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UK 1959
Originaltitel:First Man Into Space
Alternativtitel:Satellite of Blood
Länge:73:38 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Robert Day
Buch:John Croydon, Charles F. Vetter, Wyott Ordung
Kamera:Geoffrey Faithfull
Musik:Buxton Orr
Darsteller:Marshall Thompson, Marla Landi, Bill Edwards, Robert Ayres, Bill Nagy, Carl Jaffe, Roger Delgado, John McLaren, Richard Shaw, Bill Nick, Roland Brand, Sheree Winton
Vertrieb:Anolis
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:25.01.2010 (Kauf)



Inhalt
Grenzen zu überschreiten war seit jeher das Ziel von Pionieren der Wissenschaft. Auch Lieutenant Dan Prescott sieht sich in dieser Tradition, als er während eines Testfluges mit einem Raketenflugzeug jegliche Warnungen über Bord wirft. Er möchte der erste Mensch im All werden und rast ohne Rücksicht auf Verluste durch die oberen Luftschichten der Erde. Doch als er in einen Sturm aus kosmischer Strahlung und Staub gerät, zeigt sich, dass die Warnungen nicht unbegründet waren. Prescott verliert die Kontrolle, stürzt ab und bleibt verschwunden.
Kurz nach Prescotts Verschwinden kommt es zu seltsamen Berichten über ein blutsaugendes verkrustetes Ungeheuer, das sein Unwesen treiben soll. Prescotts Bruder Chuck untersucht die Angelegenheit und er hat die böse Ahnung, dass ihn mehr mit dem monströsen Wesen verbindet, als ihm lieb ist.

Bild
Format1,33:1 (Vollbild, s/w)
NormPAL
 Das im originalen s/w-Modus gehaltene Vollbild macht einen sehr guten Eindruck, u.a., weil es von sämtlichen Kratzern beseitigt wurde. Allein ein paar kurz flackernde Übergänge und manchmal ein sanftes Ruckeln des Bildstandes zeugen vom Alter. Das Bildrauschen ist auf ein Minimum reduziert, ohne dass es die Detailschärfe sonderlich in Mitleidenschaft zieht. Natürlich zeigt das 50 Jahre alte Material keine Bestleistung bei der Tiefenwirkung mehr, Objekte im Hintergrund sind aber genauso sauber gezeichnet wie im Vordergrund. Man erkennt zwar nicht jede Pore und jedes Haar der Darsteller, Gesichter sind allerdings klar genug. Nicht ganz perfekt ist der Kontrast, der dazu neigt, das Bild etwas dunkler zu zeichnen als es vermutlich sein sollte. Man kann trotzdem alles sehr gut erkennen. Die Kompression spielt die feine Hintergrundbewegung problemlos ab.
 +++/--

Ton
FormateDolby Digital 2.0 Mono
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Trotz ein wenig spitzen Tönen raschelt die deutsche Synchro nicht, sie enthält lediglich ein paar geringe Knackser im Hintergrund. Unter dieser Bedingung kann man sogar behaupten, dass die deutsche Sprachfassung sehr sauber klingt. Lediglich die Musik lässt ein paar Defizite heraushören, die allerdings nicht so weit gehen, dass man die Anlage leiser drehen muss. Die englische Fassung klingt zwar etwas mehr dumpf, kurioserweise aber lebendiger als die deutsche Version. Zu ihr passen die deutschen Untertitel, die beispielsweise einige Rollennamen und den Titel der Rakete gegenüber der deutschen Sprachfassung ändern.
 ++/---

