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D 2009
Originaltitel:Hinter Kaifeck
Alternativtitel:Kaifeck Murder
Länge:82:53 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Esther Gronenborn
Buch:Sönke Lars Neuwöhner, Christian Limmer, Bert Koß, Martin Muser, Peter Leuschner
Kamera:Chris Valentien
Musik:Alexander Hacke
SFX:Harald Rudiger Filmbauten
Darsteller:Benno Fürmann, Alexandra Maria Lara, Henry Stange, Michael Gwisdek, Erni Mangold, Monika Hansen, Waldemar Kobus, Manfred Möck, Andrusch Jung, Myriam Aegerter, Andreas Bahr, Beles Adam, Samuel Pälchen, Chiara Beranek, Anna Böger, Carola Beil, Martin Lüning, Marius Deierl, Stefanie Robotka
Vertrieb:Kinowelt
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:16.10.2009 (Verleih) / 15.09.2009 (Kauf)



Inhalt
In einem kleinen bayerischen Dorf werden Fotograf Marc (Benno Fürmann) und sein Sohn Tyll (Henry Stange) mit den Spuren eines uralten Verbrechens konfrontiert. Der Schlüssel zu dem sechsfachen Mord scheint in den Visionen und Alpträumen zu liegen, die Marc seit seiner Ankunft quälen. Auf der Suche nach der Antwort forscht Marc in der Vergangenheit nach. Er stößt auf ein dunkles Geheimnis, das direkt mit ihm verbunden ist. Die Dorfgemeinde scheint verschworen und je tiefer er gräbt, desto größer wird die Lebensgefahr für ihn, seinen Sohn und die junge Dorfbewohnerin Juliana (Alexandra Maria Lara), die sich auf seine Seite stellt ...

Bild
Format1,78:1 (anamorph)
NormPAL
 Es ist kalter Winter und Kaifeck, Haupthandlungsort des Filmes, ist kein einladender Ort. Den Film deswegen in fahle, blaue Töne zu gießen, die den Eindruck erwecken, man würde kurz vor der abendlichen Dämmerung stehen oder die Figuren befänden sich in wenig ausgeleuchteten, weil uralten Häusern, ist eine stilistisch gute Wahl. Je weiter die Geschichte voranschreitet, umso kühler wird der Film und mit ihm die Farbgebung, die abgesehen von der Schlüsselfarbe Rot kaum noch erhellende Momente besitzt. Der Bildqualität schadet das ganz und gar nicht, weil der Kontrast ein hervorragendes Mittelmaß zwischen seichten Schatten und der verschlingenden Dunkelheit abzubilden weiß. Erfreulich ist es, dass das Material trotzdem kein Rauschen zeigt und die Schärfe so hoch ausfällt, dass man vom filigranen Bildaufbau mitunter überrascht ist. Weder Bewegungen, noch die Kompression schmälern diesen Eindruck.
 +++++-

Ton
FormateDolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0
SpracheDeutsch
UntertitelDeutsch für Hörgeschädigte
 Der deutsche Originalton in 5.1 erweist sich als einzige und damit beste Wahl, den Film zu genießen. Eine zusätzliche Stereospur gibt es zwar auch noch, aber die dürfte für Besitzer einer Surround-Anlage nicht von Belang sein. Die Geräuschkulisse spielt eine übergeordnete Rolle im Film, denn die Dialogarmut wird durch eine Vielzahl von sphärischen Musikstücken und raumklangfüllenden Geräuschen wett gemacht. Wie erwartet verstärkt sich dieser Eindruck zum Ende hin, wenn geisterhafte Stimmen sich dazu mischen, um den Zuhörer Angst einzujagen. Die Effekte, die manchmal sehr schön durch den Raum schwirren, sind nicht pompös angelegt, sondern bauen sich langsam auf, warten aber sehr oft mit einem prächtig surrenden Bass auf. Dank Originalsprache darf man die Dialoge machmal auch sehr realistisch geflüstert erleben. Dynamik und Klangqualität stimmen also, deutsche Untertitel gibt es obendrein.
 ++++/-

