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KR 2007
Originaltitel:Henjel gwa Geuretel
Alternativtitel:Hansel and Gretel
Länge:112:26 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Pil-Sung Yim
Buch:Min-sook Kim, Pil-Sung Yim
Kamera:Ji-yong Kim
Musik:Byung-woo Lee
SFX:E.O.N.
Darsteller:Jeong-myeong Cheon, Shim Eun-kyung, Yeong-Nam Jang, Ji-hee Jin, Kyeong-ik Kim, Hee-soon Park, Eun Won-jae
Vertrieb:MFA+ / Ascot Elite
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:24.09.2009 (Verleih) / 22.10.2009 (Kauf)



Inhalt
Eun-soo gerät nach einem Autounfall zu einem verwunschenen Haus inmitten des Waldes, das einem Märchen entsprungen zu sein scheint. Alles ist voller Spielzeug und Süßigkeiten, weder Telefon noch Handys funktionieren. Dort leben drei Geschwister glücklich mit ihren Eltern. Zumindest auf den ersten Blick, denn für den jungen Mann gibt es keinen Weg zurück, raus aus dem Wald. Als auch noch die Eltern Eun-soo mit den Kindern zurücklassen, reift in ihm ein furchtbarer Verdacht. Etwas Böses muss in diesem Haus passiert sein, und die engelsgleichen Gesichter der Kinder enthüllen nach und nach ihre wahre teuflische Natur.

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 Der 2007er Film besitzt nur wenig, was bemängelt werden könnte. Die phantastische Geschichte wird mit schillernden Farben ausgeschmückt, die das kunterbunte Haus mit all seinen Spielzeug prächtig zur Geltung bringt. Dazu kommt eine etwas düstere Stimmung, die sich ebenfalls in der Ausleuchtung der Szenen niederschlägt, dem Kontrast aber nicht schadet. Denn das Bild bleibt selbst in dunklen Szenen äußerst kontrastreich und auch sehr plastisch. Beides ist keineswegs selbstverständlich, denn asiatische Filme neigen manchmal dazu, das Bild etwas graustichig aussehen zu lassen, was hier nicht der Fall ist. Die sehr gute Schärfe, die die vielen Details in den Räumen und auch außerhalb (also: im Wald) bestens hervorhebt, scheint nur auf Gesichtern ein klein wenig abgeschwächt zu sein. Das stört aber ebenso wenig wie das manchmal in Bewegungen dezent auftretende Rauschen und der geringe Gelbstich. Insgesamt also sehr schön
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Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch
Untertitel-
 Es ist etwas seltsam, dass nur der deutsche Ton, dafür aber keine Untertitel und kein Originalton angeboten wird. Zumindest entschädigt die Klangqualität, insbesonders der feinfühlige Score, der immer wieder hörbar anschwillt und mit viel Wucht auch die hinteren Lautsprecher befeuert. Ebenso verhält es sich mit den Effekten, die das gesamte Spektrum nutzen und ein sehr interessantes räumliches Klangbild erzeugen. Im Vergleich zu westlichen Produktionen gibt es eine Menge Szenen, in denen nicht mehr als Dialoge zu hören sind, also vergleichsweise wenig passiert. Dafür sind die darauffolgenden Schockmomente umso intensiver. Die Dialoge wurden professionell synchronisiert und sie überstimmen die Musik bzw. die Effekte nicht, auch wenn sie, wie so oft, etwas zu sehr präsent sind. Der sehr runde, trotz weniger Action-Einlagen manchmal wuchtige Klang macht das aber wieder wett.
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Extras
Extras
  • Set-Impressionen (1:41 Min.)
  • Making Of (5:11 Min.)
  • B-Roll (13:48 Min.)
  • Interview mit dem Regisseur Yim Phil-Sung (2:26 Min.)
  • TV-Spots (0:49 Min.)
  • Trailer (1:42 Min.)
  • Trailershow:
    • Righteous Ties (3:09 Min.)
    • Sparrow (2:21 Min.)
    • The Host (1:28 Min.)
VerpackungKeepCase mit FSK-Wendecover
 Zu den interessanten Beigaben dieser DVD gehören die Set-Impressionen, die eigentlich eine kunstvolle Kamerafahrt durchs Haus sind, was wunderlicherweise nicht im Film gelandet ist. Das Making Of gefällt ebenfalls, denn es bietet einen vergnüglichen Einblick in die Dreharbeiten, ist von deutschen Sprechern übersetzt worden und kommt ohne langweilige Regieanweisungen bzw. Drehpausen aus. Davon gibt es im unkommentieren B-Roll mehr zu sehen, das etwas vom Material des Making Of wiederholt, aber auch neue Sachen zeigt. Das Interview mit dem Regisseur ist nicht nur zu kurz, sondern auch oberflächlich, weil lediglich dargestellt wird, worum es in diesem Film geht. Es folgen dann zwei TV-Spots und ein Trailer.
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Fazit
Dass die Grimmschen Märchen, speziell "Hänsel und Gretel", weltweit bekannt sind, das war mir bisher nicht bewusst. Selbst den Südkoreanern muss jenes düstere Märchen weithin geläufig sein, wie ihre Verfilmung "Hansel & Gretel" beweist. Diese benennt ihren Einfluss nicht namentlich im Film, lässt aber allein durch die Ausstattung und die schaurige Erzählweise klar erkennen, auf welcher Idee sie basiert.
Und doch ist "Hansel & Gretel", dem bei der Rückübersetzung ins Deutsche anscheinend der Umlaut abhanden kam, etwas dermaßen Eigenständiges, dass man es gesehen haben muss. Bereits der Anblick des Hauses ist ein Augenschmaus, der mit einer zauberhaften Musik unterlegt wird. Dort drin geht es dann reichlich skurril zu, wie der verunfallte Eun-soo mitbekommt, der eigentlich zurück zu seiner schwangeren Frau möchte, es aber nicht schafft, den dichten, einem Irrgarten gleichenden Wald zu verlassen. Es ist so, als ob ihn weder das prunkvolle Haus, noch die drei Kinder, die ihn innerhalb kurzer Zeit lieb gewonnen haben, wieder gehen lassen möchten.
Eun-soo weiß, dass etwas an diesem Ort nicht stimmt, dass sich die Eltern der Kinder höchst seltsam benehmen und etwas Unheimliches dahintersteckt. Spätestens nach seinem zweiten "Fluchtversuch" gesteht er sich ein, dass sich an diesem Ort die Realität dem Willen der drei jungen Personen beugt. Sein Erlebnis gleicht einem Traum, der oberflächlich gesehen schön ist, dessen Schönheit auf Dauer aber erdrückend sein kann. Und wie es in Träumen auch manchmal geschieht, schwenken sie urplötzlich in einen Alptraum um. "Hansel & Gretel" ist so ein Alptraum, der den Zuschauer irritiert, weil er sich ihm geborgen fühlen kann, gleichfalls aber auch etwas unwohl.

