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USA 1977
Originaltitel:Eaten Alive
Alternativtitel:Blutrausch
aka. Crocodile de la mort, Le
aka. Death Trap
aka. Death Trap - Die Nacht der Bestie
aka. Eaten Alive - Die Nacht der Bestie
aka. Horror Hotel
aka. Horror Hotel Massacre
aka. Legend of the Bayou
aka. Murder on the Bayou
aka. Starlight Slaughter
Länge:87:05 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Tobe Hooper
Buch:Alvin L. Fast, Mardi Rustam, Kim Henkel
Kamera:Robert Caramico
Musik:Wayne Bell, Tobe Hooper
SFX:Robert A. Mattey, Ken Speed
Darsteller:Neville Brand, Mel Ferrer, Carolyn Jones, Marilyn Burns, William Finley, Stuart Whitman, Roberta Collins, Kyle Richards, Robert Englund, Crystin Sinclaire, Janus Blythe, Betty Cole, Sig Sakowicz
Vertrieb:Epix
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:26.06.2009 (Verleih) / 24.07.2009 (Kauf)



Inhalt
Tief im Sumpfland von Bayou liegt das abgewrackte "Starlight Motel". Hier haust der Zausel Judd und sein Killerkrokodil. Viele Gäste wurden schon bei lebendigem Leibe gefressen, aber als Judd seinem Liebling eine lokale Hure zum Fraß vorwirft, hat er sich das falsche Opfer ausgesucht - der Beginn eines blutigen Schlachtfestes!

Bild
Format1,78:1 (anamorph)
NormPAL
 Das Material sieht etwas mitgenommen aus, wird aber jedem gefallen, der auf Grindhouse-Atmosphäre steht. Dass auf 35mm gedreht wurde, merkt man nicht sofort, denn das Bild ist trotz dezenter (und richtig angewandter) Filterung noch reichlich körnig. Auch die satt herausgearbeitete Farbgebung macht immer wieder Glauben, dass es sich höchstens um 16mm gehandelt haben kann. Die Schärfe mag nach heutigen Maßstäben zwar nur noch durchschnittlich sein, u.a. weil immer wieder Feinheiten unter der Körnung verloren gehen, insgesamt macht das Bild aber einen guten Eindruck. Dass "Eaten Alive" 1977 entstand, sieht man außerdem an hier und da auftretenden und ein wenig korrigiert aussehenden Kratzern. Der satte Kontrast führt in einigen Momenten dazu, dass nicht alles klar und deutlich dargestellt wird. Beispielsweise ist das, wenn Judd unter dem Haus herumkriecht oder Faye das erste Mal zum Hotel in den Sümpfen vordringt. Dass das anamorphe Bild eine sachgemäße Behandlung erfuhr, ist trotzdem sichtbar und ist dem Alter des Filmes angemessen.
 +++/--

Ton
FormateDolby Digital 2.0 Mono
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelEnglisch
 Es gelingt der deutschen Synchro nicht wirklich gut, die Stimmung des Filmes einzufangen. Entweder liegt es an den Sprecher selbst, die zu austauschbar klingen, oder an den etwas lapidaren Mono- bzw. Dialogen, die mich zum sehr viel besseren, englischen Originalton treiben. Dort wird man erstmal mit dem starken Slang zu kämpfen haben, der den gesamten Film durchzieht. Insbesonders deutsche Untertitel wird man vermissen, englische gibt es aber. Qualitativ halten sich die beiden Tonversionen in etwa die Waage. Die deutsche Fassung ist etwas ausgeglichener, aber auch steriler. Im Englischen sind die Nuancen der Figuren wie Atemgeräusche oder ein Seufzen einfach besser herauszuhören. Allerdings schwankt die Sprachqualität hier von "angemessen gut" bis zu "vernuschelt und verrauscht". Etwas Rauschen befindet sich übrigens in beiden Sprachen, aber das sollte absolut nicht stören. Die zwischen kernig und sauber einzuordnende deutsche Synchro ist zumindest klangtechnisch ihre 3 Punkte wert.
 +++---

