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USA 2007
Originaltitel:Descent
Länge:100:27 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Talia Lugacy
Buch:Talia Lugacy, Brian Priest
Kamera:Jonathan Furmanski, Christopher LaVasseur
Musik:Alex Moulton
SFX:Sarit Klein
Darsteller:Rosario Dawson, Chad Faust, Marcus Patrick, Vanessa Ferlito, Jonathan Neil Schneider, James A. Stephens, Nicole Vicius, Paul Sado, Scott Bailey, Tracie Thoms, Aisleagh Jackson, Robert Lehrer
Vertrieb:I-On New Media / Splendid
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:07.08.2009 (Verleih) / 28.08.2009 (Kauf)



Inhalt
Mayas Leben ist nahezu perfekt: Die junge Studentin ist beliebt, begehrt und steht kurz vor einem erfolgreichen Uniabschluss. Doch eine verhängnisvolle Nacht ändert alles. Was eben noch ein harmloser Partyflirt mit dem jungen Jared war, entwickelt sich zu einer brutalen Vergewaltigung, deren Nachwirkungen Maya psychisch in eine tiefes Loch fallen lassen. Sie verliert sich in den folgenden Monaten in der dunklen Welt der Underground Clubs und lässt ihr altes Leben völlig hinter sich. Als völlig neuer Mensch begegnet sie Jared erneut. Sie arrangiert eine weitere Nacht mit ihm, diesmal nach ihren Regeln. Jared willigt ein, ahnt aber nicht, dass Maya vor allem eines im Sinn hat: Brutale Rache!

Bild
Format1,78:1 (anamorph)
NormPAL
 Bis auf die Detailschärfe ist das Bild auf hohem Niveau angesiedelt. Fast alle Aufnahmen wirken im Detail leicht unscharf, einige sind dann aber doch als gut zu bezeichnen. Das Bild wirkt frisch und angenehm, trotz der etwas reduzierten Farbsättigung. Auch der Kontrast hätte ruhig ausgewogener in Erscheinung treten können, da in den vielen, dunklen Szenen an Feinheiten mangelt. Dennoch werden keine wichtigen Details verschluckt, man hätte sich lediglich über eine feinere Ausarbeitung gefreut. Bildrauschen ist nur schwach ausgeprägt, auch die Kompression bleibt dezent im Hintergrund und natürlich gibt es keine Verschmutzungen. Alles in allem ein guter anamorpher Transfer mit kleinen Schwächen.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Dem Originalton merkt man im Vergleich zur deutschen Synchronfassung eine etwas kräftigere Abmsichung an, was auch schon der einzige nennenswerte Unterschied ist. Ansonsten sind sich beide Tonspuren in Dolby Digital 5.1 ebenbürtig. Leider werden nicht alle Möglichkeiten, die ein 5.1-Mix ermöglicht, genutzt. Das mag auch am Film leigen, der mehr Wert auf Dialoge als auf ausgebreitete Effekte legt. Beide Tonspuren punkten deswegen vor allem mit einer sauberen Dialogspur. Die Rückkanäle werden dann mit leichten Umgebungsgeräuschen gefüttert, unterstützen aber die meiste Zeit über den Soundtrack, was besonders in den Szenen im Underground-Club gut zur Geltung kommt. Beiden Sprachfassungen besitzen einen harmonischen, mitunter dynamischen Klang, dem lediglich die direktionalen Einsätze fehlt. Der Originalton hat etwas die Nase vorn, da die Stimmen einen natürlicheren Klang besitzen. Optional sind deutsche Untertitel vorhanden, für den Fall, dass "Descent" lieber im Original gesehen werden möchte.
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Extras
Extras
  • Audiokommentar mit Rosario Dawson, Talai Lugacy und Brian Pries
  • Deleted Scenes (14:57 Min.)
  • Fragen und Antworten mit Rosario Dawson, Talai Lugacy und Brian Pries (20:08 Min.)
  • Interview mit Rosario Dawson (13:23 Min.)
  • Behind the Scenes (2:13 Min.)
  • Originaltrailer (1:12 Min.)
  • Trailershow:
    • Basement Jack (1:15 Min.)
    • Big Fat Important Movie (1:45 Min.)
    • Dangerous Parking (2:01 Min.)
    • Invitation Only (2:25 Min.)
    • Kush (1:36 Min.)
    • Plague Town (2:21 Min.)
    • Romero's Stauton Hill (1:29 Min.)
    • Southern Gothic (1:23 Min.)
    • Toxic (2:14 Min.)
    • Weirdsville (2:52 Min.)
VerpackungKeepCase
 Regisseurin Talia Lugacy legt zusammen mit Autor Brian Priest und Hauptdarstellerin Rosario Dawson einen sehr gelungenen Audiokommentar für diese DVD vor. Es macht wirklich Freude, den Dreien zu lauschen, wie sie auf die Thematik des Films eingehen und einzelne Szenen entschlüsseln. Auch die Diskussion mit Lugacy und Dawson gelingt besonders durch die Frage-und-Antwort-Runde mit dem Publikum, da man nochmal viel über die Problematik des Films und die dargestellte Vergewaltigung erfährt. Dazu gibt es ein Interview mit Rosario Dawson, das ebenfalls sehr interessant ausgefallen ist, aber hauptsächlich als Werbemaßnahme zum Film produziert wurde. Hat man sich zuvor den Audiokommentar sowie die Diskussionsrunde einverleibt, wird man bei den folgenden Extras kaum noch weitere Informationen erhalten können. Die Deleted Scenes sind eine nette Ergänzung, aber auch zurecht aus dem Film gelöscht worden, da sie nur unnötiges Füllmaterial sind. Zuletzt sind noch ein kleines Behind the Scenes-Featurette, der Originaltrailer sowie diverse Trailer vorhanden. Ein großes Manko sind allerdings die fehlenden deutschen Untertitel, was gute Englischkentnisse voraussetzt.
 +++/--

