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UK 2008
Originaltitel:Chemical Wedding
Länge:102:05 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Julian Doyle
Buch:Bruce Dickinson, Julian Doyle
Kamera:Brian Herlihy
Musik:André Jacquemin
SFX:MotionFX
Darsteller:Simon Callow, Lucy Cudden, Kal Weber, Jud Charlton, Paul McDowell, John Shrapnel, Terence Bayler, Richard Franklin, Mike Shannon, Helen Millar, Geoff Breton, Sean Rea, Thomas Nelstrop, Robert Ashby
Vertrieb:Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:08.05.2009 (Verleih) / 26.06.2009 (Kauf)



Inhalt
Dr. Haddo nimmt an einem Experiment teil, bei dem er mittels eines Virtual-Reality-Anzugs mit dem größten und komplexesten Computer auf der Erde verbunden ist. Doch er ahnt nicht, dass dieser Computer mit den schwarzmagischen Formeln des Okkultisten Aleister Crowley gefüttert wurde. Haddo verliert den verzweifelten Kampf um seine Seele. Crowley übernimmt den Körper des Doktors und bereitet ein uraltes Ritual vor, für das eine junge Frau geopfert werden muss. Doch Haddos Kollege Dr. Mathers entdeckt das Treiben Crowleys und fordert ihn heraus. Alte Magie und moderne Wissenschaft prallen aufeinander, in einem Kampf "Gut gegen Böse", bei dem nichts Geringeres als das Schicksal der Welt auf dem Spiel steht ...

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 Der Film sieht aus wie auf Super-16 gedreht. Nicht, dass man durch Rauschen beeinträchtigt werden würde, aber die Schatten sind sehr dicht, legen sich manchmal etwas übermächtig über das finstere Bild und die Farben fallen etwas schwächer aus als erwartet. In manchen Szenen scheint das gewollt, denn besonders Rückblicke schmücken sich in Sepiatönungen. Auch später wird immer wieder der nicht explizit aufgeführte Rückbezug auf die Vergangenheit durch die Farbgebung genutzt. Die Schärfe bleibt etwas hinter den Erwartungen zurück, denn oftmals verschwinden Feinheiten aus dem Fokus. Das macht unter anderem das B-Movie-Niveau des Filmes aus. Die Kompression und die Reinheit des Bildes sind dafür prächtig.
 +++/--

Ton
FormateDolby Digital 5.1 (Deu, En), DTS 5.1 (Deu)
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 "Crowley" ist weiterer Film, bei dem ich nicht verstehe, warum er unbedingt einen 5.1-Mix benötigt, obwohl er diesen gar nicht nutzt. Dominierend sind die Dialoge, Effekte sind bis auf Musikeinspielungen, die eine nette Dynamik entfalten, nicht vorhanden. Zumindest der Bass dringt ein paar mal durch. Mit der Synchronisation kann man gut leben, da die DVD aber auch die gute englische Tonspur und deutsche Untertitel besitzt, steht die Wahl offen.
 +++/--

Extras
Extras
  • Audiokommentar
  • Trailer dt. (2:01 Min.)
  • Trailer engl. (2:03 Min.)
  • Revelations: The Making Of Chemical Wedding (21:07 Min.)
  • Wasted Years: Deleted Scenes (29:18 Min.)
  • Weitere DVDs:
    • Alphabet Killer (2:20 Min.)
    • Eden Log (1:36 Min.)
    • Firejumpers (1:50 Min.)
    • Hydra - The Lost Island (1:27 Min.)
    • Bloody Birthday (0:50 Min.)
    • Ba'al - Das Vermächtnis des Sturmgottes (2:12 Min.)
    • Arn - Der Kreuzritter (2:13 Min.)
VerpackungKeepCase
 Beim Audiokommentar haben sich Regisseur und Autor Julian Doyle, Produzent Benjamin Timlett und Co-Autor und Iron Maiden-Sänger Bruce Dickinson versammelt, die sich in nicht ganz einfachem Englisch über ihren Film unterhalten. Interessant ist das ohne Frage, nur wären deutsche Untertitel nötig gewesen, um dieses Extra würdigen zu können. Abgesehen von den Trailern wurden die weiteren Extras eingedeutscht. Das Making Of ist witzig gemacht und dreht sich nicht nur um den Filmdreh, sondern vor allem um die mystische Titelfigur Aleister Crowley. Am Set darf man sehr vielen Mitwirkenden über die Schulter schauen, die es sich zum Ende nicht nehmen lassen, seltsame Vorgänge am Set mit dem Filmthema in Verbindung zu bringen. Leider liegen die Untertitel auf dicken, schwarzen Balken, die die darunter liegende Einblendungen verstecken. Besonders störend ist das während der Deleted Scenes. In diesen werden per Text Zusatzinformationen eingeblendet, die im Deutschen weder übersetzt werden, noch sichtbar sind.
 +++---

