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D 2011
Originaltitel:Auschwitz
Länge:70:56 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Uwe Boll
Buch:Uwe Boll
Kamera:Mathias Neumann
Musik:Jessica de Rooij
SFX:Matija Cesnik, Marijan Karoglan, Stjepan Zupancic
Darsteller:Arved Birnbaum, Uwe Boll, Maximilian Gärtner, Nik Goldman, Harold Levy, Steffen Mennekes, Alexis Wawerka
Vertrieb:Savoy Film / Intergroove
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:30.06.2011 (Verleih) / 29.07.2011 (Kauf)



Inhalt
Vom Vernichtungslager Auschwitz sind heute nur noch Ruinen zu sehen. SS-Schergen haben das Lager zerstört als die russische Armee anrückte. Die Nazi-Kommandeure wussten ganz genau, welch grausamer Anblick sich den Russen offenbart hätte. Über eine Million unschuldige Männer, Frauen und Kinder wurden in Auschwitz rücksichtslos ermordet. Ein induastrialisierter, systematisierter Massenmord, der bis heute jede menschliche Vorstellungskraft sprengt. Uwe Boll versucht mit diesem Film das eigentlich nicht Darstellbare darzustellen, damit Auschwitz nicht vergessen oder verdrängt wird. Er schildert den Alltag in der Tötungsmaschinerie, Soldaten, SS-Offiziere, die scheinbar teilnahmslos, gleichgültig Menschen aus den Zügen stoßen, registrieren, mustern, in den sicheren Tod schicken.

Bild
Format1,78:1 / 2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 Grundsätzlich gibt es am Transfer von "Auschwitz" kaum Kritik zu äußern. Einzig, dass sich der Film bzw. die Pseudo-Dokumentation in drei verschiedene Qualitätsstufen unterteilt, sollte besonders erwähnt werden. Die Spielszenen in "Auschwitz" bietet die beste Qualität und überzeugen im Bereich Schärfe als auch in der Durchzeichnung. Die Farbgebung gibt sich passend zur Thematik gedämpft und die meiste Zeit beherrschen Braun- und Grautöne das Szenario.
Des Weiteren gibt es reale Interviewsequenzen, die Regisseur Boll mit diversen Schülern durchführte. Bedingt durch die Belichtung des Raums müssen in diesen Passagen des Films Überstrahlungen hingenommen werden, was aber nicht weiter stört. Letztendlich wurden noch Archivaufnahmen aus der Zeit des 2. Weltkriegs eingebunden, um auch Originalmaterial dieser Zeit zu bieten. Diese Aufnahmen sind nicht restauriert und dementsprechend von schlechter Qualität. Auch wenn zwischen drei Qualitätsstufen unterschieden werden muss, passt das optische Gesamtbild von "Auschwitz" zusammen und vermittelt einen ordentlichen Eindruck einer geschichtlichen Epoche.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0
SpracheDeutsch
UntertitelDeutsch
 Es wird lediglich eine deutsche Stereospur geboten, was für eine aktuelle Produktion inakzeptabel ist. Genauer betrachtet reicht diese Tonart völlig aus, weil weder die Interviewpassagen noch das Archivmaterial für eine Surroundspur geeignet sind. Sicherlich hätte zumindest der Spielhandlung eine höherwertige Abmischung gut getan, doch der Film will nicht unterhalten, sondern aufklären und ein stetiger Wechsel zwischen Stereo und einem 5.1-Mix hätte eher störend gewirkt. Bei der Verständlichkeit der Dialoge gibt es kaum Beeinträchtigung, lediglich die Archivszenen können aufgrund des Alters nicht immer überzeugen.
Was jedoch etwas nervig wird, sind die völlig deplatzierten und sich ständig wiederholenden ängstlichen Kinderschreie. Weniger wäre an dieser Stelle deutlich mehr gewesen.
 +++/--

