"Bats", dem reputablen Tierhorror-Streifen mit sattem Unterhaltungswert Ende der 90er Jahre, ereilt relativ spät der Fluch der osteuropäisch produzierten Fortsetzung, die das Franchise mit einem letzten Versuch, nochmal Kasse zu machen, ziemlich reinreitet. Der Qualitätsverlust zwischen den beiden Filmen ist nicht nur inhaltlich, sondern auch filmisch erschreckend hoch ausgefallen. Dass man die Geschichte zu einem 08/15-Söldner-Quark umbaute, wäre verschmerzbar gewesen, wäre wenigstens mehr Wert auf die Flugtierchen gelegt worden. Die entstanden aber komplett am PC, was oftmals billig aussieht, u.a. auch, weil irgendwie alles im Gewusel untergeht und damit ziemlich austauschbar ist. Rausgekommen ist deswegen weniger ein Horror- als ein Action-Film, in dem ein verrückter Wissenschaftler zu den Russen übergelaufen ist, um dort ungestört an seiner teuflischen Brut arbeiten zu können. Natürlich muss ein Spezialkommando der Amis das wieder gradebiegen und den gefährlichen Terroristen aus einem Wald in Tschetschenien rausschießen, der blöderweise eine ziemlich hohe Fledermauspopulation birgt.
Was die Blutsauger mittlerweile alles können, ist interessant und mit ein paar kurzen Gore-Effekten ausstaffiert, die von offenen Wunden über zerfleischte Kadaver reichen. Darüber hinaus wird es aber etwas langweilig, weil das Drehbuch eine nicht gerade einfallsreiche, sondern einfältige Vorlage liefert, die mit Klischees unterhalb der Niveaugrenze komplettiert wurde, z.B. die russische Kampfmadroschka mit schwerem Akzent, der ungleiche Schusswechsel zwischen Russen und Deltas und die zweifelhafte Terroristikproblematik. Lediglich zwei tolle Szenen regen den Nervenkitzeln an - und zwar, wenn man noch nicht weiß, welche Brut des Teufels sich wirklich im Wald versteckt -, danach wird man aber mit Geballer und einem Army-Lehrvideo über Kampftaktiken und militärisches Vorgehen genervt. Für einen reinen Action-Film wäre das ausreichend, für einen Film, der "Bats" im Titel hat, ist es dagegen irgendwie unzufriedenstellend. Die Intelligenz des tödlichen Schwarms wird beispielsweise völlig außen vor gelassen, obwohl das in "Bats" bereits eine sehr interessante Perspektive ergab, da man den kleinen Nagern so noch mehr Boshaftigkeit unterstellen konnte. Andererseits zieht sich die Abwesenheit jeglicher Intelligenz, ob nun tierischer oder menschlicher, wie ein roter Faden durch den gesamten Film ...
Sowas wie "Bats 2" kann zwar gedreht werden und man kann es sich auch angucken, aber es bedeutet meistens den vorzeitigen Tod der "Serie". In frühestens 10 Jahren könnten die Filmstudios mal wieder drüber nachdenken, ob sie den Fledermaushorror reanimieren wollen, aber dann bitte nicht wieder mit so einem Mist.
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