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FR, USA 1992
Originaltitel:Basic Instinct
Alternativtitel:Ice Cold Desire
aka. Love Hurts
Länge:122:58 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Joe Eszterhas
Buch:Joe Eszterhas
Kamera:Jan de Bont
Musik:Jerry Goldsmith
SFX:Cruse & Company, Dreamstate Effects
Darsteller:Sharon Stone, Michael Douglas, George Dzundza, Jeanne Tripplehorn, Denis Arndt, Leilani Sarelle, Bruce A. Young, Chelcie Ross, Dorothy Malone, Wayne Knight, Daniel von Bargen, Stephen Tobolowsky, Benjamin Mouton, Jack McGee, Bill Cable, Freda Foh Shen, Mitch Pileggi
Vertrieb:Kinowelt
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:12.03.2002 (Kauf)



Inhalt
Ein Rocksänger wird bestialisch mit einem Eispickel ermordet. Während des Liebesspiels wurde er ans Bett gefesselt und dann regelrecht abgeschlachtet. Der innerlich ausgebrannte Cop Nick Curran wird auf den Fall angesetzt. Einzige Tatverdächtige ist die Ex-Geliebte des Opfers: Romanautorin Catherine Tramell. Ihr neuester Roman handelt von Morden, die auf exakt die gleiche Weise begangen werden. Die kühle Blonde treibt ein laszives Spiel mit dem verliebten Nick. Und er kann der intelektuellen Schönheit nicht widerstehen. Zwischen beiden entwickelt sich eine heiße Affäre. Doch plötzlich beginnt Catherine, ihren neuen Lover Nick in wilder Extase ans Bett zu fesseln ...

Bild
Format2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 Die Aufarbeitung war bei der DVD-Veröffentlichung ein großes Ding, heute ist sie eher noch gelungen als überwältigend. Z.B. könnte ich mir vorstellen, dass die Farbwahl trotz des düsteren Szenarios mit etwas weniger Brauntönen auskommen kann, die sich auch in hellem Licht auf den Gesichtern austoben. Die Schärfe hinterlässt erst einmal einen sehr guten Eindruck, denn das Bild wird auf eine sehr natürliche Weise und ebenso klar wiedergegeben. Mit der Trübheit einiger Szenen trübt sich auch dieser Eindruck, denn besonders in dunklen Szenen fehlt es oftmals an Details. Die Figuren tauchen in Schatten ein und es ändert sich schlagartig die Plastizität der gesamten Szene. Wirklich besorgniserregend ist das natürlich nicht. Dass noch eine Menge mehr herauszuholen ist, zeigen ein paar verbliebene Defekte und der Umstand, dass besonders im Hintergrund die Kompression zu unsauberer Arbeit neigt - drei volle 5.1-Tonspuren, zwei Audiokommentare und das insgesamt 2 Stunden lange Material zollen eben ihr Tribut. Demnach wird man diesen 90er-Jahre-Klassiker zwar in einer guten Qualität zu sehen bekommen, die dem Film gebührt, Qualitätsfetischisten werden aber vermutlich erst mit den HD-Medien so richtig auf ihre Kosten kommen.
 ++++--

Ton
FormateDolby Digital 5.1 (Deu, En), DTS 5.1 (En), Dolby Digital 2.0 Surround (Spa)
SpracheDeutsch, Englisch, Spanisch
UntertitelDeutsch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Holländisch, Türkisch
 Beim Ton ist vorerst auch alles richtig gemacht wurden. Der Dolby Surround-Ton wurde auf einen 5.1-Modus hochpoliert, was man als solches heraushören kann, denn an Effekten mangelt es dem Film etwas. In vereinzelten Szenen gibt es sie, sie sind aber nicht wirklich aggressiv. Wer allerdings den Score mag, wird voll auf seine Kosten kommen, denn dieser dominiert den gesamten Klang und sorgt dank häufigem Einsatz für eine gute Beschäftigung der hinteren Lautsprecher. Der sehr warme, dynamische Klang wird ein wenig durch die nicht ganz sauberen und etwas zu leisen Dialoge der Front verschlechtert, denn die deutsche Dialogspur klingt an vielen Stellen alles andere als frisch. Dem englischen Originalton erging es da besser, denn bei diesem setzt sich die Klarheit des Tones auch bei den Dialogen fort. Das ist aber nicht der einzige Unterschied zwischen den beiden Sprachen, denn offensichtlich wurden unterschiedliche Mixe angefertigt: Während beispielsweise die deutsche Version in der Diskoszene mit einem sehr satten Bass aufwartet, überzeugt die Originaltonspur an anderen Stellen mit einem geringen Subwoofer-Einsatz. Insgesamt klingt die englische Version also runder, was ihr 4 Punkte verdient. Eine DTS-Tonspur in Englisch gibt es ebenfalls, aber Unterschiede halten sich zurück. Dafür gibt es Untertitel.
 +++/--

