Kaum hat ein Film oder ein Genre großen Erfolg, werden schnell ähnliche Vertreter heruntergekurbelt, um noch etwas Kohle zu scheffeln. So geschehen auch bei "Samurai Princess", der an die Vorbilder "Tokyo Gore Police" und "Machine Girl" anknüpfen möchte, und für den sich einige kreative Köpfe der beiden Vorbilder zusammengefunden haben. Für diesen Film stand wesentlich weniger Geld zur Verfügung und auch das Drehbuch kann nicht mithalten. Grundsätzlich mag man sogar behaupten, dass lediglich eine Idee im Raum stand und das Drumherum improvisiert wurde. Denn eins ist sicher: Wegen der Geschichte wird sich "Samurai Princess" keiner ansehen ...
Handlungsorte sind wieder einmal diverse Wälder und lehr stehende Fabrikgebäude in irgendeiner fiktiven Zukunft. Von den meisten Menschen wird diese Gegend gemieden, da Mord und Totschlag an der Tages- bzw. Nachtordnung stehen. Dafür verantwortlich sind Androiden, die ein Wissenschaftler aus Leichen zusammenbaute. Als sich eine Gruppe junger Schulmädchen in den Wald begibt, dauert es nicht lange bis sie von einer Horde Menschmaschinen aufgemischt und niedergemetzelt werden. Eines der Mädchen kann schwer verletzt entkommen. Der verantwortliche Wissenschaftler, der zufällig in der Nähe ist, spürt Reue, flickt den Körper der Überlebenden aus Körperteilen ihrer Freundinnen wieder zusammen und setzt noch einige Gimmicks ein. Das einst unschuldige Mädchen wird zur Samurai-Prinzessin, in deren Innerem noch die Seelen der getöteten Freundinnen beherbergt sind, die natürlich auf Rache sinnen. Fortan streift das Mädchen durch die Wälder auf der Suche nach ihren Peinigern und ersäuft diese in ihrem eigenen Blut ...
Und so kommt es, dass sich die Samurai-Prinzessin hauptsächlich durch diverse Körper schlitzt und den Bildschirm rot färbt. An die genannten Vorbilder reicht Kengo Kajis Film allerding nicht heran, denn dafür fehlt es neben einer ausgereiften Geschichte auch an optischen Reizen. Besonders die Kulisse hat nur sehr wenig zu bieten, was damit entschuldbar ist, dass das Hauptaugenmerk des Films eindeutig auf seinem Splattergehalt liegt; Freunde der roten Soße werden hundertprozentig auf ihre Kosten kommen, denn das Blut spritzt hektoliterweise. Nebenbei werden fleißig die Körper zerteilt und Gehirne sowie Gedärm mit bloßer Hand offen gelegt. Damit noch nicht genug, besitzen die Androiden doch zahlreiche körperinterne Waffen und setzten diese auch kräftig ein. Hier beweisen die Macher wieder ihren Ideenreichtum, denn neben metallischen Prothesen kommen auch lustige Spielereien wie Tittenbomben zum Einsatz, die der hammerharten Gewalt eine ordentliche Portion Humor beisteuern. Der ist für westliche Gemüter nicht immer nachvollziehbar, doch wenn man dieser Art von Filmen nicht abgeneigt ist, gibt es eine Menge an abgedrehten Situationen zu bewundern, welche die Mundwinkel flugs nach oben wandern lassen.
Ohne die überdrehte Gewalt und den abgedrehten Humor würde der Film allerdings nur sehr wenig an Schauwert bieten, denn die Handlung hat nichts zu bieten und die Spezialeffekte entpuppen sich wegen des geringen Budgets manchmal zu schnell als Prothese oder Latexhaut. Wie schon weiter oben angesprochen kann auch die Kulisse nur wenig überzeugen, weil man Wälder und lehr stehende Gebäude einfach schon zu oft als Kulisse zu sehen bekam. Was bleiben sind die Splatterszenen, die alle Kritikpunkte ausgleichen können. Es scheint fast so, als ob das gesamte Budget nur für die Effekte genutzt wurde. Im Endeffekt spielt "Samurai Princess" in einer kleineren Liga als seine Vorbilder, bietet aber gerade für Gorehounds und Fans des Japloitation genug, um als blutiger Zwischendurch-Snack kurzweilig zu unterhalten - vorausgesetzt man erwartet keine wirkliche Handlung.
Vorsicht vor der deutschen Verleih- und Kauffassung: Diese wurde um gut 7 Minuten zensiert. Abhilfe gibt es bei den Nachbarn in Österreich, denn dort darf die "Samurai Princess" unzensiert zu Werke gehen.
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