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UK, USA 2009
Originaltitel:Watchmen
Länge:155:35 Minuten (ungekürt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Zack Snyder
Buch:David Hayter, Alex Tse, Dave Gibbons, Alan Moore
Kamera:Larry Fong
Musik:Tyler Bates
SFX:Quantum Creation FX, Global Effects, CIS Hollywood, Moving Picture Company, Sony Pictures Imageworks u.a.
Darsteller:Malin Akerman, Billy Crudup, Matthew Goode, Jackie Earle Haley, Jeffrey Dean Morgan, Patrick Wilson, Carla Gugino, Matt Frewer, Stephen McHattie, Laura Mennell, Rob LaBelle, Gary Houston, James M. Connor, Mary Ann Burger, John Shaw, Robert Wisden
Vertrieb:Paramount
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:06.08.2009 (Verleih) / 20.08.2009 (Kauf)



Inhalt
Jemand tötet unsere Superhelden. Es ist das Jahr 1985 und die Watchmen schließen sich zusammen, um den Mord an einem der ihren aufzuklären. Schon bald decken sie einen teuflischen Plan auf, der die gesamte Menschheit in tödliche Gefahr bringt. Während die Superhelden darum kämpfen, das drohende Unheil zu stoppen, entdecken sie, dass sie selbst das Ziel der Vernichtung sind.

Doch wenn die Superhelden tot sind, wer wird uns retten?

