.

Bild
Format1,78:1 (anamorph)
NormPAL
 Nahezu mit der ersten Szene beginnend sieht man "Cross" an, dass er auf Digital Video gedreht wurde. Genutzt wurde ein sehr fortschrittliches, verschiedenen Angaben zufolge Filmmaterial sehr nahe kommendes Kamerasystem, mit welchem saubere, natürliche Farben erzeugt werden. Allerdings ist der Kontrast ein großes Problem. Das beginnt mit zu hoher Sonneneinstrahlung in einigen Außenszenen, die für überhellte Bildelemente sorgen und endet bei einem schwachen Schwarzlevel in den Innenbereichen. Auch wenn es nur wenige Szenen auffallend graustichig sind, fehlt mir insgesamt das satte Schwarz, welches einen Film von einem Videoclip abhebt. Dessen Ästhetik wird mit verschiedenen Farbfiltern modelliert, was Hauttöne allerdings etwas inkonsistent werden lässt, weil diese von satt zu gelblich bis hin zu bleich wechseln. Der Detailgrad ist in vielen Szenen sehr ordentlich, erreicht kurzzeitig sogar sehr gute Werte, bleibt einem B-Movie aber immer angemessen. Mehr hatte ich hier auch nicht erwartet. Von den schweren Kompressionsproblemen der US-Disc ist hier kaum etwas zu sehen. Lediglich einzelne kurze Sequenzen (siehe Schwenk über die nächtliche Skyline in der 24. Minute) zeugen noch davon. Insgesamt sehr sauberes, manchmal wegen der Digitalstilistik etwas steriles Bild.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Englisch, Italienisch
UntertitelDeutsch, Englisch, Italienisch, Türkisch
 Der Dolby Digital 5.1-Ton macht in beiden Sprachversionen eine gute Figur, denn es gibt einige sehr angenehm raumfüllende, dynamische Effekte zu hören. Besonders Schießereien und Explosionen tosen dank moderatem Basslevel ordentlich los und bringen Bewegung in den hellen, sauberen Klang. Das niedrige Budget hinterlässt allerdings auch hier seine Spuren, denn die Surround-Einsätze sind allesamt etwas künstlich: Ist die Action vorbei, ist schlagartig Ruhe auf den hinteren Lautsprechern. Die Dialoge sind im Deutschen nicht ganz so toll, allein weil viele der Originalsprecher markantere Stimmen als ihre Synchronsprecher haben. Allerdings wird der Originalton in Ausnahmefällen auch mal etwas kratzig bei den Stimmen. Wer nicht so sehr Wert auf ein detailliertes, ausgeklügeltes Klangbild legt, dem wird die ausgewogene Brachialität, welche beide Tonspuren in ausgewählten Szenen besitzen, völlig ausreichen.
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Extras
Extras
  • Audiokommentar mit Regisseur Patrick Durham
  • Alternatives Ende (0:34 Min.)
  • Entfallene Szenen:
    • Alternative Titelsequenz (1:00 Min.)
    • Backfire findet eine blutige Spur (0:57 Min.)
    • Erlik ruft die Waffenbrüder zusammen (0:52 Min.)
    • Nitti spricht mit Detective Red (0:27 Min.)
    • Backfire spricht mit War (0:32 Min.)
    • Sunshines Aufnahme ins Team (2:21 Min.)
    • Sunshine erforscht Callans Zimmer (2:37 Min.)
  • Alternativer Beginn als Animatic (1:02 Min.)
VerpackungKeepCase
 Der Audiokommentar mit Regisseur Patrick Durham ist deutsch untertitelt, aber etwas zu langatmig. Hier und da wird auf dieses und jenes hingewiesen, aber weder die Fakten, noch die Sprechweise begeistern. Weiterhin hat man Zugriff auf zwei alternative Filmeinleitungen, die schwächer gegenüber dem originalen Beginn sind. Eine davon liegt als animierte Skizzensammlung vor. Die sieben entfallenen Szenen enthalten keinerlei interessantes Material.
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Fazit
Irgendwie passt das nicht: All die bekannte B-Movie-Gesichter, die knackigen Mädels, der teure Sportwagen und die nicht minder teure Waffenausrüstung - und dann eine Inszenierung, die die schlichte Superheldenstory vollends zu Grabe trägt, weil sich "Cross" anfühlt wie ein besser gemachter Minimal-Indie. Aber der Reihe nach ...

