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IT 1966
Originaltitel:Quien sabe?
Alternativtitel:Bullet for the General, A
aka. ¿El Chucho quién sabe?
Länge:117:56 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Damiano Damiani
Buch:Salvatore Laurani, Franco Solinas
Kamera:Antonio Secchi
Musik:Luis Enríquez Bacalov
Darsteller:Gian Maria Volonté, Klaus Kinski, Lou Castel, Martine Beswick, Andrea Checchi, Spartaco Conversi, Jaime Fernández, Joaquín Parra, Aldo Sambrell, José Manuel Martín
Vertrieb:Koch Media
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:19.10.2007 (Kauf)



Inhalt
Das Finale der Revolution, blutig und rot, lodert über Mexiko. Menschen werden zu Spielbällen der Gesetzlosigkeit. Morgen-Appell in einer Kaserne der Regierungstruppen: Auf der Mauer erscheint plötzlich die Gestalt EI Santo (Klaus Kinski). Die Kutte flattert im Sturm, die langen Haare peitschen über sein Gesicht, das Kruzifix um seinen Hals ist der blasphemische Protest eines Mannes, der seinem Glauben auf seine Weise zu dienen meint ... "In nomine patris - im Namen des Vaters!" Unter der Kutte zieht seine Hand die Granate hervor. Dann stürmen die Revolutionäre in den Kasernenhof, unter ihnen EI Chuncho (Gian Maria Volonté) und Bill (Lou Castel), der geheimnisvolle El Gringo, der Amerikaner, der sich der mordenden und brandschatzenden Horde angeschlossen hat. El Chuncho und sein Haufen plündern Züge, überfallen Forts und Garnisonen der Regierungstruppen, berauben Munitionsdepots. Sie sammeln Waffen, um sie an den Revolutionsgeneral Elias zu verkaufen. Verbrannte Erde hinterlassen sie als Spur ihres Weges durch ein Land, dem das Schicksal keine Chance gewährt hat. Es lebe Mexiko, das ist der Schlachtruf, das ist das Glaubensbekenntnis beider Seiten, der legalen und der illegalen Revolutionäre; es lebe Mexiko, und unter dem Donner der Geschütze und dem Wimmern der Sterbenden versinkt ein ganzes Land in Agonie ...