Extras
Extras
  • Audiokommentar
  • My Name Is Buck: A Look Back At "Eaten Alive" (15:02 Min.)
  • The Gator Creator: Tobe Hooper (19:36 Min.)
  • Der Schlächter von Elmendorf: Die Legende von Joe Ball (23:01 Min.)
  • Fünf Minuten mit Marilyn Burns (5:17 Min.)
  • Alternative Credits & Titelsequenz (2:30 Min.)
  • Hinter den Kulissen: Bildergalerie (95 Bilder)
  • "Starlight Slaughter":
    • Kinotrailer (2:33 Min.)
    • TV-Spot 1 (0:32 Min.)
    • TV-Spot 2 (0:32 Min.)
  • "Death Trap"
    • Jap. Trailer (4:38 Min.)
    • Green Band (1:00 Min.)
    • Red Band (2:01 Min.)
  • "Eaten Alive"
    • Green Band (1:06 Min.)
    • Red Band (2:05 Min.)
    • Radio Spot 1 (0:34 Min.)
    • Radio Spot 2 (1:01 Min.)
  • Trailer "Horror Hotel" (1:35 Min.)
  • Trailershow:
    • Angst (0:51 Min.)
    • H.P. Lovecraft's Necronomicon (1:27 Min.)
    • American Nightmare (1:46 Min.)
    • Bloody Sunday (1:58 Min.)
    • Nympha (1:23 Min.)
    • Sex & Sühne (1:44 Min.)
    • Coupling - wer mit wem? (1:28 Min.)
    • UFO (0:55 Min.)
    • Die Rebellen vom Liang Shan Po (1:30 Min.)
VerpackungKeepCase mit FSK-Wendecover
 Auch diese DVD richtet sich an diejenige, die keine Probleme mit dem Verständnis der englischen Sprache hat, denn Untertitel gibt es zu keinem der Extras, die für die US-DVD produziert wurden. Besonders deutlich wird das beim Extra "Der Schlächter von Elmendorf", welches von einem Nachfahren des titelgebenden Unmenschen aus dem texanischen Elmendorf eingesprochen wurde und demnach besondere Englischkenntnisse erfordert. Die Geschichte von "Eaten Alive" basiert auf der Person Joe Ball, einem Mitglied einer reichen Unternehmerfamilie, der mehrere Menschen ermordet, zerstückelt und an seine Krokodile verfüttert haben soll. Die 23minütige Dokumentation betrachtet Balls Leben als Kriegsdienstleistender, Schnappschmuggler, Barbesitzer und schließlich Mörder und ist mit einer Menge interessantem Material gespickt. Nicht viel anders ist es bei den weiteren Dokumentationen. In "My Name Is Buck" wird auf die filmische Karriere von Robert Englund eingegangen, in "The Gator Creator" spricht Tobe Hooper fast ausschließlich über seinen "Eaten Alive" und Marilyn Burns wird in einem kurzen Interview zu ihren Erinnerungen befragt. Dazu kommt noch ein alternativer Beginn bzw. eine ebenso geänderte Schlusssequenz mit Texteinleitung, eine umfangreiche Bildergalerie mit etwas verbleichtem Material und zu jedem der US-amerikanischen Titel des Films die passenden Trailer. Beim Audiokommentar sind Produzent Mardi Rustam, die Darsteller Roberta Collins, William Finley und Kyle Richards, sowie Effektkünstler Craig Reardon dabei. Allerdings handelt es sich dabei um getrennte Studioaufnahmen, die einfach nur mittels einem einleitenden Moderator zusammengefügt wurden, was wenig reizvoll ist.
 ++/---

