Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
USA 1977
Originaltitel:Martin
Alternativtitel:Wampyr
aka. George A. Romero's Martin
aka. Martin, el amante del terror
Länge:90:55 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:George A. Romero
Buch:George A. Romero
Kamera:Michael Gornick
Musik:Donald Rubinstein
SFX:Tom Savini
Darsteller:John Amplas, Lincoln Maazel, Christine Forrest, Elyane Nadeau, Tom Savini, Sara Venable, Francine Middleton, Roger Caine, George A. Romero, James Roy, J. Clifford Forrest Jr., Donaldo Soviero, Donna Siegel
Vertrieb:Capelight Pictures
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:10.10.2005 (Kauf)



Inhalt
Martin ist ein ruhiger und unauffälliger junger Mann, der zurückgezogen in Pittsburgh lebt. Nur sein Cousin kennt auch seine andere, die dunkle Seite: Seine Gier nach Blut. Ist Martin der Vampir, für den er sich hält oder vom Teufel besessen, den sein Cousin in ihm sieht? Ist Exorzismus der letzte Ausweg?

Bild
Format1,78:1 (anamorph)
NormPAL
 Das 16mm-Material sorgt dafür, dass die DVD nicht zu den gut Aufgearbeiteten zählen kann, denn bereits das Rauschen ist stärker als in vergleichbaren Filmen dieser Zeit. Eine Rauschreduktion führt zwar zu etwas Besserung, lässt in Bewegungen aber auch ungeschickte, weil stehende Rauschmuster zurück, die sich glücklicherweise nur dezent über das Bild legen. Allerdings ist das Grieseln im Hintergrund immer noch sehr deutlich und, das ist das schlimmere Merkmal, wird nicht entsprechend ruhig von der Kompression aufgenommen. Die Gesamtschärfe ist lediglich in Ordnung für einen Film des Jahres 1977, denn der Detailgrad erschöpft sich im Mittelmaß und die Konturen sind auch nur so abgegrenzt, dass das Bild nicht matschig aussieht. Das ist ein wenig szenenabhängig, denn einige Aufnahmen machen einen wesentlich besseren, frischeren Eindruck als andere. Die Farben sind materialbedingt schwach ausgeprägt. Möglicherweise sind sie über das Alter hinweg etwas ausgeblichen. Auch der Kontrast trägt etwas zu dick auf, wenn auch dadurch der Schwarzwert immer stimmt. Trotz kleinerer Defekte macht die DVD einen geordneten Eindruck, denn mehr habe ich mir trotz aller Kritik nicht von diesem niedrig budgetierten Film erwartet.
 +++---

Ton
FormateDolby Digital 2.0 Mono, Dolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Dass es zu diesem Film eine 5.1-Spur gibt, wohlbemerkt in beiden Sprachen, klingt vorerst etwas aufgesetzt. Im Deutschen ist das Ergebnis gegenüber dem vergleichsweise klaren Monoton auch nicht sonderlich überzeugend. Zwar sind die Stimmen ein wenig angegriffen, wie auch die Musik, verzerren allerdings nicht. Lediglich der eingeschränkte Klang, der auch die Musik nie sehr herausarbeiten kann, zeugt vom Alter. Sehr viel besser ist der englische Originalton, der auch im Surround-Bereich ein paar dezente Akzente setzt. Bereits die Stereofront klingt etwas offener, runder und harmonischer. Der Bass wird bei beiden Versionen nur selten eingesetzt, ist dann allerdings hörbar. Im Deutschen existieren entsprechende Untertitel.
 +++---