Extras
Extras
  • Trailer bei DVD-Start:
    • The Strangers (1:27 Min.)
    • Kurzer Prozess (1:29 Min.)
    • The Wrestler(2:18 Min.)
  • Geschnittene Szenen:
    • Alternativer Filmbeginn (2:02 Min.)
    • Marcs erster Traum (1:59 Min.)
    • Streit zwischen Juliana und ihrer Mutter (0:53 Min.)
    • Marcs zweiter Traum (1:21 Min.)
    • Marcs dritter Traum (1:44 Min.)
    • Marc und Tyll stretiten sich (1:14 Min.)
  • Behind The Scenes (10:11 Min.)
  • Fotogalerie (34 Bilder)
  • Kinotrailer (1:47 Min.)
  • Interviews:
    • Benno Führmann (4:37 Min.)
    • Alexandra Maria Lara (4:58 Min.)
    • Esther Gronenborn (5:30 Min.)
    • Peter Leuschner (9:53 Min.)
  • Weitere Highlights:
    • Bank Job (2:17 Min.)
    • Fight Club (2:22 Min.)
    • Saw V (0:46 Min.)
    • Terminator 2 (1:18 Min.)
    • Jumper (2:26 Min.)
    • Mirrors (1:00 Min.)
    • Antikörper (1:38 Min.)
    • Die Herzogin (2:04 Min.)
    • The Fountain (0:39 Min.)
  • DVD-ROM-Teil mit Presseheft (32 Seiten)
VerpackungKeepCase
 "Hinter Kaifeck" als Kinofilm mit realem Hintergrund bietet jede Menge Potenzial für interessante Extras, die sich sowohl auf den Film als auch auf den realen Hinterkaifeck-Fall beziehen. Die geschnittenen Szenen sind erstmal nicht so interessant, die wenigen neuen Handlungsstränge benötigt man nämlich nicht. Bei den Interviews mit den beiden Hauptdarstellern, der Regisseurin und dem Kriminalexperten Peter Leuschner wird es schon etwas interessanter. Die Regisseurin geht u.a. auf die Änderung zwischen der Tat und dem Film ein, während Leuschner ersteres noch mal genau erörtert bzw. vorstellt, wie er die Nachforschungen, die er seit etwa 1970 betreibt, angegangen ist. Der Blick hinter die Kulissen zeigt ausschließlich unkommentierte Set-Arbeiten. Neben Trailern (manche nur vor DVD-Beginn) und einer Bildergalerie wird der weitere Hauptteil der Extras auf die DVD-ROM ausgelagert, auf der sich das tolle Presseheft befindet, welches man nicht verpassen sollte. In dem befinden sich neben Standardinhalten wie Stabangaben, Inhalte in mehreren Längen, ausführliche Produktionsnotizen, sowie Bio- und Filmografien noch einige interessante Hintergrundinfos zum eigentlichen Hinterkaifleck-Fall. Nicht nur wird der Fall und die daran Ermittelnden vorgestellt, es werden auch mehrere Thesen über den bis heute nicht gefassten Mörder aufgestellt. Zusätzlich wird der im Film vorkommende Perchtenkult vorgestellt und Interviews mit den beiden Hauptdarstellern und der Regisseurin angeboten. Weil keine Bilder den Platz verschwenden, wird man hier ordentlich Stoff zum Lesen bekommen.
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Fazit
Frische Horror-Ware aus Deutschland - da sollte man zugreifen, gibt es schließlich nicht oft genug! Diesmal bekommt man es nicht mit TV-Unsinn zu tun, sondern mit einer herausragenden Genre-Produktion, die Regisseurin Esther Gronenborn auf die Beine gestellt hat. Lediglich die Ausgangssituation wird standardmäßig angegangen: Ein Fotograf und sein Sohn kommen für ein paar schöne Motive in ein abgelegenes bayrisches Dorf, in das sich sonst kein Fremder verirrt. Anders als die Gastwirtin Juliana sind die Bewohner der kleinen Gemeinde aber gar nicht erfreut über das Auftauchen des Fotografen, der durch Träume und Visionen einer uralten, totgeschwiegenen Grauenstat auf die Schliche kommt, die sich einst auf einem Hof hinter dem Dorf ereignet hat. Ab hier wird der mit wenigen Worten gespielte "Hinter Kaifleck" sehr interessant und immer spannender, denn immer mehr senkt sich ein Schatten über das kleine Dörfchen, welcher verhindern soll, dass jemand die blutige Vergangenheit ans Tageslicht bringt.
Besonders gefreut hat es mich, dass wirklich versucht wird, Angst zu erzeugen, statt die übliche Geisterhausnummer mit sich öffnenden Türen und vorbeihuschenden Schatten zu inszenieren, die kurzzeitig effektiv sein kann, auf lange Sicht aber nicht an die faszinierende Spannung von "Hinter Kaifleck" herankommen kann. Ab der zweiten Hälfte bekommt die durch das altertümliche Dorf wunderbar ausgeschmückte Erzählung zusätzlich ungeahnte Tiefe, wenn klar wird, dass der Protagonist eine Verbindung zu diesem Ort hat, die sein Schicksal besiegeln könnte.
Die Hauptrollen sind perfekt mit Benno Fürmann und Alexandra Maria Lara besetzt, die nicht nur spielen, sondern ihre Figuren leben. Ein weiterer Pluspunkt ist der junge Henry Stange als Tyll, der eine wichtige Rolle spielt und dem Film nicht zur Last fällt - wie es zu oft im Horror-Genre der Fall ist.

"Hinter Kaifleck" ist uneingeschränkt empfehlenswert und international absolut konkurrenzfähig. Die Schauplätze, die Darsteller und die mit einem wunderbaren Ende versehene Geschichte, die tatsächlich ein spannendes Geheimnis offenbart, sprechen für diese deutsche Produktion.



Bilder der DVD




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