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FR 2010
Originaltitel:Rubber
Länge:78:53 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Quentin Dupieux
Buch:Quentin Dupieux
Kamera:Quentin Dupieux
Musik:Gaspard Augé, Quentin Dupieux
SFX:Wayne Beauchamp, Marco Castillo, Milan Jancic, Valek Sykes, Tom Talmon
Darsteller:Stephen Spinella, Jack Plotnick, Wings Hauser, Roxane Mesquida, Ethan Cohn, Charley Koontz, Daniel Quinn, Devin Brochu, Hayley Holmes, Haley Ramm, Cecelia Antoinette, David Bowe, Remy Thorne, Tara Jean O'Brien
Vertrieb:Capelight
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:01.06.2011 (Verleih) / 01.07.2011 (Kauf)



Inhalt
Robert wäre ein ganz normaler Reifen und würde sich nicht von seinen "Artgenossen" unterscheiden, wenn er nicht allein in der Wüste rumrollen würde und es zudem auf Mensch und Tier abgesehen hätte. Im blutigen Sinne, er hat telepathische Kräfte. Leichen pflastern seinen Weg. Nur einer kann ihn stoppen: Lieutenant Chad. Aber der hat schon mit einem Plüschkrokodil zu kämpfen.

Bild
Format1,78:1 (anamorph)
NormPAL
 Der digital aufgenommene Kleinfilm besitzt eine hervorragende Schärfe und Rauschfreiheit, die den Film auch für eine (bereits erfolgte) Blu-ray-Auswertung vorsehen. Besonders die Landschaftsaufnahmen zeigen sehr viele Details, beispielsweise wenn die Kamera dem Reifen in sehr kurzem Abstand durch die Wüste folgt und dabei immer wieder auf Detailshots zurückgreift. Auch die Konturierung macht einen guten Eindruck, viel mehr darf man von einer DVD nicht mehr erwarten. Allerdings leiden die Farben etwas unter der Digitaltechnik, denn sie sind nicht so kräftig, wie man sich das wünscht. Gewiss ist ein Teil davon stilistisches Element, nur sehen einige Gesichter manchmal etwas blass aus und der Kontrast ist etwas zu kräftig. Dass auch mal etwas unscharfe Aufnahmen vorkommen, liegt an der Aufnahme, die nicht immer hundertprozentig den richtigen Zoom trifft. Allerdings zeugt die Sichtbarkeit dieses Makels von der guten Gesamtschärfe der DVD.
 ++++/-

Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch, Englisch
 In den meisten Szenen wird man es nicht merken, dass man eine 5.1-Tonspur angewählt hat, denn beide Sprachversionen verhalten sich sehr centerlastig. Das ist besonders dann der Fall, wenn der Reifen nur durch die Prärie rollt. Leider dominieren jene Szenen den Film. Aber es gibt auch sehr interessante Momente, in denen die Musik beispielsweise sämtliche Kanäle inklusive des Subwoofers in Beschlag nimmt. Besonders der Score sorgt für kräftige Einlagen mit interessanter Kanalauftrennung. Wenn der Reifen sich seiner telekinetischen Kräfte bedient, werden die umliegenden Lautsprecher ein wenig mit ins Geschehen einbezogen, richtig Surround stark wird es allerdings kaum. Die englischen Stimmen besitzen mehr natürliches Volumen, sind mir also lieber als die trotzdem ordentliche deutsche Synchro. Für beide Sprachen existieren jeweilige Untertitel.
 +++/--

Extras
Extras
  • Interviews mit:
    • Quentin Dupieux (8:32 Min.)
    • Stephen Spinella (4:07 Min.)
    • Roxane Mesquida (3:28 Min.)
    • Jack Plotnick (8:48 Min.)
  • Teaser (0:26 Min.)
  • Trailer (1:08 Min.)
  • Filmtipps:
    • Four Lions (2:02 Min.)
    • Infestation (1:55 Min.)
    • Enter The Void (1:32 Min.)
    • Doberman (1:37 Min.)
VerpackungKeepCase mit FSK-Wendecover
 Das Bonusmaterial hätte etwas Aufstockung verdient, welche es allerdings auch auf der Blu-ray nicht gibt. Man darf sich lediglich auf vier Interviews freuen, die zumindest sehr interessant ausfallen. Ausgenommen ist das Interview mit dem Regisseur: Der wird von einer Puppe befragt und antwortet darauf rückwärts gesprochen. Weil auch die deutschen Untertitel spiegelverkehrt dargestellt werden, wird man daran keinen Spaß haben.
 +/----

