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RU 2007
Originaltitel:Putevoy obkhodchik
Alternativtitel:Trackman
aka. Rööpaseadja
Länge:76:54 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Igor Shavlak
Buch:Valery Krechetov, Viktor Sorokin
Kamera:Ilya Boiko, Fedor Lyass
Musik:Lev Zemlinski
SFX:Ilya Churinov
Darsteller:Dmitri Orlov, Svetlana Metkina, Aleksandr Vysokovsky, Yuliya Mikhailova, Aleksei Dmitriyev, Oleg Kamenshchikov, Tomas Motskus, Svetlana Gudkova, Igor Shavlak
Vertrieb:Movie Power / KNM
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:26.08.2010 (Verleih) / 23.09.2010 (Kauf)



Inhalt
Ein paar Männer rauben eine Bank in der Innenstadt von Moskau aus. Nach einem tödlichen Shootout mit den Wachen nehmen die Verbrecher mehrere Geiseln und fliehen in ein verlassenes Tunnelsystem unter der Stadt. Doch der Polizei zu entkommen, fordert einen fatalen Preis. Keiner von ihnen hätte die Legenden geglaubt. Doch sie sind wahr. In den Tunneln unter der Stadt geht ein maskierter Serienkiller um, der jeden tötet, der es wagt, sein Reich zu betreten. Wer ihm in die Hände fällt, verliert nicht nur sein Leben, sondern auch seine Augen.

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 Obwohl ein Großteil des Films in der Dunkelheit bzw. bei schummrigem Licht spielt, weiß der anamorphe Transfer zu gefallen. Der Regisseur und sein Team wussten offensichtlich genau, worauf es ankommt, denn der Kontrast ist fast tadellos, was sich im detailreichen Bildes und der überzeugender Schärfe widerspiegelt. So werden durchgehend viele Details geboten, die dafür sorgen, dass das Bild auch über große Betrachtungsflächen ansprechend präsentiert wird. Die Farben überzeugen mit kräftigen und natürlichen Tönen, die allerdings in sehr dunklen Szenen an Intensität verlieren. Auch der Schwarzwert wirkt sehr satt, sorgt aber nicht für Probleme, sondern arbeitet perfekt mit dem Kontrast zusammen. Rauschen tritt nur in sehr geringem Ausmaß auf und die Kompression macht nur sehr selten etwas auf sich aufmerksam. Somit bietet "Trackman" gerade für eine kleine Produktion ein wirklich gutes Bild, dem wir gern knapp 5 Punkte attestieren.
 +++++-