Fazit
Mit "Descent" (nicht zu verwechseln mit dem Interner LinkHöhlenschocker) veröffentlicht I-On einen Film, der in seinem Entstehungsland Amerika für einen ordentlichen Skandal sorgte. Um es vorweg zu nehmen: Die sexuellen Thematiken sind für das prüde Amerika vielleicht heftig, in Deutschland wirkt die Inszenierung eher zurückhaltend als skandalträchtig, was aber nicht heißen soll, dass die im Film zu sehenden Szenen nicht an die Substanz gehen würden. Denn hinter dem von Talia Lugacy gedrehten Film verbirgt sich ein etwas andersartiger Vergewaltigungs-Thriller, der eine Variation zu bieten hat, wie man sie zuvor noch nicht zu sehen bekommen hat. Anders als thematisch ähnliche Filme wird hier kein einfaches Drama mit überkochenden Emotionen geboten, sondern die Geschehnisse einer Vergewaltigung auf sehr nüchterne Art betrachtet. Gefühlsausbrüche und Selbstzweifel weichen einer scheinbar völlig neuartigen Verarbeitungsweise einer vergewaltigten Frau. Das könnte für den Zuschauer erstmal befremdlich wirken, möglicherweise sogar unglaubwürdig, weil zu emotionslos, ist es später aber nicht. Denn der heimliche Rachefeldzug, dem die Vergewaltigung voranging, ist ständig zugegen, wenn dies dem Zuschauer auch erst in den letzten Minuten des Films wirklich bewusst wird. Zu Beginn ist Rosario Dawsons Maya eine schüchterne, junge Frau, die sich nach dem ihr widerfahrenen Schrecken zu einer völlig neuen Person wandelt. Ihr seelischer Verfall zeigt sich anhand ihres stark veränderten Lebensstils, der aus wilden Partys, Drogen und Sex besteht. Scheinbar war die Vergewaltigung ein Katalysator, der aus der schwachen strebsamen Studentin einen Vamp werden ließ. Bald ist nichts mehr von einer inneren Zerrissenheit zu spüren, denn ihr scheint das Geschehene nichts auszumachen, als ob sie von einer kühlen Aura umgeben ist. Erst als sie nach längerer Zeit wieder auf ihren Peiniger trifft, tritt die innere Unruhe zutage, von der man als Zuschauer nichts bemerkte. Und hier beginnt sich der Film zu wenden und sorgt für Aufregung. Dass der Film auf eine Rachetat hinarbeitet, konnte man sich denken, doch mit dem perfiden Spiel, das sich Maya für ihren Peiniger ausgedacht hat, hätte man an dieser Stelle nicht gerechnet. Der Zuschauer wird ebenso wie der Vergewaltiger wie von einem Faustschlag getroffen, wenn innerhalb kürzester Zeit aufgezeigt wird, welche Wut in Maya gesteckt haben muss, um sich solch einen Plan auszudenken. Alle Emotionen, die zuvor nicht existent waren, brechen mit voller Wucht aus der zierlichen Person und verhelfen dem Film zu ungeahnter Intensität und einigen Überraschungen - weiß man wirklich, was hinter Maya steckt?
Trotz dem die expliziten Szenen längst nicht das sind, was man erwartet, gelingt "Descent" eine durchgehend kühle und bedrückende Atmosphäre, die auch aus der Ehrlichkeit der Inszenierung resultiert. Bei diesem harten Stoff ist es kein Wunder, dass die Meinungen stark auseinander gehen - auch weil der Schlussteil zu einem wahren Alptraum für die Männerwelt wird. Talia Lugacy gelingt es, dass man sich einfach nur schlecht fühlen wird, u.a. weil Rosario Dawson eine perfekte Darstellung abliefert und in ihrer Rolle völlig überzeugt. Man muss zwar etwas Gedult mitbringen bis der Film seine volle Wirkung entfaltet, dann aber wird "Descent" ein interessantes und gleichfalls schmerzliches Erlebnis sein, das man nicht so schnell vergessen wird.



Bilder der DVD




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