Extras
Extras
  • 12seitiges Booklet
  • Audiokommentar
  • Richard Gordon über "Rakete 510" (3:01 Min.)
  • Trailer dt. (1:51 Min.)
  • Trailer engl. (1:28 Min.)
  • Super 8-Fassung (16:47 Min.)
  • Engl. Originalversion (73:38 Min.)
  • Filmprogramm (1:35 Min.)
  • US Presse-Info (1:11 Min.)
  • Bildergalerie (21 Bilder)
  • Demnächst in der Galerie des Grauens: "Das Ungeheuer von Loch Ness" (1:49 Min.)
  • Credits (1 Seite)
  • Hidden Feature
VerpackungKeepCase mit FSK-Wendecover
 Dr. Rolf Giesen beginnt seinen Audiokommentar mit der interessanten Rezitation des FSK-Berichtes, der Aussage darüber gibt, wie "Rakete 510" zu seiner heute etwas hoch gegriffenen Einstufung für ein Publikum ab 16 Jahren kam. Im Kommentar bespricht Giesen ein breites Spektrum bestehend aus SciFi-Genre, politische und gesellschaftliche Bedeutung, der Entwicklung von Filmproduktionen im Allgemeinen bis hin zu genauen Fakten über "Rakete 510". Dass er dabei sehr oft vom eigentlichen Film abweicht, stört nicht, weil somit eine Menge interessante Randthemen zur Sprache kommen. Schade ist es lediglich, dass die Buio Omeganer diesmal keinen Audiokommentar beisteuern konnten. Dafür gibt es ein gewohnt umfangreiches Booklet mit Linernotes von Ingo "Ingojira" Strecker, ein paar Bilder und Stabangaben.
Produzent Richard Gordon erzählt in einem 3minütigen Interview von der Entstehung seines Films. Dazu kommen diverse Trailer, Werbematerial in einer Slideshow, welches so herangezoomt wird, dass man jedes Detail erkennen und jeden Text lesen kann, und abschließend eine Bildergalerie. Die schwer angeschlagene Super 8-Fassung ist ebenso mit an Bord wie die qualitativ hervorragende Originalfassung, die statt der deutschen Titel- und Schildereinblendungen eben englische Originale zeigt.
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Fazit
Wenn man bedenkt, dass die USA seit Ende der 1950er Jahre mit bemannten Höhentestflügen (z.B. Manhigh) den Aufstieg des Menschen ins Weltall vorbereiteten, ist die 1959er Produktion "Rakete 510" gar nicht so sehr Science Fiction, wie man meinen könnte. Allerdings gelang es "erst" 1961, den ersten Menschen in den Weltraum zu bringen: der sowjetische Kosmonaut Juri A. Gagarin umrundetete am 12. April mit der Wostok 1 einmal die Erde oberhalb der magischen 100-Kilometer-Grenze.
Die erste Hälfte des Films ist tatsächlich etwas trocken geraten, wenn man Lt. Dan Prescott als übermütiger Testpilot und dessen Bruder Cmd. Chuck Prescott als berechnender Lenker am Boden bei ihren Auseinandersetzungen beobachtet, die vordergründig beruflicher Natur sind, eigentlich aber auf persönlichen Zwistigkeiten beruhen. Kurzer Höhepunkt wird der erste Testflug sein, bei dem Dan sich die Schönheit der Sterne aus nächster Nähe betrachten darf, während der Zuschauer sich über das am Faden gezogene, wild ruckelnde Raumkapselmodell erfreut. Der zweite Start, der den unerschrockenden Piloten in noch größere Höhe katapultieren soll, gerät allerdings zum Desaster und lässt Rakete 510 mitsamt Mannschaft abstürzen ...
... und ab hier wird es sehr interessant. Nach kurzem Intermezzo - Dans Witwe muss getröstet werden und Bruder Chuck nimmt die Ermittlungen zur Absturzursache auf - darf der beliebte Man-in-Suit-Trick der Filmgeschichte zu einem neuen Monster verhelfen: einem verkrusteten, plumpen Ungetüm, das aussieht, als ob der Interner LinkToxic Avenger in den Schlamm gefallen wäre. Komplett eingeweiht wird man zwar erst später, aber das Wissen darüber, dass in dieser schrecklichen Hülle der US-Pilot Dan steckt, hat man sich als Zuschauer hier bereits erarbeitet. Interessant wird es, weil die Kreatur nun mordend über die Erdoberfläche wandelt, u.a. Vieh und Mensch die Hälse aufreißt und sogar eine Blutbank samt Personal plündert. Eine "wissenschaftliche" Erklärung für das unsägliche Benehmen des einstigen Vorzeigemilitärs und Draufgängers wird natürlich sofort nachgereicht: Ein Wissenschaftler untersucht Proben und findet heraus, was es mit der seltsamen Hülle um Dans Körper auf sich hat.
Interessant ist allerdings, dass "Rakete 510" nicht die übliche "King Kong"-Wendung nimmt, also Dan tragisch im Kugelhagel umkommt, sondern dass er langsam wieder zu Bewusstsein kommt und versucht, sich mit Hilfe seines Bruders und eines Wissenschaftlers zu retten. Es ist damals nicht gerade üblich gewesen, das Monster, das zuvor noch Gräueltaten verübte, später zu rehabilitieren. Ein paar schöne Einstellungen in mit Schatten durchfluteten Fluren, hysterische Frauenschreie und natürlich der tragische Schluss, der zugunsten eines runderen Endes dann doch auf Effektorgien verzichtet, werden sicherlich in Erinnerung bleiben.

Klar, "Rakete 510" könnte zu Beginn actionreicher und wesentlich Effekt heischender sein, ist aber nicht zuletzt wegen seiner interessanten Darstellung der Testflüge und der zeitlichen Nähe zu den Anfängen der wirklichen, bemannten Raumfahrt einen Blick wert. Dass das Filmmonster ebenso wie der gesamte Film sehr an Interner Link"Schock" erinnert, dürfte nicht stören. Wer's deftiger mag, der kann ja in den von diesem Film stark inspiriierten William Sachs-Klassiker Interner Link"Der Planet Saturn lässt schön grüßen" reinschauen. Dort geht's dann wirklich ordentlich zur Sache.
Diese DVD hier ist abermals ein Fest für Fans klassisch-trashiger SciFi-Unterhaltung geworden. Die Aufarbeitung von Bild und Ton sind sehr überzeugend und es gibt wieder genügend Bonusmaterial, um die Scheibe als Sammlerstück bezeichnen zu können.



Bilder der DVD




Druckbare Version
Rakete 510 (Galerie des Grauens #06)
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