Seinem Ursprungsland schuldet "Hansel & Gretel" ein paar deftige Schockeffekte, die aber nie lang andauern und sich wirklich einer Funktion unterordnen, nämlich die unheimliche Stimmung etwas zu entladen. Es geht vornehmlich darum, herauszufinden, was hinter den unschuldigen Gesichtern der Kinder wirklich steckt. Das erfährt man letztlich auch, nur ist der Abschluss, wenn die Hintergründe erklärt werden, leider der schwächste Teil dieser sonst phantastisch erzählten Geschichte. In dem Falle kann diese koreanische Produktion bei weitem nicht mit einem Meisterwerk wie Interner Link"Pan's Labyrinth" verglichen werden, welches ein monumentales, mitreißendes Ende besaß. Dafür wird es doch etwas zu profan in "Hansel & Gretel", auch wenn spätestens dann ein paar Schauwerte mehr in Sachen Effekte geboten werden. Sehr gut gelingt dafür das emotionale Ende der Geschichte, das wieder zur stimmungsvollen Erzählweise zurückfindet, weil es die die richtige Balance zwischen Dramatik und Hoffnung besitzt, ja sogar dem Zuschauer die Möglichkeit bietet, selbst über das Thema "Isolation" nachzudenken.

Produktionstechnisch bietet dieses wundervolle Phantasieprodukt dank dem starken Score, der stilsicheren Kamera und den sehr guten Darstellern eine tolle Möglichkeit, in den Film einzutauchen. Da stört es auch nicht, dass es in der Filmmitte etwas ruhiger zugeht, denn dadurch wird das Vorhaben, beständig zu gruseln anstatt kurzfristig zu schocken, noch untermauert.



Bilder der DVD




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