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USA 1968
Originaltitel:Just For The Hell of It
Alternativtitel:Destruction, Inc.
Länge:81:39 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Herschell Gordon Lewis
Buch:Allison Louise Downe
Kamera:Roy Collodi
Musik:Herschell Gordon Lewis, Robert Lewis, Larry Wellington
Darsteller:Ray Sager, Rodney Bedell, Agi Gyenes, Nancy Lee Noble, Steve White, Ralph Mullin, Larry Williams, Geraldine Young, John Shackleford, A.V. Dreeson Sr., A.V. Dreeson, Paul Jensen, Barry Whitmore
Vertrieb:CMV-Laservision
Norm:PAL
Regionalcode:0



Inhalt
Eine Bande von halbstarken Jugendlichen treibt in einer Kleinstadt ihr Unwesen. Zu Beginn begnügen sie sich noch mit Sachbeschädigung und einigen harmlosen Streichen. Doch sie führen ihre brutalen Aktivitäten immer weiter. Die Polizei schaut nicht tatenlos zu und verhaftet den Anführer der Bande, der jedoch auf Grund mangelnder Beweise wieder freigelassen werden muss. Kurz darauf wird auf einer Party die Schwelle zur hemmungslosen Gewalt endgültig überschritten und die Beteiligten befinden sich in einem wahren Blutrausch. Wird es der Staatsmacht gelingen, die Horde Wahnsinniger zu stoppen ...?

