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D 2003
Originaltitel:Operation Dance Sensation
Länge:107:33 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Thilo Gosejohann
Buch:Thilo Gosejohann & Simon Gosejohann
Kamera:Thilo Gosejohann
Musik:Marcus Meyersiek & Jochen Naaf
Darsteller:Simon Gosejohann, Thilo Gosejohann, Alexander Clarke, Oliver Piper, Wolfgang Butzlaff, Catrin Hansmerten, Jan Hendrik Meyer, Michael Kupczyk, Manuel Francescon, Bernhard Lenz, Jens Gößling, Bela B. Felsenheimer, Sina - Maria Gerhardt, Alexander Swoboda, Anke Engelke, Jochen Vahle, Mareike Fell, Jasmin Wagner, Martin Klempnow, Shari Hesse, Sylvia Hesse, Gerhard Bormann, Andrea Bienkowski, Andreas Müther, Hannes Wagner, Heiko Bender
Vertrieb:Legend Films
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
Jackson ist Amerikaner und kämpft heldenhaft in Vietnam an vorderster Front. Seine Widersacher aus der eigenen Truppe, ZORC & ATLAS, verraten ihre Ideale und versuchen hinter den feindlichen Linien mit dem Gegner dubiose Waffengeschäfte abzuwickeln. Jacksons Versuch, beide unschädlich zu machen, scheitert zunächst. 20 Jahre später tauchen beide Schurken in Jacksons Heimatort auf und eröffnen scheinheilig eine Disco. Jackson, mittlerweile alleinerziehender Vater und arbeitsloser Kopfgeldjäger, misstraut den Ganoven von Anfang an. Er stürzt sich ins wilde Nachtleben, um der Sache auf den Grund zu gehen. Plötzlich kommt er einem dämonischen Komplott auf die Schliche...

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 Da es sich hier um eine waschechte Independent-Produktion handelt und "Operation Dance Sensation" komplett auf Digital-Video gedreht wurde, sollte die Bildqualität nicht wie bei einer herkömmlichen Big-Budget-Produktion bewerten werden. Doch eins vorweg: Der anamorphe Transfer braucht sich nicht hinter Major-Produktionen zu verstecken. Die Farben wirken natürlich und auch am Kontrast gibt es keinen Grund zur Kritik und dank einer sauberen Ausleuchtung der Szenen, was bei Amateurproduktionen doch recht selten ist, gibt sich dieser bis auf kleine Ausnahmen selbst in dunklen Szenarien sehr detailliert. Helle Flächen neigen dann aber hin und wieder zu leichten Überstrahlungen und erscheinen etwas steil. Hier merkt man anhand einiger Schwankungen in puncto Rauschen, Kontrast und Ausleuchtung, dass die Produktionszeit gut drei Jahre betrug, aber das stört nicht im geringsten. Lediglich das Schärfeverhalten hätte etwas besser sein dürfen. So wirkt das Bild in den Totalen etwas weich, bietet dafür aber in Nahaufnahmen eine überwiegend gute Detailzeichnung. Zudem zeigen die Konturen oftmals Edge Enhancement, was auf eine Nachschärfung schließen lässt. Die Kompressionen arbeiten dafür wieder unauffällig im Hintergrund und offenbaren weder Artefakte noch Blockbildung.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1 (Upmix), Dolby Digital 2.0 (Stereo)
SpracheDeutsch
UntertitelEnglisch
 Tonal bietet man uns hier eine reine Stereospur, sowie einen Dolby Digital 5.1-Upmix. Letzterer bietet zwar eine recht gute Sprachverständlichkeit, ist aber sehr frontlastig ausgefallen und schwächelt etwas im Hochtonbereich. In reinen Dialogszenen bleiben die Effektlautsprecher stumm, werden jedoch sobald Action ins Spiel kommt, recht ordentlich für Umgebungsgeräusche oder die Musik genutzt und erzeugen einen soliden Raumklang. Natürlich können wir auch hier keine Vergleiche mit Hochglanzproduktionen stellen, dafür ist das Klangbild insgesamt zu dünn und es fehlt deutlich an Dynamik und einem kräftigen Tieftonbereich. Eine richtig weiträumige Klangkulisse entsteht hier nicht und auch auf direktionale Effekte müssen wir verzichten. Dies ist aber für eine Amateurfilmproduktion nicht ungewöhnlich und wenn man bedenkt, dass hier mit dem Originalton gearbeitet wurde, kann man mit dem Endergebnis durchaus zufrieden sein. Die Stereospur klingt dafür in den Dialogen weniger dumpf und wirkt natürlicher, bietet jedoch keinerlei Effekte. Lustigerweise wirkt der Tiefenbass gerade hier deutlicher ausgeprägter als bei der Up-Mix-Variante. Dies ist sehr schön beim Abspann zu hören. Es bleibt einem also selber überlassen, wie man sich den Film anschauen will. Beide Tonspuren haben ihre Vor- und Nachteile. Optional lassen sich noch englische Untertitel hinzuschalten.
