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BE, NL 2003
Originaltitel:Zaak Alzheimer, De
Alternativtitel:Alzheimer Affair, The
aka. Alzheimer Case, The
Länge:118:20 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Erik Van Looy
Buch:Carl Joos, Erik Van Looy, Jef Geeraerts
Kamera:Danny Elsen
Musik:Stephen Warbeck
SFX:Ace Digital House
Darsteller:Koen De Bouw, Werner De Smedt, Jan Decleir, Jo De Meyere, Hilde De Baerdemaeker, Geert Van Rampelberg, Gene Bervoets, Laurien Van den Broeck, Patrick Descamps, Vic de Wachter, Deborah Ostrega, Jappe Claes, Filip Peeters, Marc Peeters, Tom Van Dyck
Vertrieb:Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
Angelo Ledda (Jan Decleir) ist Profi-Killer. Ein geheimer Auftrag bringt ihn nach Antwerpen. Die blutige Spur seiner "Arbeit" führt die dortige Mordkommission zu einem Kinderpornoring, dessen Wurzeln bis tief in Regierungskreise reichen. Als Ledda erkennt, dass sein zweites Opfer ein 12-jähriges Mädchen ist, kann er den Mord nicht ausführen - denn er hat eine Maxime: Er tötet keine Kinder. Stattdessen dreht der Killer den Spieß um - er nimmt seine Auftraggeber ins Visier, aber er hat ein Problem: Sein Erinnerungsvermögen lässt ihn immer mehr im Stich ...

Bild
Format1.85:1 (anamorph)
NormPAL
 Die Bildqualität ist superb, sieht man mal von geringem Rauschen ab, welches sehr fein ist und dem ungewöhnlichen Farbbild. Bei diesem fehlt in vielen Szenen der Rotanteil, so dass vor allem Szenen unter freiem Himmel einen sehr kühlen Eindruck hinterlassen. Sicherlich kein Defekt des Materials, sondern ein bewusstes Stilmittel, denn immer wieder kann man erkennen, wie sich Szenen im Farbbild anpassen, mal kühler, dann wieder wärmer strahlen (siehe rotes Kleid in der 43. Minute). Der Kontrast verläuft daher ebenfalls etwas steil, es tritt aber keine übermäßige Schattenbildung auf und die Detaildarstellung wird dadurch auch nicht beeinflusst. Auch sehr gut ist die Ausprägung der Schärfe, die für ein gestochen scharfes Bild steht, welches in Bewegungen keinerlei Schwächen zeigt. Natürlich sind hier und da noch kleinere Reserven für eine Verbesserung möglich, die DVD erfüllt die Anforderungen an ein aktuelles Werk in allen Bereichen, auch bei der problemlosen Kompression.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 (Deu, Fl), Dolby Digital 5.1 (Deu, Fl), DTS 5.1 (Deu)
SpracheDeutsch, Flämisch
UntertitelDeutsch
 Der Raumton (also Dolby Digital 5.1 und DTS) ist sichtlich bemüht, die Rear Speaker zu keinem Moment des Films auszulassen. Die Musik ist gleichzeitig aggressiv als auch sehr dynamisch und droht in einigen Szenen, die Front zu übertönen, erfreut das Ohr aber immer wieder durch einen sehr fülligen Klang. Auch die Einbindung von Umgebungsgeräuschen erweist sich als sehr gut, obwohl diese Produktion durch ihre wenigen bewegten Effekte sich nicht am Referenzstatus messen kann, auch weil mitunter seichtes Rauschen durchdringt. Die aktive Art und der wohlige Klang, der immer wieder in einen warm agierenden Subwoofer Unterstützung findet, sind aber noch für 5 Punkte ausreichend. Dabei ist es wieder einmal nicht ganz so entscheidend, ob man nun DTS oder Dolby Digital 5.1 einschaltet, beide Tonarten sind etwa gleichwertig, nur unterschiedlich in der Lautstärke und lassen die im Rear-Bereich schwächelnden Surround-Modi überflüssig erscheinen. Die DVD enthält zwei Untertitelspuren: Die erste ist standardmäßig aktiviert und schaltet sich immer dann zu, wenn Französisch gesprochen wird, wogegen die zweite eine komplette Untertitelung des Filmes bietet.
 +++++-

