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D, IT 2001
Originaltitel:Demonium
Länge:85:10 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Andreas Schnaas
Buch:Ted Geoghegan, Sonja Schnaas
Kamera:Clemens Bley
Musik:Marc Trinkhaus
SFX:Sergio Stivaletti, Luca Memé, David Bracci
Darsteller:Andrea Bruschi, Claudia Abbate, Giuliano Polgar, Emilia Marra, Maurizia Grossi, Paolo Di Gialluca, Erika Manni, Joe Zaso, Chiara Pavoni, Charlotte Roche, Giuseppe Oppedisano, Michele Roselli, David Bracci, Antonella Vilella
Vertrieb:Laser Paradise / NSM
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:14.09.2009 (Kauf)



Inhalt
Der ältere Wissenschaftler Arnold Berger wird in Italien in seinem Castello auf brutale Art und Weise getötet. Bald darauf treffen sich dort die Hinterbliebenen, um der Verlesung des Testaments beizuwohnen. Schon bald vermisst man den einen oder anderen und es macht sich die furchtbare Ahnung breit, dass der Mörder von Arnold Berger nun dabei ist, weiter aufzuräumen ...

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 Einerseits hat man es bei "Demonium" mit einem Independentfilm zu tun, von dem man keine perfekte Qualität erwarten darf. Andererseits ist die Produktion frisch genug, so dass sie wesentlich besser hätte aussehen müssen. Die Schmutzpartikel gelten noch als Stilmittel, da versuchte wurde das Bild künstlich zu altern. Gewissermaßen ist das gelungen, denn es wird ein wenig die Atmosphäre einer italienischen Horrorproduktion der 80er Jahre erzeugt. Wirkliche Probleme verursacht die Schärfe, die kaum vorhanden ist und zumindest in Totalen ein sehr weiches Bild produziert. In Nahaufnahmen ist eine Besserung vorhanden, von einer ordentlichen Detailzeichnung ist man allerdings weit entfernt. Weiterhin verursacht der Kontrast erhebliche Probleme, da weder dunkle noch helle Szenen ausgewogen erscheinen. Dies liegt auch an dem nicht vorhandenen Schwarzwert, denn mehr als ein Grau bekommt man nicht geboten. Rauschen ist szenenabhängig vorhanden und sorgt für stehende Muster. Auch die Farben sind kraftlos, zumindest aber nicht verfälscht. Es fehlt lediglich an Sättigung, wodurch das Bild sehr blass gerät. Die Kompression verrichtet ihre Arbeit ohne nennenswerte Aussetzer.
 ++/---

Ton
FormateDolby Digital 5.1 (Deu), Dolby Digital 2.0 Stereo (En)
SpracheDeutsch, Englisch
Untertitel-
 Da Schnaas seinen Film im Ausland inszenierte, wurde in Englisch gedreht und erst relativ spät eine Synchronisation erstellt. Diese erschafft sogar eine räumliche Klangkulisse durch ihre Dolby Digital 5.1-Abmischung, ist sehr dynamisch und nutzt auch den Subwoofer. Zwar werden die Surround-Effekte nur dezent eingesetzt, aber entsprechende Szenen werden dadurch bestens ergänzt. Bei den gut verständlichen Dialoge drängen sich die Sprecher zwar etwas in den Vordergrund, wodurch Natürlichkeit verloren geht, es stört aber nicht. Der O-Ton in Stereo ist aus eben jenem Grund natürlicher, scheint aber auch der am Set aufgenommene Ton zu sein, was zumindest der Verständlichkeit nicht schadet. Der Akzent einiger Darsteller, die sich mit der englischen Sprache schwer tun, ist dafür etwas befremdlich. Die Synchronsprecher der deutschen Fassung, die weit von einer "Pornosynchro" entfernt ist, gehen absolut in Ordnung. Zwar passt nicht jede Stimme zum Gesicht bzw. ist professionell, im Independentbereich ist das Ergebnis aber akzeptabel. Rauschen oder Defekte sind nicht vorhanden.
 +++/--

Extras
Extras
  • Audiokommentar mit Andreas Schnaas und Marc Trinkhaus
  • Trailershow:
    • Trainspotting (1:19 Min.)
    • Sword in the Moon (2:30 Min.)
    • Lola rennt (2:46 Min.)
    • Tempted (1:44 Min.)
    • Yesterday (2:33 Min.)
    • Do you wanna know a Secret (2:01 Min.)
    • Witchhouse (2:03 Min.)
Verpackungkleine Hartbox
 Leider wurden die Extras der englischen DVD von Screen Entertainment nicht übernommen. Selbst der Filmtrailer ist nicht vorhanden, stattdessen nur eine Trailershow mit weiteren Titeln des Anbieters. Der Käufer der deutschen Ausgabe geht aber nicht ganz leer aus, denn trotz fehlender Angabe auf dem Cover befindet sich noch ein höchst unterhaltsamer Audiokommentar mit Regisseur Andreas Schnaas und seinem Komponisten Mark Trinkhaus auf der DVD. Man merkt den beiden den Spaß an dieser Aufnahme an, wenn auch der Informationsgehalt sehr gering ausfällt, weil sich Trinkhaus und Schnaas lieber über entstandene Situationen lustig machen oder in Erinnerungen schwelgen. Untertitel sind keine vorhanden, warum auch, schließlich sprechen beide den Audiokommentar in Deutsch.
 +-----

