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IT 1972
Originaltitel:Rivelazioni di un maniaco sessuale al capo della squadra mobile
Alternativtitel:Bad Girls
aka. Penetration
aka. Confessions of a Sex Maniac
aka. Gymna kormia sta dyhtia tou dolofonou
aka. Morte viene dal buio, La
aka. O anomalos dolofonos
aka. Revelations of a Sex Maniac to the Head of the Criminal Investigation Division
aka. So Naked, So Dead
aka. So Sweet, So Dead
aka. Slasher ... is the Sex Maniac!, The
aka. Slasher, The
aka. So schön - So nackt - So tot
Länge:96:43 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Roberto Bianchi Montero
Buch:Luigi Angelo, Roberto Bianchi Montero, Italo Fasan
Kamera:Fausto Rossi
Musik:Giorgio Gaslini
SFX:Vitantonio Ricci
Darsteller:Farley Granger, Sylva Koscina, Silvano Tranquilli, Annabella Incontrera, Chris Avram, Femi Benussi, Krista Nell, Angela Covello, Fabrizio Moresco, Andrea Scotti, Irene Pollmer, Luciano Rossi, Jessica Dublin
Vertrieb:Camera Obscura
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:30.04.2010 (Kauf)



Inhalt
Frauen werden beim Seitensprung von einem mysteriösen Killer beobachtet, fotografiert und anschließend ermordet. Diverse Beweisfotos werden auf den Leichen liegen gelassen. Prof. Casali (Chris Avram) liefert interessante Informationen über ein mögliches Motiv und über die Vorhergehensweise des Täters, aber Kommissar Capuana (Farley Granger) ist weiterhin ratlos. Verdächtige gibt es zwar reichlich, aber offensichtlich sucht die Polizei in den falschen Kreisen ...

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 Unter den in den letzten Jahren immer wieder sehr guten Veröffentlichungen italienischer Filme nimmt diese DVD noch einmal eine Sonderstellung ein, weil die durchweg verblüffend gute Qualität das Alter bestens verbergen kann. Die Detailschärfe bleibt in Bewegungen konstant hoch, Rauschen ist bis auf eine sehr schwache Bewegung im Hintergrund kaum noch zu sehen und die Farbkraft wurde sichtlich aufgefrischt. Lediglich ein paar Kratzer befinden sich noch auf der Vorlage, die weitgehend verlustfrei digitalisiert wurde. Selbst die aus einem schlechteren Master eingefügten Erotikszenen, auf deren mindere Qualität eine Texttafel vor Filmbeginn hinweist, sind nicht so schlecht, dass man sich dran stören müsste. Für die superbe Bildqualität ist eine unverschämt hohe Wertung von 5 Punkten deswegen nicht zu wenig - mit Altersbonus, versteht sich!
 +++++-

Ton
FormateDolby Digital 2.0 Mono
SpracheDeutsch, Italienisch
UntertitelDeutsch, Deutsch für nicht synchronisierte Szenen, Englisch
 Dem deutsche Ton gelingt freilich nicht jene glasklare Klangqualität, wie man sie im aufgefrischten, eventuell sogar neu eingespielten Menu-Musikstück hört. Aber das ist auch im italienischen Originalton nicht möglich. Beide entsprechen den Ansprüchen an einen fast 40 Jahre alten Film, dessen Höhenwiedergabe etwas dünn, aber noch erkennbar ist und dessen Dialoge bereits ein wenig dumpf klingen. Die deutsche Synchro besitzt sogar noch etwas mehr Spritzigkeit - sowohl qualitativ, als auch bezogen auf die Übersetzung - und lässt auch die Musik etwas feiner klingen. Fast schon obligatorisch für Genre und Entstehungszeitraum des Filmes sind politische Szenen, die damals ihren Weg nicht in die deutsche Fassung fanden und nun deutsch untertitelt werden können. Aber auch an eine komplette deutschsprachige Untertitelung wurde gedacht.
 ++/---

Extras
Extras
  • 8-seitges Booklet
  • Audiokommentar von Chrsitian Keßler und Marcus Stiglegger
  • Feature: Revelations of a Jazz Maniac (21:00 Min.)
  • Fotoroman (25:13 Min.)
  • Fotogalerie (15 Bilder)
VerpackungDigipack im Pappschuber
 Wer die DVD erworben hat, darf sich über einige wirklich interessante Sachen freuen. Dazu gehören bereits die Verpackung, das stilvolle Menu und die Tatsache, dass es von dieser DVD nur 2000 Stück geben wird. Letzteres ist für den deutschen Markt zwar viel, weil aber die DVD dank deutscher und englischer Untertitel auch fürs Ausland interessant ist, könnte sie relativ schnell vergriffen sein. Aus jenem Grunde wurde auch das Booklet, das Christian Keßlers Huldigung an diesen tollen Film enthält, zweisprachig gehalten. Gleichfalls sprachen er und der Genre-erfahrene Filmjournalist Marcus Stiglegger einen Audiokommentar ein, der inhaltlich vollends überzeugt, weil er reichhaltige Analysen beherbergt. Nur würde es Herr Stiglegger nicht schlecht stehen, wenn er sich dem Humor seines Aufnahmepartners nicht so kühl gegenüberstellen würde. Das unter dem Titel "Revelations of a Jazz Maniac" auf der DVD befindliche Interview mit Komponist Giorgio Gaslini sollte zur Pflichtsichtung eines jeden Italo-Fans werden, denn was der Musiker alles an Gedanken und Einblicke ins Geschäft aus seinen Erinnerungen holt, ist höchst interessant. Es geht um erste Jobs, um die Rolle der italienischen Filmmusik im internationalen Wettbewerb, natürlich um jene zu diesem Film, unterteilt in einzelne Themen, und um die Hassliebe zum Filmgeschäft allgemein. Signore Gaslini wird man demnach gefesselt 20 Minuten lang zuhören wollen. Neben einer Bildergalerie, die u.a. ein griechisches Tape enthält, hat man außerdem Zugriff auf den Fotoroman, also der aus Filmeinzelbildern bestehenden Comic-Version des Stoffes, deren Sprechblasen natürlich per Untertitel lesbar gemacht werden können. Eine nette Funktion, die mir auf dieser DVD das erste Mal begegnet, ist die Möglichkeit, die animierten, aber kompakten Menu-Übergänge zu deaktivieren, um sich schneller durchklicken zu können.
 +++/--