Fazit
Stellt man "Eaten Alive" vor, muss man zwangsläufig auch auf Tobe Hoopers Vorgängerfilm Interner Link"The Texas Chainsaw Massacre" zu sprechen komm. Nicht nur, weil letzterer unter Horrorfans zur Legende avancierte und Marilyn Burns wieder mit dabei ist, sondern auch, weil sich beide Filme in vielen Punkten ähneln. Hooper scheint mit "Eaten Alive" die Eckpunkte seines Vorgängerwerks beibehalten zu wollen, allerdings versehen mit etwas mehr Sleaze, Sex und deftigeren Gewaltszenen. Davon gab es schließlich beim Kettensägenmassaker reichlich wenig zu sehen. Der hatte allerdings etwas Magisches, zutiefst Morbides an sich, was Hooper nun nicht mehr einzufangen gelingt - auch wenn er sich redlich bemüht.
Bei vielen Szenen muss ich mich nämlich fragen, ob Interner Link"TCM" nicht ein ungeheurer Glücksfall war: Was dort funktionierte, wird hier durch Übertreibung beinahe lächerlich. Das beginnt bei den Darstellern, die nun namhafter bzw. erfahrener sind, aber ihre Rollen manchmal zu sehr übertreiben. Insbesonders fällt William Finley als nervliches Wrack Roy auf, der später einen etwas sonderbaren Zusammenbruch erlebt. Die Kulisse ist die eines Backwood-Filmes erster Güte, nämlich ein runtergekommenes Hotel am Sumpfrand, das schon seit längerem keine Besenreinigung mehr gesehen hat und in dem jede Diele knarzt. Sein Betreiber ist ein verrückter alter Zausel, dessen irre Selbstgespräche ein Kriegstrauma vermuten lassen. Neville Brand macht eine gute Figur als innerlich zerrissenes Hinkebein, dem das Töten mit jedem Mord immer leicher fällt. Dabei ist er oftmals nur Erfüllungsgehilfe, denn was seine Sense nicht zerschneidet, frisst sein nah am Haus untergebrachter Kroko. Den sieht der Zuschauer nur als Silhouette, die kurz aus dem Wasser springt, um zuzuschnappen, es erfüllt allerdings seinen Zweck. Für mehr empfiehlt sich dann allerdings Hoopers Interner Link"Crocodile" (2000), in dem er seine Idee des wilden Seeungeheuers weiter verarbeitete.
Die Effekte sind nun ausgereifter bzw. erstmalig deutlich sichtbar. Neben einigen nackten Darstellerinnen, die dem Film vermutlich einiges an zusätzlichen Zuschauern eingebracht haben, bekommt man eine Menge blutiges Gekröse zu sehen, das im Stil des Schauplatzes immer dreckig und unangenehm kurz inszeniert wurde.

Um den Film extremer zu gestalten, setzt Hooper auf bis zum Bersten gefüllte Klangcollagen, die den Wahnsinn verstärken sollen. Kommt das nicht zur Anwendung, kontrastiert er angespannte Momente mit beruhigenden Country/Folk-Gedudel. Der richtige Nervenkitzel will sich trotzdem nicht einstellen, weil "Eaten Alive" etwas zu trashig rüberkommt. Das liegt an den einfältigen Reaktion der Figuren, die wie Lemminge ihrem Tod entgegenrennen. Aber auch am gesamten Drehbuch bzw. dem Timing hätte verbessert werden müssen. Die Art, wie die Grüppchen zum Hotel kommen und dort wieder verschwinden, erinnert mich an eine deutsche Verwechslungskomödie der 1950er Jahre, was diesen Film alles andere als ehrt.

Ob man "Eaten Alive" gut findet, kommt etwas drauf an, wie man ihm entgegentritt: In der Erwartung, den Stil von Interner Link"TCM" vorzufinden, wird man enttäuscht. Als bissiger, ungeschliffener und harter Horror-Film ist er auch etwas zu ungeschickt. Wenn man allerdings die Unbedarftheit des Grindhouse-Kinos mit etwas Trash mischt, kommt eine ganze interessant verfilmte Geschichte heraus.
Die Auflage von Epix ist nicht nur ungekürzt, sondern auch mit einer Menge Bonusmaterial gefüllt, das es leider nur in Englisch gibt. Technisch entspricht sie vermutlich dem Machbaren, auch wenn das nicht jedem DVD-Käufer ausreichen mag.



Bilder der DVD




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NewsTobe Hoopers "Eaten Alive - Im Blutrausch" von Epix
Tobe Hoopers "Eaten Alive" als 2-Disc SE
Die Freunde des schrägen Films - Frühjahrsprogramm
Deathtrap - Blutrausch
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