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MEX 1976
Originaltitel:Supervivientes de los Andes
Alternativtitel:Survive!
Länge:81:39 Minuten (gekürzte Exportfassung)
Freigabe:juristisch geprüft, strafrechtlich unbedenklich
Regie:René Cardona
Buch:Charles Blair Jr., René Cardona Jr.
Kamera:Genaro Hurtado, Luis Medina
Musik:Gerald Fried, Raúl Lavista
Darsteller:Hugo Stiglitz, Norma Lazareno, Luz María Aguilar, Fernando Larrañaga, Lorenzo de Rodas, Pablo Ferrel, Leonardo Daniel, Sara Guasch, Ernesto Gallardo, Gloria Chávez, José Elías Moreno, Miguel Ángel Ferriz, Carlos Cámara
Vertrieb:CMV-Laservision
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:27.08.2010 (Kauf)



Inhalt
Ein Flugzeugabsturz in den Anden. Die Überlebenden sind hoffnungslos gefangen in einer Hölle aus Eis und Schnee. Nach quälenden Tagen erfahren sie aus dem Radio, dass man die Suche nach ihnen aufgegeben hat. Verletzungen, die Kälte und Lawinen fordern weitere Opfer. Die Kräfte der Überlebenden schwinden jedoch von Tag zu Tag, denn alle Vorräte sind inzwischen aufgebraucht. Sie sehen nur noch eine einzige Chance zu überleben: die im Schnee liegenden gefrorenen Leichen ...

Bild
Format1,33:1 (Vollbild)
NormPAL
 Inhaltlich mag "Überleben!" nicht unbedingt ein Kandidat für die Trash Collection sein. Es scheint eher das schlechte Master die Basis zur Einordnung in diese Reihe zu bilden, denn die DVD präsentiert den Film in einem Vollbild, das an eine Videokassette erinnert. Das stürmische Wetter und die schweren Bedingungen dank Kunstschnee sind gar nicht so ausschlaggebend für diese Einschätzung, sondern sämtliche abgenutzt aussehende Szenen. Die schwache Farbgebung passt zumindest zum eintönig grauen Hintergrund, der vom mittelmäßigen, etwas überstrahlenden Kontrast gezeichnet ist. Bildausfälle bleiben aus, eine Menge kleiner Verschmutzungen und auch mal Laufstreifen ziehen sich allerdings durch den gesamten Film. Die Schärfe lässt den Film noch gut erkennbar bleiben, will heißen: man muss nicht Angst haben, dass etwas verschwimmt. Aber auch hier zeigt sich die etwas schwammige Vorlage nicht von der besten Seite, zumal das Rauschen noch mit Verpixelungen der Kompression vermischt. Wie eingangs erwähnt, wäre es für einen Trash-Film absolut ausreichend, weil "Überleben!" allerdings in einer anderen, besseren Liga spielt, wäre es schön gewesen, das auch in der Bildqualität wiederzufinden.
 ++/---

Ton
FormateDolby Digital 2.0
SpracheDeutsch
Untertitel-
 Beim Ton sieht es sehr ähnlich aus: Sämtliche Geräusche klingen etwas dumpf, was für einen Film von 1976 verständlich ist, aber besitzen auch stark verschlierende Charakteristika. Die Musik tüdelt deswegen relativ ereignislos im Hintergrund herum, während die deutschsprachigen Dialoge mit mäßiger Verständlichkeit den Rest des eingeschränkten Klangbildes ausmachen. Die charismatischen Sprecher im Deutschen lassen zumindest nicht den Wunsch nach einem Originalton aufkommen.
 ++----