Bild
Format2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 Endlich erscheint dieser Klassiker im neuen Gewand. Er erhielt Extra für die Zweitauflage einen komplett neu abgetasteten Transfer und liegt erstmalig im anamorphen Originalformat von 2,35:1 vor. Die Farben wirken frisch, satt und bleiben stets natürlich. Hinzu kommt ein ausgewogener Kontrast, der selbst in dunklen Sequenzen keinerlei Mängel aufzeigt und zudem mit einem ordentlichen Schwarzwert aufwarten kann. Die Schärfe befindet sich ebenfalls auf einem hohen Niveau, bleibt insgesamt aber recht wechselhaft, was altersbedingt aber nicht anders zu erwarten war. Die Konturen sind sehr knackig, der Transfer somit sehr plastisch, das Bild erscheint selbst in Totalen noch scharf und gibt sich in Close-Ups von Gesichtern sogar sehr detailliert. Einzig das starke und ständig präsente Bildrauschen trübt die Schärfe etwas, aber zumindest wurde das Bild nicht mit Filtern künstlich bearbeitet, weshalb die teilweise extreme Körnung noch zu verschmerzen ist und man einen gewissen nostalgischen Flair nicht abstreiten kann. Hinzu kommen starke Defekte und Verschmutzungen, welche zum Glück aber nur selten störend in Erscheinung treten. Insgesamt ein guter Transfer, welcher um einiges besser ausgefallen ist als die Erstauflage im Letterbox-Bild.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 (Mono)
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Der deutsche Monotrack bietet eine saubere Sprachverständlichkeit und kommt dabei ohne größere Mängel aus. Der Ton rauscht nicht und selbst Verzerrungen sind nicht auzumachen. Die Musikwiedergabe klingt stehts sauber und klar, selbst Nebengeräusche sind gut auszumachen. Leider war der Film damals um knapp 13 Minuten gekürzt und wurde dementsprechend nie komplett synchronisiert. Diese Sequenzen liegen im englischen Original mit deutschen Untertiteln vor. Koch Media spendiert dieser Edition gleich zwei englische Sprachfassungen, wobei sich diese nicht besonders gut anhören. Die alte Fassung klingt etwas blechern, verzerrt in den Stimmen deutlich und klingt im Grunde unnatürlich und steril, während die zweite Synchronfassung etwas sauberer ertönt, in den Stimmen aber ebenfalls zu dumpf wirkt und deutlich in den Höhen übersteuert. Abgesehen davon sind alle beiden Synchronisationen recht mies ausgefallen, da sollte man lieber beim deutschen Ton bleiben. Es lassen sich leider keine Untertitel hinzuschalten.
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Extras
Extras
  • 3seitiger Text mit Hintergrundinformationen
  • Interview - "Damiano Damiani: What is the Western?" (11:57 Min.)
  • Interview - "Lou Castel: The Western is Boring" (22:12 Min.)
  • Englischer Trailer A (2:17 Min.)
  • Englischer Trailer B (4:28 Min.)
  • Englischer Trailer C (1:51 Min.)
  • Bildergalerie (42 Bilder)
VerpackungDigipack
 "Töte Amigo" erscheint in einem hübschen Digipack mit Prägschrift zum Aufklappen und beinhaltet einen 3seitigen Text über die deutsche Bearbeitung des Films. Die DVD selbst kommt mit drei Trailern, einer Bildergalerie und zwei Interviews daher. Letztere wurden mit dem Regisseur Damiano Damiani und Lou Castel geführt. Beide sind sehr ausführlich und informativ ausgefallen, nur leider wurde das 22minütige Interview mit dem recht füllig gewordenen Hauptdarsteller nicht deutsch untertitel.
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Fazit
"Quien Sabe?", so der ursprüngliche Originaltitel von "Töte Amigo", stellt Regisseur Damiano Damianis ersten von insgesamt zwei Genre-Filmen neben Interner Link"Nobody ist der Größte" dar. Mehr für seine Politthriller bekannt, schuf er hier 1966 einen der wohl besten Italowestern überhaupt, der zumindest in seiner Ursprungsfassung Hand und Fuß hatte und somit einen politischen Film im Gewand eines Italowestern darstellt. Die vorliegende DVD-Fassung des Filmes stellt die völlig ungekürzte und unzensierte Version dieses 1966 entstandenen Klassikers dar, der im Gegensatz zur zweckentfremdeten alten Kinoversion mehr zu bieten hat als nur Gewalt und Tötungsakte und in seiner Aussage zwar sehr radikal, hart und stellenweise kompromisslos daher kommt, aber dabei nie den zynischen Grundton verliert. "Quien Sabe?" ist ein sozialkritischer Italowestern und stellt den Vorreiter der Revolutionswestern überhaupt dar, ein Film der unter anderem durch sein gutes Drehbuch, seine grandiose Musik und eine Vielzahl an exzellenten Schauspielern aufwarten kann. Klaus Kinski in der Rolle des Priesters, der nicht die andere Wange hinhält und sogar das DVD-Cover prägt, bekommt deutlich zu wenig Screentime, spielt seine Rolle aber wieder herrlich überdreht. Lou Castel spielt den schweigsamen und undurchschabaren Nino, dessen Charakter man erst zum Ende hin wirklich verstehen wird und Gian Maria Volonté wurde als El Chuncho einmal ungewöhnlich "gutmütig" besetzt. Die Geschichte fungioniert auch heute noch perfekt und vielleicht ist die polistische Aussage des Stoffes heute aktueller denn je. Sie dürfte nach über 50 Jahren immer noch für reichlich Interpretationsmöglichkeiten sorgen und kann damals wie heute als harte Kritik an die amerikanische Außenpolitik gesehen werden. Es ist erschreckend, dass sich nach all den Jahrzehnten nicht wirklich etwas geändert hat. Damiano Damianis ambitioniertes und mittlerweile hochgeschätztes Werk ist seiner Zeit somit weit voraus und er liefert ein wahres Meisterwerk des Italo-Westerns ab, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Nach der nicht besonders ansprechenden Erstauflage erscheint "Töte Amigo" komplett neu abgetastet in einer überraschend guten Bild- und Tonqualität mit einigen netten Extras wieder auf DVD und zwar in einem hübschen Digipack, welches in keiner gut sortierte Italo-Western-Sammlung fehlen sollte. Die alte DVD darf somit bedenkenlos entsorgt werden.



Bilder der DVD




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