Fazit
Rollt ein Reifen durch eine Wüstenstadt und lässt Köpfe explodieren - da sind natürlich nur ausgesprochene Trash-Fans angesprochen, auch wenn die "Hauptfigur" zwischenzeitlich ordentlich Gummi gibt. Abgesehen von der netten Grundidee birgt der Streifen eher Stoff für einen Kurzfilm und wirkt phasenweise ein wenig eindimensional.

Recht grotesk steigt er jedoch ein, denn das Produkt sieht sich selbst als Film im Film. Am Rande der Wüste nehmen eine Handvoll Leute mit Ferngläsern Platz, um das nachfolgende Schauspiel zu beobachten: Reifen Robert schüttelt sich aus der Erde und versucht zunächst, kleinere Gegenstände zu plätten. Kurz darauf entdeckt er telepathische Fähigkeiten, die zur Explosion seines Gegenübers führen. Und während das Publikum weiter das Treiben um Robert verfolgt, sind die Cops mit der Verfolgung des runden Gummis beschäftigt.
"Rubber" ist auch eine Hommage an das Stilelement der Willkür, wie Cop Chad zu Beginn dem Publikum anhand mehrerer berühmter Filme zu vermitteln sucht. Der Reifen könnte also ebenso gut eine Mülltonne, eine Packung Zigaretten oder ein Tennisball sein, mit dem Unterschied, dass man einen Reifen besser in Bewegung setzen kann und dies tricktechnisch mit einfachen Mitteln recht ordentlich gelungen ist. Die zahlreichen explodierenden Köpfe sind hingegen nicht so toll getrickst, da sieht man einen deutlichen Szenenübergang von Schauspieler zum explodierenden Latex-Dummy.
Einige wenige Szenen lassen ein wenig Schmunzeln entstehen, wie die Ferngläser, die man als Anspielung auf den Trend mit der 3D-Brille verstehen kann oder dem Filmer im Publikum, dem man hohe Strafen in Aussicht stellt. Vom Reifen selbst gehen nur selten lustige Momente aus, da seine Artikulation massiv begrenzt ist und außer leichtem Wenden und dem üblichen Rollen nicht viel möglich ist. Klar, es sieht grotesk aus, wenn ein stinknormaler Autoreifen fernsieht oder die Dusche zu genießen scheint, einer Frau am Pool auflauert oder Luftblasen hochsteigen, wenn er auf Grund des Pools sinkt. Doch das Drumherum bleibt schlicht zu mager und bietet kaum interessante Aspekte. So will ein Rollstuhlfahrer im Publikum über Tage nichts essen, der Veranstalter vergiftet sich unbewusst selbst, eine Pizza wird durch Unansehnliches angereichert und am Ende wird offen gelegt, warum es am Schlussakt an entsprechender Dramaturgie mangelt. Grundlegend verbreitet das blödsinnige Treiben eine lockere Stimmung, doch etwas abgefahrener hätte es zwischenzeitlich gern zugehen dürfen, zumal ein vor sich hin rollender Reifen allenfalls für wenige Minuten interessant erscheint, nach mehreren Passagen in verschiedenen öden Gegenden aber langweilt.

Aufgrund der kruden Grundidee und dem phasenweise selbstironischen Unterton weiß der Streifen im Gesamtbild zwar zu punkten, doch sein geringes Budget und die mangelnde Schauspielkunst sämtlicher Beteiligter macht Einiges zunichte, was auch für den leicht eindimensionalen Handlungsverlauf gilt. Trash-Freunde sind angesprochen, alle anderen werden den Reifen gar nicht erst ins Rollen bringen.



Bilder der DVD




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