"Cross" besitzt eine sehr schöne Einleitung im Comic-Strip-Stil, bei der ein neuer Superheld eingeführt wird, der als langer Arm der Götter dank besonderer Kräfte auf der Erde für Ruhe sorgt. Bereits hier biegt die Logik ab, denn was der Held mit dem Kreuz auf seiner Brust alles anfangen kann und warum er mit seiner Söldnertruppe gerade in Los Angeles gegen Kleinkriminelle vorgeht, das erklärt keiner. Nachdem die Charaktere und ihre Fertigkeiten, die relativ zur Spielzeit gesehenen etwas zu kurz kommen, vorgestellt werden, geht es auch schon los: Ein Unsterblicher lässt reihenweise Mädchen entführen und ihr Blut abzapfen, um mit einem antiken, albernenen Stab die gesamte Menschheit zu töten.
Für den Zuschauer wird's von nun an ebenso spaßig wie eintönig, denn jede Menge leerer Lagerhäuser werden gestürmt, weil entweder ein weibliches Opfer gesucht oder gar die bösen Buben dort vermutet werden. Zugegeben, die Action ist zackig inszeniert und der Bodycount ordentlich, aber wie den Handlangern so der Garaus gemacht wird, macht es dann schon wieder sehr austauschbar: Es regnet Kopfschüsse, die stets mit einem billigen Blutnebel-Effekt aus dem Computer enden. Davon abgesehen lassen sich in leeren Bauten keine "money shots" erstellen. Gedanklich spannt man als Zuschauer bereits die Parallele zum deutschen Amateurfilm, bei dem die Lagerhalle oder die Bar nebenan auch oft als billiger Drehort herhalten muss. Und schon macht's klick! Mit zwei Millionen US-Dollar Budget muss schon schwer gehaushaltet werden, da bleibt abzüglich der Darstellergagen und des schnellen Ford GT nicht viel übrig.
Der zweite Kritikpunkt bezieht sich auf verschenkte Möglichkeit, denn offensichtlich fielen viele Ideen dem Budget und/oder dem engen Drehplan zum Opfer: Tom Sizemore als Detective, der der Superheldentruppe hinterher jagt, tut nichts anderes, als eine Rahmenhandlung aufzuspannen. Mehr Szenen waren nicht drin? Auch das Kreuz bekommt etwas wenig Screentime (bzw. wird im Mittelteil geklaut und taucht erst wieder während des Finales auf). Welche monumentalen Kräfte es hat, kann der Zuschauer auch nach Filmschluss nur erahnen, denn viel wird davon nicht Gebrauch gemacht. Auch aus der Selbstverteidigungskunst der bildhübschen Sunshine (Vorsicht, Klischee fällt!) wird nix gemacht. Und warum nochmal besitzt der Held einen 550 PS starken Supersportwagen, wenn er damit lediglich seine Freundin spazieren fährt?

Insgesamt ist dieser leicht trashige Superhelden-Krimskrams mehr bodenständige Action denn ausgefallene Fantasy. Für letzteres fehlte das Geld. Der stattliche B-Cast (u.a. Brian Austin Greene, Michael Clarke Duncan, Vinnie Jones, Jake Busey) schleppt sich zwar erfolgreich durch den müden Plot, die in vielen Szenen angestrebte Guy Ritchie-Kopie wird aber nicht erreicht. Wer auf billigen Videothekenkram steht, kann ja mal ein Auge riskieren ...



Bilder der DVD




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