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IT 1979
Originaltitel:Ragazza del vagone letto, La
Alternativtitel:Terror Express
Länge:81:31 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Ferdinando Baldi
Buch:George Eastman (als Luigi Montefiori)
Kamera:Giuseppe Aquari
Musik:Marcello Giombini
Darsteller:Silvia Dionisio, Werner Pochath, Zora Kerova, Gianluigi Chirizzi, Carlo De Mejo, Giancarlo Maestri, Fausto Lombardi
Vertrieb:Camera Obscura
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:29.09.2009 (Kauf)



Inhalt
Als Julia in den Nachtzug steigt, ahnt sie noch nicht, was sie erwartet. Eigentlich sollte es nur ein schöner Nebenverdienst werden, schneller Sex für schnelles Geld in der Anonymität ihres privaten Abteils. Doch was als harmloser Spaß beginnt, entwickelt sich zu einem infernalischen Trip ins Grauen, als drei zwielichtige Burschen den Zug zu ihrem Jagdrevier erklären. Schon bald werden Julia und ihre Mitreisenden zum Spielball perverser Triebtäter, zu Gefangenen auf einer gnadenlosen Fahrt durch die Nacht. Gepeinigt und geschändet, bleibt den Opfern nur eine Chance: Sie müssen zurückschlagen - mit aller Macht! Der Nachtzug wird zur Hölle auf Rädern, nicht zu stoppen in seiner rasenden Fahrt auf den Schienen des Wahnsinns ...