Extras
Extras
  • Trailer (0:46 Min.)
  • Uwe Boll über den Film (8:38 Min.)
  • Midnight Movie Reviewer Interview nach der Aufführung (5:31 Min.)
  • Midnight Movie Reviewer Telefoninterview (14:58 Min.)
  • Bildergalerie mit Musik (2:10 Min.)
  • Die Befreiung von Auschwitz (53:50 Min.)
VerpackungKeepCase mit FSK-Wendecover
 Das Bonusmaterial weiß zu gefallen, wenn auch drei Interviews mit Uwe Boll etwas zu viel sind, hauptsächlich, weil zu viel wiederholt wird und der Informationsgehalt oftmals ins Stocken gerät. Hauptsächlich geht es in den Interviews darum, dass Boll die Bevölkerung mit seinem Film abermals wachrütteln möchte, damit die schrecklichen Taten nie in Vergessenheit geraten.
Richtiges Hintergrundwissen bietet hingegen die englischsprachige Dokumentation "Die Befreiung von Auschwitz", die extra für diese DVD mit deutschen Untertiteln versehen wurde. In ihr werden die letzten Tage nach der Befreiung durch die Russen gezeigt und man bekommt zahlreiche Gräueltaten zu Gesicht. Einzig der überdeutliche Patriotismus lässt die ansonsten hervorragende Dokumentation etwas von ihrer Glaubhaftigkeit verlieren. Abschließend ist noch eine kleine Bildergalerie vorhanden, in der Presse- sowie Szenenfotos zu sehen sind.
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Fazit
Auch wenn der nun folgende Vergleich aufgrund der filmischen Thematik von Auschwitz etwas unpassend erscheint, so ist das Vorgehen doch identisch. Wie einst Jess Franco nutzt auch Uwe Boll die Gunst der Stunde, um gleich drei Filme in ein und derselben Kulisse drehen zu können. Doch damit auch schon genug. Sind "Bloodrayne 3 - The Third Reich" und "Blubberella" nette Trashkost, bietet Nummer 3 filmhistorisches Hintergrundwissen über einen Nebenschauplatz des 2. Weltkriegs:
Es geht um das Konzentrationslager Auschwitz bzw. ein fiktives Lager, das stellvertretend für alle Konzentrationslager stehen soll. Boll bemüht sich, einen realistischen Tag in einem KZ aufzuzeigen, ohne vorher durch einen Hollywood'schen Hochglanzeinblick zu schauen. Dies ist ihm über weite Strecken gelungen, weil er nichts beschönigt und knallhart sein recherchiertes Wissen auf Film projiziert. Dies führt zu zahlreichen, sehr heftigen Szenen, beginnend mit Vergasungen bis hin zu Erschießungen kleiner Kinder. Einzig die Dialoge sind nicht unbedingt realistisch gelungen, da einfach zu belanglos. Möglicherweise ist es aber genau so gewesen, das "normale" Leben eines deutschen Offiziers im Konzentrationslager. Weniger gut gefallen mir die Kulisse und Darstellungskünste der Schauspieler, welche die jüdische Lagergefangenen darstellen. Zum einen gibt es trotz des Filmtitels nur ein fiktives KZ, das sehr karg und und damit nicht immer realistisch wirkt, auf der anderen Seite schauspielern die Statisten nicht genug und wandern wortlos und gleichgültig durch die Tür des Straflagers, um dort getötet zu werden. Es kann nicht der Tatsache entsprechen, dass es keine Aufstände gegeben hat und alle schon fast freiwillig in den Tod gegangen sind. In diesen Szenen hätte man sich wirklich mehr Einsatz gewünscht.
Trotz dieses Makels geht das Gezeigte dennoch unter die Haut und verfehlt nicht seine Wirkung, über die vergangene deutsche Geschichte nachzudenken. Dass dies bitter nötig ist, beweisen die schockierenden Interviewsequenzen mit Schülern verschiedener Schularten und Kulturen: Lediglich zwei Jugendliche eines Gymnasiums scheinen sich über die deutsche Vergangenheit im Klaren zu sein. Die restlichen Interviewten hätten mit ihrem erschreckenden Halbwissen besser erst gar nicht vor die Kamera treten sollen. Es wurden die dümmsten Schüler auserkoren, die etwas aus dem Geschichtsunterricht vortragen und von der ersten Minute an zum Scheitern verurteilt sind. Da hilft auch nicht die Ausrede, dass man einen Migrationhintergrund besitzt und sich noch nicht mit der deutschen Geschichte befasst habe. Da darf man nur noch den Kopfschütteln und laut "Armes Deutschland" rufen. Weiterhin gibt es Archivmaterial mit einer Rede von Adolf Hitler zu sehen, welches den Schülern hoffentlich etwas Nachhilfe so über einer der größten Verbrecher der Menschheit gibt.

Die DVD von Savoy bietet "Auschwitz" in durchweg guter Bild- und Tonqualität. Ebenso liefert das Bonusmaterial noch interessantes Hintergrundwissen zur Thematik. Sicherlich ist Bolls Film kein echter Meilenstein, doch immerhin ist seine Interpretation des Themas nicht so verlogen, wie die meisten Großproduktionen aus Hollywood. Außerdem hätte man Derartiges von Uwe ganz sicher nicht erwartet: Hier zeigt er seinen Kritikern, dass er auch mit kritischen Stoffen gut zurecht kommt.



Bilder der DVD




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