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D 2008
Originaltitel:Don't Wake The Dead
Länge:78:23 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Andreas Schnaas
Buch:Klaus Dzuck, Ted Geoghegan
Kamera:Oliver Naske
Musik:Marc Trinkhaus, Gang Loco
SFX:Lars Havemann, Christian Lau
Darsteller:Ralph Fellows, Sonja Kerskes, Fiana de Guzman, Carolin Schmidt, Cristiane Malia, Sarah Plochl, Maren Lisner, Amy Lee, Julia Casper, Courtney Peltzer, Wolfgang Wobeto, Joi von Regenstein
Vertrieb:Laser Paradise / NSM
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:15.01.2010 (Kauf)



Inhalt
Zusammen mit ihren Freundinnen möchte Lana auf dem Schloss, das sie völlig unerwartet geerbt hat, ein heiteres Wochenende verbringen. Was sie jedoch nicht wissen: Auf dem Anwesen befindet sich ein mittelalterlicher Friedhof und die verfaulten Leichname einiger Tempelritter. Ein grausamer Fluch haucht ihnen alle 66 Jahre für eine Nacht neues Leben ein. Sie dürsten nach frischem Fleisch und heißem Blut. Und so sind Lana und ihre Freundinnen genau heute zur falschen Zeit am falschen Ort ...

Bild
Format1,78:1 (anamorph)
NormPAL
 "Don't Wake The Dead" macht durch seine digitale Aufnahmetechnik eine gute Figur auf DVD. Das Bild wirkt meist angenehm scharf und in einigen Szenen sogar etwas plastisch. Aufgrund einiger nicht optimal ausgeleuchteter Szenen wird etwas Rauschen provoziert, der Kontrast gerät etwas steil und der Schwarzwert bekommt wegen der dezenten Verfälschung ins Bläuliche ein paar Probleme, aber im großen und ganzen ist alles noch ganz gut ausgefallen. Die Kompression macht sich durch leichtes Blockrauschen bemerkbar, was jedoch nicht als störend empfunden wird. Für eine Amateurproduktion kann sich das Bild somit sehen lassen.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Englisch
Untertitel-
 Die deutsche als auch die englische Tonspur sind lediglich ein Stereo-Upmix auf Dolby Digital 5.1. Dialoge sind zwar immer gut zu verstehen, doch ein räumliches Klangbild entsteht zu keinem Zeitpunkt. Es kommt sogar vor, dass durch die Verdoppelung der Frontkulisse und den dadurch entstehenden Hall ein unnatürliches Klangbild aufkommt, was sogar als etwas störend empfunden wird. Positiv sticht zumindest die Dynamik und der Bass hervor, was gerade in Szenen mit musikalischer Begleitung positiv zur Geltung kommt. Bei der deutschen Synchronfassung - der Film wurde in englischer Sprache gedreht - wirken die Dialoge aufgesetzt. Der Originalton fällt da natürlicher aus. Grundsätzlich geht das insgesamt in Ordnung, auch wenn eine Stereo-Spur ausreichend gewesen wäre. Mehr als 3 Punkte sind für den Upmix allerdings nicht drin.
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Extras
Extras
  • Slideshow (3:45 Min.)
  • Making Of (18:43 Min.)
Verpackungkleine Hartbox
 Das Bonusmaterial besteht aus einer Slideshow mit Produktionsfotos sowie einem Making of inklusive einiger in englischer Sprache geführten Interviews. In diesen bekommt man neben Informationen von Andreas Schnaas und seinem Team zusätzlich einen ordentlichen Einblick in die Dreharbeiten und die Entstehung einiger Spezialeffekte. Schade ist lediglich, dass es keine begleitende Untertitel für die englischen Passagen gibt. Mit einfachem Schulenglisch sollte man das meiste allerdings verstehen können.
 +/----

Fazit
Lange war es ruhig um Andreas Schnaas, dem einstigen Mitbegründer der deutschen Amateur-Splatter-Szene. 6 Jahre nach Interner Link"Nikos The Impaler" kehrt er mit einem Thema zurück, das Armando de Ossorio 1971 begründete. Die Rede ist von den untoten Templern aus Interner Link"Die Nacht der reitenden Leichen, die durch Ossorio noch drei erfolgreiche Fortsetzungen erfuhren, ehe sich 1982 Jess Franco dem Thema mit Interner Link"Mansion Of The Living Dead" annahm. Jener Versuch, die Templer abermals auf ein Publikum loszulassen, gelang allerdings mehr schlecht als recht, schließlich bot Franco statt einer düsteren Atmosphäre lieber Soft-Erotik mit leichten Gruselelementen. Danach war es endgültig ruhig um die Templer - bis der Trailer von Andreas Schnaas' neuestem Film im Netz auftauchte, der zeigte, wie die Templer abermals aus ihrem feuchten Grab auf die Erde zurückkehren, um sich an den Lebenden zu rächen.