Bild
Format2,40:1 (anamorph)
NormPAL
 Erster Eindruck: Wie erwartet sehr gut! Zweiter Eindruck: Da geht noch mehr ...
Dem Genre ist es zu eigen, die Farbgebung so anzupassen, dass man sich tatsächlich ein wenig an einen Comic-Strip annähert. Aber auch an der Düsterheit des Filmes mag es liegen, dass Rottöne sehr stark gelblicher, grünlicher und vor allem bläulicher Stilistik weichen. Anders als beispielsweise Interner Link"Sin City" wird aber auf eine übermäßig starke Kontrastierung, die das Bild dort fast schwarz-weiß aussehen ließ, verzichtet. Die Stilmittel schlagen sich ein wenig auf die Detailschärfe nieder, die sich zwar angemessen gibt, der aber künstlich etwas Weichzeichner zugeordnet wurde. Das kann an der Rauschbeseitigung liegen, deren Ursache, ein feines Rauschen, man noch immer beobachten kann, vielleicht aber auch, um die Vielzahl an nicht immer perfekten CGI-Szenen im Einklang mit dem restlichen Material zu bringen. Enttäuscht wird man also ganz gewiss nicht sein, die Erwartungen an das HD-Medium bleiben aber bestehen. Die Blu-ray wird den zweieinhalbstündigen Film sicherlich noch etwas detaillierter, tiefenschärfer und ruhiger darstellen kann - nicht zuletzt aufgrund des höheren Speichervolumens.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Englisch, Türkisch
UntertitelDeutsch, Englisch, Türkisch
 Weder die DVD noch Blu-ray bekommt etwas mehr als Dolby Digital 5.1 ab, was für einen Film dieser Klasse etwas seltsam ist, die Klangqualität aber nicht beeinflusst. Besonders das Owl Ship lässt den Subwoofer rotieren und die Rear Speaker nicht still, was diese Sequenzen zu einem Höhepunkt des gesamten Films werden lässt. Von dieser Sorte tosenden Sound gibt es aber noch eine Menge mehr, z.B. die Effekte, die durch Dr. Manhattan ausgelöst werden. Auch die Musik verhält sich vorbildlich kraftvoll und einfühlsam. Besonders im ersten Drittel werden eine Vielzahl von klassischen Hits angespielt, die für Leben in der Bude sorgen, u.a. Nenas "99 Luftballons", das glücklicherweise auch im Original der englischen Übersetzung entgangen ist. Die vielen leisen Szenen des Filmes besitzen eine sehr gute Dialogverständlichkeit mit einer professionellen Synchronisation. Lediglich Rorschach gefällt mir im Original besser, was evtl. daran liegt, dass er dort etwas weniger übertrieben klingt. Trotzdem, beide Sprachversionen (der türkische Ton ist für eine deutsche DVD uninteressant) sind fett abgemischt und lassen das Heimkino genau in den richtigen Momenten brodeln. Ein wenig interessant wäre es trotzdem gewesen, einige der Effekte mit zusätzlichem Rückkanal anzuhören.
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Extras
Extras
  • Trailer bei DVD-Start (1:36 Min.):
    • Transformers - Die Rache
    • Star Trek
    • G.I. Joe
  • Mechanik: Technologien einer fantastischen Welt (16:10 Min.)
VerpackungKeepCase
 Die Einzel-DVD kann es in Sachen Extras natürlich nicht mit der Doppel-DVD im Steelbook aufnehmen. Die erste DVD beider Fassungen ist aber identisch und so gibt es neben drei sehr kurzen Trailern zum DVD-Start, die man anders als die überflüssigen Texttafeln überspringen kann, noch eine viertelstündige Dokumentation über die physikalische Korrektheit im Film. Durch diese führt ein Professor für Physik, der selbst leidenschaftlicher Comic-Fan ist und seine Vorlesung auch danach ausgerichtet hat. Er erzählt, wie er als technischer Berater zum Team gestoßen ist und beschreibt, wie die Superkräfte der Filmfigurena aus Sicht der Naturgesetze zu bewerten sind. Die Fakten sind natürlich so aufbereitet, dass sie auch von denen verstanden werden können, die Physik nie zu ihren Lieblingsfächern zählten. Die Kurzdoku wurde sehr fannah produziert und kommt mit relativ wenigen Filmszenen aus, die dann auch entweder der Auflockerung dienen oder beispielhaft eingespielt werden.
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Fazit
Wer hätte es nach Interner Link"300" gedacht, aber Zack Snyder wird als Regisseur tatsächlich erwachsen und mit ihm die Superhelden-Verfilmungen, die ja noch immer Hochsaison in den Kinos haben. In seiner Comic-Verfilmung ist lediglich Rorschachs sich ständig verändernde Maske schwarz-weiß, das Handeln und Denken der Figuren dagegen ist zutiefst menschlich und ihre Superheldenkräfte (wenn man sie überhaupt als solche bezeichnen möchte) stehen weniger im Vordergrund als die zentrale Frage nach der Zukunft der Menschheit.
Snyder hätte vermutlich ein 5stündiges Monstrum aus "Watchmen" machen können, wäre er allen Facetten nachgekommen. Die Kunst liegt in der Kompression des Stoffes, was wie im langen Vorspann geschehen auch mal einen Schnellkursus bedeuten kann, der den "Watchmen"-Neuling (mich beispielsweise) in die Utopie des Stoffes einweihen soll. Diese "Zukunft" spielt irgendwann in den 80er Jahren, in der die Truppe der Watchmen (übrigens die zweite Generation) bereits ausgesondert ist und teilweise ihre Kostüme an den Nagel gehangen haben. Das Eingreifen in Schlüsselsituationen der Zeitgeschichte führte damals zu einem vorzeitigen Sieg in Vietnam für die Amerikaner, aber auch zu einem Kalten Krieg mit den Russen, der sehr bald in einer Atomschlacht sein bitteres Ende einläuten könnte.
Bemerkenswert an dieser Verfilmung ist es, dass Snyder dem Popcorn-Publikum sowohl die nötige Menge an Action (natürlich: blutig!) in einer stilistisch hervorragenden Art und Weise verkaufen kann, sich hauptsächlich aber um den Konflikt kümmert, in dem die Watchmen sich befinden: Sie sind hin- und hergerissen zwischen ihrer einstigen Aufgabe, ihrer jetzigen Nutzlosigkeit und der Erkenntnis, dass sie nie wirklich Teil der Gesellschaft waren. Ihr Zweifeln an sich selbst und an der Welt, in der sie leben, bestimmt den Großteil des Filmes. Man wird auch keine fröhliche Wiedervereinigung der Watchmen erleben, sich aber auch nicht an dieser depressiven Grundstimmung langweilen, weil "Watchmen" seine namensgebenden Helden auf eine sehr interessante Weise demystifiziert. Das gelingt sehr viel besser als bei der Komödie Interner Link"Hancock" und wird in einige wunderschöne Szene gepackt, z.B. Dr. Manhattan Erlangen seiner Superkräfte, das schmerzliche Treffen von Silk Spectre II und ihrer Mutter oder die philosophische Unterhaltung auf dem Mars. Auch wenn nicht alles richtig läuft (die zweite Liebesszene im Owl Ship ist ebenso deplatziert wie die Rettungsmission davor), fühlt man doch, wie Snyder sein Publikum adeln will, indem er seinen filmischen Comic mit mehr als nur einem Action-Overkill nach dem anderen füllt. Außerdem macht ihn und sein Projekt sympathsich, dass er eine Fortsetzung ausschließt, da für ihn die Geschichte abgeschlossen ist und ein Nachfolger nicht an die Qualität anknüpfen könnte. Bemerkenswert mutig und absolut richtig!

Für mich die bisher beste Superhelden-Verfilmung - keine Perfekte, aber eine, die das Genre weiter bringt, weil sie zeigt, dass mehr möglich ist, als lediglich ein paar Schurken gegen die "Guten" eine riesige Zerstörungsorgie ausfechten zu lassen. Ob das Fans der Comic-Vorlage auch so sehen, weiß ich nicht, da ich gezeichnete Form nie kennengelernt habe ...

Die deutsche DVD gibt es als hier vorgestellte Einzel-Disc mit wenig Bonusmaterial und als Steelbook mit zwei DVDs, die natürlich wesentlich mehr Extras enthält. Leider hat man es verpasst, in Deutschland gleich den etwa 24 Minuten längeren Director's Cut zu veröffentlichen. Zwar ist "Watchmen" bereits in dieser Fassung sehr gut, aber ich rieche jetzt schon einen später nachgeschobenen Director's Cut - und das stinkt!



Bilder der DVD




Druckbare Version
Watchmen - Die Wächter
Watchmen - Die Wächter (2-Disc Special Edition)
Watchmen: Tales of the Black Freighter
Suchspiel "Watchmen"
IMDb.com OFDb.de



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