Wer bei Titel und Coverdesign auf einen neuen Film mit Jackie Chan hofft, wird schon nach kurzer Zeit enttäuscht sein. Denn während der deutsche Titel "Jackie Chan - Kung Fu Master" nicht unbedingt falsch ist, trifft es der internationale Titel "Looking for Jackie" deutlich besser. Ganz so lange muss man allerdings anfangs nicht suchen, denn die Geschichte beginnt mit einem netten Martial Arts-Auftritt Chans, der sich allerdings zügig als Traum eines heranreifenden Teenagers entpuppt. Dieser ist ein Riesenfan von Jackie Chan und möchte sein Idol unbedingt treffen, um an seiner Seite Kung Fu zu lernen. Zhang, so der Name des Jungen, lebt in Indonesien, ist aber in China geboren. Mit der chinesischen Sprache hapert es allerdings, so dass sein Klassenabschluss gefährdet ist und seine Mitschüler ihn hänseln. Als er in den Ferien nach Peking zu seinen Großeltern geschickt wird, ist Zhang alles andere als begeistert. Erst als er erfährt, dass sich Jackie Chan ebenfalls für einen Filmdreh in Peking aufhält, tritt er die Reise an. Doch statt auf direktem Weg zu seinen Großeltern zu gelangen, tritt Zhang auf der Suche nach Jackie von einem Fettnäpfchen ins nächste.
"Jackie Chan - Kung Fu Master" ist eine Mischung aus Drama und Komödie mit ein paar vereinzelten Martial Arts-Einlagen. Jackie Chan spielt sich selbst, ist kurz zu Beginn des Films zu sehen und gibt sich dann erst zum Ende hin noch einmal die Ehre, um dem jungen Zhang ein paar Weisheiten kundzutun. Fans von Chan werden sich wohl etwas auf den Schlips getreten fühlen, haben sie doch etwas anderes erwartet. Ansonsten erinnert dieser Film ein wenig an Chans amerikanischen Ausflug "Karate Kid". Nur eben, dass Chan dort wesentlich mehr Screentime erhielt. Diese chinesische Version achtet hauptsächlich darauf, dem Jungdarsteller möglichst viele pädagogische Empfehlungen mit auf den Weg zu geben. Leider wollten die Regisseure etwas zu viel von diesen Erziehungsmethoden unterbringen, woraus viele Brüche entstehen, die die Suche nach Jackie Chan sehr unglaubwürdig werden lassen. Zudem spielt der Hauptdarsteller des Zhang für meinen Geschmack etwas zu hochnäsig - dass er in der Schule also mal vermöbelt wird, ist nicht ganz ungerecht. Ständig nervt Zahng mit frechen Antworten und behandelt diejenigen, die im helfen wollen, ungerecht. Erst nachdem er entführt wurde und einer Polizisten das Leben rettet, kommt etwas Normalität in seinen Verstand und damit steigen zumindest die Sympathiepunkte. Seine Suche nach Jackie Chan kommt mir etwas an den Haaren herbeigezogen vor, u.a. weil es nicht typisch für die asiatische Kultur und die Mentalität der Menschen dort ist. Das sieht wohl auch Chans Charakter so, der eine Moralpredigt anbringen darf. Der Humor ist ebenfalls auf ein junges Publikum zugeschnitten, kann aber auch ältere Semester zum Schmunzeln anregen. Highlights sind schließlich die Kampfsequenzen, die sich über den Film verteilen. Wunder sollte man zwar auch bei diesen nicht erwarten, jedoch sind die Choreografien ansehnlich und man merkt, dass Jackie Chan ordentlich mitgeholfen hat, diese Szenen gut umzusetzen.
Die DVD aus dem Hause MIG überzeugt mit einer guten Bild- und Tonqualität. Auch das Bonusmaterial ist sehenswert, wenn auch aufgrund fehlender Untertitel nur zum Zuschauen zu gebrauchen. Einzig der kleine Etikettenschwindel mit der Titel- und Covergestaltung hätte nicht unbedingt sein müssen, auch wenn der Käufer mit der Etikette Jackie Chan eher mal einen Blick reinwerfen wird.
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