Extras
Extras
  • Langfassung (106:39 Min.)
  • Trailer (2:23 Min.)
  • Bildergalerie (1:51 Min.)
  • Trailer (14:26 Min.):
    • Birds Of Prey
    • Blutgericht am Amazonas
    • Guayana - Kult der Verdammten
    • Tornado
    • SOS Bermuda-Dreieck
Verpackungkleine Buchbox
 Die Langfassung war nie in deutscher Sprache erhältlich, weswegen sie auf dieser DVD nicht Hauptprogramm, sondern lediglich Teil des Bonusmaterials ist. Ansonsten ist die mit spanischem Originalton und festen englischen Untertiteln versehene Version aber einen Blick wert, denn die Bildqualität ist besser als der Hauptfilm und die zusätzlichen Passagen gehen etwas mehr auf die Hintergründe der einzelnen Charaktere ein, was sehr interessant ist. Der Trailer in englischer Sprache ist wie nicht anders erwartet sehr reißerisch ausgefallen - passt ja! In der Bildergalerie bekommt man dann sehr schöne Motive angeboten, schaut also ruhig mal rein.
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Fazit
Den mexikanischen Filmschaffenden René Cardona mag man zwar eher aus dem Horror- bzw. Trashfilm-Sektor kennen (siehe "Draculas Tochter und Professor Satanas"), mit seinem überraschend ausgewogenen und Alternativcoverernsthaften "Überleben!" hat er allerdings einen hervorstechend überzeugenden Beitrag zum Katastrophenfilm geliefert. Sein Sohn René Cardona Jr. tat es ihm ein Jahr später mit "SOS Bermuda-Dreieck" und Interner Link"Tornado" gleich, ohne allerdings die Klasse dieses frühen Schockers zu erreichen.
Trotz dem Hugo Stiglitz in allen drei Produktionen mitwirkte, geht es hier am Dramatischsten zu: Eine kleines Flugzeug schrammt beim Versuch, während eines Schlechtwettergebietes die Anden zu überqueren, an einem Berg auf. Zwar überleben viele der Passagiere den direkten Absturz, doch ihre weiteren Überlebenschancen sind mittem im Winter und wegen der schwierigen Verhältnisse für die Suchtrupps wesentlich schlechter als man anfangs vermuten könnte. Hoffnungsvolle Momente sind rar gesät und kurz gehalten, denn in dieser unmenschlichen Umgebung sterben die Verletzten und Hungrigen wie die Fliegen.

Zwar scheint es mir manchmal etwas unrealistisch, dass die anfangs 40 Überlebenden mehrere Wochen in der eisigen Kälte ausharren können, fast ohne Nahrung und Wasser. Mr. Cardona zerstreut diese Gedanken immer wieder mit Momenten, in denen sich einige der Gruppe aus ihrer passiven Rolle herauslösen und sich selbst zu helfen versuchen. Zuerst wird ein Rettungstrupp organisiert, der wichtiges Material aus dem abgebrochenen Teil des Wracks bergen soll. Später stellt man sich dem Gedanken, dass man es nur noch einen weiteren Monat überleben kann, wenn man beginnt, die Toten zu essen.
Die vorherrschende Anspannung und die Psychologie, die weite Teile des Films beherrscht und so interessant gestaltet, lassen die 80minütige Tortur zu einem Erlebnis für den Zuschauer werden. Der muss sich allerdings darauf einstellen, dass er einige höchst unappetitliche Szenen zu Gesicht bekommt, wenn es um die behelfsmäßige Verarztung der Verletzten und später ums Leichenfleddern geht. Das brachte dem Film damals eine Indizierung ein, die mittlerweile aufgehoben ist. Die deutsche Prüfbehörde war offensichtlich dumm genug, diesen Film hier als Fiktion eines Brutalo-Regisseurs zu vermuten. Dabei basiert der Film zu großen Teilen auf dem wahren Unglück des Uruguayan-Air-Force-Fluges 571, dass 1972 über den Anden abstürzte und bei dem fast 2/3 aller Reisenden umkamen.
Die deutsche DVD versetzt zurück ins Videozeitalter. Die Langfassung im Originalton wiegt das allerdings etwas auf.



Bilder der DVD




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