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UK 1958
Originaltitel:Fiend Without a Face
Alternativtitel:Ungeheuer ohne Gesicht
Länge:70:58 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Arthur Crabtree
Buch:Herbert J. Leder, Amelia Reynolds Long
Kamera:Lionel Banes
Musik:Buxton Orr
SFX:Karl-Ludwig Ruppel, Florenz Von Nordhoff, Peter Neilson
Darsteller:Marshall Thompson, Kynaston Reeves, Kim Parker, Stanley Maxted, Terry Kilburn, James Dyrenforth, Robert MacKenzie, Peter Madden, Gil Winfield, Michael Balfour, Launce Maraschal, Meadows White
Vertrieb:Anolis
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:06.12.2009 (Kauf)



Inhalt
In der Nähe einer kanadischen Armeebasis kommt es zu unerklärlichen Todesfällen. Mehrere Menschen werden mit schreckverzerrtem Gesicht aufgefunden und nähere Untersuchungen ergeben, dass ihnen jemand oder etwas das Gehirn ausgesaugt hat. Während die Bevölkerung versucht, selbst mit der unsichtbaren Bedrohung umzugehen, ist auch der schneidige Major Jeff Cummings involviert. Er vermutet schon bald einen Zusammenhang zwischen den Toten und den Experimenten eines gewissen Professor Walgate, der von seiner hübschen Assistentin Barbara Griselle unterstützt wird.
Ehe sie sich versehen, stehen die Beteiligten einer monströsen Bedrohung gegenüber, wie sie nur schlimmsten Alpträumen entstammen kann. Eingeschlossen in einem Haus beginnt ein unappetitlicher Überlebenskampf, während dutzende tödlicher Kreaturen versuchen, ihren Opfern die Köpfe leer zu saugen.