Bild
Format1,66:1 (anamorph)
NormPAL
 Vor Filmstart gibt es eine kurze Texteinblendung, die darauf hinweist, dass zwei Szenen zu Beginn des Filmes zerstört waren und man von daher auf schlechteres Filmmaterial zurückgreifen musste. Diese Sequenzen sehen in der Tat sehr bescheiden aus, zum Glück sind es nur wenige Minuten. Der Rest des anamorphen Transfer hinterlässt einen guten bis sehr guten Eindruck, vor allem in Anbetracht des hohen Alters des Films. Die Schärfe erreicht gute Werte und darf auch einiges an Details offenbaren, wenn es auch auf großen Betrachtungsflächen etwas weich aussieht und dort dezente Unruhen der Kompression offensichtlich werden. Der Kontrast überzeugt ebenfalls und wartet mit einem soliden Schwarzwert und einer guten Durchzeichnung auf, die selbst in dunklen Szenen keine Details verschluckt. Vereinzelt hinterlässt der Kontrast einen etwas steilen Eindruck, was der Optik des Filmes aber durchaus zugute kommt. Die Farbgebung ist als natürlich zu bezeichnen und trotz des hohen Alters fallen die Farben sehr satt und kräftig aus. Hin und wieder huschen kleinere Defekte, Drop Outs und Haarrisse durch das Bild, störende Ausmaße erreicht dies aber niemals und selbst das deutliche Bildrauschen schmälert den Sehgenuss zu keinem Zeitpunkt. Für eine knapp 30 Jahre alte, italienische Produktion ist das Ergebnis demnach wirklich gut.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 Mono
SpracheDeutsch, Italienisch
UntertitelDeutsch, Englisch
 Beide Tonspuren liegen in Mono vor und bieten eine altersbedingte ordentlich Wiedergabe, wobei die italienische Originalfassung etwas heller und klarer klingt als das deutsche Pendant. Die deutsche Fassung besitzt etwas dumpfe, blecherne Charakteristika und neigt zu leichten Verzerrungen. Dies geht allerdings niemals zu Lasten der Verständlichkeit. Dennoch ist die Originalfassung die deutlich bessere Alternative und rauscht zudem etwas weniger als die deutsche Synchronisation. Optional gibt es deutsche und englische Untertitel.
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Extras
Extras
  • 8seitiges Booklet von Christian Kessler (deutsch/englisch)
  • Vorwort von Carlo De Mejo und Zora Kerova (0:37 Min.)
  • Featurette "Tails from the Rails" (24:30 Min.)
  • Italienischer Trailer (3:16 Min.)
  • Englischer Trailer (3:17 Min.)
  • Bildergalerie (31 Bilder)
  • Hidden Feature (1:19 Min.)
VerpackungDigiPack im Schuber
 Nach DVD-Start erscheint ein kurzes Vorwort der Darsteller Carlo De Mejo und Zora Kerova, wobei Frau Kerova kein gutes Wort für den Film übrig hat, was als Vorwort für einen Film sicherlich einmalig sein dürfte. Desweiteren gibt es eine Bildergalerie mit seltenem Bildmaterial, sowie einen englischen und italienischen Trailer. Der Höhepunkt in diesem Bereich ist allerdings die 25minütige Dokumentation "Tails from the Rails", in der neben Carlo De Mejo und Zora Kerova auch Drehbuchautor George Eastman zu Wort kommt. Alle drei sprechen sehr ausführlich über die Produktion, die anstrengenden Dreharbeiten und über den Regisseur. Zora Kerova spricht hierbei erstmalig wieder über den Film, bleibt dabei überraschend ehrlich und trägt ihre Meinung über den Film sehr deutlich nach außen. Die beiden anderen gehen da schon mit etwas mehr Fingerspitzengefühl vor, wobei weder Mejo noch Eastman mit dem Zelluloid-Ergebnis zufrieden sind. Wer jetzt noch etwas sucht, wird ein nettes Hidden Feature mit Outtakes aus dem Interview mit Zora Kerva finden. Das gesamte Bonusmaterial wurde deutsch und englisch untertitelt. Das von Christian Kessler verfasste Booket liegt in deutscher und englischer Sprache vor.
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Fazit
Schauspielerin Zora Kerova leitet die DVD mit den Worten ein, dass sie "Horror-Sex im Nachtexpress" nicht mag. Im Bonusmaterial merkt man ihr die Abneigung gegenüber Fernando Baldis Exploitationklassikers nur allzu deutlich an, denn sie macht kein Geheimnis daraus, dass die von diesem "Machwerk" jahrelang nichts wissen wollte.
Für George Eastman war die 1979er Produktion eine reine Auftragsarbeit als Drehbuchautor, denn er sollte binnen weniger Tage eine Geschichte erfinden, die in einem Zug spielt - schließlich hatte man die Chance in einem alten Zugwagon zu drehen. Wie er selbst anmerkt, orientierte er sich beim Schreiben an "The Incident", und Parallelen zu Wes Cravens Interner Link"Last House on the Left" sind dabei ebenfalls nicht von der Hand zu weisen. Geboten wird eine Menge nackter Haut, eine handvoll pyschopathischer Irrer und ein Häftling, der am Ende zum Held erkoren wird. Umgesetzt ist das schön sleazig, schmutzig, aber auch unglaublich dilettantisch. Baldi gelingt es in seinem reißerischen Sexploitation-Beitrag zu keinem Zeitpunkt wirklich Spannung aufzubauen. Selbst in der zentralen Vergewaltigungsszene zwischen Zora Kerowa und Carlo de Meyo gelingt es Baldi nicht, die Emotion und den Schmerz der Protagonistin auf sein Publikum zu übertragen, was Zora Kerowa stark kritisiert. Baldi fehlte das Gespür für seine Charaktere, wodurch die Inszenierung keinerlei Höhepunkte erreicht bzw. lediglich reißerisch wirkt. Letzteres wäre nicht schlimm, wenn die ohnehin schon äußerst banale Geschichte sich nicht dermaßen in die Länge ziehen und dabei noch so unglaubwürdig wirken würde. Die Regie eines Genre-versierten Regisseurs wäre sicherlich ein Zugewinn gewesen, doch am schnell zusammengeschusterten Drehbuch hätte selbst ein Lamberto Bava nichts mehr ändern können. "Horror-Sex im Nachtexpress" ist zwar äußerst bemüht, sich mit den Großen des Genres zu messen, indem Giallo-Elemente mit Exploitation vermischt werden, das geschieht aber etwas unbeholfen und ohne Ausnutzung des klaustrophobischen Ambientes des alten Zuges. Sammler alter, fast vergessener italienischer Exploitationfilme werden sicherlich nicht enttäuscht werden, doch von einem guten Film ist Balis Beitrag leider weit enfernt.

Die DVD-Umsetzung aus dem Hause Camera Obscure setzt die von Sazuma begonnene Reihe "Italian Genre Cinema" gekonnt fort und überzeugt mit einer gelungenen technischen Aufarbeitung des Materials. Zudem gibt es reichhaltiges Bonusmaterial und ein tolles Booklet von Christian Kessler, welches in deutscher und englischer Sprache vorliegt. Die uns vorliegende Fassung wird in einem DigiPack im Schuber ausgeliefert. Wahlweise gibt es aber auch limitierte Auflagen in einer großen Hartbox und zwei verschiedene kleine Hartboxen, jeweils auf hundert Stück limitiert. Die DVDs sind identisch zu der von uns getesteten Auflage, lediglich das Booklet ist exklusiv nur bei der DigiPack-Variante enthalten. Sammler sollten zugreifen, denn auch wenn der Film selbst nicht jedermanns Geschmack sein wird, ist die Umsetzung einfach mehr als gelungen.



Bilder der DVD




Druckbare Version
Horror-Sex im Nachtexpress (Italian Genre Classic Collection No.5)
IMDb.com OFDb.de



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