Mit "Slaughter High" hat "Cutting Class" überhaupt nichts zu tun. Lediglich die deutsche Titelschmiede macht ihn zur Fortsetzung, vermutlich wegen der Gemeinsamkeit "Schulgemetzel" - eine der wenigen Parallelen zwischen den Filmen. Allerdings ist "Slaughter High" der bessere Film, weil "Cutting Class" eine  nur ansatzweise funktionierende Geschichte besitzt und einen etwas sonderbaren Mix aus Slasherfilm und schwarzen Humor auffährt. Das ganze ist zwar spaßig und auch die Goreszenen sind stellenweise einfallsreich gestaltet, doch hapert es am Handlungsverlauf und an den Charakteren, die sich allesamt sehr dumm benehmen. Das Drehbuch von Steve Slavkin weist eindeutige Schwächen auf und lässt kaum Symphatiefiguren zu. Das ist schade, immerhin wartet der Film mit zwei namenhaften Darstellern auf: Roddy McDowell wird in seiner Rolle als debiler, perverser Rektor ziemlich verheizt. Wenn es um die Morde in seiner Schule geht, benimmt sich seine Figur realitätsfern und grinst blöd. Außerdem steigt er oft seinen Schülerinnen nach und schlüpft scheinbar gern in Frauenkleider. Das zweite bekannte Gesicht ist Brad Pitt, der in "Cutting Class" sein Debüt feiet und dem man nach dieser Leistung sicherlich niemals den Sprung in die Hollywood-Oberliga zugetraut hätte. Seine Rolle als übercooler Schönling möchte so gar nicht passen, was auch etwas an der deutschen Synchronstimme liegt. Neben Pitt sind in weiteren Hauptrollen noch Donovan Leitch ( "Der Blob") und Jill Schoelen ( "Stepfather") besetzt worden. Letztere ist besonders Ende der 80er bis Anfang der 90er Jahre in zahlreichen B-Movies aufgetreten und konnte sich einen Ruf als Scream Queen ergattern, wenn auch im Gegensatz zu ihren zahlreichen Kolleginnen ohne einen Nacktauftritt.
An Goreeffekte ist alles enthalten, was einen ordentliche Slasher ausmacht. Diese verfehlen trotz ihrer Einfachheit nicht ihre Wirkung und sind manchmal etwas seltsam, z.B. der Tod auf dem Kopierer. Das reicht allerdings nicht, um die Schwächen der Handlung auszugleichen. Das Motiv des Täters, das Elemente von Wes Cravens "Scream" vorwegnimmt, ist völlig an den Haaren herbeigezogen. Bevor sich der Täter offenbart, ist erst mal jeder der Figuren verdächtigt. Es gibt fast keine Person, die sich nicht irgendwie merkwürdig benimmt, was den Eindruck erweckt, als wäre diese Schule eher eine Anstalt für Geisteskranke als ein Ort der Bildung. Genau diese Zusammenstellung sorgt allerdings auch dafür, dass sich "Cutting Class" etwas abheben kann, auch dank des 80er Jahre-Soundtracks. Mehr als ein durchschnittlicher Slasher wird insgesamt zwar nicht geboten, das reicht bei dieser Filmgattung allerdings schon.
Die HDMV-Veröffentlichung von "Cutting Class" bzw. "Todesparty 2" stellt die einzig würdige Fassung dieses Films dar. In Amerika ist der Film trotz "Unrated"-Vermerk stark zensiert und in England zwar ungekürzt, aber in sehr schlechter Qualität und im falschen Bildformat erschienen. Da ist es nicht weiter tragisch, dass HDMV ihre Fassung aus zwei Quellen zusammenstellte und die im amerikanischen Master zensierten Goreffekte in schlechterer Qualität einfügte. Die DVD erscheint mit Wendecover und einem Pappschuber, womit man noch ganze drei Motive zum Film erhält. Nur das Bonusmaterial enttäuscht etwas, aber auch bei den ausländischen Veröffentlichungen ist nicht mehr vorhanden.
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