Ton
FormateDolby Digital 5.1 (Dt.,Ru.), Dolby Digital 2.0 (Dt.)
SpracheDeutsch, Russisch
UntertitelEnglisch
 Die Akustik der deutschen Dolby Digital 5.1-Spur kann mit dem Bild allerdings nicht mithalten. Das liegt an der etwas gewöhnungsbedürftigen Synchronisation, weil einige Sprecher absolut unpassend besetzt wurden, aber auch am Mix selbst. Gerade das ungleiche Lautstärkeverhältnis zwischen den einzelnen Boxen ist nicht gerade für ein homogenes Klangbild förderlich. Die hinteren Effektlautsprecher wurden im Vergleich zur Front zu laut abgemischt und der russische Originalton ist immer noch deutlich aus diesen herauszuhören. Zwar ist dies nur bei dialoglosen Szenen der Fall, doch verwirrt es und wirkt sich auch störend auf die Kulisse aus, wenn beispielsweise eine Person mit verschiedenen Stimmen gleichzeitig schreit. Zumindest beeinflusst das nicht die Dialogverständlichkeit und einige Hintergrundgeräusche aus den Rears tragen etwas zur Atmosphäre bei. Der russische Originalton gefällt schon besser, weswegen es schade ist, dass es lediglich englische, aber keine deutschen Untertitel gibt. Die Rears arbeiten den Klang zwar nicht so prägnant heraus wie im Deutschen und es fehlt an Direktionalität, aber aufgrund der Natürlichkeit und des homogeneren Klangs ist der O-Ton der deutschen Fassung voraus. Zudem befindet sich noch eine Stereospur der deutschen Fassung auf der DVD, die aber wegen der Abmischungsprobleme der 5.1-Spur ebenfalls nicht überzeugen kann. Gerade die Dialoge hätten etwas differenzierter klingen müssen. So jedenfalls ergibt sich lediglich Mittelmaß, was bei einer Neusynchronisation etwas enttäuscht.
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Extras
Extras
  • Russischer Trailer 1(2:02 Min.)
  • Russischer Trailer 2 (1:25 Min.)
  • US-Trailer (1:06 Min.)
  • Making of (13:23 Min.)
  • Behind the Scenes (12:52 Min.)
  • Trailershow:
    • Special Force HK 1 (1:52 Min.)
    • Special Force HK 2 (1:55 Min.)
    • Death Warrior (2:08 Min.)
    • Into the Gangland (1:35 Min.)
    • Death Box (2:12 Min.)
    • Vampires in the Twilight (2:20 Min.)
    • Ghetto Dogz (2:02 Min.)
    • Deadly Chucky Dolls (1:17 Min.)
    • Dragon - Die Drachentöter (1:04 Min.)
    • Menace (0:46 Min.)
VerpackungKeepCase mit FSK-Wendecover
 Wo liegt der Unterschied zwischen einem Making of und einem Behind the Scenes-Feature? Eine Antwort bietet das Bonusmaterial von "Trackman" nicht, denn während das Behind the Scenes-Feature lediglich einen Blick hinter die Kulisse im Untergrund liefert, zeigt das Making of einen Blick auf die Oberwelt, genauer genommen der Bankraubsequenz. Diese zusammengefasst knapp 30 Minuten sind kaum aussagekräftig, aber zumindest nicht uninteressant, weil tatsächlich in einem echten Stollen gedreht wurde. Neben drei Trailer zum Film bietet die DVD noch weitere aus dem Programm des Anbieters.
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Fazit
Die Zeiten, in denen sich osteuropäische Produktionen verstecken mussten, dürften schon lange vorbei sein. Viele Veröffentlichungen haben den Produktionsstandard von amerikanischen oder westeuropäischen Filmen angenommen, was leider auch für so manches Drehbuch gilt. Denn während manch exotisches Werk mit frischen Ideen und toller Ausstattung punkten konnte, gilt das für den von Movie Power veröffentlichten "Trackman" nicht. Das Cover ist gelungen, auch optisch macht der Film dank seines Handlungsortes (ein altes Stollensystem unter Moskau) einiges her, ansonsten bietet diese russische Direct-to-Video-Produktion allerdings nur handelsübliche US-Slasher-Standardkost. Sam Raimi erkannte das, nahm sich des Films an und vermarktete ihn in den USA über sein Ghost House-Label, u.a. mit marketingtechnisch gewitztem Unrated-Vermerk. Wären nicht das etwas dreckige Flair und die markanten Gesichtszüge der männlichen Darsteller, hätte Igor Shavlaks Film auch gut ein Ami-Massenprodukt sein können.
Das ist schade, denn die Stollen machen einiges wett - so hätte das Remake von Interner Link"Blutiger Valentinstag" aussehen sollen. Prinzipiell war es das auch schon mit den positiven Seiten des Films, denn mehr als ein übliches Katz- und Mausspiel wird nicht geboten. Auch bleiben die Hintergründe des nett anzusehenden Killers völlig im Dunklen. Wäre nicht ein kleiner Hinweis gegen Ende, würde die Person hinter der Maske womöglich unbekannt bleiben. Dabei fängt der Film richtig gut an, wenn Kinder während der Credits ein russisches Lied singen und dabei gezeichnete Bilder von Tötungen gezeigt werden. Darauf schließt sich sofort der Bankraub und die Flucht in die Stollen an. Doch statt eine ordentliche Hetzjagd zu zeigen, weiß Shavlak wohl nicht so recht, wie er die ganze Chose in Bewegung setzen soll. Trotz der kurzen Laufzeit von knapp 80 Minuten, wird alles andere als Kurzweil garantiert. Der Film zieht sich nämlich ungemein, und der Zuschauer begleitet die illustre Gruppe, in der sich auch weibliche (Quoten-)Geiseln befinden, von einem Gang zum nächsten - bis der Killer auftaucht, seine Arbeit verrichtet und die Gruppe bis zum nächsten Mord weitergehen darf. Doch bis das erste Opfer erst einmal die Bekanntschaft mit dem fiesen Killer macht, ist bereits die erste halbe Stunde des Films rum. Selbst die Spannungen zwischen den Kidnappern und ihren Geiseln sorgen nicht für Nervenkitzel, weil sie kaum vorhanden bzw. unglaubwürdig dargestellt sind. Es fehlt eine ordentliche Charakterisierung der Protagonisten, und Identitätsfiguren. So ist es völlig egal, wer als nächstes den Löffel abgeben darf. Ein paar Hintergründe zum Killer wären ebenfalls nicht schlecht gewesen, denn das beiläufigen Gespräch, das von der Legende eines Serienkiller unterhalb Moskaus berichtet, reicht bei weitem nicht aus. Erst kurz vor Schluss zieht die Spannungsschraube deutlich an und bringt den Film auf ein ordentliches Tempo, was aber nicht über den Durchschnitt herausreicht. Wer nun zumindest auf ein paar blutige Effekte hofft - das Cover gaukelt es einem schließlich vor -, wird wohl ebenfalls enttäuscht werden, denn im Grunde hätte es auch eine 16er Freigabe getan. Da hat die FSK wohl einen schlechten Tag gehabt.

"Trackman" bietet amerikanische Dutzendware aus Russland, die eine uninspirierte Geschichte und absolut keine Überraschungen bieten, sich dank guter Technik und gruseliger Kulisse aber vor der Belanglosigkeit retten kann. Slasherfreunde, die sich an maskierten Killern, gar nicht satt sehen können, dürfen zumindest ein Auge riskieren. Die DVD aus dem Hause Movie Power ist ungekürzt, bietet neben einer guten Bildqualität eine etwas gewöhnungsbedürftige, aber ansonsten ordentliche Synchronisation und kann sogar mit etwas Bonusmaterial aufwarten.



Bilder der DVD




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News"Trackman" - Trailer, Poster & Infos zum russischen Slasher
"Trackman" von Ghost House Underground / Lionsgate
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