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ESP, D 1981
Originaltitel:Sadomania - Hölle der Lust
Alternativtitel:Hellhole Women
aka. Sadomanía - El infierno de la pasión
Länge:98:19 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Jesus Franco
Buch:Günter Ebert, Jesus Franco
Kamera:Juan Soler
Musik:Jesus Franco, Daniel White
Darsteller:Ursula Buchfellner, Ajita Wilson, Antonio Mayans, Gina Janssen, Andrea Guzon, Uta Koepke, Marie Luise Lusewitz, Otto Retzer, Ángel Caballero, Tania Sandoval, Patricia Quow, Jesus Franco
Vertrieb:HDMV
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:03.09.2009 (Kauf)



Inhalt
Das frisch verheiratete Ehepaar Michael und Tara gerät bei der Reise in die Flitterwochen auf das Gebiet der "Hacienda Blanca", einer berüchtigten Erziehungsanstalt für Frauen. Beide werden dort gefangengenommen. Die bestialische Kommandeurin quält ihre weiblichen Insassen und missbraucht sie für die Befriedigung ihrer perversen Triebe. Außerdem nutzen der Gouvaneur und seine Frau die Einrichtung, um dort regelmäßig Mädchen für ihre abartigen Spiele zu bekommen. Als Michael entkommt, versucht er verzweifelt, seine Frau aus dem höllischen Gefängnis und Arbeitslager zu befreien. Die muss dort immer neue Torturen über sich ergehen lassen.

Bild
Format1,66:1 (anamorph)
NormPAL
 Da sich sowohl die Langfassung als auch die kürzere Kino-Exportfassung, welche auch schon als Einzelveröffentlichung durch das Label Astro erhältlich war, auf der DVD befinden, soll hier lediglich die Langfassung bewertet werden. Die Exportfassung wird nur als Bonus betrachtet, auch weil sie bei weitem nicht so gut aussieht wie die Langfassung. Die überrascht sogar bei der Bildqualität, da sie fast keine Unreinheiten besitzt und zudem über eine angenehme Schärfe verfügt, die einiges an Details zu bieten hat und nur in Bewegungen etwas nachlässt. Die Konturen scheinen nachgeschärft worden zu sein, was sich in dezenten "Heiligenscheinen" bemerkbar macht. Der Kontrast liefert ausgewogene Wert, doch fällt auf, dass in Szenen mit einem sehr hohen Kontrastumfang Überhellungen entstehen, die sich wie ein Schleier auf das Bild legen und Konturen verzieren. Es ist zwar nicht wahrscheinlich, dass dies ein Stilmittel ist, da aber auch in der Exportfassung, die scheinbar von einer Kinorolle abgetastet wurde, dieses Phänomen auftritt, dürften alle Fassungen mit diesem Manko behaftet sein. Die Farben wirken noch frisch und besitzen einen natürlichen Charakter. Allgemein wird ein gelungenes Bild abgeliefert, das trotz des Alters und den billigen Produktionsumständen überzeugt. Daran können auch der etwas unruhige Bildstand und die nicht ganz optimale Kompression nichts mehr ändern.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 (Mono)
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch für ehemals gekürzte Szenen, Englisch für ehemals gekürzte Szenen
 Auch der Ton hinterlässt einen dem Alter des Films entsprechenden Eindruck. Die Dialoge werden verständlich wiedergegeben, klingen jedoch etwas dumpf. Trotzdem klingt die Abmischung homogen, u.a. weil beim Score keine Defizite auszumachen sind. Ehemals fehlende Szenen sind entweder in englischer oder spanischer Sprache mit deutschen Untertiteln vorhanden. Auch der englische Ton macht einen guten Eindruck und besitzt sogar etwas klarere Dialoge. Das dafür etwas deutlichere Hintergrundrauschen wirkt sich aber nicht störend aus. Die englische Fassung enthält ebenfalls Szenen, die nur in Spanisch vorhanden sind und mit englischen Untertiteln ausgestattet wurden.
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Extras
Extras
  • US-Trailer (2:43 Min.)
  • Slideshow (1:04 Min.)
  • Jess Franco Filmographie (1:55 Min.)
  • Internationale Exportfassung (84:12 Min.)
  • Wendecover
VerpackungKeepCase
 Das Bonusmaterial enthält die internationale Kinofassung, welche sich schon auf der Astro-DVD befand und um knapp 14 Minuten an Handlung gestrafft wurde. Dazu kommen eine Slideshow mit Filmszenen und Artworks und der US-Trailer. Die Jess Franco-Filmographie besteht lediglich aus einer kleinen Auswahl von Filmen und ist daher von nur eingeschränkten Nutzen. Wirklich toll gestaltet sich aber das von HDMV in Auftrag gegebene Artwork des Cover für diese Veröffentlichung. Es wurde nicht einfach ein Plakat genutzt, sondern ein Maler engagiert, der ein neues Motiv erstellt. Soviel Einsatz gehört besonders erwähnt. Eine Alternative ist als Wendecover auch vorhanden, wobei beide Cover glücklicherweise ohne eine störende FSK-Signatur auskommen.
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Fazit
- "Sag was schlimmes!"
- "Arschgeficktes Suppenhuhn"
- "Oh, wie gemein!"