Fazit
Lange hat es gedauert bis "Demonium" von Andreas Schnaas in ungekürzter Form auch auf dem deutschsprachigen Markt erhältlich ist. War der Film recht zügig nach Fertigstellung im Ausland erschienen, mussten die deutschen Fans bis 2005 warten. Als die Fassung in den Videotheken stand, war das Geschrei jedoch groß, mussten doch ganze 4 Minuten vom Anbieter Sunrise herausgeschnitten werden, um eine Freigabe zu erhalten. Wieder ganze 4 Jahre später erscheint "Demonium" im Rahmen der von Laser Paradise neu gestarteten "Red Edition Reloaded" erstmalig ungekürzt in Deutschland.

Mit "Demonium" versucht Andreas Schnaas den Sprung vom Amateursplatter zum Independentfilm hin, denn anders als in seiner "Violent Shit"-Trilogie oder "Zombie 90" spritzt nicht unentwegt der rote Lebenssaft, sondern es wird versucht eine Geschichte zu erzählen, welche in der Tradition des italienischen Horrorfilms der 80er Jahre steht.

Zuerst gab es nur ein Teaser zu sehen, der für relativ viel Geld bei diversen Mailorder-Shops bestellt werden konnte (ich glaube, es waren damals 20 DM für 2 Minuten). Dieser Teaser war gelungen und konnte bereits eine morbide Atmosphäre einfangen. Leider sieht man aus diesem Teaser nichts mehr im fertigen Film, lediglich die Grundhandlung ist geblieben. Diese dreht sich um ein Serum, welches von einem wohlhabenden Wissenschaftler im Kampf gegen den tödlichen Krebs erforscht wird. Das Serum wirkt nur in der richtigen Menge und sorgt bei einer Überdosierung für einen blutigen Tod in kürzester Zeit. Kurz vor dem Durchbruch wird der Forscher Arnold Berger brutal ermordet. So kommt es, dass sich seine Erben in sein Schloss begeben, um der Testamenteröffnung beizuwohnen. Jedoch kann nur derjenige die Erbschaft antreten, der drei Tage in dem alten Gemäuer ausharrt. Genug Zeit für den Mörder, um sich den unerwünschten Besuch vom Leib zu halten. Natürlich geht es um das Serum, das für den Besitzer einen enormen Geldsegen bei den Pharmaindustrien bringen wird. Demnach stehen die Erben dem eigentlichen Vorhaben auch nur im Wege und machen immer wieder Bekanntschaft mit dem ominösen Serum.

Etwas problematisch für "Demonium" ist die sofortige Bekanntgabe der Täter und deren Hintergründe. Spannung oder Überraschungen dürfen somit nicht erwartet werden, denn davon hat "Demonium" kaum etwas zu bieten. Aus diesem Grund erhofft man sich als Zuchauer Unterhaltung aus einer ganz anderen Richtung, nämlich jener, die Schnaas' Frühwerke betreffen. Jedoch sind die Morde hier sehr dezent über die knapp anderthalb Stunden verteilt, verfehlen allerdings nicht ihre Wirkung. Im Vergleich zu "Violent Shit und Co. walzt Schnaas diese Szenen nicht minutenlang aus, sondern versetzt sie mit kurzen Schnitten. Dies sorgt dafür, dass Effekte nicht billig aussehen und demnach auch nicht ihre Wirkung verfehlen. Für die digitalen Effekte konnte sogar Sergio Stivaletti engagiert werden, wenngleich diese digitalen Arbeiten schnell als solche zu erkennen sind und den handgemachten Splattereien somit den Vorzug zu geben sind. Es gibt durchaus harte und blutige Szenen, doch aufgrund des spärlichen Einsatzes will der Härtegrad nicht sonderlich in die Höhe schießen.

Die Auswahl der Darsteller ist dafür gut gelungen. Mit amerikanischen Produktionen kann sich "Demonium" zwar nicht vergleichen, aber der Zeitgeist der 80er Jahre wurde dank der Akteure gut getroffen. Wie bei Werken von Fulci und Lenzi agieren die Darsteller zwar nicht glaubhaft, jedoch genregemäß treffend. Besonders die Gastrolle von Charlotte Roche hebt sich hervor, die als Nervensäge eine überzeugende Leistung abliefert, jedoch sehr schnell und sehr blutig wieder von der Bildfläche verschwindet. Kamera und Schnitttechnik sind ebenfalls gelungen und auch maßgeblich daran beteiligt, dass der Film sich vom Amateurniveau abhebt. Dennoch bleibt "Demonium" deutlich hinter den Erwartungen zurück, was an der fehlenden Dramatik liegt, wodurch kaum Atmosphäre aufkommt. Das ist etwas traurig, konnte man doch in einem schönen alten Gemäuer drehen, das eigentlich schon allein genug Ausstrahlung besitzt, um eine spannende Geschichte zu erzählen. So ist "Demonium" weder durchgängiger Splatter, noch tiefer Horror, weil für beides etwas fehlt. Demnach ertrinkt "Demonium" wie so viele Genre-Artgenossen auch im Mittelmaß. Dabei hat mit dem Teaser alles so gut angefangen ...



Bilder der DVD




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