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Extras
Extras
DVD 1:Hauptfilm
  • Audiokommentar mit Thilo Gosejohann & Simon Gosejohann
  • Neverhorst & Freunde - Trailershow:
    • Operation Dance Sensation Teaser (1:18 Min.)
    • Operation Dance Sensation Trailer (1:54 Min.)
    • Captain Cosmotic (2:13 Min.)
    • Nordstadt (1:57 Min.)
    • Amercian Shodwown (2:14 Min.)
    • Jetzt erst recht (2:02 Min.)
    • Kinder der Nacht 2 (1:18 Min.)
DVD 2: Bonusmaterial
  • Der Neverhorst Report - Making of (50 Min.)
  • Die OPDS-Restetruhe (9:23 Min.)
  • Der OPDS-Giftschrank (entfallene Szenen) (25:56 Min.)
  • Das Neverhorst Museum (5:43 Min.)
  • Die OPDS-Premiere (7:43 Min.)
  • Soundtrack - 12 Tracks (32:29 Min.)
  • Fotogalerie:
    • Die Weberei in Gütersloh (13 Bilder)
    • Klinik in Bielefeld / Behel (27 Bilder)
    • Schrottplatz in Niehorst (21 Bilder)
    • Sonstwas in Irgendwo (30 Bilder)
  • Kurzfilmfestival:
    • Master of the Fist (16:32 Min.)
    • Invasion Neverhorst (7:04 Min.)
    • Cellular Genomic (1:21 Min.)
    • Mörderball (7:55 Min.)
  • 16-seitiges Booklet
 Wer schon beim Film Spaß in den Backen hatte, kommt am Bonusmaterial nicht vorbei. Neben dem Hauptfilm bekommt Ihr zusätzlich neben der Trailershow "Neverhorst & Friends" noch einen von Grund auf ehrlichen Audiokommentar von Thilo & Simon Gosejohann zu hören, welcher fernab von den kommerziellen Hollywood-Kommentaren mit ’nem Bierchen und einem Kassettenrekorder im heimischen Gefilde der Gosejohanns entstand. Dieser spaßige Kommentar bietet neben einigen alkoholischen Rülpsern seitens Thilo und einem zur Toilette gehenden Simon eine Menge Hintergrundinfos zu "Operation Dance Sensation" und macht einfach nur noch Spaß. Weiter geht es dann auf der Bonus-Disc. "Der Neverhorst-Report" ist ein knapp 50-minütiges "Making of", welches einen ausführlichen Einblick hinter die Kulissen von "Operation Dance Sensation" darstellt und die Bezeichnung "Making of" mehr als nur verdient hat. "Die OPDS-Restetruhe" geht knapp 9 Minuten und bietet weitere Einblicke hinter die Kulissen des Filmes, sowie einige Outtakes und Patzer. Mit einer gesamten Laufzeit von knapp 26 Minuten offenbart uns "Der OPSD-Giftschrank" 15 geschnittene und entfallende Szenen und drei entfernte Szenen, welche neu gedreht werden mussten. In dem knapp 6-minütigen Feature "Das Neverhorst-Museum" führen uns Thilo & Simon Gosejohann durch die Neverhorst-Requisiten-Halle auf dem heimischen Dachboden. Weiter geht es mit Ausschnitten aus der "OPDS-Premiere" am 12. September 2003 in Bielefeld, sowie eine Fotogalerie mit über 90 Fotos vom Filmset.
Unter "Kurzfilmfestival" finden sich 4 Kurzfilme aus dem Hause Neverhorst. Den Anfang macht die 16-minütige Produktion "Master of the Fist" aus dem Jahr 1996, eine echt kultige Eastern-Hommage. Weiter geht es mit "Invasion Neverhorst", ein ganz schön schlechter, aber gerade deshalb so beliebte Parodie auf die Cuck Norris-Ära. "Cellular Genomic" ist ein Trailer, welcher auf 35mm gedreht wurde und ein Gruppenprojekt von Kamerastudenten/innen der FH Dortmund darstellt. Der Trailer zeigt deutlich den optischen Unterschied zwischen einer 35-mm-Produktion und einem Film, der auf Digital-Video gedreht wurde. "Mörderball" ist eine etwas neuerer Produktion und stellt eine actionbetonte Dokumentation über eine harte Sportart dar: Rollstuhl Rugby. Gefilmt in Bochum Langendreer, wurde dieser knapp 7-minütige Kurzfilm bereits auf einigen Festivals gezeigt und landete auf dem 2. Platz bei "BLICKE AUS DEM RUHRGEBIET". Den Abschluss dieses umfangreichen Zusatzmaterials macht ein knapp 32-minütiger "Soundtrack" mit insgesamt 12 Tracks aus dem Film. 6 Kracher gehen dabei allein auf das Konto der Dortmunder Soundtüftler Marcus Meyersieck & Jochen Naaf. Der Burner und Titelsong von ZZZ HACKER (feat. Bela B.) darf ebenso wenig fehlen wie die schaurig schönen Schlager von Jochen Vahle (Gesang) und Marc Jürgen (Musik), zum Beispiel "Fly like a bullit" und "Dance to the Discosound". Wer dann immer noch nicht genug hat, schaut sich entweder den Film einfach noch mal an oder begnügt sich mit dem 16-seitigen, schön designten und reichlich bebilderten DVD-Booklet mit einer Einleitung von Thilo Gosejohann, Pressezitaten und einem kurzen Statement von Christian Keßler. Aber egal was Ihr macht, die DVD lässt Euch so schnell nicht mehr los!
