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USA 1962
Originaltitel:Carnival of Souls
Alternativtitel:Tanz der toten Seelen
Länge:80:40 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Herk Harvey
Buch:John Clifford, Herk Harvey
Kamera:Maurice Prather
Musik:Gene Moore
SFX:George Corn
Darsteller:Candace Hilligoss, Frances Feist, Sidney Berger, Art Ellison, Stan Levitt, Tom McGinnis, Forbes Caldwell, Dan Palmquist, Bill de Jarnette, Steve Boozer, Pamela Ballard, Larry Sneegas
Vertrieb:Savoy Film
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:14.08.2009 (Kauf)



Inhalt
Seit einem schweren Autounfall, den sie als einzige überlebt hat, ist die junge Mary nicht mehr dieselbe. Von schrecklichen Erinnerungen geplagt flieht sie in eine Stadt. Aber auch hier findet sie keinen Frieden: Immer wieder sieht sie sich von schemenhaften Gestalten und fratzenhaften Gesichtern verfolgt. Ein ausgedienter, verfallener Ballsaal am Ufer des Sees übt auf Mary eine geheimnisvolle Anziehungskraft aus. Dort scheint die Heimstatt der toten Seelen zu sein, die Mary zu sich ins Schattenreich rufen. Von ihren Mitmenschen wird Mary für hysterisch gehalten. Aber sie selbst weiß nur zu gut, dass es vor den Untoten kein Entkommen gibt.

Bild
Format1,33:1 (Vollbild)
NormPAL
 "Carnival of Souls" gehört neben Interner Link"Die Nacht der lebenden Toten" zu den in Deutschland meist veröffentlichten Filmen auf DVD. Gab es im Videozeitalter außer den TV-Ausstrahlungen keine Möglichkeit, den Film in deutscher Sprache zu bekommen, hat sich dies durch den digitalen Zeitwandel erledigt und man wird mit unzähligen Veröffentlichungen des Titels überhäuft. Warum also noch eine Auflage, nur diesmal von Savoy Film? Weil Savoy sich die Rechte an der nachkolorierten Fassung sichern konnte, wodurch "Carnival of Souls" erstmalig in dieser Fassung in Deutschland auf DVD erscheint. Wie bei den meisten nachkolorierten Filmen sind die Farben nur bedingt natürlich, passem aber zum Film und unterstreichen dessen surreale Geschichte. Der Kontrast wirkt stellenweise sehr steil und sorgt dafür, dass besonders in dunklen Bildbereichen keine allzu deutliche Durchzeichnung zustande kommt. Die Schärfe ist solider Durchschnitt, der auch einige Details aufzeigt. Ohne dem deutlichen Rauschen, wäre der Schärfebereich aber sicherlich besser ausgefallen. Altersbedingt sind einige Schäden wie Kratzer vorhanden und auch die Kompression lässt sich zu leichten Unruhen hinreißen. Gemessen am Alter des Films aber prinzipiell ein ordentlicher Transfer.
 +++/--

Ton
FormateDolby Digital 2.0 (Mono)
SpracheDeutsch, Englisch
Untertitel-
 Man merkt, dass die deutsche Synchronisation wesentlich später entstand als der Film gedreht wurde. Das liegt daran, dass der Film erst in den 90ern erstmalig im deutschen TV ausgestrahlt und synchronisiert wurde, danach jedoch relativ stiefmütterlich behandelt wurde. Demnach verwundert es auch nicht, dass die Synchronfassung wesentlich kräftiger als das Original klingt. Auch werden die Dialoge sehr sauber wiedergegeben, was durch einen blechernen Hall und ein leichtes Rauschen in der Originalfassung nicht der Fall ist. Aber auch das englischsprachige Original ist zu jeder Zeit gut zu verstehen, wenn auch hörbar älter als die deutsche Fassung.
 ++----

Extras
Extras
  • Originaltrailer (2:12 Min.)
  • Trailershow:
    • Das Biest (2:29 Min.)
    • Der nackte Krieg (2:41 Min.)
    • Auf den Spuren Draculas (2:34 Min.)
    • Abbot und Costello auf Safari (1:26 Min.)
VerpackungKeepCase
 Bis auf den Originaltrailer gibt es kein weiteres Bonusmaterial. Eigentlich schade, wenn man bedenkt, dass von MIB eine umfangreiche Special Edition auf 2 DVDs erschienen ist.
 /-----

Fazit
Liebe Filmemacher, wie produziere ich einen Horror-Klassiker für so gut wie kein Geld, ohne Spezialeffekte und mit unbekannten Darstellern? Und das Internet darf man auch nicht zur Vermarktung heranziehen?
Schwer?
Unmöglich?
Dann gönnt euch mal wieder eine Runde "Carnival of Souls". Dieser Ultra-Cheapie aus den gruseltechnisch eher unterdurchschnittlichen 60ern weist sämtliche o.a. Attribute auf und schafft es dennoch zur permanenten Gänsehaut, wenn man nicht schon bis zum Dauersplatterbedürfnis abgestumpft ist. Dabei bewegt sich der nur 80minütige Film mit einer unheimlichen Bedächtigkeit durch seine Szenen, von denen jede ihre besondere Bedeutung hat.

Alles beginnt mit dem Autounfall und beschäftigt sich dann mit den anscheinenden traumatischen Spätfolgen der überlebenden Mary Henry, die im Verlauf der Handlung immer öfter ihr Gehör zu verlieren scheint, von ihrer Umwelt nicht mehr wahrgenommen wird und von mysteriösen, zombiehaften Figuren verfolgt wird.
Dabei geht eine besondere Wirkung von der simplen akustischen Isolation aus, die für den Zuschauer genauso wie für Mary hörbar, bzw. nicht hörbar wird. Damit erschließt sich ihr wie dem Zuschauer, die kreatürlichste Angst vor dem Nichtwahrgenommenwerden, dem Verlust der Persönlichkeit, des Ich-seins. Mehr als Sahnehäubchen wirken dann die Erscheinungen der zombiehaften Figuren, die hinter ihr her zu sein scheinen. Besonders gut ausgesucht ist auch der alte Vergnügungspark/Pavillion, von dem sich das Mädchen immer wieder angezogen fühlt, eine Location, wie man sie nicht bauen kann. Dieses verfallene, morbide Bauwerk mitten im Nirgendwo strahlt geradezu unheimliche Impulse ab - der perfekte, isolierte Ort. Mehr bedarf es eigentlich nicht, die sich steigernde Hilflosigkeit des Opfers, unterbrochen nur von erleichternden, normalen Intervallen, bezieht den Zuschauer mit ein und liefert ihn dem Schicksal ebenso aus. Über den Clou des Films sei hier nichts verraten; obwohl er nicht so spektakulär ist, macht er doch in seiner Simplizität mehr Eindruck als so mancher moderne Filme, der händeringend nach einer Schlusspointe sucht. Natürlich kann man sich vorher ausrechnen, was passiert ist, doch ein wenig Überraschung wird wohl immer am Ende verbleiben.

Gehalten in düsterem schwarz/weiß, geben Schauspieler und Regie ihr Möglichstes und schaffen so ein kleines Juwel des Low-Budget-Kinos. Für Herk Harvey, den Regisseur war und blieb es der erste und einzige Film. Trotzdem hat er einen Dinosaurierfußabdruck in der Horrorfilmgeschichte hinterlassen. Wenn auch keinen extrem großen, dann doch einen besonders seltenen. Haltet Ausschau nach dieser Perle, denn solche findet man nicht oft!



Bilder der DVD




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Carnival Of Souls
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