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CH 1976
Originaltitel:Mosquito - Der Schänder
Alternativtitel:Bloodlust
aka. Mosquito
aka. Mosquito the Rapist
Länge:87:05 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Marijan David Vajda
Buch:Mario d'Alcala
Kamera:Norbert Friedländer, David Khan
Musik:David Llewellyn
Darsteller:Werner Pochath, Ellen Umlauf, Birgit Zamulo, Gerhard Ruhnke, Peter Hamm, Charly Hiltl, Hary Olsbauer, Marion Messner, Fred Berhoff, Roswitha Geuther, Karl Yblagger, Sonja Costa, Jony Soster
Vertrieb:Astro
Norm:PAL
Regionalcode:0



Inhalt
Ein junger, taubstummer Mann wird von seiner Umwelt pausenlos ausgegrenzt. Er wird von niemanden ernstgenommen. So verändert sich sein Verhalten, dessen Wurzeln in einem furchtbaren Kindheitstrauma liegen. Er beginnt, sein Verlangen nach Leichen auszuleben und schließlich entwickelt er einen grausamen Drang zum Töten.

Bild
Format1,55:1 (Letterbox)
NormPAL
 Für eine Astro-DVD ist das Bild, auch wenn man es nicht anamorph präsentiert bekommt, sehr ordentlich. An Schärfe, Farbreichtum und Kontrast gibt es kaum etwas auszusetzen, was hervorragend für einen Nischenfilm dieses Alters ist. Ein Grünstich macht sich lediglich dezent bemerkbar, in vielen Szenen sind dafür sehr kräftige Tönungen zugange. Dass das rauschfreie Bild etwas geglättet wurde, sieht man gelegentlich an einigen nicht ganz ruhigen Bewegungen. In den meisten Fällen dürfte die Plastizität dafür aber entschädigen. Kratzer kommen pratkisch gar nicht vor, lediglich eine kurze, digitale Störung zeigt sich in der 6. Minute.
 ++++--

Ton
FormateDolby Digital 2.0
SpracheDeutsch, Englisch
Untertitel-
 Die musikalische Ausgestaltung des Filmes, die auf Collagen klassischer Instrumente basiert, verlangt einiges vom Tonmaterial ab. Das schlägt sich abgesehen von altersgemäßen Einschränkungen in Sachen Lautstärke und Dynamik nicht negativ auf den Ton nieder. Ganz im Gegenteil, denn im Deutschen bleiben die Geräusche, die Musik und meistens auch die Dialoge sehr gut verständlich und verzerren nicht. Die englische Variante, eine Nachsynchronisation, klingt sehr aufgesetzt, ist aber ebenfalls noch gut in Schuss. Das Fehlen von Untertiteln ist bei Astro-DVDs leider Standard.
 ++/---

Extras
Extras
  • Trailer dt./engl. (2:15 Min.)
  • Kinoaushang-Material (17 Bilder)
  • Presseheft (9 Bilder)
  • Werbematerial (7 Bilder)
  • Engl. Infomaterial (7 Bilder)
VerpackungKeepCase
 Das Bonusmaterial ist teils lohnenswert (Originalpresse- und -werbemaerial), teils lieblos (zusammengebastelter Trailer). Dass man zu diesem Titel nicht viel dazu bekommen würde, konnte man sich ausmalen, also ist zumindest das Bild- und Textmaterial eine schöne Sache.
 +/----

Fazit
Trotz einiger etwas biederer Ansätze, die an den deutschen Kriminalfilm erinnern, ist dieser Serienkillerfilm der 70er Jahre erstaunlich gut gelungen. Für ein Erstlingswerk ist "Mosquito - Der Schänder" sogar eine kleine Überraschung, die auch nach heutigen Maßstäben noch bestens funktioniert. Es geht um einen jungen Mann, der traumatisiert durch die Misshandlungen seines Vaters ihm und seiner Schwester gegenüber die Fähigkeiten zu sprechen und zu hören verloren hat. (Glücklicherweise werden diese Umstände dem Zuschauer nicht aufgezwängt, sondern nach und nach aufgebaut - ohne aber alle Lücken zu schließen bzw. alles zu beantworten.) Der Kontakt zu seinen Mitmenschen fällt dem jungen Mann, der sich später Mosquito nennen wird, schwer; stattdessen sucht er Geborgenheit bei seiner Puppensammlung. Die schmerzlichen Erfahrungen, die er mitmachen musste, brechen aber wieder aus, als sein Umfeld sich gegen ihn wendet, seine Kollegen ihn schlecht behandeln und er beim Kontakt mit Frauen immer wieder scheitert. Fortan sucht er nicht mehr die Erfüllung unter den Lebenden, sondern bei den Toten, indem er diese in Leichenschauhäusern besucht und nach seinem Ideal umgestaltet - oder "schändet", wie es die Polizei bezeichnet.
Interessant ist zum einen, dass Werner Pochath seiner Figur einen Hintergrund verschaffen kann, ohne auch nur ein Wort zu sagen, und zum anderen, dass "Mosquito" die Grenzen eines normalen Krimis um einiges weitet, doch aber nicht zu weit geht, um die morbide Atmosphäre in den Szenen der Leichenschändung zu zerstören. Die toten Körper sehen manchmal etwas künstlich aus (sprich: sind Puppen), aber allein Mosquito, der eigentlich nicht als Unmensch charakterisiert wird, lässt mir machen Schauer über den Rücken laufen, wenn er mit seinem Glasröhrchen den Toten das Blut aussaugt und sie damit besudelt, als wolle er sie mit seinem vampirischen Verhalten wieder zum Leben erwecken. Die psychologischen Hintergründe seiner Taten kann man sich mit etwas Phantasie ausmalen, muss das aber nicht tun, denn der Film legt viel Wert auf deren Verschleierung oder lenkt einfach mit Szenen ab, die einen etwas unwirklichen Charakter besitzen (z.B. der Dachsturz). Denn letztlich geht es um die tragische Figur Mosquito selbst und wie er sich versucht, seiner Umwelt mitzuteilen, was verständlicherweise in einem Unglück endet. Der Zuschauer wird fast wie der Protagonist zu einem stummen Beobachter, zu einem Voyeur, der versuchen muss, seine Umwelt zu begreifen - gelingen wird es kaum.

Werner Pochart überzeugt als kränkliches Opfer einer kranken Gesellschaft in dieser schweizerischen Thrillerproduktion, die nicht mit Blut oder Nacktheit geizt, letztlich aber doch nicht die Grenze zum alltäglichen Horrorfilm überschreitet. Das ist gut so, denn für Anhänger ernsthafter Serienkillerstoffe entsteht somit ein früher, unkonventioneller Beitrag, den man nicht verpassen sollte.



Bilder der DVD




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