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USA 2007
Originaltitel:Frayed
Länge:111:14 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Norbert Caoili, Rob Portmann
Buch:Kurt Svennungsen, Norbert Caoili, Rob Portmann, Dana Svennungsen, Dino Moore
Kamera:Karel Bauer
Musik:Norbert Caoili
SFX:Tim Peirson, Mike Lorrain
Darsteller:Tony Doupe, Aaron Blakely, Alena Dashiell, Tasha Smith-Floe, Don Brady, Kellee Bradley, Rachel Pate, Tim Evans, Colin Byrne, Nick Wambach, Dino Moore, Quinlan Corbett
Vertrieb:Anolis / Ascot Elite
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:22.01.2009 (Verleih) / 19.02.2009 (Kauf)



Inhalt
September ´94: Kurt, der 8-jährige Sohn von Sheriff Pat Baker, erschlägt auf brutalste Weise seine Mutter mit einem Baseball-Schläger und nimmt den Mord mit einer Videokamera auf. Die Behörden sind sich einig, dass Kurt den Rest seines Lebens in einer geschlossenen Anstalt verbringen muss ...
Doch 13 Jahre später bricht Kurt aus und richtet dabei ein Massaker unter dem Anstaltspersonal an. Sein Vater hat mittlerweile eine neue Familie gegründet, arbeitet aber weiterhin als Sheriff. Und nun beginnt für Baker ein grausamer Wettlauf mit der Zeit, denn seine Tochter Sara campt zusammen mit ein paar Freunden in genau dem Waldgebiet, in das Kurt geflohen ist.
Der aufgestellten Suchmannschaft scheint der Killer immer einen Schritt voraus zu sein, denn die Männer können nur der Spur von Leichen folgen, die Kurt hinterlässt. Doch erst als es zur Konfrontation zwischen den drei Familienmitgliedern kommt, stellt sich raus, wer wirklich für die ganzen Grausamkeiten verantwortlich zeichnet ...

Bild
Format1,78:1 (anamorph)
NormPAL
 "Frayed" spielt sich fast ausschließlich in dunklen Außenbereichen oder halbdunklen Gebäuden ab, was dem Kontrast einiges abverlangt. Trotz dem die Stilistik nicht auf harte Schattenwürfe und blendend helle Lichteffekte abgestimt ist, passt dieses Kriterium, da nichts in der Düsternis verloren geht. Die Farben sind dazu passend etwas bläulich matt. Durch Filter wäre zwar noch etwas mehr möglich gewesen, z.B. eine schöne Mondscheinatmosphäre, aber so geht das bereits in Ordnung. Die Schwächen offenbart das anamorphe, sauber kodierte Bild gerade bei der Schärfe, die zum einen von etwas Ghosting geschwächt wird und zum anderen nicht sehr ausgeprägt ist. Es ist zweifelsfrei schwierig, in einer derart düsteren Umgebung eine erstklassige Plastizität zu erreichen, aber etwas mehr als die oftmals nur Mittelmaß erreichnende Feinzeichnung hätte drin sein müssen. So sieht "Frayed" nach dem aus, was er ist: eine B-Produktion.
 +++/--

Ton
FormateDolby Digital 5.1 (Deu), Dolby Digital 2.0 (En)
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Dem deutschen Ton gelingt ein satter, in manchem Momenten sogar mitreißender Klang, dem lediglich ein Widerhall von den hinteren Lautsprechern fehlt. Dort ist der 5.1-Ton sehr schwach vertreten, was einen Upmix von Stereo vermuten lässt. Dabei sind in regelmäßigen Momenten Effekte zu vernehmen, die aber ebenso wie der atmosphärische Score kein Raumgefühl erzeugen können. Die englische Stereoversion ist dem klanglich ebenbürtig, man hört lediglich ein paar direkte Umgebungsgeräusche etwas deutlicher heraus. Die deutsche Synchro ist eine ziemlich ordentliche Sache, deutsche Untertitel gibt es obendrauf.
 +++/--

