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D 2008
Originaltitel:Gonger - Das Böse vergisst nie
Alternativtitel:Gonger
Länge:93:57 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Christian Theede
Buch:Ben Bernschneider, Christian Theede, Erol Yesilkaya
Kamera:Peter Steuger
Musik:Philipp F. Kölmel, Ralf Wengenmayr
SFX:Heiko Wengler-Rust
Darsteller:Sebastian Ströbel, Teresa Weißbach, Dario Stankewitz, Daniel Zillmann, Hannes Wegener, Vadim Glowna, Bela B. Felsenheimer, Hildegard Schroedter, Heinz W. Krückeberg, Manuel Cortez, Sascha Teichert, Anja Steinbacher
Vertrieb:Sony Music
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:06.11.2009 (Kauf)



Inhalt
Der seit seinem achten Lebensjahr verwaiste Philip kehrt nach über 20 Jahren in sein Heimatdorf zurück, um das Erbe seines verhassten Opas zu verkaufen. Doch ab dem Zeitpunkt, an dem er das Ortsschild passiert, mehren sich merkwürdige Vorkommnisse. Philip scheint durch seine Rückkehr einen tödlichen Kreis geschlossen zu haben, in dem die Freunde seiner Kindheit verwickelt sind. Doch damit nicht genug: Phillip begreift, dass der rätselhafte Tod seiner Eltern ebenso mit dem Fluch des Gongers zusammenhängt. Wird er es schaffen, den Fluch zu lösen, bevor alle seine Jugendfreunde tot sind ...?