Jess Franco, der "Sadomania" unter seinem gebürtigen Namen Jesus Franco inszenierte, machte sich besonders im Bereich des Exploitationfilms einen Namen. Er nutzte besonders die in den 70er und 80er Jahren aufkommende Welle der Frauengefängnisfilme und brachte zahlreiche direkte oder artverwandte Filme, meist mit Hilfe deutscher oder schweizer Investoren, auf die Leinwände. "Sadomania" ist einer dieser Filme und gehört zu den Besten dieses Genres. Gleichzeitig war es auch "Sadomania", der das Genre quasi zum Abschluss führte, denn die folgenden Titel diverser Regisseure konnten kaum noch Aufsehen erregen.
"Sadomania" legt wie auch ein Großteil des Genres keinen alzu großen Wert auf eine ausgeklügelte Geschichte, sondern beschränkt sich auf die wichtigsten Zutaten: unschuldige und durchgehend nackte Mädchen unter der Schreckensherrschaft einer bitterbösen Direktorin. Positiv sticht zumindest die Charakterisierung der Personen heraus, die alle interessant ausgebaut wurden und eine eigene Geschichte besitzen. Weiterhin nutzt Franco das begrenzte Drehbuch, um zumindest den Hauch einer Geschichte aufkommen zu lassen, denn statt stundenlanger Misshandlungen oder Vergewaltigungen wird etwas mehr Wert auf eine Handlung gelegt. Zwar kommen auch hier Folterungen und anderweitige Perversitäten, z.B. die nur angedeutete Vergewaltigung durch einen Hund, nicht zu kurz, jedoch nur in dem Maß, wie es für die Handlung sinnvoll erscheint. Die Hauptrolle der Direktorin durfte Ajita Wilson verkörpern, die neben Pornos hauptsächlich in dieser Art von Filmen vorzufinden war. Es ist sozusagen glaubhaft verkörpert, wenn sie mit strenger Hand, aber auf erotische Weise ihr Gefängnis führt. Sie ist es auch, die trotz vieler nackter Schönheiten am meisten von sich zeigt, denn wenn sie sich mit ihrer "Klapperschlangenpeitsche" nackt auf dem Bett wälzt, wird der eine oder andere Blick in ihr Unterstübchen offenbart. Die gefangenen Frauen sind bis auf wenige Außnahamen ein echter Augenschmaus, denn egal, welches Szenario gerade gespielt wird, die Damen haben entweder nichts an oder sind lediglich mit einer sehr engen Jeans-Hot Pants bekleidet. Eine grandiose Vorstellung darf auch Franco selbst geben, der in der Rolle des schwulen Bordellbesitzers zu sehen ist. Besonders jene Szene, in der er in der Hundestellung einen von hinten verdrückt bekommt, ist sehr selbstironisch angelegt, was u.a. der deutschen Synchronisation zu verdanken ist. Diese hält über die gesamte Laufzeit genug pornomäßige Dialoge und sarkastische Bemerkungen bereit, was Grund genug sein sollte, sich den Film mit deutscher Synchronisation anzuschauen. Dagegen fällt die englische Sprachfassung sehr schwach aus. Obwohl der Film mit nur geringen Mitteln auskommen musste, besitzt "Sadomania" auch tolle Momentaufnahmen, wenn beispielsweise zwei Frauen einen tödlichen Kampf auf einer Klippe bei Sonnenuntergang austragen. In diesen Szenen hat Kameramann Juan Soler eine hervorragende Arbeit abgeliefert und verhilft der Szenerie zu zusätzlicher Atmosphäre. Zwar ist "Sadomania" immer noch kein Film, der sich preisverdächtig hervorhebt und der im Vergleich zu anderen Genre-Werken relativ harmlos ausfällt (und damit seinem Titel nur bedingt gerecht wird), doch dem Klientel dieser Filmgattung wird beste Unterhaltung geboten.
Im Vergleich zur Astro-DVD hat die Veröffentlichung von HDMV, welche ein Re-Pack der österreichischen XT-DVD darstellt, deutlich die Nase vorn. Der Film wird erstmalig völlig ungekürzt präsentiert und dies in guter, anamorpher Qualität. Das filmspezifische Bonusmaterial ist zwar nicht der Rede wert, dafür wurde aber die deutlich schlechtere Export-Kinofassung als Bonus für alle Nostalgiker mit draufgepackt.



Bilder der DVD




Druckbare Version
Sadomania
News"Blutweihe" und "Sadomania" von HDMV
Jess Franco verstorben: Ein Nachruf
Sadomania - Hölle der Lust
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