Im Gegensatz zu Ajas Big-Budget- "Remake" ist "Mirrors 2" eine kleine Produktion, die sich aber viel näher am japanischen Original orientiert und mehr auf dunkle Gänge und Suspense wert legt als sein Vorgänger. Natürlich ungeachtet dessen, ob es funktioniert oder nicht. "Return to House on Haunted Hill"-Regisseur Victor Garcia setzt seltener auf bombastische Effekte und versucht die Geschichte wieder näher zurück an seinen Ursprung zu bringen, was jedoch nur im Ansatz funktioniert. Denn wenn man ganz ehrlich ist, ist "Mirrors 2" nicht mehr als eine aufgeblasene Episode einer x-beliebigen Mysteryserie. Die Hintergrundgeschichte wirkt abgenutzt und enttäuschend, reicht aber auch, um die knapp 86minütige Geisterverfilmung ein wenig voran zu bringen. Nick Stahl ( "Terminator 3") spielt hier die Hauptrolle als traumatisierten Sohn des Kaufhauschefs, der durch einen Autounfall seine Freundin verloren hat und sich seitdem die Schuld für ihren tragischen Tod gibt. Um wieder auf die Beine zu kommen, darf er als Nachtwächter in dem Kaufhaus seines Vaters arbeiten, nachdem sein Vorgänger in der Anfangssequenz von seinem eigenen Spiegelbild verstümmelt wird.
Das hier irgendwas nicht stimmt, merkt der Zuschauer also schnell. Die Hintergründe sind erstmal nicht wirklich ersichtlich, obwohl man sehr schnell ahnt, dass die verschwundene Angestellte etwas mit den mysteriösen Vorfällen zu tun hat. Stahls Charakter und sein Trauma bleibt trotz kleiner Rückblenden, Therapiesitzungen etc. sehr zweidimensional bzw. erfüllt eigentlich nur den Zweck, den Zuschauer auf den nächsten Spiegeleffekt und die nächste Mordsequenz vorzubereiten. Ebenso gestaltet es sich mit Emmanuelle Vaugier ( "Saw 2"), die die Schwester der verschwundenen und als Geist mordenden Stephanie Honore ( "Final Destination 4") spielt und zusammen mit Stahl versucht, das Rätsel zu lösen. Das passiert dann herrlich unoriginell. Selbst der Showdown reißt es als solcher nicht heraus, denn irgendwie bietet die Auflösung nichts, was der Zuschauer nicht schon vermutet hätte.
Lediglich die Effekte haben es trotz einer Freigabe von 16 Jahren in sich. Hier ist die deutsche Fassung identisch mit der US-Unrated-Version, sprich: noch blutiger als sein Vorgänger. Ein Protagonist muss Glassplitter kauen und schlucken während sein Spiegelbild genüsslich nachlegt. Beim nächsten werden gleich die Achillesversen durchgeschnitten und der Bauch aufgeschlitzt, damit das frisch zubereitete "Steak" mehr Freiraum hat. Christy Carlson Romano bekommt noch eine Nacktszene ins Drehbuch geschrieben, denn unter der Dusche stirbt es sich bekanntlich am Besten. Der Zuschauer darf sich also erst an ihrem Körper satt sehen, bevor sie unter der Dusche enthauptet wird. Das alles ist sehr explizit und gut umgesetzt, rettet den Film aber nicht davor, inhaltlich nicht mehr als eine 08/15-Fortsetzung zu sein. Es fehlt an Ideen, Innovationen und Substanz. Für einen kurzweiligen Geisterfilm scheint es dennoch zu reichen, denn er ist leicht zu konsumieren und ebenso leicht wieder zu vergessen.
Die DVD ist technisch einwandfrei produziert und erscheint in der unzensierten Unrated-Version auf DVD. Eine Blu-ray wird es erst einmal nicht geben. Die DVD erscheint ohne FSK-Wendecover.
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