Fazit
Im Rock- und Heavy Metal-Bereich war der britische Esotheriker Aleister Crowley, dessen "ungewöhnlicher" Lebensstil und Wirken ihn bereits zu Lebzeiten ins Rampenlicht der Öffentlichkeit rückten, schon oft Vorbild für so manch düsteres Stück - zu großen Teilen aus provokativen Gründen, die seiner Person ebenbürtig sind. Im Fall von "Crowley - Back From Hell" hat Iron Maiden-Frontsirene Bruce Dickinson am Drehbuch (mit)gearbeitet, wurde jedoch in der ersten Version zurückgewiesen, weil eine biographische Aufarbeitung die Kosten dieses kleines Projektes gesprengt hätten.
Dickinson, der nicht nur den titelgebenden Song "Chemical Wedding", sondern noch ein paar weitere Songs beisteuert, hat sich daraufhin eine ziemlich wilde Geschichte ausgedacht, die weder mit nackten Tatsachen, noch mit Obszönitäten oder skurrilen Momenten spart, die sich erst nach und nach aus der ernsthaften Erzählweise herausschälen. Aber mal ehrlich, wem es gelingt, beim ziemlich überdrehten Crowley/Haddo-Darsteller, der sich von seinem Gehilfen den Arsch versohlen lässt, sich dabei einen runterholt und danach auf ein Stück Pergament abwichst, die Fassung zu bewahren, der fehlt einfach der Zugang zu solcherlei Filme. Hier gibt es nun wirklich nicht viel, was als historische Erzählung durchgehen würde. Ein weiteres Indiz, dass diese Art von Unterhaltung nicht ganz ernst gemeint ist, sind die zahlreichen Szenen in Verbindung mit dem Computer-Experiment, welches eine virtuelle Realität zur Erforschung von Crowleys Seele ermöglicht. Das ist schon fast trashig, was da im Labor und auf dem Universitätsgelände passiert.
Dazu trägt nicht zuletzt die "leichte" Charakterisierung der Protagonisten bei, aber auch die beinah comichafte Darstellung Simon Callows, der als glatzköpfiger, besessener Haddo die Faszination eines Crowley nicht zu übertragen weiß, dafür aber an die Glanzzeit früher James Bond-Bösewichte erinnert. Möglicherweise lässt sich das aber auch als Pluspunkt für die gesamte Produktion auslegen, denn die Verbindung von atmosphärischen Momenten, Crowleys Ausschweifungen und dem omnipräsenten Humor machen den Film zu einer leichten Unterhaltung. Und wenn mal grad kein inhaltlicher oder Effekt-Höhepunkt geboten wird, darf man sich an den edlen Sets erfreuen, die einen die Zeit vergessen lassen.

Sonderbarer, trotz harmloser Effekte fast schon an Exploitation grenzende Fantasy-Verfilmung, die das Okkulte der Titelfigur etwas zurückschraubt und stattdessen stilvoll inszenierte, schnippige Obszönitäten in den Vordergrund stellt, die dem Horrorpublikum angenehm sein werden.



Bilder der DVD




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