Extras
Extras
  • Originaltrailer
  • Hinter den Kulissen von "totgemacht" (21:10 Min.)
  • Statements von:
    • Erik Van Looy (14 Seiten)
    • Jef Geeraerts (11 Seiten)
    • Jan Decleir (7 Seiten)
    • Koen De Bouw (8 Seiten)
  • Weitere DVDs:
    • The Third Wave
    • Dead Bodies
    • Secretary
VerpackungKeepCase
 Das "Behind the Scenes"-Material ist leider nicht übersetzt worden, auch die Texttafeln haben keine Eindeutschung gefunden. Trotzdem wird man dem gut 20minütigen Special problemlos folgen können, geredet wird sowieso weniger. Hier sieht man verschiedenste Produktionsstufen kurz angerissen, die Entstehung einiger Szenen, einiger Spezialeffekte und die Vorbereitung auf die Rollen. In den "Statements" findet sich ein sehr seltenes Feature, denn hier werden nicht einfach Interviews geführt, sondern der Regisseur, der Autor der Buchvorlage und die zwei Hauptdarsteller äußern sich in kurzen Gedanken zum Film. Weitere Extras sind Trailer.
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Fazit
"The Alzheimer Case" - das klingt nicht gerade besonders aufregend. Diese belgisch-niederländische Koproduktion um einen bis in die höchsten Kreise reichenden Kinderschänderskandal entpuppt sich mit laufender Spielzeit aber als einer der besten Thriller, die mir je untergekommen sind. Beginnend mit einer schauerlichen Szene, in der ein Vater in seiner Wohnung seine 12jährige Tochter an einen stillen Unbekannten verkauft, zeigt Erik Van Looy auf, dass es ohne Effekthascherei möglich ist, einen bleibenden Eindruck beim Zuschauer zu hinterlassen, der für die nächsten 100 Minuten anhält, ohne dass man sich des Themas vorerst weiter annehmen muss. Gleichzeitig führt man mit dem überlegten, ruhigen Vincke und dem draufgängerischen, witzigen Verstuyft ein sehr unterschiedliches Ermittlungsteam vor, welches sich hervorragend ergänzt und die eigene Ethik oft über die des Berufs stellt, will heißen: unkonventionell arbeitet. Bis hierhin hätte eine stilistisch hervorragende Folge "Tatort" aus dem Film werden können, mit dem Auftauchen von Jan Decleirs Charakter Ledda, einen alternden, aber immer noch äußerst agilen Auftragsmörder, gewinnt die Story aber zugleich an Rasanz und Brisanz, die den Zuschauer knapp zwei Stunden bei der Stange halten werden. Ledda, der sich sehr sympathisch, charismatisch, aber auch verletzlich und forsch gibt, wenn es sein Metier gerade verlangt, führt die Polizei fortan an der Nase herum und deckt den ihm selbst sehr nahe gehenden Skandal mit eigenen Anstrengungen auf, muss aber bald erkennen, dass seine fortschreitende Alzheimer-Krankheit (Ledda notiert sich vergleichbar Interner Link"Memento" wichtige Stichpunkte auf seinem Arm) und die Macht seiner Gegner beinahe unüberwindbar sind. Alle Darsteller agieren auf hohem Niveau, lassen die Figuren sehr plastisch werden und durchleuchten deren Motivationen genau, was innerhalb der eingängigen, teils ruhigen Atmosphäre ein wichtiger Bestandteil ist, um eine glaubhafte, bodenständige Geschichte erzählen zu können. Regisseur Van Looy erzählt dazu, dass ihn die aufreibende Beziehung zwischen Jäger und Gejagten, wie beispielsweise in Interner Link"Heat", sehr dazu inspirierte, die Buchvorlage möglichst detailgetreu in den Charakteren umzusetzen, was ihm sehr gelungen ist. Eine große Stärke dieser kleinen Produktion (Budget etwa 2,5 Mio. Euro) ist auch, dass er trotz der in anderen Werken oft verwendeten Elemente der Geschichte eine sehr eigenständige, vielleicht auch "europäische" Art entwickelt, die nicht an eine Aufwärmung altbekannter Filme denken lässt, sondern stilistisch wie inhaltlich vollends überzeugt, so dass man der spannenden Handlung bis zur letzten Minute mitfiebern kann.
Die deutsche DVD ist zwar nicht sonderlich gut ausgestattet, enthält aber ein sehr gutes Bild und einen kräftigen Ton. Damit wird der überraschend gute Film auch in einer angemessenen DVD von Sunfilm veröffentlicht, die man sich zumindest einmal ausleihen sollte.



Bilder der DVD




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