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USA 1959
Originaltitel:Bucket of Blood, A
Alternativtitel:Vermächtnis des Professor Bondi, Das
aka. Eimer voll Blut, Ein
Länge:71:51 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Roger Corman
Buch:Charles B. Griffith
Kamera:Jacques R. Marquette
Musik:Fred Katz
Darsteller:Dick Miller, Barboura Morris, Antony Carbone, Julian Burton, Ed Nelson, John Brinkley, John Herman Shaner, Judy Bamber, Myrtle Vail, Bert Convy, Jhean Burton, Bruno VeSota, Lynn Storey
Vertrieb:Anolis
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:17.08.2009 (Kauf)



Inhalt
Walter ist ein zurückgebliebener junger Mann, der in einer Künstlerkneipe kellnert. Niemand nimmt ihn ernst und seine Versuche, sich auch künstlerisch zu betätigen, enden erfolglos. Doch das Schicksal meint es gut mit Walter. Als er versehentlich eine Katze tötet und den Kadaver zu einem Kunstwerk macht, bekommt er plötzlich die lange vermisste Anerkennung. Ein Künstler ist geboren. Doch Walter fertigt auch Skulpturen von Menschen an, die ein düsteres Geheimnis verbergen.

Bild
Format1,33:1 (Vollbild, s/w)
NormPAL
 Anfangs ist das Bild noch etwas verschmutzt, später fällt das aber kaum noch auf. Lediglich ein wenig Rauschen bleibt zurück, was für einen über 50 Jahre alten Film nichts Ungewöhnliches ist. Die Schärfe wechselt von "durchschnittlich" auf "altersgerecht gut", insgesamt ist die Aufarbeitung des Films in diesem Bereich also sehr überzeugend, was ausschlaggebend für noch 3,5 Punkte ist. Etwas mau gestaltet sich der Kontrast. Zwar lässt die Ausleuchtung nichts anbrennen, wirklich sattes Schwarz entsteht aber nicht. Dafür sorgen die Grauabstufungen für einen realistischen Bildaufbau. Die Qualität ist insgesamt nicht zu unterschätzen, schließlich hat es der Film für sein Alter auf eine angenehm saubere und feine Detailzeichnung gebracht, die im TV nicht möglich wäre.
 +++/--

Ton
FormateDolby Digital 2.0 Mono
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Die deutsche Sprachfassung hat ein paar Aussetzer bei den Dialogen, die sich darin äußern, dass die Sprache für kurze Zeit etwas die Höhenlage und die Verständlichkeit wechselt. Auch so macht die Tonspur keinen Hehl um ihr Alter, denn Rauschen ist in vielen Szenen hörbar, manchmal sogar ein paar Knackser. Trotzdem ist die Qualität sehr annehmlich, denn die Verständlichkeit wird nie so schlecht, dass man die Ohren spitzen müsste. Die Hintergrundgeräusche klingen ebenfalls sauber. Besonders überrascht hat mich allerdings der englische Ton, der noch etwas besser ausfällt. Üblich ist eigentlich, dass die englische Fassung schriller klingt bzw. stärker verzerrt, was hier allerdings überhaupt nicht der Fall ist. Die Sprachspur klingt sogar noch sehr lebendig und bindet die Hintergrundgeräusche etwas sauberer ein. Das macht einen wirklich tollen Eindruck. Wer gleich zu Beginn auf den Originalton umschaltet, muss noch ein paar Minuten mit deutschen Monologen vorlieb nehmen, denn der Prolog existiert nur in Deutschland. Deutsche Untertitel gibt es dazu.
 ++----

