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USA 2009
Originaltitel:Ruslan
Alternativtitel:Forced to Kill
aka. Driven to Kill
Länge:94:15 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:SPIO/JK: keine schwere Jugendgefährdung
Regie:Jeff King
Buch:Mark James
Kamera:Tom Harting
Musik:Peter Allen
SFX:Jennifer Kipps, Jennifer Beebe
Darsteller:Steven Seagal, Laura Mennell, Dan Payne, Mike Dopud, Holly Eglington, Zak Santiago, Inna Korobkina, Igor Jijikine, Aleks Paunovic, Dmitry Chepovetsky, Ed Anders, Reg Tupper
Vertrieb:Splendid
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:21.08.2009 (Verleih) / 28.08.2008 (Kauf)



Inhalt
Der zurückgezogen lebende Ruslan ist ein erfolgreicher Autor, der mit seinen Geschichten versucht, seine eigene kriminelle Vergangenheit zu verarbeiten. Als er nach New Jersey zurückkehrt, um einer Familienfeier beizuwohnen, wird er mit dieser gewalttätigen, alten Zeit konfrontiert. Seine Tochter Lanie vermählt sich ausgerechnet mit dem Sohn des damaligen Rivalen Mikhail Arban, der inzwischen zum Boss der brutalen, russischen East Coast-Mafia aufgestiegen ist. Ausweglos gerät die Familie in den Sog der Gewalt und Ruslans schlimmste Befürchtungen bewahrheiten sich am Tage der Hochzeit, als ein Anschlag auf seine Ex-Frau Deborah und Lanie verübt wird. Nur Letztere überlebt das Blutbad schwer verletzt. Getrieben von Hass und Trauer sinnt er auf Rache und begibt sich auf eine eiskalte und gnadenlose Jagd nach den Bad Guys ...

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 Splendid bringt den neuen Steven Seagal-Film in durchweg guter Qualität heraus, was bei einer Direct-to-DVD-Produktion ja nicht immer die Regel ist. Hier gefällt vor allem die Schärfe, da ein sehr detailliertes Bild geboten wird, das zuweilen sehr plastisch wirkt. Dennoch hätte das Ergebnis besser ausfallen können, da das Rauschen für leichte Beeinträchtigungen sorgt. Die Farben erfreuen mit satten und kräftigen Tönen, die zugunsten der Geschichte aber kühl gewählt wurden. Der Kontrast überzeugt sowohl in hellen als auch dunklen Bildbereichen, was auch dem guten Schwarzwert zu verdanken ist. Sehr helle Flächen wirken teilweise etwas steil und in dunklen Sequenzen gehen zwar keine Details verloren, jedoch wirkt das Bild dort sehr flach. Ansonsten ist der Transfer frei von Defekten und selbst schnelle Bewegungen können überzeugen. Da stören die leichten Unruhen innerhalb homogener Flächen zu keinem Zeitpunkt und auch so arbeitet die Kompression eher ruhig im Hintergrund.
 ++++/-

Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Auch am Sound kann man Gefallen finden, so wie es sich für einen ordentlichen Actionstreifen auch gehört. Da bekommt der Subwoofer einiges zu tun und auch die Rears kommen kontinuierlich zum Einsatz. Dies ist jedoch leider nicht über die gesamte Laufzeit der Fall, denn einige Szenen wurden doch etwas frontlastig abgemischt, was zwar nicht weiter stört, allerdings das Format Dolby Digital 5.1 nicht völlig ausnutzt. Ansonsten wurde die deutsche Synchronisation vortrefflich in den restlichen Mix integriert, wodurch ein sehr homogenes Klangbild mit ordentlichem Raumklang entsteht. Im Vergleich mit dem ebenfalls in Dolby digital 5.1 vorhandenen englischsprachigen Originalton ist die deutsche Fassung klangtechnisch gleichauf. Zusätzlich kann man das Spektakel auch mit deutschen Untertiteln anschauen.
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Extras
Extras
  • Behind The Scenes (23:41 Min.)
  • Originaltrailer (2:35 Min.)
  • Trailer Deutsch (2:35 Min.)
  • Trailershow:
    • Way of War (1:10 Min.)
    • Divine Weapon (1:41 Min.)
    • The Pirates of Langkasuka (3:11 Min.)
    • Ong Bak 2 (2:31 Min.)
    • Legion X (2:14 Min.)
    • Shaolin Girl (0:33 Min.)
    • Far Cry (1:35 Min.)
    • Loaded (2:47 Min.)
VerpackungKeepCase
 Als Bonus enthält die Disc ein 24minütiges, deutsch untertiteltes Behind the Scenes-Featurette, welches interessant ausgefallen ist, wenn es auch eher als Werbemaßnahme angedacht war. Cast und Crew kommen zu Wort, um von ihrer Arbeit vor und hinter der Kamera zu berichten. Gerade Hauptdarsteller Seagal gibt sich sehr redselig und berichtet auch aus seinem privaten Umfeld. Ansonsten gibt es noch eine Trailershow sowie den Trailer zum Film in Deutsch und Englisch.
 +/----

