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USA 1974
Originaltitel:Phase IV
Alternativtitel:Phase 4
aka. Phase Four
aka. Phase vier
Länge:80:03 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Saul Bass
Buch:Mayo Simon, Barry N. Malzberg, John Barry
Kamera:Dick Bush
Musik:Brian Gascoigne
SFX:John Richardson
Darsteller:Michael Murphy, Nigel Davenport, Lynne Frederick, Alan Gifford, Helen Horton
Vertrieb:Paramount
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:05.01.2012 (Kauf)



Inhalt
Nach einem geheimnisvollen kosmischen Ereignis bilden sich in der Wüste seltsame Strukturen und Muster. Als Wissenschaftler versuchen, deren Ursprung zu erforschen, stellen sie schockiert fest, dass sie das Werk superintelligenter Ameisen sind. Die Ameisen scheinen mit uns kommunizieren zu wollen ... und sie sind über die vielen Experimente mit Brenngläsern nicht gerade erfreut!

Bild
Format1,78:1 (anamorph)
NormPAL
 Viel lässt sich der digitalen Aufarbeitung dieses Films nicht vorwerfen. Wenn es doch etwas ist, wie selten zurückbleibende Schmutzpartikel, dann ist es im nostalgischen Sinne leicht hinzunehmen. Die Schärfe macht einen sehr guten Eindruck für einen 35 Jahre alten B-Film. Interessant wäre es gewesen, das anamorph abgelegte Bild ohne Rauschfilter zu sehen. Denn die körnige Grundstruktur lässt sich immer noch erkennen, manchmal anhand von etwas nervösen Rauschen. Die Rauschfilterung führt zu ein paar Detailverlusten in Bewegungen und Schwenks. Trotzdem sind sowohl Spielfilm- als auch Dokumentaraufnahmen schön knackig. Eine Konturenhervorhebung lässt sich selten anhand von geringen Doppelkonturen nachweisen, aber auch das ist nicht weiter schlimm. Anhand der Farben erkennt man dann aber doch das Alter, denn einige Szenen sind etwas bläulich-grün ausgebleicht. Ohnehin herrscht eine gedämpfte Farbkraft. In Dokumentarszenen fällt der Schwarzwert manchmal etwas ab. In der 13. Minute, beim Gang durch ein Feld, scheint die Bildstabilisierung komplett aus dem Ruder gelaufen zu sein, denn das Bild ist nun so verruckelt, dass es eigentlich keine natürliche Ursache dafür haben kann. Wer schnell seekrank wird, sollte hier mal kurz wegschauen. Trotzdem sehr überzeugend!
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 Mono
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch, Englisch
 Der originale Monoton wurde in beiden Sprachen auf die Stereo-Lautsprecher verteilt. Die deutsche Version ist etwas klarer als der O-Ton - nicht ausschließlich wegen der leicht erhöhten Lautstärke. Die deutschen Sprecher klingen nicht zu knarzig, zischeln aber etwas in hohen Frequenzen und besitzen die typisch mittelastige Kernigkeit eines 70er-Jahre-Films. Auch die englische Version ist sehr gut verständlich. Untertitel gibt es für beide Sprachen.
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Extras
Extras-
VerpackungKeepCase
 Zu dieser DVD wurde kein Bonusmaterial erstellt. Auch das Coverdesign ist sehr schlicht und kommt nicht an das deutsche Plakatmotiv heran.
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Fazit
Es krabbelt mal wieder.
Bei diesem Tierhorrorfilm steht das Arbeitstier Ameise im Mittelpunkt des Geschehens, welches sich deutlich von ähnlich gelagerten Genrevertretern abhebt. Während üblicherweise mutierte Viecher eine Gegend angreifen und am Ende durch Feuer oder Giftgas gestoppt werden, geht Regisseur Saul Bass nach einer Vorlage von Mayo Simon recht ruhig und analytisch, ja fast philosophisch zu Werke. Der Zuschauer erlebt, unterteilt in vier Phasen, wie sich die Wissenschaftler Hobbs (Nigel Davenport) und Lesko (Michael Murphy) in der Wüste Arizonas eine Forschungsstation einrichten, um dem intelligenten (aber auch Menschheit bedrohlichen) Treiben der Ameisen ein Ende zu bereiten.
Phase 1: Ameisen errichten in der Wüste 7 große Türme
Phase 2: Die Türme werden gesprengt, die Ameisen greifen eine Farm an.
Phase 3: Kommunikation mit den Ameisen, die Königin soll vernichtet werden
Phase 4: Der Mensch kann nur überleben, wenn er eins mit der Natur wird.

Was diesen Streifen vor allem sehenswert macht, ist die ausgezeichnete Kameraarbeit von Ken Middleham. Er liefert Aufnahmen von Ameisen im Detail, wie sie ihre Nahrung schleppen, wie sie im Zeitraffer ein Nagetier zersetzen und sich formieren. So nah ist die Kamera ansonsten nur bei gutgemachten Tierdokumentationen dran. Allerdings lässt der dadurch entstehende Dokucharakter auch kaum Spannung zu, eine direkte Konfrontation zwischen Mensch und Ameise gibt es an nur wenigen Stellen im Film. Ansonsten wird über hochtechnische Geräte mit Ameisensprache kommuniziert, während Makros der Krabbler gezeigt werden. Erklärende Hintergründe über die Aggressivität der Ameisen werden nicht geliefert und auch das offene Ende wird den einen oder anderen Zuschauer etwas ratlos zurücklassen. Auch die Tatsache, dass die Ameisen den Wissenschaftlern immer einen Schritt voraus sind und deren nächste Schritte zu vereiteln wissen, ist nicht ganz nachvollziehbar.
Atmosphärisch dicht ist die Inszenierung aber dennoch ausgefallen, die stille Bedrohung der Ameisen wird durch einen ausgezeichneten Score von Brian Gascoigne und Desmond Briscoe unterstützt, der markanterweise an frühe Tangerine Dream-Werke erinnert. Die Schauspieler, Nigel Davenport und Michael Murphy, verleihen den Wissenschaftlern überzeugende Gestalt und Lynne Frederick kann als Überlebende der Farm ein traumatisiertes Opfer glaubhaft darstellen.
Wer (wie beim üblichen Tierhorror) schreiende Opfer und Blut erwartet, sollte "Phase IV" umgehen, denn Action und konventionelle Szenenabläufe gibt es hier nicht. Vielmehr erlebt der Zuschauer zwei brütende, aber auch sehr unterschiedlich eingestellte Wissenschaftler, die sich nach subjektiven Richtlinien dem übermächtigen Ameisenvolk nähern. Etwas psychedelisch ist das Ganze schon verpackt, denn das Kammerspiel des Tierhorrors benötigt etwas Geduld des Zuschauers, aber der nächste Gang über den heimischen Rasen wird mit Sicherheit nicht barfuß stattfinden!

Die deutsche Erstveröffentlichung auf DVD ist technisch eine runde Sache. Nur fehlt das Bonusmaterial, welches für einen Titel dieser Relevanz absolut obligatorisch ist.



Bilder der DVD




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