An Schnaas' Frühwerke Interner Link"Anthropophagous 2000" und die "Violent Shit"-Trilogie erinnert man sich gern, weil diese trotz ihrer billigen Machart enorme Splattergranaten mit einem garantierten Spaßpegel sind. Der 2001 gedrehte Interner Link"Demonium" sollte schließlich die Brücke vom Amateurfilm zum Independenfilm schlagen, konnte aber nur bedingt überzeugen und so kehrte Schnaas ein Jahr später zurück zu seinen Wurzeln und inszenierte in den USA Interner Link"Nikos The Impaler", der auch als "Violent Shit 4" vermarktet wurde. Zwar wird bei Interner Link"Nikos" abermals ordentlich gesplattert, aber gerade aus technischer Sicht ist er ein Schritt zurück gewesen.
"Don't Wake The Dead" möchte genau das ungeschehen machen. Dafür werden neben den Templern noch die aus den 70er und 80er Jahren beliebten Elemente der Wehrmachtszombies genutzt, was zusammengenommen eine fast gelungene Hommage an das Genrekino vergangener Tage ergibt. Zudem lässt Schnaas es mal wieder richtig in der Gore-Kiste krachen. Das und die gelungene Atmosphäre sorgen dafür, dass "Don't Wake The Dead" zumindest in der ersten Hälfte hält, was Trailer und Titel versprechen.

Die Darsteller sind zwar bis auf die aus TV-Serien bekannte Sonia Kerskes lediglich Laien, bieten aber eine für den Film absolut ausreichende Leistung. Die Geschichte passt vermutlich auf ein DIN A4-Blatt, verläuft sehr linear und wirkt vorhersehbar, steigert sich allerdings kontinuierlich dank der aufkommenden Bedrohung. Besonders die Rückblenden in die Vergangenheit und die Auferstehung der Templer aus ihren verrotteten Gräbern sind echte Höhepunkte des Films. Außerdem erfreut es, dass Schnaas seine Templer nicht stocksteif wie damals Ossorio wandeln lässt, sondern ganz im Stil des Interner Link"Dawn Of The Dead"-Remakes mit einem zeitgemäßen Tempo präsentiert. Masken und Kostüme sehen dazu einfach klasse aus, was Christian Lau zu verdanken ist, der schon Erfahrungen am Set von Interner Link"Jurassic Park" sammeln durfte. Zusammen mit Claudia Schäfer kreierte er eine Vielzahl von Effekten, die zwar teilweise sehr einfach aussehen, aber durchaus beigeistern können.
Haben die Templer und ihre zombifizierten Nazi-Soldaten erst einmal Blut geleckt, nimmt der Film richtig an Fahrt auf und der rote Lebenssaft darf fröhlich durch die Gegend spritzen. Man könnte meinen, das Blut übernäme die Hauptrolle in "Don't Wake The Dead" - ein Markenzeichen und unter Horror-Fans manchmal auch ein Kritikpunkt der Schnaas-Filme. Der Film hätte die Laufzeit gut überstehehen können, aber es wurden wieder zahlreiche Fehler gemacht: Szenenanschlüsse sind unzureichend, Effekte wiederholen sich oder Sylvesterknaller werden ins Bild geworfen, um Nebel zu simulieren. So weicht die im Grunde tolle Atmosphäre immer wieder der trashigen Stimmung, die im letzten Drittel ihren traurigen Höhepunkt erreicht und den Film völlig aus der Bahn wirft. Schnaas erlaubt sich einen Handlungsbruch, den man ihm nicht verzeihen möchte, indem er "Don't Wake The Dead" zum Promovideo für die Band Gang Loco macht. Denn statt die Band während den Endcredits zu würdigen, feiern die Untoten bei der Jagd auf die Lebenden eine muntere Metal-Party mit Musik und Tanz. Das Treiben ist zwar lustig anzusehen und auch die Musik ist nicht schlecht, den Stilbruch verkraftet der Film allerdings nicht, was den ansonsten sehr ernsten Film nur noch lächerlich wirken lässt. Damit wird eine gute Idee zugunsten eines Videclips für Gang Loco völlig verheizt. Nach der ersten Filmhälfte werden sich Anhänger der härteren Kost und Freunde deutscher Splatterfilme die Finger lecken, aber ihnen wird sich beim Stilbruch der Magen umdrehen. Damit klar zu kommen, könnte eine Druckbetankung mit Bier erfordern.

Schnaas wäre besser beraten gewesen, hätte er seinen Filmtitel etwas ernster genommen, denn anfangs schlägt er den richtigen Weg ein. Leider wird zu viel Potential verschenkt. Zumindest ist "Don't Wake The Dead" noch Unterhaltung auf niedrigem Niveau.



Bilder der DVD




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