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BE 1974
Originaltitel:Vase de Noces
Alternativtitel:One Man and His Pig
aka. Pig Fucking Movie, The
aka. Wedding Trough
Länge:78:56 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:juristisch geprüft, strafrechtlich unbedenklich
Regie:Thierry Zéno
Buch:Thierry Zéno, Dominique Garny
Kamera:Thierry Zéno
Musik:Alain Pierre
Darsteller:Dominique Garny
Vertrieb:Camera Obscura
Norm:PAL
Regionalcode:0



Inhalt
Ein einsamer Farmer teilt sich Haus, Hof und Bett mit seinem getreuen Scwhein, und steuert voller Verzweiflung in eine bizarre Tragödie des Untergangs, die alle Grenzen überschreitet ...

Bild
Format1,33:1 (Vollbild, s/w)
NormPAL
 Außenseiterfilme wie dieser müssen gewöhnlich mit einer geringeren Bildqualität auskommen als ihre kommerziellen Kollegen gleichen Alters. Dafür, dass im Booklet aber davon die Rede ist, dass bisher nur eine ziemlich schlechte Kopie des Films im Internet erhältlich war, ist die DVD überraschend gut geworden. Das grundsätzlich körnige s/w-Material kann dank einer durchgängig mit vollen Mitteln arbeitenden Kompression originalgetreu wiedergegeben werden. Der Detailgrad wird auf hohem Niveau gehalte, was erfreulich ist für einen 35 Jahre alten Film. Abnutzungen zeigen sich dafür beim Kontrast, der etwas flackert, und der Vielzahl an kleineren Verschmutzungen.
 +++/--

Ton
FormateDolby Digital 2.0
Sprache-
Untertitel-
 Dass es für "Vase de Noces" keine Eindeutschung gibt (ob nun als Synchro oder als Untertitel), soll den Käufer nicht von seinem Vorhaben abhalten, denn es gibt keine tatsächlich gesprochene Sprache im Film, sei es als Dialog oder als Texttafel. Sämtliche Geräusche wurden eingespielt und die Dialoge werden lediglich durch Verhaltensweisen und Soundcollagen erreicht. Letztere können etwas anstrengend für das Ohr sein, zu laut sollte man also nicht aufdrehen. Das Alter des Filmes macht sich in einem etwas knarzigen, mittenlastigen Klang bemerkbar, der nicht hörbar rauscht, aber an eine MW-Ausstrahlung des Deutschlandfunks erinnert. Bei einem derart ausgefallenen Stoff wie "Vase de Noces" darf man aber davon ausgehen, dass der Ton dem Film gut steht, weil Störgeräusche fern bleiben.
 ++/---

Extras
Extras
  • 8seitiges Booklet
  • Intro (0:38 Min.)
  • Of Pigs And Men (72:30 Min.)
  • DVD Transfer vs. Internet Download (3:15 Min.)
  • Outro (0:13 Min.)
VerpackungKeepCase im Schuber
 Wer sich für den Film über diesen hinaus interessiert, kann sich beispielsweise anhand der zwei im Booklet abgedruckten Essays eine erste Einordnung durchlesen. Besonders lobenswert ist das deutsch (und englisch) untertitelbare Interview mit Regisseur Thierry Zéno und Hauptdarsteller Dominique Garny, das in über einer Stunde nicht nur die Ursprünge von "Vase de Noces" beleuchtet, sondern auch die Werdegänge der beiden Künstler dokumentiert und auf die Reaktionen auf den Film eingeht. Darüber hinaus erklären beide, welche Bedeutung einzelne Szenen für sie haben. Diese umfangreiche Berichterstattung wird eingerahmt von einer Einleitung und einer abschließenden Danksagung. Außerdem wird eine Vergleichsmöglichkeit zwischen dem Film, wie er im Internet heruntergeladen werden konnte, und der restaurierten Fassung dieser DVD angeboten.
 ++++--

Fazit
"Vase de Noces" ist ein vollkommen einzigartiger Film für den es keinerlei Vergleiche gibt. Mit nur wenigen Mitteln schaffen Regisseur und Darsteller (es gibt nur einen Schauspieler im Film) ein einzigartiges Kunstwerk fernab jeglicher Normen und Konventionen. Der düstere Film ist komplett in schwarz-weiß gedreht und verzichtet ganz auf Sprache, es gibt auch keine inneren Monologe des Protagonisten zu hören. Man verlässt sich komplett auf die Wirkung der Bilder und diese wird auch nicht verfehlt. Besonders das bleischwere Ende fängt die bizzare Tragik dieses Werkes voll und ganz ein. Zwar gibt es kaum drastische Details zu sehen, aber allein die Thematik um Sodomie und Koprophagie dürfte nicht viele Zuschauer ansprechen.

Rein filmisch gesehen ist "Vase de Noces" anspruchsvoll und schwer zu konsumieren. Die spärliche Handlung wird zähflüssig erzählt und verharrt teilweise in der minutenlangen Darstellung von Belanglosigkeiten. Die raue und ungeschliffene Machart qualifizieren den Film aber als wahre Independent-Perle mit offensichtlichen filmischen Qualitäten: Dabei ist besonders die schauspielerische Leistung zu beachten, die für einen Laien sehr intensiv ist. Die allgegenwärtige Symbolik in den Bildern wirkt zu keinem Zeitpunkt fehl am Platz und die konsequent voranschreitende innere Zerrüttung des Hauptcharakters kommt glaubwürdig rüber.

Der Score besteht im Prinzip aus einer disharmonischen Soundcollage und den ständig präsenten Geräuschen der verschiedenen Tiere. Die Optik ist recht verwackelt und eintönig, es gibt nur wenig Schauplätze und auch nur sehr grobe Schnitte. Doch die amateurhafte und holprige Inszenierung passt perfekt zum Thema: entgleist und gestört, ohne sich den Konventionen eines normalen Filmes anzupassen, entstand hier bereits im Jahre 1974 ein rohes Stück experimenteller Kunst, welches heute noch genau so polarisieren und schockieren kann wie früher. Einem Mainstream-Publikum war der Film natürlich immer unbekannt, er ist es und wird es wohl auch immer bleiben. Die vorbildliche deutsche Veröffentlichung von Camera Obscura mag zwar die Möglichkeit für jeden eröffnet haben, sich selbst eine Meinung zum Werk zu bilden, ansprechen wird er den durchschnittlichen Fan unterhaltsamer Exploitation aber vermutlich nicht.

Trotz oder gerade wegen der extremen Seltenheit ein absoluter Geheimtipp für aufgeschlossene Cineasten!



Bilder der DVD




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