Fazit
Nachdem ich "Kill Switch" nur mit Mühe überlebt hatte, war es natürlich ein besonderes Vergnügen, sich an noch einen Seagal-Film zu machen, den Regisseur Jeff King mit ihm zusammengestückelt hatte. Doch gegen die filmische Resteverwertung auf Debilenniveau wirkt der 2009er "Driven to Kill" geradezu wie eine qualitative Offenbarung. Natürlich, es ist immer noch eine klinische Sparproduktion, aber dafür wurden mal drei Euro fuffzig ins Drehbuch investiert, bzw. erfolgreich bei alten B-Movies geklaut (die IMDb listet tatsächlich keinen Drehbuchautoren), so dass man wenigstens den halben B-Action-Standard erwarten darf.

Aus irgendwelchen nicht näher benannten Gründen ist Onkel Steven diesmal ein ehemaliger russischer Mobster (ich halt's nicht aus ...), der jetzt in good old california erfolgreiche "snuff novels" schreibt. Die Szene rockt den ganzen Film, wenn Seagal in die Tasten haut wähnt man gleich nebenan Ralph Möller bei der Klaviersonate. Das Töchterlein heiratet, da reist man dann gern in die alte Heimat (N.Y.) und besucht Ex-Frau und schmierigen Neugatten. Der Schwiegersohn in spe ist der Sohn eines ehemaligen feindlichen Bosses und wie sollte es anders sein, bald rückt das Mörderkommando in die Hochzeitsvorbereitungen ein. Die Exfrau ist daraufhin urnenreif, die Tochter liegt im Koma und wird versteckt und Steven geht mit dem Anwärter auf den Schoß seines Sprosses auf die große Killing Spree, während zwei Polizeibeamte sich tunlichst zurückhalten.

Mehr will der Film auch gar nicht, als eine hübsche Rachetour runterzureißen, bei der möglichst viele kantige Fieslinge in billigen Trainingsanzügen ins Gras beißen. Und ja, diesmal drückt man halbwegs die richtigen Pedale, denn Herr King hatte nicht nur etwas mehr Budget, sondern Seagal wohl auch etwas mehr Spaß am Drehen, als man seine Tochter zum Krankenhaus aufbahrt, verdrückt er sich glatt ein Tränchen, hossa! Und in Sachen Tricks, Fights und Härtegrad hat man wohl die Lektion auch gelernt, denn wenn auch nicht alles in Butter ist und Seagal nur Routinesachen selbst macht, spritzt doch der Lebenssaft wieder in Großaufnahme: Da wird geballert und geschnippelt, Schraubenschlüssel in den Hals, Schrotladung in die Brust und die Knarre im Auge abgedrückt, so freut sich der B-Action-Fan.

Natürlich, der Protagonist röchelt sich auch hier genüsslich einen ab bei seinen selbstimprovisierten Dialogen, aber weder redet er zu viel Stuss, noch interessiert ihn das alles. Wie sagt er am Anfang: "Don't give a fuck about it, that's the trick!" - also Werkzeugkiste raus und voll auf die Rübe, egal was gerade rumliegt.
Es wird zwar auch hier nach Herzenslust gestreckt (während des kompletten Showdowns - 25 Minuten - sieht man ständig die gleichen unaufregenden Evakuierungsszenen), die Jumpcuts sind wieder mit an Bord und eine tolle Szene sieht Seagal doch glatt eine Minute lang die Straße abschreiten, alle paar Sekunden setzt ihn der Schnitt wieder ein paar Meter zurück - Antonioni und Bergman hätten ihre Freude daran gehabt.

Runtergehustet hat man das alles übrigens komplett in Kanada, was ganz ordentlich für die Staaten einspringen kann und reichlich fiese Russen sind auch mit an Bord, die in ihrem Abrissschick und Aso-Gewändern alle blutigst ins Gras beißen - schön, wenn einer endlich mal aufräumt. Eine Offenbarung für Filmfreunde ist es trotzdem nicht (für Actionfans sicher delektabel), aber ohne größere Schmerzen ansehbar - die Frage bleibt aber, ob nicht mal ein paar Hardcorefans für ein richtig gutes Drehbuch zusammenlegen könnten.



Bilder der DVD




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