Extras
Extras
Film-DVD
  • 2 Audiokommentare
Bonus-DVD
  • Blonde Poison: The Making Of "Basic Instinct" (24:18 Min.)
  • Featurette (6:29 Min.)
  • Trailer (1:57 Min.)
  • Teaser (0:29 Min.)
  • Cleaning up "Basic Instinct" (4:45 Min.)
  • Storyboard "Liebesszene/Mord" (3:19 Min.)
  • Storyboard-Vergleich:
    • Liebesszene (3:28 Min.)
    • Verfolgungsjagd (1:14 Min.)
    • Mord im Aufzug (2:46 Min.)
  • Screen-Tests:
    • Jeanne Tripplehorn (3:01 Min.)
    • Sharon Stone (5:51 Min.)
  • Fotogalerie (38 Bilder)
Soundtrack-CD
  • Main Title (2:17 Min.)
  • Crossed Legs (4:52 Min.)
  • Night Life (6:05 Min.)
  • Kitchen Help (4:00 Min.)
  • Pillow Talk (5:02 Min.)
  • Morning After (2:30 Min.)
  • The Games Are Over (5:37 Min.)
  • Catherine's Sorrow (2:43 Min.)
  • Roxy Loses (3:18 Min.)
  • An Unending Story (7:56 Min.)
VerpackungDigiPack in Schuber
 Es gab bisher keinen Audiokommentar von Paul Verhoeven, der langweilig gewesen wäre. Den auf dieser DVD hat er zusammen mit Kameramann Jan de Bont eingesprochen, gefüllt hätte er die Tonspur aber auch allein. Er wird fast schon nervös, so schnell trägt er einige Sachen vor, die ihn beschäftigen. Interessant ist zu hören, wieviel Ideen hinter kleinen Details des Filmes stecken. Natürlich sprechen die beiden Filmemacher auch die Randerscheinungen des Films an. Den zweiten Kommentar bestreitet die amerikanische Kulturhistorikerin Camille Paglia, die laut der Biographie der Wikipedia den Film durchaus zu ihrem Studienthema machen könnte: Sie untersucht und wertet die Verbindung von Kunst und Sexualität aus, verfasste diverse Schriften darüber und zählt "Basic Instinct" zu einen ihrer Lieblingsfilme. Leider ist der Audiokommentar erwartet wissenschaftlich und damit etwas zu trocken ausgefallen, weil Paglia zu sehr die einzelnen Szenen wiedergibt, indem sie einige tiefenpsychologische Aspekte der Figuren verdeutlicht. Dabei kommen mir aber zu wenige Schlussfolgerungen oder interessante Details zur Sprache.


DVD zwei enthält das sehenswerte Making Of, das relativ aktuell ist und u.a. behandelt, wie das Skript ersteigert, die Darsteller ausgesucht und letztlich gedreht wurde. Ein beträchtlicher Teil der 20 Minuten wird für den Skandal aufgebracht, der den Film während des Drehs (Proteste von Homosexuellen) und nach der Veröffentlichung populär machte. Diese Dokumentation ist im Gegensatz zum nachfolgenden Feature, das lediglich eine Vorstellung des Filmes darstellt, sehr sehenswert. Unbedingt anschauen sollte man sich auch "Cleaning up 'Basic Instinct'", das alle Tonänderungen aufzeigt, die für die TV-Fassung des Filmes gemacht werden mussten. Sämtliche Erwähnungen von "fuck", "shit" und "asshole" wurden neu synchronisiert, was nicht nur zu sehr holprigen Sprachkonstrukten führt, sondern auch zur unfreiwilligen Lächerlichkeit, denn die Originalsprecher standen nicht zur Verfügung, weswegen nur entfernt ähnlich klingende Sprecher teilweise mitten im Satz einsetzen. Wenn man sich das anhört, wird man einmal mehr in seiner Annahme bestätigt, dass es in den Staaten keinerlei Synchro-Kultur gibt. Unter den Storyboards kann man sich davon überzeugen, dass die Ideen zu den Liebesszenen anfangs weitaus deftiger waren, als sie letztlich im fertigen Film zu sehen sind. Es folgen Testaufnahmen von Sharon Stone und Jeanne Tripplehorn, weitere Storyboard-Film-Vergleiche und eine kurze Bildergalerie. Alle Extras, inklusive der Audiokommentare, sind deutsch untertitelbar.