Bild
Format1,78:1 (anamorph)
NormPAL
 Die Optik der DVD weist weitestgehend ausgezeichente Werte auf. Abgesehen von leichtem Bildrauschen wird eine detailfreudige und prägnante Schärfe geboten. Der Kontrast ist nahezu perfekt tariert und lässt keine Bildinhalte im Dunkeln versinken. Lediglich in hellen Szenen sind dezente Überstrahlungen vorhanden. Die Farben wirken natürlich, stellenweise allerdings etwas kraftlos, was ein Stilmittel ist und der Atmosphäre sehr förderlich ist. Anonsten darf bei einer sehr guten Bildstabilität und einer sehr geringen Artefaktbildung, die selbst schwierige Szenen wie den Nebel fast komplett frei von Unruhen zeigt, von einer sehr überzeugenden Abtastung eines TV-Film gesprochen werden.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 Stereo
SpracheDeutsch
Untertitel-
 Der Sound der Stereospur ist sehr ausgefeilt und sorgt dafür, dass die bildliche Bedrohung auch akustisch sehr gut unterstrichen wird. Gerade der Score ist kraftvoll, dynamisch, transparent und sehr klar neben die Dialoge gemischt, ohne dass Überlagerungen entstehen. Eigentlich ist es schade, dass es lediglich ein Stereomix gibt, denn was wäre noch alles möglich gewesen, wenn man eine Dolby Digital 5.1-Abmischung erstellt hätte. So fehlt ein letztes Fünkchen zur perfekten Atmosphäre, doch unter Berücksichtigung einer Stereospur ein perfektes Klangerlebnis.
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Extras
Extras
  • Teaser: Kinderlied (0:47 Min.)
  • Teaser: Mystery (0:42 Min.)
  • Making of (18:43 Min.)
  • Trailer: Gonger 2 (1:19 Min.)
VerpackungKeepCase
 Die Extras bestehen aus zwei Teasern zum Film, einen Trailer zur Fortsetzung Interner Link"Gonger 2" sowie einem informativen Making of, das hauptsächlich aus diversen Interviews mit dem Regisseur und den Hauptdarstellern besteht.
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Fazit
Da soll noch mal jemand behaupten, der deutsche Horrorfilm wäre tot. Eventuell im Tiefschlaf wie Dornröschen, aber ganz gewiss nicht tot, was uns Christian Theede mit der ProSieben-Fernsehproduktion "Gonger" vortrefflich beweist. Dabei möchte man zu Beginn, wenn in den Credits die deutschen Namen und der Sender zu sehen sind, am liebsten gleich wieder den Fernseher ausschalten. Das wäre ein großer Fehler, denn mit "Gonger" bekommt man einen gelungenen Horrorfilm geboten, der von asiatischen und amerikanischen Vorbildern geprägt ist, grundsätzlich aber zu den besten deutschen Horrorvertretern der letzten Jahre gehört. Vielleicht erfreut Theede Film auch gerade deswegen, weil in den letzten Jahren dieses Genre so unterrepräsent war.
Thematisch nimmt sich der Regisseur dem typischen, asiatischen Geisterfilm an, den man als US-Remake ständig um die Ohren gehauen bekommt. "Gonger" nutzt Vorbilder wie Interner Link"The Grudge", basiert aber auf deutscher Historie und Schauplätzen, z.B. den friesischen Inseln Sylt und Amrum. Erzählt wird die Geschichte eines Ermordeten, der als Geist zurückkommt, um sich an der zweiten Generation seiner Mörder zu rächen. Im Fall von Theedes Film ist dies ein kleiner Junge, der als Geist für eine unheimliche Atmosphäre sorgt. Die Maskenbildner haben sich bei der Gestaltung etwas bei Interner Link"The Grudge" bedient und sorgen damit für eine gehörige Portion Gänsehaut. Bis auf einen sehr originellen Storytwist am Ende nutzt man allerdings kaum eigene Ideen, sondern lässt die Geschichte nach bekannten Mustern ablaufen. Möglichkeiten, den Handlungsverlauf umzukrempeln, hätte es genug gegeben, werden allerdings nur ansatzweise verfolgt, vermutlich um auf Nummer sicher zu gehen. Trotzdem weiß "Gonger" weitaus besser zu unterhalten als amerikanische Klone asiatischer Geisterfilme.
Dafür sorgt Christian Theedes solider Inszenierungsstil, der mit "Gonger" seinen ersten Langfilm auf die Beine stellt und einen Achtungserfolg hinlegte. Das Zusammenspiel zwischen Bildsprache und Ton gelingt einfach sehr gut, in diesem Fall der Filmmusik, was besonders die im Nebel verhangene Spielplatzszene hervorheben kann. Aber auch die anderen Kulissen wie das Watt, finstere Gewölbe oder die tiefen Wälder können für eine bedrohliche Atmosphäre und Gänsehaut sorgen. Für den erfahrenen Filmfreund dürften die daraus resultierenden Schockmomente kalkulierbar sein, doch spürt man ständig die Bedrohung und wird von der Geschichte mitgerissen. Darstellerisch bewegt sich der Film ebenfalls auf sehr gutem TV-Niveau, weil es bis auf die Nebenrollen keine Schwächen zu entdecken gibt, aber auch keine preisverdächtigen Leistungen. Besonders Dario Stankewitz als Gonger verdient besondere Erwähnung, denn ohne sein Spiel würde dem Film viel von seiner Atmosphäre fehlen. Einzig die kaum vorhandenen Mordszenen, die lediglich als Resultat gezeigt werden, hätten etwas weiter ausgearbeitet werden können. Dies mag an der anvisierten, frühen Ausstrahlung des Filmes im Fernsehen gelegen haben, aber auch an Geldproblemen, die eine Ausweitung der Effektkunst nicht ermöglichten. Denn leider ist es immer noch so, dass der größte Arthausdreck mehr Fördergelder bekommt als eine Produktion aus dem phantastischen Bereich. Aber vielleicht sorgt Theedes Film endlich für weiteren Nachschub, von der Interner Linkkommenden Fortsetzung zu "Gonger" einmal abgesehen.

Definitiv ein Film der maßgeblich an der Wiederbelebung des deutschen Horrorfilms beteiligt ist und der trotz ebenso geborgten Ablaufmustern weitaus bessere Unterhaltung bietet als amerikanische Massenware.



Bilder der DVD




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