Extras
Extras
  • Audiokommentar
  • Dt. Trailer (2:10 Min.)
  • Engl. Trailer (1:44 Min.)
  • Super 8-Fassung (7:03 Min.)
  • Engl. Titelsequenz (2:38 Min.)
  • Werberatschlag (2:20 Min.)
  • Bildergalerie (3:30 Min.)
  • Demnächst in der Galerie des Grauens: "Auf U17 ist der Teufel los" (2:22 Min.)
  • Credits (1 Seite)
VerpackungKeepCase
 Für die zweite Ausgabe der "Galerie des Grauens" sprachen die beiden Filmfans Robert Zion und Christian Keßler einen Audiokommentar ein, während Ingo Strecker, der den hervorragenden Booklet-Text verfasste, stumm im Hintergrund agiert. Der Kommentar der beiden ist das Beste, was dieser DVD passieren konnte, denn selbst Regisseur Roger Corman hätte kaum mehr Interessantes und Wissenswertes auf lustige Weise aufbereiten können. So wird neben dem Film und deren Macher bzw. Mitwirkenden auch die Kulturströmung betrachtet, die der Film aufgreift - bis hin zur Musikgruppe "Die Ärzte".
Der weitere Bonusbereich ist auch interessant aufbereitet, wenn auch ein Making Of bzw. Interviews fehlen. Der deutsche Trailer ist bereits reißerisch, wird aber vom Originaltrailer getoppt - allein des Originaltitels "A Bucket Of Blood" wegen. Richtig zur Sache geht's in der gerade mal 7minütigen, englischsprachige Super 8-Fassung, die auf die Horror- bzw. Spannungsszenen heruntergekürzt wurde. In zwei Bildergalerien wird die Vermarktung des Filmes offengelegt, die sich damals auf etwas seltsame, weil nicht im Film vorkommende Motive bezog.
 +++---

Fazit
Zwar wird in "Das Vermächtnis des Prof. Bondi" niemand in Wachs gegossen, dem deutschen Verleih schien die "künstlerische Weiterverarbeitung von Toten" aber zu genügen, um inhaltlich eine Verbindung zwischen diesem Film und dem Vincent Price-Klassiker Interner Link"Das Kabinett des Professor Bondi" herzustellen - notfalls eben mit einem mehrminütigen, extra für den deutschen Markt angefertigten Vorspann. Dabei ist Roger Cormans "A Bucket of Blood" (Originaltitel) auch ohne Namenspatenschaft ein toller Film geworden, der in sagenhaften 5 Tagen und vermutlich sehr niedrig budgetiert runtergekurbelt wurde. Die daraus entstehenden Schwächen in Sachen Spezialeffekte bzw. deren Höhepunkte sind allerdings mehr als verschmerzbar, wenn man sich auf die großartige Schauspielleistung von Dick Miller konzentriert, der hier einen introvertierten, etwas beschränkten Möchtegernkünstler spielt, dessen Laufbahn morbide Züge annimmt.
Besonders die zweite Filmhälfte ist ein erfrischendes Erlebnis, wenn Millers Figur Walter langsam auftaut, nachdem er in jenem Lokal, in dem er eigentlich als Kellner arbeitet, seine erste Skulptur vorstellt: eine tote Katze, modelliert aus Ton, unter deren krustiger Hülle tatsächlich der Leichnahm eines Tieres steckt. Angespornt von der Anerkennung der hier gastierenden Künstler und Freidenker und natürlich vom Anmut einer hübschen Frau, in die Walter schon seit Längerem verschossen ist, geht er immer weiter, um die Grundgerüste für seine Skulpturen zu beschaffen: Ist es anfangs noch ein Tier, das ihm aus Versehen ins Messer lief und "vertont" wurde, ist es bald der erste Mensch, der mittels klebriger Masse zu einem Kunstwerk geformt wird.
"Das Vermächtnis des Prof. Bondi" konzentriert sich allerdings nicht allzu sehr auf das Präsentieren der verschalten Körper. Eine gewisse Gruselstimmung geht zwar davon aus, aber weder das Resultat, noch die vorangegangene Tat werden filmisch zu der Grausamkeit gemacht, die sie eigentlich sind. Stattdessen entdeckt Corman die komödiantische Seite des Themas und nimmt mittels seines einfach gestrickten, aber unterhaltsamen und ebenso sympathischen Protagonisten die Welt der Künstler (speziell: der Existentialisten) aufs Korn. Aus den Gesprächen im Lokal, aber auch aus Begegnungen zwischen Künstler und seinem "Mentor" gehen Momente hervor, die die idealistische, hier etwas weltfremd erscheinende Anschauung demontieren. Das gelang beispielsweise Herschell Gordon Lewis' Interner Link"Color Me Blood Red", der sichtlich von diesem Film hier inspiriert wurde, nicht so gut.

Wer Lust auf einen unterhaltsamen Gruselabend hat, der könnte zu dieser sehr gelungenen DVD noch den wenig später an selben Sets entstandenen Interner Link"Kleiner Laden voller Schrecken" dazunehmen. Beide sind aus der Hand von Corman, mit toll aufspielenden Hauptdarstellern besetzt und erfrischend anders als der damalige B-Horror-"Mainstream".



Bilder der DVD




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