Fazit
- "Was heißt denn hier schon betrogen? Sie betrog mich und ich sie. Das ist schon lange kein Grund mehr, jemanden umzubringen. Das ist ein Gesellschaftsspiel, nichts weiter." (Filmzitat)

Politisches Kino mit einem hohen Grad von Unterhaltsamkeit in Einklang zu bringen, das gelang besonders den Italienern in den 60ern und 70ern in einer Vielzahl von Filmen. "Schön, nackt und liebestoll", der des deutschen Titels wegens eher an eine frivole Alpenkomödie als an einen reinrassigen Giallo erinnert, ist ebenfalls so eine vielschichtige Verfilmung, die man wegen seiner gesellschaftlich kritischen Untertöne mögen wird, oder wegen seiner für einen Krimi ungewöhnlich expliziten Darstellung von nackten und toten Tatsachen. Oder - und das ist am wahrscheinlichsten - wegen beidem!
In dieser Mordserie hat es ein anonymer Messermörder auf die Gattinnen reicher und berühmter Männer des Landes abgesehen. Brisant wird es nicht nur wegen der ungewöhnlichen Brutalität, mit der der Unbekannte seinen (fast immer nackten) Opfern zu Leibe rückt, sondern dass die Ziele stets Paradebeispiele von Untreue sind. Denn jeder Toten, die irgendwann in einer an Nekrophilie grenzenden Art und Weise auf der Bahre des Leichenschauhaus landet, lässt sich einwandfrei eine Affäre mit einem meist jüngeren Liebhaber nachweisen. Scheinheiligkeit und Doppelmoral eröffnen sich dem Zuschauer, wenn er erfährt, dass der Witwer ebenfalls mit Seitensprüngen seine brüchige Ehe zu überbrücken versucht und die wohlbetuchten Damen im Schönheitssalon ganz offenkundig ihre neuesten erotischen Eroberungen preisgeben.
In diesem Sündenpfuhl mutet Inspektor Capuana, der im Privatleben seine Erfüllung gefunden hat, wie ein Engel der Unschuld an. Zwar soll er umgehend für die Aufklärung der Fälle sorgen, allerdings obliegt ihm eine hohe Diskretion, schließlich handelt es sich bei den Verbliebenen um hochrangige Poltiker und Beamte, die eine Veröffentlichung pikanter Details mit aller Macht verhindern. Der US-Amerikaner Farley Granger ("Der Fremde im Zug", Interner Link"Die rechte und die linke Hand des Teufels"), der hier Capuana übernahm, entfernt sich weit vom sonst raubeinigen Polizisten, denn der Handlungsspielraum seines Charakters ist eingeschränkt und somit seine Rolle sehr passiv. Er ist fast wie ein Totengräber, der den Verstorbenen nicht nachtrauert, sondern lediglich seinen Dienst verrichtet. Dem Verderben kann er ohnehin nichts entgegensetzen und die Motive des Mörders, nämlich Rache für Untreue zu nehmen, liegt ihm nicht sonderlich fern. Als besonderes Merkmal bringt er einen Hauch von Verletzlichkeit in seine Rolle ein, was - man mag es kaum glauben - der Figur sehr gut zu Gesicht steht.
Die Inszenierung ist stilvoll, sehr gut besetzt, u.a. mit der Interner Linkheißen Katze Sylva Koscina und der grazilen Annabella Incontrera (Interner Link"Das Geheimnis der blutigen Lilie"), und mit jeder Menge Schauwerte geschmückt. Spannend bleibt der Film durchweg, denn während man den potenziellen Opfern keinerlei Mitgefühl entgegenbringt, geraten einige unschuldige Charaktere in den Sog des Verbrechens, denen man es nicht wünscht. Die Krimihandlung nach dem typischen "Schwarzer Handschuhmörder"-Prinzip wird mit einer Menge roter Heringe interessant gehalten und ist mit einem deftigen Schlussakt versehen, der in Erinnerung bleiben wird. Wer mit dem Genre nur ein wenig anfangen kann, wird hier einen weiteren Höhepunkt desselben erleben dürfen. Besonderer Dank gilt dem Vorzeige-Label Camera Obscura, das einen weiteren tollen Film in einer noch besseren Fassung veröffentlicht hat.

Übrigens: Die später erstellte Version des Films mit Porno-Inserts ist nicht auf der DVD enthalten. Die Produzenten und Darsteller genierten sich wohl etwas bei der Vorstellung, dass die ganze Welt nun in den Genuss dieser absonderen Version kommen würde. Demnach ist auch nicht davon auszugehen, dass man diese Szenen jemals auf einer offiziellen DVD sehen wird.



Bilder der DVD




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