Extras
Extras
  • Audiokommentar
  • Trailer bei DVD-Start: Black Christmas (0:39 Min.)
  • Making Of "Martin": A Reckoning (9:30 Min.)
  • Original Radio Spot 1 (0:26 Min.)
  • Original Radio Spot 2 (0:56 Min.)
  • Original TV Spot (0:30 Min.)
  • Original Kinotrailer (2:33 Min.)
  • Fotogalerie (32 Bilder)
  • DVD-Tipps:
    • The Virgin Suicides (2:18 Min.)
    • Nacht über Manhattan (1:20 Min.)
    • Kopf über Wasser (2:00 Min.)
  • DVD-Credits (2 Seiten)
VerpackungKeepCase
 Wer gern Audiokommentare hört, darf sich über den dieser DVD freuen: Regisseur George A. Romero hat seine alten Kumpanen geladen, darunter Nebendarsteller Vincent D. Survinski, Darsteller und Effektkünstler Tom Savini, Produzent Richard Rubinstein, Komponist Donald Rubinstein und Kamerachef Michael Gornick, die sich eine rege, fröhliche Diskussion rund um Film, die Umstände und das Filmgeschäft allgemein liefern. Der Kommentar ist deutsch untertitelbar und damit leicht verständlich, auch wenn einiges an Satzgefügen nicht übersetzt wird. Auch das folgende Making Of, welches zu großen Teilen aus Interviews und Fotos besteht, ist interessant geworden, auch wenn es nur die Essenz der Aussagen aus dem Audiokommentar ist. Weiterhin bietet die DVD Werbematerial in Form von Radio- und Kinotrailer an und eine Galerie mit Fotos vom Dreh und ein wenig Aushangmaterial.
 +++---

Fazit
"Martin" wirkt auf mich so experimentell und ungeschliffen, dass ich ihn glatt noch vor Interner Link"Nacht der lebenden Toten" und Interner Link"The Crazies" in George A. Romeros Biografie eingeordnet hätte, würde das Produktionsjahr nicht Gegenteiliges behaupten. Sein auf wenige Darsteller, insbesonders den jungen John Amplas, zugeschnittenes Frühwerk ist nur zu geringen Teilen Horror: Zwar wird Martin anfangs ein vampirisches Dasein mit entsprechender Historie angedichtet, doch je mehr die 90 Minuten voranschreiten, umso deutlicher wird, dass der Vampirismus und die religiös-fanatische Reaktion seines Onkels darauf nur die Probleme versinnbildlichen, gegen die Martin mühselig ankämpft. Er ist andersartig und gerät alsbald an die falschen Personen, die sein Schicksal besiegeln, anstatt ihm zu helfen. Besonders brisant ist es, wie Romero mit seiner eigenen, katholischen Erziehung abrechnet: Am Glauben lässt er kein gutes Haar, verhöhnt diesen (Gottesdienst), porträitiert Gläubige im sozialen Abseits (Martins Onkel hat wohl einige Probleme mehr als Martin selbst) und nimmt die Geistlichen auseinander. Romero tritt selbst als Pfarrer in Erscheinung, dem sein leibliches Wohl wesentlich wichtiger als die Anliegen seiner Gemeindemitglieder sind. Auch sonst verharrt seine Beschreibung von Katholizismus an jener im Mittelalter, in der Kriege und Hexenverfolgungen zum Handwerkszeug der Kirche gehörten.
Die vermeintlichen Horrorszenen sind wenig spannend, auch wenn Martin eine unheimliche Erscheinung besitzt. Wichtiger ist die Grundstimmung, die den Film immer mehr und mehr depressiv und für seinen Protagonisten aussichtslos gestaltet. Besonders der abrupte, unerwartete Schluss, der so manchem Zuschauer vor den Kopf stoßen wird, hat es mir angetan.

Die deutsche DVD erschien in Erstauflage im Pappschuber. Dass die technische Wertung so gering ausfällt, ist besonders dem schwierigen 16mm-Material anzukreiden. Dennnoch darf man hier zugreifen, denn die Zusatzausstattung bietet einige nette Dinge.



Bilder der DVD




Druckbare Version
NewsDie Freunde des schrägen Films - Frühjahrsprogramm
Martin
Martin
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.