Extras
Extras
  • Kapiteleinleger
  • Trailer dt. (2:13 Min.)
  • Trailer engl. (2:18 Min.)
  • Pushing The Edge (13:31 Min.)
  • View To A Kill (5:05 Min.)
  • Inside Quantum (4:55 Min.)
  • Bildergalerie (34 Bilder)
VerpackungKeepCase
 Mit "Pushing The Edge" wird ein sehr gutes Making Of angeboten, dass von den ersten Ideen des Filmes über Kurzfilmausschnitte der beiden Regisseure bis hin zum Dreh alles wichtige enthält. Die witzig montierten Aufnahmen beinhalten u.a. wie einer der Regisseure selbst Stunts macht, wie über die starke Erschöpfung während der 22 Drehtage gesprochen wird und viel Quatsch dazwischen. Einer der Regisseure beschreibt auf sehr amüsante Art und Weise, wie verwirrend es ist, ständig nachts zu drehen: "Man hat diese Momente, wo man denkt: 'Oh, großartige Aufnahme, wir sollten einen Film machen!'" Nur ist Vorsicht geboten, denn bereits zu Beginn werden einige dicke Hinweise zur Auflösung der Filmhandlung gegeben. "View To A Kill" beschreibt die Aufnahmen des sehr brutalen Intro-Mords. Neben einer Erklärung der Make-Up-Effekte wird darauf eingegangen, wie und wo digitale Effekte verwendet wurden. "Inside Quantum" berichtet über die Nachproduktion im Haus von Norbert Caoili, der Schnitt, Musik und Soundeffekte mit diverser Software erstellte und verband, was dank digitalem Dreh relativ kostengünstig vonstatten ging. Mike Lorrain erzählt im Folgenden etwas zu den CGIs, indem er die Originalszene und die nachbearbeitete Szene gegenüberstellt. Auch hier wird aufgezeigt, dass die meisten digitalen Bildeffekte als solches im fertigen Film gar nicht erahnt werden können. Abschließend kann man sich eine Bildergalerie und die Trailer anschauen. Der Einleger enthält lediglich ein Kinoplakat und die Kapitelliste.
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Fazit
"Frayed" möchte laut Cover nicht als Interner Link"Halloween"-Rip-Off gesehen werden, auch wenn die Geschichte und die Art der Erzählweise an John Carpenters Indie-Blockbuster erinnern. Speziell an dessen etwas gestreckte TV-Fassung, die sich ein wenig mehr im Sanatorium abspielte als die ursprüngliche Kinoversion. "Frayed" nimmt eine ähnliche Herangehensweise an den Stoff, die ihrerseits faszinierend ist, weil man mit einer klassischen "Killer on the loose"-Geschichte zu tun bekommt, die mal wieder mehr auf lang vorbereitete Spannung anstatt auf verpulverte Schreckensmomente setzt.
Inhaltlich klingt die 2007er Produktion erstmal austauschbar: Psyschich angeknackster 8jähriger tötet seine Mutter (sehr brutal für die kJ-Freigabe!), wird eingewiesen und soll als junger Erwachsener verlegt werden. Die Sache geht schief, der stumme Mörder kann entkommen und will offensichtlich zu seiner Familie zurück. Sein Vater, ein Polizist, ahnt, dass Schlimmes passieren wird. Dessen Tochter, die gerade in den Wäldern campt, kann allerdings nicht rechtzeitig über den Zwischenfall informiert werden. Der irre Übeltäter schleicht unterdessen durch die Wälder und tötet auf seinem Weg jeden, der ihm in den Weg kommt.
Die Verarbeitung ist nichtsdestotrotz sehr solide, denn typische Klischees werden nicht in den Vordergrund gedrängt, um dem einträchtigen Popcorn-Slasher-Prinzip zu entsprechen. Allerdings muss man als Zuschauer Geduld mitbringen und darf anfangs nicht zu viel erwarten: Der Film ist mit 111 Minuten etwas lang geraten und hätte ohne Qualitätsverlust gekürzt werden können: Immer wieder werden Personen und ihre Gedankengänge etwas zu ausführlich beleuchtet, Spannungsszenen zu lang aufgebaut, ohne dass sie die erwartete Höhepunkte bieten können. Für ein ungutes Gefühl ist "Frayed" aber durchgängig gut, besonders, da lange im Unklaren bleibt, welche Positionen einige Figuren beziehen, was es mit dem Mörder auf sich hat und was bzw. wen dieser eigentlich verfolgt. Denn wer denkt, dass er die Auflösung bereits zeitig voraussehen kann, wird beim intensiven Schluss eines Besseren belehrt: "Frayed" besitzt eine herrlich fiese, zweite und dritte Wendung, die so perfekt passt, dass man den Film nur weiterempfehlen kann.

Der laut Regie-Duo nach dem Ansatz "less gore, more scares" entwickelte Independent-Film, der wie richtiges Kino aussieht, bringt den Zuschauer zurück an die Anfänge des Slasher-Genres, als diese Art Film noch nicht hauptsächlich aus pubertärem Kanonenfutter, sondern aus spannenden Elementen aufgebaut wurde. In dem Sinne ist "Frayed" eine sehr interessante, wenn auch nicht perfekte Retrospektive mit einem überragenden Schlussteil.



Bilder der DVD




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