Als letztes Extra enthält diese Special Edition eine CD mit 10 Titeln des Soundtracks von Jerry Goldsmith. Das Anhören lohnt sich, denn die Stücke sind bereits im Film großartig. Zu den Extras kann man letztlich auch die Verpackung dieser limitierten "Special Edition" zählen, denn das DigiPack steckt in einem silbern reflektierendem Schuber.
 ++++/-

Fazit
Nach den deftigen Interner Link"RoboCop" und Interner Link"Total Recall" waren die Erwartungen an Paul Verhoeven nicht gerade niedrig. Mit "Basic Instinct" erfüllte er sie noch einmal, begab sich in das zu dieser Zeit noch beliebte Erotik-Thriller-Genre - und landete abermals einen Volltreffer, der allerdings diesmal weniger durch Gewaltexzesse oder Verhoevens intelligente Satire geprägt war, sondern durch die Freizügigkeit seiner Hauptdarsteller, speziell: Sharon Stone. Die vorher relativ unbekannte Hollywood-Schönheit verdreht mit ihrer kessen, aber teuflischen Art nicht nur Michael Douglas den Kopf, sondern verschaffte sich auch noch eine der erinnerungswürdigsten Szenen der Filmgeschichte: der berühmte Beinschlag während des Verhörs.
Den Film allein auf die Reize seiner weiblichen Darstellerinnen, also Sharon Stone, ihre Filmgeliebte Leilani Sarelle als Roxy oder Jeanne Tripplehorn als Polizeipsychologin, zu reduzieren, würde "Basic Instinct" aber nicht gerecht werden, denn er ist darüber hinaus ein überdurchschnittlich spannender Film. Zwar wird die Frage nach dem Mörder gleich in der Auftaktszene beantwortet, das Skript legt aber immer wieder falsche Fährten und lenkt von diesem sicheren Anfangsverdacht ab. Großartig sind natürlich die Szenen mit Stone, die ihrem undurchsichtigen Charakter eine schnippige Überlegenheit beschafft und die Polizei an der Nase herumführt, dabei aber auch verletztlich sein kann und trotzdem ihre düstere Aura nicht verliert. Michael Douglas' Detective Curran ist davon derart fasziniert, dass er das offensichtliche Spiel gern mitspielt, auch wenn es ihm am Ende das Leben kosten könnte.
Verhoeven, der im Audiokommentar mehrfach die Anlehnung an Hitchcocks Thriller erwähnt, weiß, wie seine Szenen auf den Punkt gespielt werden, wie er Ausleuchtung, Kamera und Schnitt so zu kombinieren hat, dass sie den Zuschauer positiv auffallen. Besondere Erwähnung verdient aber der Score, dessen Thema die Protagonistin Catherine Tramell charakterisiert, als ob er ihre Präsenz auch in jenen Szenen ankündigen möchte, in denen sie gar nicht auftritt.

Nicht nur im sonst eher lauen Erotik-Thriller-Segment darf "Basic Instinct" eine Spitzenposition einnehmen, er behauptet sich auch ohne seine Skandälchen vor und hinter der Leinwand. Der sauber inszenierte und in den Hauptrollen stark gespielte Krimi bietet außerdem trotz einer Spielzeit von 2 Stunden eine ungeahnte Kurzweiligkeit.
Nach der etwas missglückten MAWA-DVD veröffentlichte Kinowelt 2002 diese Edition mit zwei DVDs und Soundtrack-CD. Seitdem ist der Film zwar noch ein paar Mal von Kinowelt erschienen, z.B. im Steelbook, aber nie mehr zusammen mit den Soundtrack. Wer diesess Schmuckstück also sein Eigen nennt, darf sich glücklich schätzen.



Bilder der DVD




Druckbare Version
Basic Instinct (Unrated Collector's Edition)
Basic Instinct 2 - Neues Spiel für Catherine Tramell
IMDb.com OFDb.de



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