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AR 2007
Originaltitel:Antena, La
Alternativtitel:Aerial, The
Länge:99:18 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Esteban Sapir
Buch:Esteban Sapir
Kamera:Cristian Cottet
Musik:Leo Sujatovich
Darsteller:Alejandro Urdapilleta, Valeria Bertuccelli, Rafael Ferro, Florencia Raggi, Julieta Cardinali, Sol Moreno, Jonathan Sandor, Raúl Hochman, Ricardo Merkin, Carlos Piñeiro, Camila Offerman, Alejandro Regueiro, Christian Amat, Federico Miri, Silvia Okeksilein
Vertrieb:Capelight
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:15.09.2007 (Verleih) / 28.09.2007 (Kauf)



Inhalt
Der allmächtige Mr. TV kann die Fäden in der Hand halten, weil er den Einwohnern ihre Stimmen und Wort genommen und sie mit Bildern aus dem Fernseher ruhig gestellt hat. Um seinen Plan durchzusetzen, die Kontrolle mit Hilfe von Massenhypnose unbegrenzt zu übernehmen, entführt er den letzten Menschen mit einer Stimme: eine bildschöne Sängerin. Ein TV-Mechaniker wird Zeuge und flieht mit seiner Familie in einen alten Sendeturm in den Bergen, um Mr. TV Einhalt zu gebieten.

Bild
Format1,85:1 (anamorph, s/w)
NormPAL
 Nahezu perfekt erreicht "La Antena" das Aussehen eines Schwarzweißfilmes der frühen Filmjahre. Das 16 mm-Urspungsmaterial nutzt verschiedene Verfremdungen aus, um die etwas gröber als normales Kino aussehenden Aufnahmen weiter anzupassen. Die selten auftretende weißen Kratzer scheinen eingefügt worden zu sein, da sie nur in einigen Szenen vorkommen. Außerdem wurde ein dezentes Helligkeitsflackern eingearbeitet, welche das gehobene Alter vortäuscht. Zu stark sind diese Stiltechniken aber nicht, denn das schwache Rauschen wurde nicht künstlich verstärkt und ausgedunkelte Eckenbereiche oder Spinnweben kommen auch nicht vor. Dafür erreicht das Breitbild eine angenehme Schärfe, die sich bei den Konturen etwas abschwächt, im Detail aber genügend Informationen bereithält. Die Kompression ist relativ ruhig und der wichtigste Punkt, der Kontrast, gelingt perfekt. Weder hat man auf zu tiefe Schatten gesetzt, noch das Bild zu milchig gehalten. Es sind lediglich einige Effekte, die solche Alterserscheinungen auf Teilflächen des Bildes wiedergeben. Man darf also sehr zufrieden sein, sollte aber wissen, dass die 4 Punkte für die deutsche DVD einer sehr subjektiven Bewertung entstammen, denn "La Antena" ist durch seine hohe Dichte von Verfremdungen schwerlich objektiv zu bewerten.
 ++++--

Ton
FormateDolby Digital 5.1 (Deu, Spa), DTS 5.1 (Deu)
SpracheDeutsch, Spanisch
UntertitelDeutsch (Text), Deutsch (Text und Sprache)
 Genau zwei Sprecher beschäftigte der Film, die allerdings nur wenig zu tun hatten. "La Antena" versteht sich sozusagen als Stummfilm, der lediglich einen Score mit ein paar Nebengeräuschen als Tonspur besitzt. Diese zwei Elemente dominieren folglich das Klangbild - aber auf eine sehr interessante Art und Weise. Die Musik besteht nicht nur aus nachträglich eingefügten Kompositionen, sondern sie ist einer der Hauptdarsteller. Sie ist taktgenau an die Handlung angepasst und kreiert auch einen Großteil der Geräuschkulisse, die natürlich ebenfalls von Instrumenten eingespielt wurde. Es macht sogar Sinn, dass die deutsche Version auch als DTS-Variante bereitsteht, denn so kann die ohnehin kraftvolle, sehr dynamische und räumlich angenehm verteilte Tonspur noch etwas mehr Wirkung entfalten. Die Dialoge des Filmes werden als Text über das Bild eingeblendet, was man sich deutsch untertiteln lassen kann. Falls das nicht reicht, kann man sich auch eine Untertitelung hinzuschalten, die dazu noch die wenigen gesprochenen Dialoge enthält.
 ++++--