Bild
Format1.33:1 (Vollbild)
NormPAL
 Das Bild der DVD enttäuscht, sowohl von der Vorlage als auch bei der Kompression. Letztere passt sich nicht an das mitunter heftig auftretende Rauschen an und produziert dadurch Blöcke, die eine zusätzliche Partikelbewegung hervorrufen. Die Vorlage fällt vor allem durch die unbereinigten Bilder auf, in denen immer wieder Defekte auftreten und durch das in vielen Aufnahmen schlecht ausgeleuchtete Bild. Der Kontrast ist zu schwach oder das Bild insgesamt zu dunkel, die Farbwahl wechselhaft zwischen leicht ausgeblichen und dunkel sepiafarben und es gibt viele Szenen, in denen das Bild deutlich flackert. Nun ja, letztlich ist das Bild noch schaubar und bei der Bewertung sollte auch einbezogen werden, dass Lewis sicherlich nie daran gedacht hätte, dass gut 35 Jahre später noch irgendjemand etwas mit dem Material anfangen möchte, was er damals mit preiswerten Mitteln heruntergekurbelt hat. Es sind aber immer wieder Szenen dabei, die wohl nie eine Restauration gesehen haben, vor allem wenn man immer wieder deutliche Schmutzpartikel auf dem Schirm sieht, so als ob man durch eine verdreckte Scheibe schauen würde. Nur die Schärfe gibt sich in befriedigender Art und Weise.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 Mono
SpracheEnglisch
UntertitelDeutsch, Holländisch
 Es gibt keine deutsche Synchronisation für diesen Titel, was den Lewis-Begeisterten sicherlich nicht davon abbringen kann, sich diese Scheibe trotzdem zu holen. Aber bei den Untertiteln kommt es immer wieder zu störenden Verzögerungen, so dass teilweise schon der nächste Dialog beginnt, wenn der Vorherige noch nicht mal angezeigt wurde. Der englische Ton schwankt in seiner Lautstärke, rauscht leicht und hat doch einige Defekte zu bieten (inkl. einiger Totalausfälle in der 60. Minute), die zwar hintergründig bleiben, in ihrer Gesamtheit aber einen sehr alten, unreinen Ton entstehen lassen. Ein leichtes Brummen ist immer wieder hörbar, die englischen Dialoge sind aber insgesamt noch von verständlicher Qualität. Wer hätte was anderes erwartet?
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Extras
Extras
  • Bildergalerie (13:56 Min.)
  • Trailer:
    • Just For The Hell Of It (1:26 Min.)
    • Blast-Off Girls (1:29 Min.)
    • Something Weird (1:36 Min.)
    • The Gore Gore Girls (1:25 Min.)
    • She-Devils On Wheels (1:38 Min.)
  • Bonusfilm: The Flesh Eaters (86:06 Min.)
  • Trailer (2:37 Min.)
VerpackungSuperJewelCase
 Viel Bonusmaterial zum Film scheint es nicht gegeben zu haben. Die animierte Bildergalerie ist mit einer Laufzeit von 14 Minuten und ihren unzähligen Produktionsfotos, Aushang- und Merchandisematerialien ein Mekka für jeden Lewis-Fan. Übrigens gibt es hier wieder einen Abriss über viele Filme von Lewis, nicht nur "Just For The Hell Of It". Die Trailer sind allesamt Originaltrailer und sehen deswegen etwas kaputt aus, die herrlichen Kommentare des Sprechers entschädigen dies aber.
Zudem bekommen wir "The Flesh Eaters" als Bonusfilm präsentiert. Eine Verbindung zum Hauptfilm besteht wohl nicht, die Art und Weise, wie dieser s/w-Schinken aus dem Jahre 1964 seine Geschichte um eine seltsame Materie, die eine Insel umgibt, entfaltet, gefällt mir aber sehr. Er gehört zu dieser Art niedrig budgetierten, kauzigen Horrorstreifen des Autokinos, die mit ihren "Mad Scientist"-Thema aus heutiger Sicht sicherlich ein wenig albern wirken müssen, insgesamt aber charmant altmodisch und bei den Effekten schön trashig ausfallen. Da werden gleich ganze Skelette aus der Fleisch fressenden Materie gezogen, ein Loch im Bauch erweist sich als sichtbar einkopierter Hintergrund und die Masse selbst wechselt zwischen kochendem Topf voller Erbsen und animierter Abfolge unzähliger Brandlöcher im Filmmaterial. Als schönste Szene ist jene hervorzuheben, in der eine männliche Leiche in das ätzende Gewässer gehalten wird und wenige Sekunden unversehrt (die "Flesh Eaters" schlagen nur auf lebendes Fleisch an) und mit herrlich verzerrtem Gesichtsausdruck wieder auftaucht. Die Geschichte wird aber durchaus ernst vorgetragen, hat sogar einen amüsant sinistren Bösewicht - Martin Kosleck, mit seinem eiskalten, hinterlistigen Auftreten spezialisiert auf die Rolle des Nazis - auf seiner Seite, dessen Schöpfung sich - natürlich - zum Ende hin gegen ihn wendet. Theatralische Einlagen der Darsteller wetteifern dabei mit der dramatischen Musiken, wer den Schrecken denn am besten ausdrücken könnte. Zum Schluss kündigt sich sogar noch ein Kampf gegen ein Riesenmonster an, bei welchem spätestens alle Trash-Fans in Verzückung geraten sollten. Herrlicher Käse, bei dem man sich, zwar auf andere Weise, aber mindestens genauso gut amüsieren wird wie beim Hauptfilm.
Die Bildqualität übrigens ist nicht besonders toll, gerade eben so, dass man den Film als Bonusmaterial noch gut anschauen kann, mehr aber auch nicht. Schon allein, weil die Kompression hier auf niedrigem Niveau agiert und das Material wohl eher aus einer TV-Aufnahme stammt. Der englische Ton, zu dem leider keine Untertitel existieren, ist übrigens von guter Verständlichkeit, wenn auch hier deutlich das Alter zugeschlagen hat.
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Fazit
Lewis verlässt (mal wieder) die Pfade des Gore-Horrors und schlägt mit "Just For The Hell Of It" die damals sehr angesagte und Gewinn bringende Richtung der Anti-Gesellschaftsfilme ein. Aber auch ohne blutige Exzesse - natürlich gibt es mindestens eine unappetitliche Szene, war doch klar - hat Lewis das Publikum fest im Griff, verkündet ebenso wie der Titelsong "Destruction" den kompletten Sittenverfall der Jugend und lässt diese respektlos plündernd und prügelnd eine ganze Stadt aufmischen. Gleich zu Beginn wird die Einrichtung einer Wohnung im Zerstörungswahn auseinandergenommen - eine Szene, die sich ähnlich immer wieder wiederholt und die Richtung des Filmes ganz klar vorgibt, welche kaum als hintergründig bezeichnet werden kann. Gesellschaftskritische Tendenzen gehören hier auch gar nicht rein, der Spaß steht an erster Stelle und ist durch die herrlich dilettantische Umsetzung, die Spielweise der Laiendarsteller und psychedelische Musikeinsprengsel durchaus gegeben. Lewis passt dieser rotzigen Art auch die Aufnahmen an, schneidet teils holprig, lässt der Kamera kaum Bewegungsfreiraum und die ganze Chose dadurch aussehen wie das Urlaubsvideo einer Chaotencrew. Gerade bei der Strandszene fällt das auf, wenn die halbstarken Kleinstadtterroristen ein Paar übel aufmischen und danach wild fuchtelnd (teils unbeholfen) das Boot zerhackstücken. Trotzdem schafft es der "Just For The Hell Of It" immer wieder mal zwischen all dem sinnlosen, destruktiven Zeitvertreib der Gang ein paar Momente zu etablieren, die Unwohlsein auslösen könnten, einfach weil man die gezeigte Ungerechtigkeit, mit der die Gruppe sowohl gegenüber der Polizei als auch gegenüber den Anwohnern durchkommt, nicht mehr ertragen mag. So spitzen sich die Streiche zu, man findet in einem Aussteiger der Gang einen neuen Konkurrenten, der wie auch seine Freundin fortan zu Lieblingsfeinden werden und die eher handlungsarme Story auf ein dickes Ende zusteuern lassen. Insgesamt also weniger was für den Gorefan, dafür aber trashige Unterhaltung mit hohem "Kaputtbar"-Faktor.
Die DVD von CMV glänzt nicht grad durch die technischen Werte, die Menugestaltung, das Bonusmaterial inkl. tollen Bonusfilm und die Glasbox können aber durchaus zum Kauf anregen.



Bilder der DVD




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IMDb.com OFDb.de (Just For The Hell Of It [1968])
IMDb.com OFDb.de (Flesh Eaters, The [1964])



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