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USA 2003
Originaltitel:Overnight
Länge:81:28 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Mark Brian Smith, Tony Montana
Kamera:Mark Brian Smith
Musik:Jack Livesey, Peter Nashel
Darsteller:Troy Duffy, Gordon Clark, Mark Brian Smith, Tony Montana, Taylor Duffy, Jimi Jackson, Ron Jeremy, Norman Reedus, Willem Dafoe, Billy Connolly, Mark Wahlberg
Vertrieb:Capelight
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:28.05.2010 (Kauf)



Inhalt
Troy Duffy konnte sein Drehbuch von Interner Link"Boondock Saints - Der blutige Pfad Gottes", das er als Barkeeper im J. Sloan's während der Pausen geschrieben hat, an Harvey Weinstein von Miramax verkaufen. Es soll sein großer Durchbruch sein:
  1. Troy erhält von Miramax 300.000 $ für sein Drehbuch.
  2. Der Regiedebütant inszeniert Interner Link"Der blutige Pfad Gottes" mit einem Budget von 15 Mio. $.
  3. Gemeinsam mit seiner Band The Brood produziert er den Soundtrack zum Film.
  4. Troy segnet die Besetzung ab und darf die Endfassung behalten.
  5. Harvey Weinstein kauft seine Bar J. Sloan's auf und wird Miteigentümer.

So zumindest der Plan. Doch es wurde eher blutigen Pfad eines Tyrannen ...

Bild
Format1,78:1 (anamorph)
NormPAL
 Nachtszenen in dunklen Kneipen, Urlaubsvideos, Momentaufnahmen von wichtigen Gesprächen - das alles ist nicht etwa nachgestellt, sondern an Ort und Stelle des ursprünglichen Geschehens entstanden. Demnach ist die Bildqualität wirklich nur auf Videoniveau angesiedelt. Der über mehrere Jahre andauernde Aufnahmezeitraum hat auch die Kameratechnik ein wenig verändert, was man einigen Szenen ansieht. Die Auflösung reicht aus, man sieht immer wieder ein bisschen Rauschen und einige Momente, besonders die rote Schrift vor schwarzem Hintergrund, verschlieren etwas. Trotzdem ist das im Breitbildformat auf DVD gebrachte Werk in Ordnung genug, um es sich auf mehr als nur dem Küchen-TV anzuschauen.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0
SpracheEnglisch
UntertitelDeutsch
 Authentizität um jeden Preis ist das Motto dieser Dokumentation. Es verwundert folglich nicht, dass man mit dem englischen Originalton vorlieb nehmen muss, der mittels deutscher Untertitel übersetzt wird. Die Sprachqualität erinnert immer wieder ein bisschen an Heimvideo - und das ist "Overnight" zu großen Teilen auch. Also keinerlei Überraschungen, sondern genau das, was man verlangen darf.
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Extras
Extras
  • Trailer zu DVD-Beginn: "Max Manus" (2:13 Min.)
  • Interview mit den Regisseuren Mark Brian Smith und Tony Montana (5:20 Min.)
  • Entfallene Szenen:
    • Beinahe berühmt (1:29 Min.)
    • Skript lesen (1:15 Min.)
  • Kinotrailer (1:57 Min.)
VerpackungKeepCase mit FSK-Wendecover
 Falls "Overnight" das beste Beispiel dafür ist, wie man in Hollywood untergehen kann, dann ist das vermeintliche Interview das beste Beispiel für schlechten Journalismus. Vermutlich ist es schwer, eine objektive Sichtweise auf das Thema zu behalten, aber der für eine TV-Show produzierte 5-Minuten-Teaser ist nun wirklich etwas daneben. Wer wissen möchte, warum das so ist, sollte einfach mal reinschauen. Als weitere Extras dienen zwei entfernte Szenen und der Kinotrailer. Etwas mehr Hintergrundinformationen wären toll gewesen.
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Fazit
Interner Link"Der blutige Pfad Gottes" kennt man - wer nicht, sollte das sofort nachholen. Dass die Independent-Produktion sich lange Zeit verschleppte und einige Probleme aufwarf, war mir auch bekannt. Was sich nun wirklich alles hinter den Kulissen der Traumfabrik abspielte, das versucht nun die seit Beginn dabeigewesene Dokumentation "Overnight" zu schildern. Allerdings darf der Fan des Kultfilms nicht erwarten, hier die entsprechende Nachunterhaltung geboten zu bekommen. Vielmehr wird mit großer Abrissbirne der Kult demontiert - oder vielmehr die Menschen, die dahinter stehen.
Die allein aus persönlichen Aufnahmen bestehende Dokumentation schildert den Aufstieg des Shooting Stars Troy Duffy, einem bodenständigen erscheinenden Jungen aus der Unterschicht, dem sich mit seinem Drehbuch auf einmal die Welt öffnete. Neben den Vorbereitungen zum Film feilt der charismatische Kerl gerade am Durchbruch mit seiner Band, die zum Film auch den Soundtrack beisteuern soll. Der Erfolg, so ist sich Duffy sicher, wird sich einstellen, falls man nur hart genug daran arbeitet. Doch die Realität sieht schließlich anders aus: Es hagelt Rückschläge, persönliche Differenzen in der Band und schließlich platzt die Blase, die Hoffnung auf Ruhm und Erfolg im Entertainment-Sektor.

Im Grunde klingt das wie die vernichtende Blickweise auf einen Menschen, der sich alles ruiniert, bevor es angefangen hat, weil er den Boden unter den Füßen verliert. Im Grunde ist es das auch: vernichtend, niederschlagend und den amerikanischen Traum verneinend. Allerdings bin ich mir nicht sicher, aus welcher Sichtweise "Overnight" die Dinge betrachtet, ob es möglicherweise etwas zuviel Partei ergreift und unterschwellig gegen Duffy vorgeht. Der besitzt Überzeugungskraft, kann seine Mitstreiter selbst in aussichtslosen Situation überzeugen, und ist dennoch ein einsichtsloser Egomane, der, so scheint es zumindest, Bescheidenheit predigt, eigentlich aber Menschen ausnutzt. Zum Ende hin wird diese Sichtweise immer tendenziöser, auch wenn man als Zuschauer nie die Lust darauf verliert, bis zum bitteren Ende dran zu bleiben. Hinterfragen sollte man diese Dokumentation und ihre Macher trotzdem, denn es bleibt der fade Nachgeschmack, dass hier auch ein wenig üble Berichterstattung dahintersteckt. Das Making Of spricht da eine sehr klare Sprache.



Bilder der DVD




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