Extras
Extras
  • Postkarte
DVD:
  • Trailer bei DVD-Start:
    • Capelight Collector's Series (0:32 Min.)
    • Fantasy Filmfest 2007 (0:54 Min)
  • Making Of (25:15 Min.)
  • Entfallene Szenen:
    • Alternativer Anfang (4:11 Min.)
    • Kündigung (1:00 Min.)
    • Injektion (3:59 Min.)
    • Chat (3:11 Min.)
    • Labor Dr. Y (5:52 Min.)
    • Alternatives Ende (6:10 Min.)
  • Kinotrailer (1:54 Min.)
  • Kurzfilm "Super8" (3:36 Min.)
  • Fantasy Filmfest Teaser:
    • 2004 (1:15 Min.)
    • 2005 (1:46 Min.)
    • 2006 (0:58 Min.)
    • 2007 (1:11 Min.)
CD:
  • Filmmusik (18 Titel, 58:13 Min.)
VerpackungKeepCase im Schuber
 Wie gern hätt ich diesen Film im Kino gesehen! Zum einen wäre das Erlebnis noch intensiver gewesen und zum anderen hätte ich gern die Reaktionen der weiteren Kinobesucher verfolgt. Denn "La Antena", eine Verneigung vor dem expressionistischen Film, ist einer dieser Filme, die man wegen ihrer Einzigartigkeit nur einmal alle 10 Jahre zu sehen bekommen wird. Der argentinische Filmemacher Estebar Sapir hat eine ganz spezielle Möglichkeit gefunden, seine Geschichte mittels Stummfilmtechnik zu erzählen. Zum einen drücken sich seine Figuren über ihre Gesten und Bewegungen aus und zum anderen wurden kurze Textzeilen eingefügt, die nicht nur das Geschehen erklären sollen, sondern mit denen die Charaktere interagieren können. Herausgekommen ist eine sehr eigenwillige, symbolträchtige Geschichte um Faschismus, Machtmissbrauch, Medienkritik und die Macht der menschlichen Vorstellungskraft.
Letzterer sind in Sapirs Kunst keine Grenzen gesetzt, denn sowohl seine Bildsprache als auch seine phantasiereichen Kulissen ließen mich mehrfach mit offenem Mund dasitzen. Die verschneite Stadt, in der ein Medienmogul nach der Herrschaft strebt, indem er seinen Bürgern erst die Stimme und dann die Worte stiehlt, kommt einem düsteren Märchen gleich, in welchem sich jeder Tim Burton-Fan sofort heimisch fühlen wird. Die wenigen Figuren besitzen ausgeprägte Charakteristika, welche durch Hervorhebungen und stilistische Effekte noch weiter ausgearbeitet werden. Wer einen ersten Eindruck davon haben möchte, schaue sich bitte die Filmbilder an, denn sie repräsentieren haargenau den Film und sind nicht nur werbewirksame Momentaufnahmen. Dazu stelle man sich noch eine sehr emotionale, aber auch kraftvolle musikalische Untermalung vor, die hauptsächlich aus Klavierstücken besteht und die den phantastischen Stoff perfekt unterstützt. Als weiteren, großen Pluspunkt sehe ich es an, dass "La Antena" zwar intelligent ist, aber auch warmherzig genug, um nicht nur ein intellektuelles Publikum anzusprechen, einfach weil man den Film fühlen kann. Man kann zwar die zahlreichen Details allesamt interpretieren, muss dafür aber kein Filmstudium absolviert haben.

"La Antena" besitzt sämtliche Voraussetzungen, um zum Kultfilm zu avancieren. Wer Andersartigkeit im Film schätzt, dem dürfte er sehr gefallen. Vielleicht seid ihr ja auch so sehr begeistert wie ich. Die deutsche DVD macht alles richtig und würdigt den Film mit einer tollen Zusatzausstattung.
 +++/--

Fazit
Wie gern hätt ich diesen Film im Kino gesehen! Zum einen wäre das Erlebnis noch intensiver gewesen und zum anderen hätte ich gern die Reaktionen der weiteren Kinobesucher verfolgt. Denn "La Antena", eine Verneigung vor dem expressionistischen Film, ist einer dieser Filme, die man wegen ihrer Einzigartigkeit nur einmal alle 10 Jahre zu sehen bekommen wird. Der argentinische Filmemacher Estebar Sapir hat eine ganz spezielle Möglichkeit gefunden, seine Geschichte mittels Stummfilmtechnik zu erzählen. Zum einen drücken sich seine Figuren über ihre Gesten und Bewegungen aus und zum anderen wurden kurze Textzeilen eingefügt, die nicht nur das Geschehen erklären sollen, sondern mit denen die Charaktere interagieren können. Herausgekommen ist eine sehr eigenwillige, symbolträchtige Geschichte um Faschismus, Machtmissbrauch, Medienkritik und die Macht der menschlichen Vorstellungskraft.
Letzterer sind in Sapirs Kunst keine Grenzen gesetzt, denn sowohl seine Bildsprache als auch seine phantasiereichen Kulissen ließen mich mehrfach mit offenem Mund dasitzen. Die verschneite Stadt, in der ein Medienmogul nach der Herrschaft strebt, indem er seinen Bürgern erst die Stimme und dann die Worte stiehlt, kommt einem düsteren Märchen gleich, in welchem sich jeder Tim Burton-Fan sofort heimisch fühlen wird. Die wenigen Figuren besitzen ausgeprägte Charakteristika, welche durch Hervorhebungen und stilistische Effekte noch weiter ausgearbeitet werden. Wer einen ersten Eindruck davon haben möchte, schaue sich bitte die Filmbilder an, denn sie repräsentieren haargenau den Film und sind nicht nur werbewirksame Momentaufnahmen. Dazu stelle man sich noch eine sehr emotionale, aber auch kraftvolle musikalische Untermalung vor, die hauptsächlich aus Klavierstücken besteht und die den phantastischen Stoff perfekt unterstützt. Als weiteren, großen Pluspunkt sehe ich es an, dass "La Antena" zwar intelligent ist, aber auch warmherzig genug, um nicht nur ein intellektuelles Publikum anzusprechen, einfach weil man den Film fühlen kann. Man kann zwar die zahlreichen Details allesamt interpretieren, muss dafür aber kein Filmstudium absolviert haben.

"La Antena" besitzt sämtliche Voraussetzungen, um zum Kultfilm zu avancieren. Wer Andersartigkeit im Film schätzt, dem dürfte er sehr gefallen. Vielleicht seid ihr ja auch so sehr begeistert wie ich. Die deutsche DVD macht alles richtig und würdigt den Film mit einer tollen Zusatzausstattung.



Bilder der DVD




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