Bild
Format1,66:1 (anamorph)
NormPAL
 "Ungeheuer ohne Gesicht" ist mit der deutschen Titelsequenz versehen wurden, was sich allerdings nicht in der Qualität bemerkbar macht. Das originale Breitbild macht wie die meisten Filme der Serie einen guten Eindruck, denn Fehler bekommt man über die gesamte Spielzeit so wenig zu sehen, dass sie eigentlich keine Auswirkung haben. Ein feines Rauschen durchzieht das s/w-Bild, lässt es deswegen allerdings nicht unruhig aussehen. Die Schärfe ist für 50 Jahre altes Material überraschend gut. Besondere Leistungen im Detailbereich erzielt die DVD aber nicht. Da sind andere Filme der Zeit etwas schärfer abgegrenzt. Der Kontrast sorgt vor allem für ein angenehm helles Bild. In wenigen dunklen Passagen muss man allerdings in Kauf nehmen, dass der Schwarzwert nicht deckend genug ist. Das ist allerdings kaum problematisch, das Bild ist ingesamt nämlich sehr gut aufbereitet für eine DVD. Mit Altersbonus deswegen 4 Punkte.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 Mono
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Besonderheiten gibt es beim Ton nicht zu berichten, denn keine der beiden Sprachen besitzt eine fürs Alter überragende Qualität. Andererseits sind auch die Fehler gering ausgefallen: Etwas Rauschen im Hintergrund, ein typisch mittenbestimmter Score und etwas harsche, aber nicht zu sehr übersteuerte Dialoge machen den optional untertitelbaren Monoton aus. Der englische Ton besitzt weniger gedrängte, natürlichere Stimmen, die den Tonfall der Akteure auch etwas besser treffen als die deutsche Version.
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Extras
Extras
  • 12seitiges Booklet
  • 2 Audiokommentare
  • Richard Gordon über "Ungeheuer ohne Gesicht" (3:18 Min.)
  • Trailer dt. (1:46 Min.)
  • Trailer engl. (1:46 Min.)
  • Super 8-Fassung (24:17 Min.)
  • Filmografie Richard Gordon (28 Seiten)
  • Engl. Titelsequenz (4:20 Min.)
  • Filmprogramme (3:59 Min)
  • US-Presseheft (2:03 Min.)
  • Bildergalerie (29 Seiten)
  • Demnächst in der Galerie des Grauens: "Rakete 510" (1:52 Min.)
  • Credits (1 Seite)
  • Hidden Features
VerpackungKeepCase mit FSK-Wendecover
 Der Film hat es wahrlich verdient, dass ihm gleich zwei Audiokommentare zuteil werden. Den ersten spricht der Filmwissenschaftler Dr. Rolf Giesen ein, der allein wegen seiner retrospektiven Aufarbeitung der Filmumstände den Zuhörer begeistern wird. Im zweiten Kommentar sind abermals die beiden Buio Omega-Mitstreiter Christian Keßler und Ingo Strecker zusammen gekommen, die ihre Aufgabe, den Zuschauer mit Informationen und Anekdoten zu versorgen, zwar ernst nehmen, das aber nicht mit zu viel Ernsthaftigkeit tun. Diesmal befinden sich die beiden in einem geheimen Forschungskomplex der US-Armee, von wo aus sie den Film und seine Eigenarten auf herzliche Weise analysieren.
Produzent Richard Gordon ist mit seinem für die Criterion Collection eingesprochenen Kommentar hier zwar nicht anwesend, dafür aber während eines etwa 3minütigen Mini-Interviews. Darin geht er kurz auf die Umstände ein, die zur Verfilmung führten, auf die Effekte und die spätere Vermarktung des Titels. Die Filmografie über Gordon, die aus 28 reichlich bebilderten Seiten besteht, ist absolut fantastisch geworden, weil jede Einzelseite davon sehens- und lesenswert ist. Hier haben sich auch ein paar zusätzliche Dinge versteckt ...
Als Kurzversionen des Films werden die reißerischen, aber inhaltlich gleichwertigen Trailer und eine Super 8-Fassung des Films angeboten. Zwar ist die Qualität von letzterem nur mäßig und es gibt keine Untertitel für den englischen Ton, das Reduzieren der Handlung auf den spannenden Beginn und den actionreichen Schlussteil gefällt mir dafür aber sehr. Eher der Komplettierung halber befindet sich der originale Vor- und Abspann als Extra auf der DVD, denn der Film wurde mit den deutschen Titelsequenzen versehen. Auch bei den weiteren Extras hat man das Gefühl, dass diese nicht nur drauf sind, um den Klappentext zu füllen, sondern aufwendig erarbeitet wurden. Dazu gehört diverses Bildmaterial, das gut leserlich abgelichtet und animiert wurde und ein prall gefülltes Booklet mit Anmerkungen von Ingo Strecker. Außerdem haben sich ein paar Trailer auf der DVD versteckt, die man erst noch suchen muss.
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Fazit
Als Wolf im Schafpelz erweist sich dieser 1959er B-Horror, der seine Ideen aus den Bereichen Monsterhorror und wilden Science Fiction-Ideen rekrutiert, die zuvor in einer Pulp-Kurzgeschichte notiert waren und der Verfilmung ein verheißungsvolles Grundgerüst versprechen. Es dreht sich alles um eine Forschungsstation des Militärs, die etwas abgelegen Radarversuche mit Hilfe von Atomenergie unternehmen, während im Dorf die ersten Bewohner von unsichtbaren Angreifern überwältigt und ausgesaugt werden. Weil beide Parteien nicht so recht wissen, was vor sich geht, die Dörfler dem Treiben auf der Militärbasis aber nicht so recht trauen, kommt es zu kleinen Reibereien, die der Held mit Entschlossenheit und Charisma zu besänftigen versucht. Ein Draufgänger ist Marshall Thompson (auch in "Rakete 510" zu sehen) allerdings keineswegs, sondern ein Redenschwinger.
"Ungeheuer ohne Gesicht" haut den Zuschauer zwar nicht in seiner Gesamtheit aus den Socken, dafür aber während einiger unvergesslicher Schlüsselmomente, die sich definitiv einprägen werden: Hirne mit anhängender Wirbelsäule und Fühlern, die sie nach ihren Opfern ausfahren, um sie anzuspringen und ihnen die Gehirnmasse auszusaugen. Das klingt nach ziemlich harten Tobak - und ist es während der letzten paar Minuten auch, wenn die bizarren Filmmonster wie Zombies ein Haus belagern. Da hilft nur ein gezielter Kopfschuss, der die wülstigen Hirnvampire mit einem für damalige Zeit herben Effekt fast zersplattern lässt und die Zuschauer ziemlich überrascht haben muss.
Ohne dass es während der Handlung vorweggenommenw wird, was denn da mit schmatzenden Geräuschen angekrochen kommt, um seinem Opfer den Todesstoß zu versetzen, wird man hervorragend bei der Stange gehalten. Besonders der Besuch auf dem Friedhof und die schauerliche Entstehungsgeschichte der Monster können begeistern. Dass man die "gesichtslosen Ungeheuer" erst so spät sichtbar werden lässt, ist zwar etwas schade, weil die Stop-Motion-Effekte hervorragend ausgefallen sind und weniger trashig anmuten, als man annehmen könnte, lässt den Film allerdings ausgereifter erscheinen und hebt seine Spannung an. Auch wird dem Film sein Einsatz von Standardszenen rund um den Helden, dessen Filmflamme und den Verursacher der Katastrophe nicht zum Verhängnis, denn es bleibt durchweg interessant und spannend. Wenn zuletzt der Angriff der Kreaturen erfolgt, kann ein mehrminütiger Höhepunkt gesetzt werden, der das Gefühl zurücklässt, dass man wahrlich einen kleinen Klassiker des Genres gesehen hat.

Toller, britischer SciFi-Horror-Film, der nicht nur wegen seiner Monsterkreaturen und der damit verbundenen Effekte punkten kann, sondern auch im langen Handlungsteil davor überzeugt. Dass bis heute niemand Lust hat, die Idee um materialisierte Gedanken weiter zu spinnen, ist ein wenig seltsam, denn es bietet sich fast an, hier mit etwas mehr Action noch mal eine Schippe drauf zu legen.
Wer bereits zuvor mal bei der "Galerie des Grauens" reingeschaut hat, wird sich auch über diese technisch ordentliche und mit viel Bonusmaterial ausgestattete DVD der Reihe freuen können.



Bilder der DVD




Druckbare Version
Ungeheuer ohne Gesicht (Galerie des Grauens #05)
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