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Fazit
Nachdem die Neverhorst Company um Thilo & Simon Gosejohann mit ihrem Trash-Hit Interner Link"Captain Cosmotic" allen Regeln der Filmkunst strotzten und dabei mächtig für Furore sorgten, setzen sie mit ihrem neuesten abendfüllenden Spielfilm noch eins drauf und lassen dabei Interner Link"Rambo 2" und Interner Link"Tromas War" wie einen Kindergeburtstag aussehen. "Operation Dance Sensation" kurz "OPDS" ist ein überdrehter, frecher, vorlauter und absolut trashiger Independent-Film geworden; eine Verbeugung vor den Actionfilmen der 80er Jahre; eine Persiflage und innovative Neugeburt zugleich. Mit Gaststars wie Jasmin Wagner, Anke Engelke oder Bela B. Felsenheimer erschufen die Neverhorster ein kompromissloses Actionspektakel im Stil patriotischer Schwarzenegger- und Norris-Vehikel - mit einem Waffenarsenal, welches selbst den Terminator zu menschlichen Zügen treiben würde und einem Aufgebot an Ninjas, bei dem sogar Michael Dudikoff die Angst auf der Stirn geschrieben stünde. Es ist kaum beschreibbar wie ein Film ausschaut, der Versatzstücke der 70er Jahre Discofilme mit dem knallharter Action kombiniert und dabei eine Slapstick-Einlage nach der anderen dem Publikum vor den Latz knallt. Thilo Gosejohann zeigt zu jeder Filmminute, wo seine filmischen Wurzeln liegen, lässt dabei kein Auge trocken und wartet zudem mit dem längsten Showdown der Filmgeschichte auf. Und wenn mitten im 40-minütigen Finale Jacksons Oma anklingelt und über schöne Babysitterstunden sprechen möchte, ist das gaaaanz großes Kino. In "Operation Dance Sensation" wird geklotzt und nicht gekleckert, hier werden durchweg große Kaliber aufgefahren und wenn Waffengewalt zu tragen kommt, dann sind diese auch schon mal einige Meter groß und selbst die Lines sind schneller und nehmen zuckerhutgroße Ausmaße an. Wer sich also auf eine gehörige Portion Independent-Trash einlassen kann, wird hier zwei anarchistische und kultige Filmstunden erleben dürfen, vernarb vom weichgespülten US-Actionkino. In "Operation Dance Sensation" regiert die nackte, unverblümte Gewalt und Männer sind hier noch richtige Männer, die selbst auf der Tanzfläche eine gute Figur abgeben. Vergesst also Interner Link"Rambo" und lasst "Saturday Night Fever" links liegen, heute ist "Operation Dance Sensation" angesagt. Nie war Action so trashig und noch nie war ein Tanzfilm so genial wie in dieser Neverhorst-Produktion! Let the blood on the Dancefloor flow...

Eigentlich sollte die DVD schon im letzten Jahr erscheinen, weil man aber eine spezielle Sonderverpackung in rosa Plüsch anstrebte und die Produktion sehr aufwendig war, verschob sich die Veröffentlichung dieser Doppel-DVD auf Ende Februar. Aber nun ist sie da und abgesehen von der innovativen Verpackung und dem filmischen Hochgenuss, der uns hier geboten wird, kann sich auch alles andere auf der DVD sehen lassen. Angefangen vom umfangreichen Bonusmaterial bis hin zur guten Bild- und Tonqualität, sowie einem auf den ersten Blick schlichten DVD-Menü, welches beim längeren Ausharren aber sehr aktiv wird, präsentiert uns Legend Home Entertainment ein aufwendig produziertes DVD-Release eines deutschen Amateurfilmes, welcher in dieser Form einmalig sein dürfte und in dieser limitierten Plüsch-Edition selbst den härtesten Mann ganz weich werden lässt.



Bilder der DVD




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